Forum: Politik
SPD-Parteitag: Schmidt warnt vor deutscher Kraftmeierei in Europa

In der Schuldenkrise übernimmt Deutschland*die Führungsrolle in Europa - und vergrätzt viele seiner Partner. Vor den Folgen dieser "Kraftmeierei" hat jetzt Altkanzler Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag in Berlin gewarnt. Deutscher Nationalismus löse bei den Nachbarn immer noch "Unbehagen und Besorgnis" aus.

Seite 13 von 33
almabu! 04.12.2011, 13:36
120. Schmidt hat nur teilweise recht!

Seine Aussage, dass Deutschland generell keinerlei Führung anstreben dürfen und die er mit den Nazis begründet, halte ich für Quatsch! Da ist er halt der typische Nachkriegspolitiker. Ich bin Nachkriegsgeborener, meiner Kinder und Enkel selbstverständlich auch. Sollen sich Deutsche noch drei Generationen nach den Nazis GENERELL vor jeglicher Führung zurüchkalten? Das kann er nicht ernst meinen! Er selbst hat übrigens seinerzeit mit seiner Bevormundung und Belehrung von US-Präsident Jimmy Carter nichts anderes getan und sich damit selbst wiederlegt.

Nein, wir Deutschen dürfen mit jedem Recht ebenso führen wie die Franzosen, wenn wir es denn könnten. Wir müssen nur den richtigen Plan und den richtigen, zusammenführenden europäischen Ansatz und die fähigen Politiker dazu haben und nicht die Schwachen abkoppeln vom europäischen Zug. Dazu hat aber die Merkel-Koalition keine fähigen Köpfe, so einfach ist das!

Schmidt sagt "natürlich" kein Wort über die Falschheit der alles zerschmetternden deutschen Exportoffensive, die die Industrien unserer EU-Nachbarn zerstört und zu unserem asozialen Exportüberschuss führt, der eine wesentliche Ursache der Probleme darstellt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kael 04.12.2011, 13:38
121. Leider auch zu kurz gesagt

Zitat von Pinon_Fijo
Kurz gesagt: Die Rede ist Unfug! Erschreckend der Gedanke, die SPD könne sich ernsthaft an derartigem Nonsens orientieren....
Vielleicht erklären Sie wenigstens mal, WAS Unfug ist. Es sind ja nicht alle so schlau wie Sie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jstm 04.12.2011, 13:38
122. Räuberpistole

Zitat von et9999
... Nach aktuellen Medienberichten, hat die amerikanische FED einen Plan für Griechenland entworfen. Demnach soll Griechenland den USD als Übergangwährung einführen und billige Kredite in USD von der FED erhalten. Weil das Modell dann sehr schnell von anderen europ. Staaten übernommen werden könnte, rechnet die FED mit einer Abwertung des EUR von 50% gegenüber dem USD. Am Ende würde Deutschland dann ziemlich isoliert dastehen und sämtlichen Einfluss auf Europa verlieren. ...
Was sind denn das für abenteuerliche Räuberpistolen? Griechenland im US$, der dann um 50% gegenüber dem EURO aufwertet? Das wäre der größte anzunehmende Unfall für Griechenland, das schon jetzt mit dem EURO eine weit überbewertete Währung hat und somit keine Chance zum Export. Meine Güte, was hier im Forum für "Experten" auftauchen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
flaviussilva 04.12.2011, 13:39
123. Mitfühlendes Herz ???

Hab eben gedacht ich lese nicht richtig !!

66 Jahre später, in einer Angelegenheit die nun aber auch
wirklich überhaupt nicht mit dem 2ten Weltkrieg zu tun die
sprichwörtliche Nazikeule zu schwingen ! Und das auch noch
als deutscher Ex-Kanzler ! Das ist schon mehr als ein starkes Stück ! Und dabei zieh ich den Bonus für sein hohes Alter schon ab.

1. Niemand in Deutschland wollte die Führung übernehmen.
Vielmehr wurde uns die Führungsrolle in dieser Krise
doch schon fast aufgezwungen ! Nun führt Deutschland
und es auch wieder nicht recht. Können sich unsere
Nachbarn eigentlich mal entscheiden was sie jetzt
eigentlich wollen.
Und eins sei Ihnen gesagt, einfach das Scheckbuch
zu zücken wie es einst Kohl gemacht wurde, ist vorbei
endgültig vorbei !

