Forum: Politik
SPD-Parteitag: Schulz will Vereinigte Staaten von Europa - was meinen Sie?
DPA

Martin Schulz fordert die Vereinigten Staaten von Europa - binnen acht Jahren. Die CSU reagiert erzürnt, Angela Merkel weicht aus, die Industrie jubelt. Und was sagen Sie? Stimmen Sie ab!

Seite 15 von 28
sisloane 08.12.2017, 12:33
140. Guter Grundgedanke, aber...

Hinter dem Schulz-Vorschlag steckt wohl die (längst überfällige) Erkenntnis, dass 27 zersplitterte Nationalstaaten und -regierungen alleine nichts mehr ausrichten können, insbesondere im Spannungsfeld zwischen global agierenden Konzernen und Supermächten wie USA und China.
Dennoch wäre es ein Fehler, diejenigen EU-Staaten vor die Tür zu setzen, die (zumindest im Moment) keine weitere Integration wollen. Stattdessen könnte man im sogenannten "Kerneuropa" (zb Deutschland, Frankreich, Benelux) damit anfangen, noch enger zu kooperieren. Wer sich dem anschliessen möchte, ist willkommen!

Beitrag melden
sisloane 08.12.2017, 12:34
141. Guter Grundgedanke, aber...

Hinter dem Schulz-Vorschlag steckt die (längst überfällige) Erkenntnis, dass 27 zersplitterte Nationalstaaten und -regierungen alleine nichts mehr ausrichten können, insbesondere im Spannungsfeld zwischen global agierenden Konzernen und Supermächten wie USA und China.
Dennoch wäre es ein Fehler, diejenigen EU-Staaten vor die Tür zu setzen, die (zumindest im Moment) keine weitere Integration wollen. Stattdessen könnte man im sogenannten "Kerneuropa" (zb Deutschland, Frankreich, Benelux) damit anfangen, noch enger zu kooperieren. Wer sich dem anschliessen möchte, ist willkommen!

Beitrag melden
mwroer 08.12.2017, 12:35
142.

Zitat von müllers
Und was, bittenschön, ist mit den Vereinigten Staaten von Amerika? Genau daran knüpft ja Schulz mit den Vereinigten Staaten von Europa an. Eben nicht als ein "Großreich", sondern als ein föderaler Staatenbund. "Persisches Reich"? "Römisches Reich" - Drehen Sie doch einfach mal Ihr Fernglas um!
Das römische Reich war im Prinzip ein föderaler Staatenbund in dem die eroberten Gebiete jede Menge Freiheiten hatten. Regiert wurde mit einer kleiner Zentralregierung und sonst über die Städte.

Grundlegend war das Ziel der Römer die bestehenden Verwaltungs- und Rechtsinstitutionen in dem jeweiligen Gebiet/Land so weit wie möglich zu erhalten. Der römischen Verwaltung unterlagen im Prinzip nur: die Entscheidung über Steuern, die Verhängung der Todesstrafe und das Militär in der jeweiligen Provinz.
Der Rest war mehr oder weniger lokale Sache. Das hat sich, selbstverständlich, in der Zeit zwischen Gründung und Untergang des römischen Reiches immer mal etwas gewandelt aber das Prinzip war durchaus föderal. Rom hat eine längere Geschichte als 3 Kaiser.

So falsch ist der Vergleich des Foristen nicht. Große Reiche - und dazu zählt ein Staatenbund mit 24 Einzelstaaten - haben bis jetzt noch nicht funktioniert. Sie können ja mal spaßhalber versuchen Deutschland auf 5 Bundesländer zu reduzieren ... dann kriegen Sie eine ungefähre Idee davon wie völlig bescheuert die Vorstellung von den Vereinigten Staaten von Europa bis 2025 ist.

Beitrag melden
seppfett 08.12.2017, 12:37
143. Netter Versuch

Zitat von curiosus_
..."je größer desto besser". Und selbst Europa noch zu klein wäre ("Ein vereinigtes Europa wäre nicht "big", es wäre gerade so gross, um allen Europäern einen guten Lebensstandard bieten zu können"). Netter Versuch. Ich habe mit einem Gegenbeispiel das Gegenteil belegt. Wie wäre es mal mit einer ähnlich sachlichen Argumentation Ihrerseits?
Dann sagen sie doch ob sie Deutschland aufteilen wollen, wenn ihr Gegenbeispiel tatsächlich global greifen würde. Die Schweiz hängt im grossen Stil von der EU ab, wie bereits in einer anderen Antwort auf ihren Beitrag sachlich aufgezeigt wurde.

Meine Argument sind für sie nicht sachlich weil sie diese nicht akzeptieren wollen. Das ist wie bei den Inhalten die von den Parteien verlangt werden. Inhalte werden nur dann als Inhalte akzeptiert, wenn diese der eigenen Meinung entsprechen.

Beitrag melden
schlob 08.12.2017, 12:37
144. In solch einem Europa würde übrigens die Kernenergie eine tragende

In solch einem Europa würde übrigens die Kernenergie eine tragende Rolle spielen -denn daß einzelne Staaten dieses Vereinten Europas da eine andere Politik fahren,ist unmöglich.Soll da veilleicht der Strom aus der Provinz Frankreich nicht frei angeboten werden können überall in Deutschland? Soll ein fanzösisches Unternehmen nicht in der Provinz Deutschland ein AKW bauen dürfen? Und wenn man es nicht darf,wozu dann Vereinigte Staaten?

