Forum: Politik
SPD-Parteitag: Schmidt warnt vor deutscher Kraftmeierei in Europa

In der Schuldenkrise übernimmt Deutschland*die Führungsrolle in Europa - und vergrätzt viele seiner Partner. Vor den Folgen dieser "Kraftmeierei" hat jetzt Altkanzler Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag in Berlin gewarnt. Deutscher Nationalismus löse bei den Nachbarn immer noch "Unbehagen und Besorgnis" aus.

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genesis266 04.12.2011, 13:53
140. Das Ende des Euros ist programmiert

Weltweit wird vor dem Kollaps der Euro-Zone gewarnt. Das Thema wird nun auch offen in den Massenmedien getitelt. Immer mehr wird klar: Die Rettung ist nur eine Illusion. Sie ist schon mathematisch unmöglich. - Das Rettungsboot hat nur eine begrenzte Kapazität. Wenn zu viele Ertrinkende hineinwollen, sinkt das ganze Boot. Wird der Euro untergehen? Und mit dem Euro das globale Finanzsystem?

Interessante Analyse:
http://www.mmnews.de/index.php/wirts...-der-euro-zone

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anton014 04.12.2011, 13:55
141. Im Endeffekt ist auch das Römische Reich an Hochmut und Dummheit zugrunde gegangen .

Zitat von atock
jetzt wird das ansehen des beliebtesten politikers auf`s übelste missbraucht. warum lässt man herrn schmidt nicht einfach die ruhe,die ihm gebührt? warum vergewaltigt herr steinbrück das ansehen unseres letzten richtigen politikers? helmut schmidt ist mittlerweile 90 jahre alt,er ist in einem alter wo er als manipulationsobjekt benutzt wird. er weiss selbstverständlich nicht und kann es garnicht wissen,wie es um den derzeitigen zustand deutschlands aussieht. traurig das es herr steinbrück nötig hat,auf solch eckelhafte art und weise politik zu betreiben...

... warum sollten die Nationaleuropäer, vor allem die Deutschen, hier klüger sein?

Wenn man die Politik nach dem überwiegendene Teil der Beiträge in diesem Forum ausrichtete, wäre Deutschland schon lange dahin.

Das stark vergreisende, vom Export in alle Welt abhängende und auf Zuwanderung junger Menschen angewiesene Deutschland braucht Europa mehr als alle anderen. Mit der zweitschlechtesten Geburtenrate in der Welt sind die Tage des starken Deutschland gezählt.

Helmut Schmidt hat völlig recht:

Wenn Europa jetzt nicht zusammen steht, werden die Länder einzeln von der anglo-amerikanischen oder chinesischen Finanzwelt "hochgeschnupft". Wir befinden uns in einem Wirtschaftskrieg, den die anglo-amerikanische Finanzwelt aus reinem Macht- und finanziellem Interesse angezettelt hat. Unsere Gegner suchen wir aber innerhalb unserer Runde, in Europa.

Europa steht gar nicht so schlecht da, alle wirtschaftlichen Rahmendaten zeigen dies im Vergleich. Europa ist eine der dynamischsten und mit Abstand innovativsten Regionen der Welt. Und .... Europa steht auf solidem, demokratischen Boden. Gerade die Vielfalt ist mit ihren Möglichkeiten eine der großen Stärken.

Aus meiner Sicht ist das so offensichtlich, dass ich nicht verstehen kann, soviel Einfalt bei den Beitragsschreibern in diesem Forum vorzufinden. Leider ist zu befürchten, dass dies die Volksmeinung widerspiegelt. Armes Deutschland.

Die Zukunft liegt im vereinten Europa. Deutschland allein hat (selbstverschuldet) keine Zukunft. Wann begreifen die nationaldeutsch Denkenden das endlich?

Es gibt kein Großdeutschland mehr, und es wird auch nie wieder eines geben. Die D-Mark ist ein historisches Relikt, nur noch eine Erinnerung wert.

Es wird Zeit, dass die Deutschen für Europa kämpfen, Seite an Seite mit den anderen europäischen Ländern, auch den Schwächeren. Die anglo-amerikanischen Wirtschaftskrieger warten nur darauf, dass wir uns hier zerfleischen. Kleine Stücke sind weit besser verdaulich.


Dies als Beitrag von einem Deutschen, der Deutschland liebt.

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Vex 04.12.2011, 14:00
142. ...

