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SPD-Mitgliederentscheid: Gabriels Durchmarsch
DPA

Das klare Votum der SPD-Basis für die Große Koalition ist ein Erfolg für die Partei und ihren Chef. Für den Frieden in dem Regierungsbündnis verheißt das trotzdem nicht viel Gutes.

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borigo1508 15.12.2013, 14:30
210. Schmunzel...

Lustig, wie sich die "Frommen" hier über den Mitgliederentscheid der Sozialdemokraten echauffieren.
Ich kenne selbst viele Unionspolitiker der kommunalen Ebene und ich kann sagen, dass es denen gewaltig auf den Senkel geht, dass sich die Union dermaßen die Hose hat ausziehen lassen, in den Verhandlungen.
Ich glaube hier sind viele schlicht beleidigt, weil ihre eigenen Parteien sie eben NICHT gefragt haben.
So sie denn in einer sind.

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hans420 15.12.2013, 14:40
211. Erfolg für SPD, Niederlage für Gabriel

Der Koalitionsvertrag dokumentiert die Uneinigkeit der beiden großen Parteien, und die Führungsspitze der SPD triff keine Entscheidungen, sondern macht nur noch Vorschläge an die Mitglieder. Das hat mit "Mehr Demokratie wagen" rein gar nix zu tun, das ist die Ablehnung von Verantwortung. Es beginnt die Zeit des politischen Stillstandes in Deutschland.

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borigo1508 15.12.2013, 14:43
212. Im Übrigen

sah sich Willy Brandt vor dem Eintritt in die erste Große Koalition genau denselben Problemen und Anfeindungen ausgesetzt, wie heutzutage Sigmar Gabriel.
Auch damals hieß es, Brandt würde die Ideale der Partei verraten und würde damit auch zum Verräter seiner selbst.
In einem offenen Brief an die Mitglieder argumentierte Brandt mit haargenau denselben Argumenten für einen Eintritt in die, in den eigenen Reihen verhasste, GroKo, wie zuletzt Gabriel.
Also... locker durch die Hose, Leutz. So sehr sich hier mancher Neoliberaler und mancher Linkspartei-Anhänger den Untergang der Sozialdemokratie wünscht, mit diesem Mitgliederentscheid und dem daraus folgenden Konsequenzen für eine Regierungsbildung, hat die SPD alles andere getan, als sich zu beerdigen.

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WilhelmhHoppenstaedt 15.12.2013, 15:20
213. Mit dem Mitglierentscheid unterstreicht die SPD

- immerhin sind dreiviertel der am Mitgliederentscheid beteiligten für eine große Koalition - nur den Willen zur großen Koalition.
Seht her, unsere Mitglieder sind zum überwältigenden Teil dafür.
Jetzt haben es die Kritiker, ob innerhalb oder außerhalb der SPD schwerer als zuvor. Sowohl innerhalb wie außerhalb der SPD sind es kleine Minderheiten die gegen die große Koalition sind.
Cleverer Schachzug von Gabriel. Eine Woge der Zustimmung.
Er hat die Gruppen der Krtiker zu unbedeutenden Randgruppen gemacht. Irgendwer nörgelt ja immer aber solange es nur soooooo wenige sind! ;-)

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borigo1508 16.12.2013, 00:03
214. :-D lache mich schlapp

Hallo Lydisch,

mit diesen Fakten, kam ich beim Verfassen meiner Hausarbeit:
"Die Mitgliederstruktur der nordhessischen SPD vor dem Hintergrund bundespolitischer Ereignisse innerhalb der Partei von 1959 - 2007" in Berührung. Besonders empfehle ich Ihnen die Chroniken. Da können Sie sich die genaue Beschreibung der Umstände des Regierungseintritts der SPD 1969 sowie die Wortwahl Willy Brandts im Mitgliederbrief sowie in PKs einsehen.

Die dazu von mit verwendete Literatur war neben verbandsinternen Mitgliederstatistiken des Bezirkes Hessen-Nord, den Statistiken des hessischen Landesverbandes sowie des Bundesverbandes, folgende:

-Osterroth, Franz/Schuster, Dieter (1978): "Chronik der dt. Sozialdemokratie Band III: Nach dem zweiten Weltkrieg. 2.Auflage. Berlin/Bonn: Verlag J.H. Dietz Nachf. GmbH

-Walter, Franz (2002): "Die SPD - Vom Proletariat zur Neuen Mitte. Berlin: Alexander Fest Verlag

-Soell, Hartmut (2008): Helmut Schmidt - 1969 bis heute - Macht und Verantwortung. 1. Auflage. München: Deutsche Verlags-Anstalt

-Michel, Judith (2010): Internationale Beziehungen. Theorie und Geschichte Band 6 - Willy Brandts Amerikabild- u. Politik, 1933 - 1992. Göttingen: V&R unipress GmbH

-Luik, Arno Stern (2004): "Der Putsch von ganz oben"
http:// www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2004/041021stern.pdf. [Stand: 17.10.2012]

-Oestreich, Heide, taz.de (2007): "Lieber menschlich, als männlich"; http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2007/10/30/a0061 [Stand: 17.10.2012]

-Bundeswahlleiter, Bundeswahlleiter.de (1990): "Wahl zum 12. Deutschen Bundestag am 02.12.1990";
http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/fruehere_bundestagswahlen/btw1990.html [Stand: 17.10 2012]

Das was Sie machen, nennt man übrigens Verleumdung und Denunziation.
Oder, betrachtet man die Unterstellung von "Desinformation" - Agitation.

