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SPD-Parteitag: Schmidt warnt vor deutscher Kraftmeierei in Europa

In der Schuldenkrise übernimmt Deutschland*die Führungsrolle in Europa - und vergrätzt viele seiner Partner. Vor den Folgen dieser "Kraftmeierei" hat jetzt Altkanzler Helmut Schmidt beim SPD-Parteitag in Berlin gewarnt. Deutscher Nationalismus löse bei den Nachbarn immer noch "Unbehagen und Besorgnis" aus.

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notty 04.12.2011, 14:30
160. Warum nicht so??

Zitat von Chris110
Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (H.Schmidt). All die Visionen von den "Vereinigten Staaten von Europa", von einer europ. Regierung, von gemeinsamer Haftung für alle Schulden: Vergesst es endlich. Die europ. Staaten werden in absehbarer Zukunft niemals ihre nationale Souveränität aufgeben. Sie werden niemals im ganzen Umfang für die Schulden der anderen haften. Das sind Dinge, die einfach nicht durchsetzbar sind. Die EU ist, was sie ist: Ein Zusammenschluss, eine Kooperation, ein Gebilde mit einer gemeinsamen Währung. Deshalb braucht sie eine gemeinsame Finanz- und Haushaltspolitik. Das war der Fehler. Aber mehr ist sie nicht! Keine Eurobonds, keine Haftung für Schulden anderer. Die EU ist kein Nationalstaat. Mit den Briten wäre das z.B. nie zu machen. Verschont mich bitte mit euren Visionen, und insbesondere H.Schmidt sollte sich an sein eigenes Zitat erinnern.
Selbst in den VEREINIGTEN Staaten von Amerika gibt es keinen Schuldenausgleich, auch dort muessen die "Failed States" sehen wie sie zurecht kommen....
Sollte den Schwaflern zum Thema "Vereingte Staaten von Europa" als Beispiel dienen.....

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diefreiheitdermeinung 04.12.2011, 14:33
161. Andersrum wird ein Schuh draus

Zitat von bodenseekind
Sie verstehen nicht. Die "deutsche Position" führt in die Isolation - und nur das. Das Ausland hat die Zeit 1933 - 1945 nicht vergessen. Ob militärisches oder Geld-Diktat aus deutschen Landen - erstes ist aus Erfahrung unerwünscht, letztes wird sich rächen. Deutschland misst Europa nur noch an Geld. Sehr gefährlich. Schmidt hat den Finger drauf. Es ist leicht, einem 92 jährigen unterstellen zu wollen: er versteht nichts mehr. Die Wahrheit ist: traurig, dass ein 92 jähriger elder statesman den Nullen in Berlin - und anderen Nullen - erklären muss, wo der Weg des gesunden Menschenverstands lang geht.
Sie meinten doch sicher: Europa misst Deutschland nur noch am Geld - jenes das man von uns haben will. Warum eigentlich sind wir immer so leicht dabei jeder Erpressung nachzugeben? Wieviel schlechtes Gewissen wollen Sie all jenen, die heute juenger als 67 Jahre sind (also nach 45 geboren wurden) andichten ? Schlagen Sie mal eine Volksabstimmung zum Thema Rettung der Schuldenlaender vor ! Dagegen wuerde Stuttgart21 ein Nichts gewesen sein.

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rugall70 04.12.2011, 14:33
162. Es geht nicht um Frieden. Es geht um Euro-Bonds.

Zitat von Tubus
Ihre Kritik halte ich für wirklich gefährlich, weil sie scheinbar so vernünftig daher kommt. (...) Die deutsch-französische Allianz ist und bleibt zentral für den Frieden und nichts weniger in Europa.
Die Frage ist, was sie unter Allianz verstehen. Müssen wir politisch immer einer Meinung sein? Und immer gemeinsam marschieren? Gefährden wir sonst den "Frieden in Europa"? Und müssen wir deshalb jede politische Frage mit Blick auf die Überwindung der alten "Erbfeindschaft" sehen? Ich sage: Nein.

Im Gegensatz zu Ihnen halte ich es für wenig wahrscheinlich, dass Deutschland zu den Waffen greift, um Elsass-Lothringen zurückzuerobern.

Bitte, lieber Tubus, gehen Sie doch einmal in sich und fragen Sie sich ehrlich: Wird es gefährliche antifranzösische Ressentiments bei IHNEN auslösen, wenn Frankreich in einer wichtigen politischen Frage anders entscheidet als Deutschland? Und werden diese anti-französischen Ressentiments dazu führen, dass SIE militärische Drohungen gegenüber Frankreich befürworten.

Ich glaube das nicht. Und ich glaube ebenso wenig, dass Sie da eine große Ausnahme sind. Die anderen Deutschen denken wie sie.