Einem Großteil der Foristen hier geht der Blick für das Ganze völlig ab.
Was ich hier über Europa lesen muss ist teilweise Haushalten wie es Eltern ihren Kindern beibrigen und das hat mit europäischer Politik gar nichts gemeinsam.
Überhaupt funktioniert unsere Wirtschaft nicht mal annähernd wie unser Privatleben wir haben uns in einen völlig abstrakten Finanzkapitalismus und Lobbyismus hineinmanövriert und wer hier die Logik des Bürgers aus seinem privaten Leben anwedet macht sich lächerlich.
Das System hat sich längst von den einfachen mathematischen Grundregeln befreit und ist somit mit den Plattitüden unseren privaten Alltags nicht mehr greifbar. Man sollte begriffen haben das man erst das gesamte Wirtschafts- und Politiksystem revolutionieren muss bevor die einfachen Wahrheiten des Bürgers wieder gelten können (falls man das überhaupt will).

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deppvomdienst 04.12.2011, 14:00
143. Lass doch Griechenland ...

Zitat von thiotrix
Wie wäre es mit einem mitfühlenden Herzen für den deutschen Steuerzahler? Warum soll Deutschland die Zeche für griechische Steuerhinterzieher bezahlen? Das Land hat es über viele Jahrzehnte nicht geschafft, ein halbwegs funktionierendes Steuersystem aufzubauen; jedes Jahr werden Abermilliarden Euro Steuern hinterzogen, während gleichzeitig der Staat hemmungslos auf Pump gelebt hat. Seitdem Griechenland EU-Mitglied ist, sind über 30 Milliarden Euro deutscher Steuergelder dank der EU in diesem Versagerstaat versenkt worden – wo ist das Geld geblieben? Diese 30 Milliarden Euro wären in unserem Land bitter nötig und vor allem besser angelegt gewesen!
Griechische Steuerhinterzieher sind einfach unfähiger als Deutsche - unsere schaffen es die Gesetze zu ändern, Steuerfahnder bei der Arbeit zu behindern (Hessen), oder mit einer laxen Steuerfahndung zu werben.

Und die finanzielle Sanierung Griechenlands wäre ja auch einfach - als isoliertes Problem und ohne den Blick auf die echten Problemstaaten wie Italien, Belgien, Irland ... und Frankreich: Staaten ohne "funktionierendes Geschäftsmodell", mit ungelösten Strukturproblemen. Die Signale, die diese Länder aufnehmen würden, indem man Griechenland wirklich hilft, sind das, was eine Griechenland-Rettung teuer macht.

Insofern ist der Debattenbeitrag von Schmidt kein Lösungsansatz: ohne massiven Deutschen Einsatz wird es nicht gehen. Wenn das Kraftmeierei ist, wird diese nicht zu vermeiden sein. Es geht nur um deren Darstellung: von wem möchte man sich feiern lassen?

Dazu braucht man eine europäische Vision im Sinne einer Zielvorstellung, für die man die Partner begeistern könnte. Die wissen selbst, dass es kein Zurück auf den Stand 2005 gibt - weil sie auch wissen, dass es dann nur noch 5 Jahre bis zum nächsten 2010 dauert.

Der mit viel Selbstmitleid überhäufte deutsche Steuerzahler muss akzeptieren, dass es sein Exportüberschuss ist (~ 100 Mrd. monatlich, knapp 3% unserer Wirtschaftsleistung), die anderswo Probleme verursacht. Wenn wir es schaffen würden einen kleinen Teil der hierdurch - unfair - generierten Steuereinnahmen zur Reparatur der Kollateralschäden zu nehmen, wäre das nicht unangemessen.

Jedenfalls so lange - bis wir (!) ein Geschäftsmodell für unseren Arbeitsmarkt haben, das ohne Exportüberschüsse auskommt.

Es würde also völlig ausreichen, im Inland zu kraftmeiern, gutes Vorbild zu sein. Und gleichzeitig aufhören Staaten mit Umweg über Banken zu retten. Das wäre auch im Ausland akzeptiert. Wie sagt doch die Werbung: "Power is nothing without control" - wo bleibt die Kontrolle, wofür wir unsere Kraft aufwenden?

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Krolog 04.12.2011, 14:00
144. Scheinlösungen

Ich habe Helmut Schmidt mal sehr geschätzt und seinen Interviews interessiert zugehört.

Aber den Unsinn, den er zum Thema Euro- und Schuldenkrise absondert, zeigt mir, wie sehr der Mann in der Zeit stehen geblieben ist.
Was Schmidt fordert ist eine Scheinstabilisierung der EU und eine nachhaltige Zerstörung des deutschen Selbstverständnisses. Gerade letztes ist brandgefährlich.