Viel Spaß beim Lesen.

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elikey01 16.12.2013, 14:59
215. Ob "Pest oder Colera" wird sich zeigen

Zitat von erare
Die SPD hatte nur die Auswahl zwischen zwei falschen Entscheidungen, zumindest im Auge des (Nicht-) Wählervolkes. Hätten sich die Genossen gegen ein Bündnis entschieden, wäre das in den Augen aller verantwortungslos gewesen, weil sie sich dem Land verweigert hätten.[...] Die SPD ist zwar auch nicht gerade dafür bekannt, etwas anzupacken, aber wenn sich das Volk nicht für eine Richtung entscheiden kann, dann kommt eben gar keine Richtung sondern Stillstand in Zick-Zack-Form heraus. Also, es wäre an der Zeit, dass alle endlich mal den Hintern hochkriegen und wählen gehen, vielleicht gibt es dann mal Mehrheiten!
Die SPD wäre nicht dafür bekannt, etwas anzupacken?
Man erinnere sich:
Sie hat unter Schröder so sehr angepackt, dass a) das Land sich wieder aus der Phase des "Armen Manns Europas" heraus entwickelte und b) sie einen erheblichen Teil ihrer Stammwähler in der Folge verlor.

Es scheint im Übrigen, dass sich in diesem Thread mehrheitlich die übellaunigsten Foristen artikulieren, mutmaßlich jene, die ausschließlich auf die SPD und ihre Führungskräfte eindreschen wollen, ohne die Realitäten aus dem Wahlergebnis wahrzunehmen.
Und die wissen auch schon alle, dass diese Führungskräfte und künftige Minister/Ministerinnen zur Kaste von "dumm und doof" gehören, weil sie das natürlich auch beurteilen können - besser als jeder polit. Kolumnist.

Soviel Primitiv-Bashing anstelle von sinnhaft-sachlichen und fair-angemessenem Meinungsbekundungen fällt schon auf.

Dabei darf davon ausgegangen werden, dass gerade die (einstige) Wählerschaft der SPD und solche, die sich bei der Union nicht sozial vertreten fühlen, den Hauptanteil der Nichtwählerfraktion bilden.
Angesichts solcher Hintergründe erübrigt sich die Frage, wer aus der Bevölkerung denn nun bei dem GroKoa-Vertrag und der Regierungsbildung in Wirklichkeit "dumm und doof" ist, weil womöglich jene, die am lautesten und übelsten schimpfen das auch am besten können.

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elikey01 16.12.2013, 16:41
216. "Diskutieren Sie zu diesem Artikel, sagen Sie Ihre Meinung"? Nur nicht jede erwünsch?

Zitat von pikay92
Wenn ihr meint das Deutschland nun untergeht, oder das die Genossen hier alle verraten hätten, dann haut doch ab! Welche Gründe gibt es noch für euch in Deutschland zu bleiben? Es ist echt unfassbar... Unsere Wirtschafft ist im Vergleich zu anderen sowas von stabil, wir haben relativ wenig Arbeitslose, wir können alle vor nem PC sitzen (zumindest alle die hier schreiben). So schlecht kann es uns gar nicht gehen, oder? Ich bin einer von denen, die mit Ja gestimmt haben, und ich finde den Koalitionsvertrag alles in allem sehr gut gelungen. Man kann nun mal in einer gesunden Demokratie keinen Koalitionsvertrag ohne Kompromisse abschließen. Das war bis jetzt so, und das wird sich auch nie ändern. Aber gut, man redet hier eh nur gegen Windmühlen. An die anderen SPD-Mitglieder: Danke für die Zustimmung!
Die Fähigkeit zu Kompromissen ist ein Wesensmerkmal der repräsentativen Demokratie.
Ein Wesensmerkmal der Berufs-Dauer-Nörgler scheint hingegen zu sein, ihre Lebensunzufriedenheit in anonymisierten Foren in teilweise grenzwertigem Sprachgebrauch auszubreiten.

Von ihnen darf nicht erwartet werden, dass sie demokratische Werte erfassen oder gar mit sachlich-konstruktiver Kritik (wo sie denn angebracht scheint) zur Horizonterweiterung und damit der geistigen Bereicherung beitragen.

SPON's offensichtliche meinungsdiktatorische Zensuren nehmen allmählich skurrile Züge an, wenn ein solcher Beitrag nicht eingestellt wird.
Oder welche Probleme hat man sonst damit?

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curti 16.12.2013, 16:52
217. Reine Absichts-.....

Zitat von sysop
Das klare Votum der SPD-Basis für die Große Koalition ist ein Erfolg für die Partei und ihren Chef. Für den Frieden in dem Regierungsbündnis verheißt das trotzdem nicht viel Gutes.
....erklärungen, abhängig von Mehreinahmen, zu denen sich die Union durchsetzen konnte und korrektive Steuererhöhungen (Umverteilung) eine Absage erteilt. Ergo - IST NICHT!

Zudem Mindestlohn in weiter Ferne und eine zweckdienliche Journalie verkauft dies als rote Handschrift bzw. die aSozen trällern selbst diese Illusion. Ein grandioses Blendwerk, das genau das umgeht was dringlich angezeigt ist. Augstein trifft den Punkt und die aSozen haben nur Posten gesichert und ansonsten voll versagt. Quittung bei den nächsten Wahlen!

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