Weil ich diese Gefahr nicht sehe, sage ich: Wenn es um die Einführung von Euro-Bonds geht, dann müssen wir uns fragen: Sind Euro-Bonds sinnvoll oder sind sie es nicht? Die Frage darf nicht lauten: Was müssen wir tun, damit wir auf Seiten Frankreichs stehen?

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Liberalitärer 04.12.2011, 14:34
163. Mehr Demokratie wagen

Zitat von Chris110
... Die europ. Staaten werden in absehbarer Zukunft niemals ihre nationale Souveränität aufgeben. Sie werden niemals im ganzen Umfang für die Schulden der anderen haften. Das sind Dinge, die einfach nicht durchsetzbar sind. Die EU ist, was sie ist: Ein Zusammenschluss, eine Kooperation, ein Gebilde mit einer gemeinsamen Währung. Deshalb braucht sie eine gemeinsame Finanz- und Haushaltspolitik. Das war der Fehler. Aber mehr ist sie nicht! Keine Eurobonds, keine Haftung für Schulden anderer. Die EU ist kein Nationalstaat. Mit den Briten wäre das z.B. nie zu machen. ...
Es geht m.E. nur und auch nur vielleicht, wenn man die EU grundlegend demokratisiert. Dann vielleicht sogar mit den Briten. Anonsten können Leute wie Farage der EU zu Recht eine lange Nase drehen. Die - mit Verlaub - drittklassige Rolle des EP in der Krise verdeutlicht die existenzielle Krise der Gemeinschaft so wie sie ist.

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Gman 04.12.2011, 14:35
164. Danke

Zitat von curti
mehr zeichnet Schmidt und den SPD-Parteitag bislang nicht aus. Da wettert er unter tosendem Beifall gegen die Finanzmärkte und was man nicht alles dagegen tun muß, ohne nur ansatzweise zu erwähnen, daß seine Partei mittels Eichel, Asmussen und Steinbrück kräftig mitgemischt hat all die Schweinereien erst zu ermöglichen. Und wenn er davon spricht, daß Zweifel am Euro Blödsinn seien und dieser >>wahrscheinlich<< stärker sei als die DM, bekundet er eigentlich nichts anders als zu keinem fundierten Urteil fähig zu sein. Er sollte seinen Ruhestand genießen und da die SPD nichts anderes kann als alte Werte zu propagieren aber nachweislich nicht zu erfüllen vermag, sollte sie in die gleiche Position eintreten.
Das würde aber den "Kronprinz" Steinbrück beschädigen, der je momentan von allen Seiten zum Kanzlerkandidaten "hochgeschrieben" wird. Wofür eigentlich?
Die Bilanz dieses Herren, in Verbindung mit Herrn Asmussen, ist jedoch eine einzigartige Katastrophe für den Deutschen Steuerzahler:

http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=8308

Erst die Büchse der Pandora öffenen und sich dann als Fachmann bejublen lassen, der die "Finanzmärkte bändigt". Scheint aber bestens zu funktionieren - man verkauft sogar mit dieser Masche Bücher in D und hält lukrative Vorträge.

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celino 04.12.2011, 14:37
165. ...

Zitat von kellitom
Herr Kauder sollte sich mal überlegen, was er sagt. Diese Überheblichkeit ist gefährlich. Merkel will ihre gefährliche Sparpolitik a la Brüning auf alle Eurostaaten ausweiten nach dem Motto: "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen". Diese Sparpolitik ist Gift für den deutschen Export und Frau Merkel ist für mich daher die gefährlichste Frau Europas!
Und was sollte Frau Merkel Ihrer Meinung nach tun?

Griechenland hat seine billigen Kredite und satten EU-Hilfen schlicht verprasst.
Italien hat eine gesunde Wirtschaft, das durchschnittliche Volksvermögen liegt höher als in Dtl.
Spanien hat sich völlig einseitig auf den Bausektor konzentriert und Reformen im Arbeitsmarkt, Bildungssystem, Wirtschaftsstruktur versäumt.

Es ist nicht die Aufgabe einer deutschen Bundeskanzlerin, jetzt auch noch von deutschem Steuergeld bzw. über deutsche Verschuldung Konjunkturprogramme zu finanzieren, die ohne langfristig angelegte Strukturreformen nichts weiter tun, als weiteres Geld verbrennen.

Wenn diese Länder ihre Wirtschaft ankurbeln wollen, wäre es vielleicht angebracht, zunächst einmal ordentlich Steuern von seinen betuchten Bürgern zu erheben. Warum soll Deutschland für eigentlich wohlhabende Länder in die Bresche springen?

Hier soll nicht "die Welt am deutschen Wesen genesen". Diese Länder können leben und wirtschaften wie es ihnen gefällt, aber bitte von eigenem Geld.

