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SPD nach Andrea Nahles: Einmal Reset, bitte
Christoph Schmidt/ DPA

Der Rücktritt von Andrea Nahles ist für die Sozialdemokraten ein Schock. Aber den braucht es, wenn die SPD überhaupt noch eine Zukunft haben will.

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bukowski1920 02.06.2019, 16:48
10. Mitnichten Neuwahlen

.... selbst wenn die SPD die Koalition kündigt und ihre Minister zurückzieht würde Merkel (zu Recht) durchregieren. Ein Misstrauensvotum ginge nur mit Stimmen der AfD, das wäre der Untergang der SPD und perfekt für die CDU.

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Dr.T 02.06.2019, 16:50
11. Es fehlt die sympathische Identifikationsfigur

Persönlich bin ich ja der Meinung, dass die Aufteilung "rotrotgrün" den Vorteil hat, dass eine Mehrheit für "Mitte-Links" leichter zu organisieren ist. Die Wähler sind ja in den alten roten Hochburgen nicht verloren gegangen. Rotrotgrün hat z.B. in Hamburg deutlich eine Mehrheit. Die vor wenigen Jahren komplett bei der CDU war, und kurz darauf fast einstellig. Die WählerInnen wechseln schneller als früher, ihre Grundpositionen aber nicht. Sie suchen sich halt PolitikerInnen, denen sie vertrauen und mit denen sie sich identifizieren können. Der Grüne Habeck z.B. würde in der SPD gar nicht weiter auffallen und dort genauso Karriere machen können. Er ist auch kompromissfähig (siehe Verklappung von Hamburger Hafenschlick) und der Matrosenaufstand von 1918 sagt ihm etwas. Wenn man im Wahlkampf mit den Leuten an den Infoständen von SPD, Grünen und Linkspartei klönt, bemerkt man schnell, wie groß die Schnittmenge ist. An der Basis, wohlgemerkt. Die zwei neuen Personen an der Partei- und Fraktionsspitze müssen für dieses ganze Spektrum gut geeignet sein.

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reznikoff2 02.06.2019, 16:50
12. Also

Die SPD hat keine Zukunft, weil sie nicht führen kann. Mit starken Führungspersönlichkeiten umgehen schon gar nicht. Deshalb ist das Führungspersonal der SPD gern schwach. Daran hat hat sich auch nichts geändert, seit Frauen vermehrt nach vorn gedrängt sind. Im Gegenteil. Seit der medial gepäppelte Typ der Powerfrau die Bühne betreten hat, ist diese immer kleiner geworden. Wenn jetzt noch Malu Dreyer folgt, reichen bald ein paar Tische und Bänke.

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scratchpatch 02.06.2019, 16:52
13. Teuflische Regierung....?

Wer schon eine solche Wortwahl wie "teuflisch" für die große Koalition benutzt, der macht es Ungläubigen schwer, dem noch folgen zu können. Das alte Motto "Merkel ist schuld" oder die "männerfressende Merkel" ist irgendwie ausgelutscht und gehört der Vergangenheit an. Da könnte man genauso gut Weihrauch schwenken, das soll ja auch gegen den Teufel helfen. Was genau ist jetzt die Begründung für den erhofften Koalitionsbruch? Was würde sich dann für die SPD ändern, außer dass sie dann ungehemmt Forderungen stellen könnte, ohne Lösungen anbieten zu müssen? Soll das die rosige Zukunft sein, die uns bevorsteht? Der Teufel lauert im Detail, nicht im Kompromiss.

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conocedor 02.06.2019, 16:56
14. Für "Reset" ist es längst zu spät.

i]"Der Erfolg der Grünen zeigt, dass die Bereitschaft, sich von alten Gewissheiten zu lösen, also progressiv zu denken und zu handeln, in der Gesellschaft verbreiteter ist als viele annehmen."[/i]

Also Blaupause für die SPD? Nein, denn diese Aussage stimmt hinten und vorne nicht.
Die Grünen und ihr momentaner Höhenflug zehren einzig und allein von zwei Dingen:
Dem Niedergang ihrer politischen Gegner SPD und Union und den aktuellen, von der ihr -zurückhaltend formuliert- wohlgesinnten Medienlandschaft und diskursstarken kosmopolitischen Schichten befeuerten, irrationalen Klimauntergangsszenarien.