Und man solle "ein Herz für Griechenland" haben, finde ich lächerlich. Staaten sind keine Verwandten.

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recommentor 04.12.2011, 14:01
145. Erkenntnisgewinn = Summe aus Zuhören und Verstehen!

Die zum Teil sehr dümmlich erscheinenden Herablassungen über die Rede Schmidt's, die man in Gänze gehört und verstanden haben sollte(!), werfen ein beredtes Schlaglicht auf eine primär materialistisch, egoistisch ausgerichtete Gesellschaft, der die Fähigkeit abhanden gekommen zu sein scheint, Politik in ihrer geschichtlichen Dimension und demnach in historischen Zusammenhängen zu begreifen. Gerade für uns Deutsche eine dauerhafte, pflichtige Vorgabe!

Man kann Schmidt als ehemals aktiven Politiker und Bundeskanzler selbstverständlich kritisieren, man mag sogar Widersprüche seiner heutigen Sicht mit seinem früheren, politischen Handeln aufzeigen; es grenzt aber geradezu an eine Verleumdung Schmidt's, wenn man ihm als 'Elder Stateman' und Zeitzeugen über rd. 65 Jahre politischen und journalistischen Wirkens die Aufrichtigkeit abspricht, aus der Distanz aktiver Tagespolitik fundamentale Zusammenhänge und Schlussfolgerungen aufzuzeigen, die namentlich im Interesse Deutschlands das einzige Ziel verfolgen, Europa und die fortzuschreibende Integration seiner Mitglieder aktiv sicherzustellen.

Im Bewußtsein der katastrophalen Folgen nationalistischer Großmannssüchte hat sich Deutschland mit Verfassungsrang (Art. 23 GG) zur Mitwirkung bei der Verwirklichung eines vereinten Europas, bei der Entwicklung der Europäischen Union, die demokratischen, rechtsstaatlichen, sozialen und föderativen Grundsätzen und dem Grundsatz der Subsidiarität verpflichtet ist, verschrieben.

Dem z.Bsp. entgegenzuhalten, nach Schmidt's Rede müsse Deutschland schwach werden, damit die anderen Länder keine Angst mehr vor Deutschland haben, ist törichter Unsinn und verkennt die politischen, finanzwirtschaftlichen und und psychologischen Zusammenhänge in einem Europa der Vaterländer, die jedes für sich und für das gemeinsame Ganze seinen Beitrag zu erbingen hat.

Eine europäische "Ruckrede", der nichts hinzuzufügen ist!

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ad2000 04.12.2011, 14:02
146. Raus aus dem Euro!

Zitat von bodenseekind
Sie verstehen nicht. Die "deutsche Position" führt in die Isolation - und nur das. Das Ausland hat die Zeit 1933 - 1945 nicht vergessen. Ob militärisches oder Geld-Diktat aus deutschen Landen - erstes ist aus Erfahrung unerwünscht, letztes wird sich rächen. Deutschland misst Europa nur noch an Geld. Sehr gefährlich. Schmidt hat den Finger drauf. Es ist leicht, einem 92 jährigen unterstellen zu wollen: er versteht nichts mehr. Die Wahrheit ist: traurig, dass ein 92 jähriger elder statesman den Nullen in Berlin - und anderen Nullen - erklären muss, wo der Weg des gesunden Menschenverstands lang geht.
Eine Isolation Deutschlands, und zwar die währungstechnische, wünsche ich mir über alles.

Würde darauf die politische Isolation in Europa folgen, was absolut zu bezweifeln ist, würden vielleicht auch die Euro-Trottel verstehen, dass unsere europäischen „Freunde“ uns ausschließlich melken wollen. Aber ich fürchte, dass die Euro-Trottel nicht mal dann den Verstand dazu aufbringen würden.

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bodenseekind 04.12.2011, 14:03
147. Eine Behauptung...

Zitat von kb26919
...ich kenne kein Land dass weniger nationalistisch ist als die BRD...
...Eine Behauptung, mehr nicht.

Wie viele Länder haben Sie bereist, wie viele Länder KENNEN Sie?