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lupenrein 04.12.2011, 14:37
166. ..............

Helmut Schmidt beurteilt die Situation ofenbar aus der Sicht seiner Zeit; das war immerhin vor mehr als 40 Jahren.
Damals war die heutige fatale Lage Deutschlands noch nicht annähernd zu erkennen.
Der gute Wille - der unbedingte Einatz für Europa - hat sich für Deutschland in keiner Weise ausgezahlt.
Sein völkerrechtlicher Status hat sich um kein Jota verbessert. Deutschlands Leistungen für Europa, seine unbedingte Solidarität,seine Verantwortung, haben keinen Hauch zu einer Normalisierung seines Status beigetragen. Und die Aussichten darauf sind schlechter denn je zuvor.

Unsere europäischen Freunde wollen einfach nicht wahrhaben, dass der Selbsterhaltungetrieb der Menschen auch für die Deutschen eine natürliche menschliche Eigenschaft ist.

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Liberalitärer 04.12.2011, 14:39
167. Greenback

Zitat von diefreiheitdermeinung
denn ... haette Portugal, Italien, Griechenland etc. nicht aus Deutschland importiert (naemlich z.B. Maschinen etc die in diesem Laendern teilweise ueberhaupt nicht produziert werden - aber warum eigentlich nicht aus Deutschland ?) so haetten diese Laender die Dinge ganz wonaders bezogen. z.B. aus Japan, den USA, Schweden, der Schweiz oder sogar aus Brasilien. ...
Na und? Was wäre wenn? Dann könnten die sich um die Begleichung ihrer Forderungen Sorgen machen. Meinen Sie der chinesischen Regierung ist wohl dabei, auf einem Haufen Greenbackforderungen und Dollarscheinen zu sitzen?

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Liberalitärer 04.12.2011, 14:46
168. Angeschlagene Banken

Zitat von Zwrgns
Von dieser Aktion, welche angeblich das Weltfinanzsystem gerettet hat, liest man in den Medien relativ wenig. Gibt es Quellen zu diesem Thema ?
Ja, im Blog Zerohedge konnte man lesen, dass es vermutlich Credit Agricole zerlegt hätte. Da dürfte was dran sein, jedenfalls überzeugt die Begründung.

http://www.zerohedge.com/news/dollar...ole-was-bank-x

Interessant ist dort das Bloomberg Ranking. Es zeigt, dass Ds Banken keineswegs Horte der Stabilität sind. Die Berliner Landesbank ist noch schlechter als CA und auch Deutsche und Commerzbank sind nicht wirklich prickeln aufgestellt.

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weirdlogic 04.12.2011, 14:59
169. Exporte

Zitat von Gman
In einem gebe ich Helmut Schmidt Recht: D wird sich zukünftig schon fragen müssen, ob der praktizierte Exportüberschuss in dieser Form noch zeitgemäß ist, da unsere "Kunden" zunehmenden mit ungedeckten Schecks bezahlen bzw. sich bis über die Halskrause verschulden müssen.
Ich wiederhole das immer wieder gerne:

Wenn wir schon in der Euro-Zone denken, dann ist die weitere ENORM WICHTIGE Kennziffer die Handelsbilanz der Euro-Zone!
Und die weist seit Jahren meist ein leichtes Defizit aus.

Wie sollte man es denn hinkriegen, dass Deutschland weniger exportiert und zwar weitgehend (! - das wäre ein Muss) zugunsten höherer Exporte Italiens, Spaniens, ganz zu schweigen Griechenlands??
Sicher: erstere beide Länder könnten ihre Exporte steigern, da gibt es Substanz.

Dass der deutsche Überschuss innerhalb der Euro-Zone ein Problem ist, das ist unbestritten. Aber jede Verringerung unserer Wettbewerbsfähigkeit würde nach allem was denkbar ist zu einem weit höheren Teil durch die Exporte anderer, Nicht-Euro-Länder absorbiert (Ostasien als erstes).

Und der tolle Effekt daraus wäre ein verfestigtes und dann auch recht hohes Handelsbilanz-Defizit der Euro-Zone!

Das wollen einige wohl gar nicht erkennen oder auch nicht so schlimm finden, aber es wäre EXAKT der gleiche, glorreiche Weg, den die USA gegangen sind. Auf der einen Seite ein verfestigtes, hohes Bilanzdefizit und dann noch obendruf die Lockerung der Geldpolitik. Das ist der doppelte Drain von Vermögen! Eine tödliche Mischung!

Das ist nun mal ein Dilemma mit dem innereuorpäischen Ungleichgewicht, aber es würde sich höchstens auf der Seite der Wettbewerbsfähigkeit Gr's, Italiens und Spaniens lösen.

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