Ein Blick schon in die nicht-apokalypsegeplagten europäischen Nachbarländer reicht, um diesen Befund zu stellen.
Wenn in Regierungsverantwortung Kompromisse geschlossen, die ersten Zumutungen für das Volk verkauft werden müssen und der Hype um die Klimarettung wieder abgeflacht ist, wird der grüne Katzenjammer, zumal in den Medien, wieder groß sein.

Was allerdings nicht unbedingt heißt, dass deshalb und danach die dauersiechende SPD auch nur annähernd zu alter Größe zurückfindet.
Dazu sind der innerparteiliche Zersetzungsprozess und die eigene programmatische Vergrünung schon zu weit fortgeschritten.
Insofern wäre eigentlich die bisherige auf dem SPD-Deck rollende Kanonenkugel Kevin Kühnert als neuer Chef der verdiente Konkursverwalter dieser Partei.

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glennwolf 02.06.2019, 16:56
15. Kann man so unterschreiben 1.

Würde ich auch sagen. Die letzte GroKo hätte einfach nicht sein dürfen. Allerdings war diese auch nicht allein aus einer fixen Idee der Frau Nahles zustande gekommen. Die ganze Partei wurde ja von Teilen des Pressegremiums mit einem unsagbar mora!ischen Appell an ihr Verantwortungsbewusstsein unter Druck gesetzt. Hier besonders hervorzuheben, die dramatischen Entgleisungen von Herrn Prantl in der SD. Die Partei als Ganze trägt dafür die Verantwortung.

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spon_7924415 02.06.2019, 16:58
16. Merkwürdige Interpretation ...

"Aber Andrea Nahles, ... ist nicht nur an ihren Gegnern und an ihrem Stil gescheitert, sondern vor allem an ihren Fehlern"
Das ist doch einfach nicht war.
Sie hat den Bruch mit Hartz4 eingeleitet (und zwar auf eine geräuschlose Art, die ihr mal jemand nachmachen soll), sie hat die von der Partei und ganz Deutschland geforderte GroKo am Laufen gehalten, sie hat wahrscheinlich die falschen Leute in die Ämter geschickt: Scholz und Maas haben lupenreine CDU Politik betrieben und waren ein peinlicher Totalausfall, das konnten Hubertus Heil und Fr Giffey nicht wieder reinholen. Insgesamt hat sie deutlich mehr richtig als falsch gemacht, und den Vergleich mit AKK gewinnt sie mühelos.
Die SPD ist aber trotz allem nicht halb so schlimm, rückwärtsgewandt und lösungsunfähig wie die Union. Dies tauchte aber in der Presse so nie auf. Es gab und gibt ein permanentes SPD-Bashing. Verlierer gehören getreten, damit so noch mehr verlieren.
Wenn die Partei dann kaputtgeschrieben wurde, kann man hinterher noch ein paar demokratisch angehauchte Krokodilstränen vergiessen. Bevor man dann zur nächsten Partei schreitet und dort genauso weitermacht.
Wird an der Zeit, das wir uns nicht nur Union mal vornehmen, sondern unsere in Teilen destruktive Presse,

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fthoe 02.06.2019, 16:58
17.