2. Mitfühlendes Herz mit Griechenland ?
Ich höre wohl nicht richtig !
Das die Griechen in der Sch... hocken, haben sie einzig
und allein sich selbst zuzuschreiben.
Auch wenn ich jüngeren Datums bin, erinnere ich mich
noch dunkel an die Subventionsskandale der 80iger und
90iger Jahre ! Als sich auf einmal auf ganz wundersame
Weise Olivenbäume und Schafsherden vervielfacht haben
um die Subvention der EG einzustreichen.
Dann mit dem Euro, den man sich durch Betrug erschwindelt
hat, begann man zu niedrigsten Zinsen eine Party zu
feiern. Tja, die ist jetzt zu Ende ! Und jenen die jetzt
ein mitfühlendes Herz für die einfachen Griechen
verlangen, denen sei in Erinnerung gebracht, das der
letzte Ministerpräsident Papandreou mit den Slogan
gewählt wurde " Es gibt Geld ". ( Das er nicht hatte ! )
Daraus folgt: Es haben sicher nicht alle Griechen an
diesem korrupten und betrügerischen System mitgemacht,
doch eine Mehrheit hat es auf jedenfall gebilligt oder
davon profitiert.

Nach alledem würde jedes andere Land, Deutschland auf jedenfall, sicher berechtigterweise von seinen Nachbarn
im eigenen Saft schmoren gelassen werden.

Und es ist ja nicht so, das Deutschland nicht helfen will !
Wir nehmen uns nur das natürliche Recht die Konditionen
der Hilfe zu bestimmen !
Und diese sehen nunmal so aus, Hilfe nur gegen strukturelle Reformen im öffentlichen, wirtschaftlichen und Mentalen Sektor.

Deshalb kann ich nur hoffen, das der Applaus für die Rede seiner Person und seinen früheren Leistungen galt und nicht
dem was er heute von sich gegeben hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bodenseekind 04.12.2011, 13:40
124. Isolation

Zitat von fred74
Wenn man nichts mehr versteht muss man einfach schweigen Herr Schmidt. Für eine Euro zukunft gibt es nur eine möglichkeit die deutsche Position muss sich durchsetzen.
Sie verstehen nicht.
Die "deutsche Position" führt in die Isolation - und nur das. Das Ausland hat die Zeit 1933 - 1945 nicht vergessen. Ob militärisches oder Geld-Diktat aus deutschen Landen - erstes ist aus Erfahrung unerwünscht, letztes wird sich rächen. Deutschland misst Europa nur noch an Geld. Sehr gefährlich. Schmidt hat den Finger drauf. Es ist leicht, einem 92 jährigen unterstellen zu wollen: er versteht nichts mehr. Die Wahrheit ist: traurig, dass ein 92 jähriger elder statesman den Nullen in Berlin - und anderen Nullen - erklären muss, wo der Weg des gesunden Menschenverstands lang geht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Poliorketes 04.12.2011, 13:41
125. Ja, was den nun?

Auf der einen Seite mahnen ausländische Politiker wie Obama oder Sikorski ("Ich fürchte die deutsche Macht weniger als die deutsche Untätigkeit. Nicht dominieren, sondern bei Reformen führen." Zitat aus DIE ZEIT)ein German Leadership in der Eurokrise an, auf der anderen Seite wird der Bundesregierung und Kanzlerin Merkel nun deswegen deutsche Großmannssucht vorgeworfen. Nach den Worten von Herrn Altkanzler Schmidt sollte sich die Kanzlerin also auf europäischer Bühne zurückhalten, auch wenn sie jenem Staat vorsteht der die größten finanziellen Lasten der europaweiten Schultenkrise und damit das größte Risiko trägt? Na gut, warum dann noch dieses Gerede von europäischer Einigung und so? Warum nicht gleich den Laden zu machen?

Ich halte es persönlich wie Sikorsky. Die Bundesregierung um Merkel handelt europapolitisch angemessen, mit Ruhe und vorausschauender Weitsicht (Eurobonds) und ich hoffe das sie mit Frankreich auf dem nächsten Gipfel Ende der Woche eine europäische Fiskalunion durchsetzen kann. Und ich hoffe darauf, dass sie sich nicht von den hysterischen Apokalyptikern (Trittin) in der Heimat und germanophoben Opportunisten in Europa weich tretten lässt. Danach können Eurobonds noch immer kommen, oder die Sintflut.

Herrn Altkanzler Schmidt empfehle ich den Ruhestand zu geniesen und mit seinem Kanzlerkandidat Steinbrück durch die schönen Lande zu tingeln. Da lob ich mir die Angewohnheit amerkianischer Ex-Präsidenten, sich nicht zur Politik des amtierenden Präsidenten zu äußern. Aber das ist offenbar nicht mit der deutschen Veranlagung zur Rechthaber- und Besserwisserei alter Männer zu vereinbaren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Shaft13 04.12.2011, 13:41
126. Wieso?