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Liberalitärer 04.12.2011, 14:11
148. Maschinenstreik

Zitat von anton014
... für Europa kämpfen, Seite an Seite mit den anderen europäischen Ländern, auch den Schwächeren. Die anglo-amerikanischen Wirtschaftskrieger warten nur darauf, dass wir uns hier zerfleischen. Kleine Stücke sind weit besser verdaulich. Dies als Beitrag von einem Deutschen, der Deutschland liebt.
Sie konstruieren ein Feindbild wo es nicht notwendig ist. Europa wird nicht dadurch, indem es vermeintliche Gegner sucht, sei es die bösen USA, das finstere China oder das üble Russland. Nein, so wird das nichts. Seien wir lieber den USA dankbar. Ohne die Aktion letzte Woche wären die Geldautomaten in Europa im Streik - ja so drastisch war es wieder, vielen scheint das nicht so klar.

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Gman 04.12.2011, 14:13
149. Ach Helmut,

Zitat von sysop
In der Schuldenkrise übernimmt Deutschland*die Führungsrolle in Europa - und vergrätzt viele seiner Partner. Vor den Folgen dieser "Kraftmeierei" hat jetzt Altkanzler...
bei allem Respekt und Hochachtung für Sie:

Ich finde es richtig, dass Frau Merkel den heißersehnten Blanko-Scheck nicht ausstellt.
Momentan scheinen viele Politiker und die erpresserischen
Finanzmärkte, genau diese Lösung als Befreiungsschlag anzusehen:
D soll es richten und für alles und für jeden bezahlen und bürgen.
Das kann und wird nicht gutgehen. D kann nicht ganz Europa alimentieren und für alles bürgen.
Damit droht D ebenso der Bankrott bzw. der Tritt in die Schulden- und Zinsfalle. Viele Kommunen sind bereits jetzt pleite und arbeiten mit Nothaushalten oder erhalten Gelder vom jeweiligen Bundesland, um überhaupt noch handlungsfähig zu sein. Ja, auch D steckt mittlerweile tief im Schuldensumpf!!
Leider muss man anhand der aktuellen Krise feststellen, dass das Projekt €uro gescheitert ist und diese Währung für maßgebliche Fehlentwicklungen in der Wirtschaft, Politik und Gesellschaft innerhalb der Euro-Zone verantwortlich ist. Weiterhin spaltet der €uro Europa mit zunehmender Dynamik, anstatt es zu vereinigen.

Wir haben keine Situation wie im Sommer 1914 oder 1939. Man soll bitte, dass gilt für alle Politiker aller Couleur, nicht das Scheitern des Euro mit Krieg oder Frieden in Europa verbinden.
Das ist schlichtweg Unsinn und hat zusätzlich den faden Beigeschmack, dass bei den Deutschen wieder das schlechte Gewissen, anstatt rationale Entscheidungen, zur Problemlösung Anwendung finden soll.
Leider ein prägendes Zeichen deutscher Nachkriegspolitik (sog. Scheckbuch-Diplomatie) welche spätestens seit den 1990er Jahren in die Mottenkiste gehört.
Halb Europa verlangt eine Führungsrolle der Deutschen, um die Krise zu bewältigen. Innerhalb Deutschlands wird vor "Kraftmeierrei" gewarnt. Wer soll daraus noch schlau werden?
Das Projekt Euro ist von Anfang an falsch angegangen worden, da vor Einführung der Einheitswährung keine wirkliche politische und wirtschaftliche Union in den Euro-Staaten verwirklicht wurde. Erst danach wäre die Einheitswährung der logische und konsequente Schritt gewesen.

In einem gebe ich Helmut Schmidt Recht:

D wird sich zukünftig schon fragen müssen, ob der praktizierte Exportüberschuss in dieser Form noch zeitgemäß ist, da unsere "Kunden" zunehmenden mit ungedeckten Schecks bezahlen bzw. sich bis über die Halskrause verschulden müssen. Weiterhin haben wir den Export einseitig zu Lasten der Reallohnentwicklung und der hiesigen Binnenwirtschaft gepusht. Weiterhin hat D massiv, wieder zu Lasten der Steuerzahler, den Niedriglohnsektor forciert. Die Folgen prekärer Arbeitsverhältnisse und der unseligen Lohn-Aufstockereri sind bekannt und haben zusätzlich noch die südlichen EU-Länder an die Wand gedrückt. Dafür trägt u.a. die SPD unter GAS-Gerd die Verantwortung.

Das System hat sich selbst schachmatt gesetzt. Die Mathematik und die Zinsrechnung besiegt man nicht.
Wir stehen kurz vor einer Währungsreform oder anderen dramatischen Entscheidungen, da mittlerweile fast alle relevanten Volkswirtschaften, außer China, hoffnungslos überschuldet sind. Es handelt sich um eine globale Schuldenkrise und nicht nur um eine Euro-Krise!

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