sich auf einen vermeintlichen Markenkern zurück ziehen, ist m. E. ein Teil des Problems in der SPD. Die Spd war immer erfolgreich, wenn sie neben der "sozialen Gerechtigkeit" weitere die Zukunft gestaltende Projekte hatte.Zukunft gestalten kommt aber seit Jahren bei der SPD nicht mehr vor. Statt mutig die Zukunft zu beschreiben, sind nur Berufspolitiker zu sehen, die ein wenig am Bestand rumschrauben (Das gilt auch für die CDU). Das macht Parteien austauschbar denn Schrauber gibt es viele. Nur wo sind die charismatischen Köpfe, die eine Zukunft beschreiben in der man auch leben möchte? Ein weiteres Thema für die sog. Volksparteien ist ihre viel zu dünne Personaldecke, die dazu führt, dass immer die gleichen Köpfe mit immer dem geleichen Sprech zu sehen sind. Der aufmerksame Beobachter weiss oft schon was gesagt wird bevor sich der Mund für eine Antwort öffnet. Die zu kurze Personaldecke führt auch dazu, dass Regierungsarbeit immer mehr in den Vordergrund tritt und die Ziele der Parteinen über die Legislaturperiode hinaus gar nicht mehr diskutiert werden. Ein Slogan wie "wir wollen wieder mehr Demokratie, mehr Freiheiten und mehr Gemeinsinn wagen" könnte allen Parteien helfen. Da kann dann jede Partei ihre Projekte beschreiben, die helfen sollen dieses Ziel zu erreichen.

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three-horses 02.06.2019, 16:59
18. Die falschen Vorbilder.

Zitat von flaffi
Der SPD sind seit Schröder einfach der Sinn für die Realitäten in Deutschland abhanden gekommen. Ein bisschen rumdoktern an Symptomen hat halt nicht gereicht. Die Neoliberalen haben alles unterminiert, Merkel hat alle veralbert und die Sozen haben entgeistert zu geguckt.
Nein, der Anfang von Ende ist durch Helmut Schmidt, das war 1980, eingeleitet worden. Die "Geldwerte Vorteil Reform". Klingt harmlos. Die Auswirkungen haben die Arbeitnehmer aber hart getroffen. Man wird sich wundern, auch die Besteuerung der Rente fällt darunter. Halt gegenüber der Pension. Der letzte Fall, die Tafel, ein GV. So überrascht mich immer wieder dass Schmidt so angesehen ist. Auch das "Anti Terror", das Schnüffeln Anfang geht auf sein Konto.

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TomTheViking 02.06.2019, 17:01
19. kommt packt ein und löst euch ganz auf

Stegner, Schäfer-Gümbel, Kühnert wer ist noch im Gespräch aus dem politischen "Volkssturm". Unsymphaten, Loser bildungs- und ausbildungsferne Phantasten.

Was hatte die SPD doch früher einmal für Führungspersonal mit wachem Verstand und Mut getragen durch die Partei. Lange... Lange vorbei!

Selbst Bismark, der die Sozial-Demokratie wie die Pest hasste nötigte der Kampf derselben und Leute wie Bebel Respekt ab.

„Dieser Vertrag ist unannehmbar!“ Scheidemanns Worte zum Versailler Vertrag. Er zeigte allen "Siegermächten" die Gefahren auf sollte man Deutschland so wie geplant behandeln. Es war die Siegermentalität Frankreichs und Großbritanniens welche direkt in den Nationalsozialsmus mündete. Das sah Scheidemann glasklar vor seinem geistigen Auge.

Otto Wels...Der Mann der als Einziger gegen das Ermächtigungsgesetz seine Stimme erhob und dafür sein Leben unmittelbar riskierte.

Mit Helmut Schmidt war sogar ein Intellektueller dabei, der seinen größten Fehler später zugab. Die Staatsverschuldung zugunsten von Sozialleistungen angeheizt zu haben. Ungedeckte Schecks auf Druck seiner Genossen.

Gerhard Schröder war sicher eine starke Führungsfigur, sein Krallen an der Macht unter Zuhilfenahme der Grünen hat ihn für mich als für Deutschland zum Vorteil gereichenden Kanzler allerdings zerstört. Die Bildung und Energiepolitik ideologischen Sekten zu Überlassen, das war der Kardinalfehler, nicht ALG II.

Den ganzen Mist wurde dann unter Frau Merkel 1 zu 1 weiter getragen. Im Prinzip war es ab der Ära Schröder wurscht - es gab keine bis 2013 keine Alternativen für die Korrektur von politisch-wirtschaftlichen Katastrophen.

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