Zitat von Fabian-A
Ich persönlich finde es gut, das Helmut Schmidt mal die Fakten auf den Tisch legt auch wenn er selbst kein aktiver Politiker mehr ist. Die aktiven Politiker scheinen sich das ja nicht zu trauen und haben auch meines erachtens kaum noch den Überblick über was sie eigentlich entscheiden. Und ob wir den Euro wollten oder nicht. Deutschland wird als stärkste Wirtschaft des Euro am meißten darunter leiden wenn der Euro in die Brüche geht. Daher ist auch gut zu verstehen wenn Deutschland sich so für den Euro einsetzt. Und eines sollten wir Deutschen bei der ganzen Debatte um den Euro und den EFSF bedenken: Deutschland ist zwar seit je her der größte Netto-Zahler für die EU und der größte Bürge für den EFSF doch auch der größte Nutznießer der offenen Grenzen und der gemeinsamen Währung. Daher sollten wir Deutschen mal etwas kleinere Brötchen backen was eine Führungsrolle in Europa angeht. Das letzte mal als die Deutschen eine solche für sich beansprucht haben ist es auch nicht gut gegangen.
Und warum soll Deutschland am meisten drunter leiden??
Aktuell haben alle länder vom euro profitiert,nur Deutsche Arbeitnehmer nicht. Die verdienen weniger als vor 10 Jahren.

Warum waren wir mit der DM Exportweltmeister?Nach ihrer Theorie war das ja unmöglich.

Und nicht vergessen,Deutschland muss alle Rohstoffe importieren.
Mit einer starken hohen DM,werden alle Rohstoffe billiger ,man kann also auch billiger produzieren.

Deustchland ohne den Euro ist 10 mal besser dran.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
salut 04.12.2011, 13:42
127. Ein ...

...wahres, Ernst zu nehmendes Alarmzeichen aus den eigenen politischen Reihen.

Deutschland muß nicht Buckeln, aber sollte in seiner Politik gegenüber den "Partnerländern" klare, ehrliche, unmißverständliche Worte verwenden und nicht mit dem großen Bonus der deutschen Wirtschaft Schindluder treiben. Die Frage stellt sich, ob hier eine DDR-Politikerin incl. Entourage auf diesem Terrain die für Alle sprechende kompetente Person ist?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
toskana2 04.12.2011, 13:43
128. was aber, wenn

Zitat von sysop
In der Schuldenkrise übernimmt Deutschland*die Führungsrolle in Europa - und vergrätzt viele seiner Partner. Vor den Folgen dieser "Kraftmeierei" hat jetzt Altkanzler Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag in Berlin gewarnt. Deutscher Nationalismus löse bei den Nachbarn immer noch "Unbehagen und Besorgnis" aus.
Schmidt trifft mit seinen Einwänden gegen deutsche "Kraftmeierei"
und den Nationalismusängsten unserer Nachbarn den Nagel auf den Kopf.
Was er uns aber in diesem Zusammenhang nicht erklärt hat,
ist doch, was ist, wenn die Deutschen mit ihrer Position doch Recht hätten?

Müsste man dann immer noch auch einem ökonomischen Unsinn zustimmen,
um sich den Vorwurf der "Kraftmeierei" zu ersparen?!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mavoe 04.12.2011, 13:43
129. Wie alt sind Sie denn?

Zitat von alexbln
ich hab mir den artikel gar nicht durchgelesen. nur ganz allgemein: warum kann herr schmidt nicht mal schweigen. der ist ja kamerageiler als jede c und d prominenz zusammen. alles weiß er besser, dieser welterklärer. übe r90 sein, allein ist noch keine tugend und leistung.
Ich habe meine frühe Jugend während Herrn Schmidts Regierung verbringen dürfen. Sie sind wohl jemand, der nur noch den heutigen Politikermüll, quer durch alle Parteien, kennt. Lötzsch, Ernst, Schröder, Rösler, Brüderle, U. VdL, Merkel et.al.

Ja, er weiß alles besser, nicht zuletzt qua Lebenserfahrung. Er sagt seine Meinung mit der auch ich nicht immer einverstanden bin, aber er hat Profil. Ich bin ein alter Wessie und trauere der früheren Zeit inzwischen hinterher. So miserabel ist es inzwischen in diesem unserem Lande geworden. Ich hätte nie gedacht mal zu sagen: Früher war es besser...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 13 von 33