Beitrag melden
From7000islands 08.12.2017, 12:37
145.

Zitat von ganimed0815
Von Schulz kann man halten was man will. In Bezug auf Europa hat er recht. Das Konzept das gerade gelebt wird hat keine Zukunft. Die EU hat keinen Haushalt, keine Macht, kein Militär und kein gemeinsames Vorgehen. Entweder schafft diese Gemeinschaft die Kleinkrämerei ......
"Nur wenn in der ganzen Region vergleichbare Steuer, Gesetze, Rechtssysteme usw. gelten kann die Region stark werden" . Sie möchten also, dass europäische Batonköpfe zum Frühstück alle Müsli essen, zum Mittag Weiiswurscht mit Sauerkraut und zum Abend natürlich Vollkornbrot. Es lebe der totale Kommunismus, Orwell lässt grüssen.
Nur die "Betonköpfe" können uns retten, weil sie unsere verschiedenen Mentalitäten und Traditionen bewahren. Die EU muss zurück ! Die alte EWG muss weiter entwickwelt werden und Europa wird ein blühendes Land ohne Migrationselend und Ausbluten der Intelligenz in vielen ärmeren Staaten, weil sie von reichen Staaten wie Deutschland eher als "Kolonien mit Sklavenmarkt zu HartzIV Löhnen" behandelt werden.

Beitrag melden
aljusch 08.12.2017, 12:37
146.

Ja, ja und nochmals ja! Ich will die Vereinigten Staaten von Europa und zwar je eher je lieber. Nationalstaaten und ihre jeweiligen Egoismen führen alle ins Verderben. Europa funktioniert bisher nicht gut, weil sich jeder nur um seinen kurzfristigen vermeintlichen Vorteil sorgt. Allen voran deutsche Spießer, die permanent meinen, alle wollten an ihr Geld.

Beitrag melden
schwerpunkt 08.12.2017, 12:38
147.

Zitat von invisibleman
GB hat sich schon verabschiedet. Nun also Polen. Ich denke Ungarn wird folgen. Langfristig wird Ihre Wertegemeinschaft Europa zu einer Neuauflage EWG schrumpfen.
Das mag sein, dass so ein föderaler Staatenbund zunächst nur wenig Mitglieder haben wird. Voraussetzung wäre, dass zumindest Frankreich und Deutschland Teil sind, damit zwei in etwa gleichstarke Partner enthalten sind.
Eine Abstimmung zu diesem Staatenbund gerne in allen Ländern gleichzeitig um etwaiges Taktieren der Bevölkerung auszuschließen.

Ich halte es durchaus für möglich dass zunächst nur Frankreich, Deutschland und die Beneluxländer, sowie die baltischen Staaten teil dieses Staatenbundes wären.
Österreich? Quo vadis?

Beitrag melden
flux71 08.12.2017, 12:38
148.

Mit gut 10.000 Stimmen erhält die Idee von Herrn Schulz zumindest hier bei der SPON-Umfrage fast 50% Zustimmung. Das spiegelt bloß seltsamerweise so gar nicht die Wortmeldungen hier im Forum wider.
Wenn hier davon gefaselt wird, dass die SPD sich mit dieser Idee aus dem Bundestag verabschieden können wird, dann ist das nichts anderes als neublaues Geschwätz.

Das Ultimatum, dass bis 2025 nur noch die Staaten Mitglied der - wie auch immer letztlich genannten - Vereinigten Staaten von Europa sein können (Ich persönlich würde ja eine "Föderation der Staaten von Europa" bevorzugen) - geht doch genau in die Richtung "Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten", das es jetzt doch schon gibt und bringt den westlichen Staaten eine dringend nötige Möglichkeit, die osteuropäischen Blockierer endlich wieder los zu werden.
Wie letztlich die Verfassung aussehen wird: Es wird sicherlich kein präsidentielles System á la USA geben.

Und eine in dem Gesamtgebilde existierende Einheitssprache ist ebenfalls absolut unnötig. Man muss sich da ja nichts vormachen und so tun, als wären die Möglichkeiten dadurch begrenzt, dass man nachahmt, was andere vor 200 Jahren vorgemacht haben. Immerhin kann man ja aus der Vergangenheit lernen, nicht wahr?

Dazu muss man halt aber auch bereit sein und den Blick nicht immer nur in die trübe, aber ach so hochgelobte Vergangenheit richten. Die war aber braun, und das will ich nun gar nicht.

Beitrag melden
aopoi 08.12.2017, 12:38
149. Im Prinzip eine tolle Sache, aber...

Solange nur die Firmen einen bevorzugten Zugang zum Europaparlament haben und die Bürger der EU-Länder auf die Vertretungen in ihren Ländern verwiesen werden, ist ein Stärkung der EU immer auch eine Schwächung der Bürger und Arbeitnehmer.

Vorsicht liebe SPD. Ex-EU-Politiker Schulz betreibt hier Lobbyarbeit für die wirtschaftsaffine EU, die den Arbeiter nur als Antriebsfeder des Wirtschaftsmotor der EU betrachtet. Nicht aber als anspruchsberechtigten Teilhaber.
Hier tritt Schulz in die Fussspuren Gerhard Schröders, der das Mantra, "Alles, was Arbeit schafft, ist sozial" geprägt hat. Auch Sklaverei schafft Arbeit und Wohlstand, der dann durchschnittlich und statistisch alle Armen reich rechnet.

Beitrag melden
Seite 15 von 28
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!