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SPD-Problem Sarrazin: Der Thesenritter

Ein Genosse entsetzt die SPD - und die CDU-Chefin greift an. Nach seinen deutschtümelnden Ausländerthesen knöpft sich jetzt Angela Merkel den Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin vor. Die Sozialdemokraten haben plötzlich ein Problem.

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D.Moslovult 25.08.2010, 19:59
50. ...

Zitat von Walther Kempinski
[...] Der steigende Bedarf an Arbeitskräften ab 61 macht einen Verzicht auf Zuwanderung in dieser Zeit wirtschaftlich keinen Sinn. Die Tatsache, daß nun Ausländer in Deutschland leben ist demnach nicht nur aus Nächstenliebe heraus entstanden. Es gab ökonomische Notwendigkeiten und man hat die Wirtschaftslok somit gut am Laufen gehalten. Wie genau lautet eigentlich die Rechnung des Sarrazin? Wie hat er denn genau das von Ausländern bisher generierte BSP aufgewogen gegenüber den Sozialleistungen, die diese erhalten haben? Fakt ist, die Zuwanderer kamen nach Deutschland in Zeiten des immerwährenden Aufschwungs.
Da sind Sie leider gleich mehreren Einwanderungsmärchen aufgesessen.

Zum Einen kam das Gros der Migranten nicht in der "Gastarbeiter"-Zeit (1973, bei Gastarbeiteranwerbestopp, lebten weniger als 4, heute 16 Mio Migranten in Deutschland; die Zuwanderungsraten waren Anfang der 1990er Jahre am höchsten).

Zweitens geschah dies auch nicht in Zeiten des Aufschwungs, sondern im Gegenteil ganz massiv während der Ölkrise in Form von Familiennachzug und auch zu Beginn der 1990er, bevor das Asylgesetz gekippt wurde, kam jährlich eine 7-stellige Anzahl Menschen (die Einwohnerzahl Münchens jedes Jahr) nicht wegen dem tollen Aufschwung, sondern weil es nach Deutschland am einfachsten war.

Und zu der BIP/Sozialleistungs-Rechnung: Ein vollständiges Saldo auszurechnen wäre in der Tat schwierig. Wahrscheinlich fällt es aber positiv zugunsten der Migranten aus (in dem Sinne, dass sie mehr zahlen als erhalten). Das nützt aber nichts, weil der verfügbare Pro-Kopf-Betrag des Staates für Staatsausgaben wie Infrastruktur, Soziales, Bildung usw. dadurch sinkt, dass die Einzahlungsrate der Migranten zwar positiv, aber deutlich niedriger ist als die der Einheimischen und so das Pro-Kopf-Steueraufkommen nach unten drückt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen.

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stanis laus 25.08.2010, 20:00
51. Mitgliederwerbung

"Generalsekretär Stephan Kramer (Anm. vom Zentralrat der Juden in Deutschland) sagte Handelsblatt Online: "Ich würde Herrn Sarrazin den Eintritt in die NPD empfehlen, das macht die Gefechtslage wenigstens klarer und befreit die SPD."

Das ich das noch erleben muss, dass der Zentralrat der Juden Mitglieder für die NPD werben will. Weil Sie den palästinensischen Moslems wohl einen auswischen will. Der H. Kramer gehört doch sofort abgelöst, so schräg wie der argumentiert.

Schräge Gefechtslinien deuten auf mangelnde Gefechtsfeldanalyse hin. Daraus ergeben sich nur Knieschüsse und friendly fire.

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azrael_kommt_zu_besuch 25.08.2010, 20:00
52. Verweigert!

Mal wieder ein gutes Beispiel dafür, dass es in Deutschland wohl nicht mehr möglich ist, mit - zugegebenermaßen provokanten und teilweise vielleicht auch falschen Thesen - die so notwendige und dringende Diskussion zum Thema Migration anzustoßen.

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susanneuser 25.08.2010, 20:01
53. Zwang

Zitat von thaur
zu dummen geschichten gehören immer drei dumme: einer, der sie erzählt. einer, der sie veröffentlicht. und einer, der sie liest. vielleicht könnte jemand thilo mal erklären, wie man einen blog schreibt: dann würden mit seinen geschichten auch nur die leute belästigt, die lust darauf haben...
Hä? Wer zwingt Dich sein Buch zu lesen oder Artikel über ihn im Spiegel und sonstwo?

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Florian Geyer 25.08.2010, 20:01
54. ...

Zitat von wahnfried
Im weiteren frage ich mich, ob sich Frau Merkel hier nicht einen riesigen Bock schießt. Es sind die klassischen CDU-Wähler, denen Sarrazin hier aus der Seele spricht. Auch der Linkstrend in der Union erklärt da wenig, denn selbst viele, die man gemeinhin mit klassischer SPD-Klientel in Verbindung bringen würde, also etwa die Malocher an Rhein und Ruhr, stimmen diesen Thesen zu. Sind die etwa auch alle dämlich?
Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selbst, sorry Frau Merkel, aber das mußte sein oder wie sagt der Lateiner:Si tacuisses, philosophus fuisses - mansisses. - Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben

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Querspass 25.08.2010, 20:01
55. SPD-Problem(e)

Das 1. war Herr Lafontaine.
Das 2. ist Herr Sarrazin.

Das 1. heißt jetzt "Die Linke".

Will sich die Rest-SPD mit aller Macht demontieren? Warum nicht ein bißchen Sozialismus mit Nationalgefühl? Wählerstimmen sind ja offensichtlich da.

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aviso 25.08.2010, 20:02
56. Thilo Sarrazin, Integration und Demokratie

Es ist schon empörend, wie reflexiv vorhersehbar und phrasenhaft sich wesentliche Teile unserer "Politprominenz" mit Meinungen auseinander setzen, die nicht mainstream in ihre Politroutine passen.
Unsere obersten Volksverwalter verhalten sich zunehmend undemokratisch und versuchen, mit der Phrase "Populismus" Befürchtungen offenbar nicht unerheblicher Teile ihres eigentlichen Souveräns -des deutschen Volkes- abzukanzeln. Diese Meinungsmache von oben schafft kein Vertrauen, sondern nur Politikverdruss.
Keine der etablierten Parteien greift dieses wichtige gesellschaftspolitische Problem in einem tranparenten Dialog des Für und Wider der Argumente auf. Ich bekomme "von oben" nur bekannte Slogans zu hören, die meine Empfindungen kaum aufgreifen, geschweige denn Besorgnisse zersteuen können.
Es hat noch nie geschadet, auch in politische Entscheidungen, Pro und Kontra und vor allem den Faktor der Nachhaltigkeit einzubeziehen.

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Walther Kempinski 25.08.2010, 20:02
57. Totschlagargument

Zitat von liberator_
Jetzt läuft die Maschinerie der sogenannten Volksvertreter und Meinungswächter auf Hochtouren.
Sarrazin soll eine Lösung anbieten, ansonsten sind seine Thesen nur für den Gulli oder bestenfalls verkaufsfördernd für sein Buch. Meinung? Ja bitte. Lösungen? Ja sehr gerne. Volksverhetzung? Ne sorry, da hört die Meinung dann auf und wir brauchen keine Meinungswächter, um klarzustellen, daß Sarrazin irgendwelche Interessen verfolgt, aber sicher nicht die der deutschen Bürger.

Insofern ist diese Keule (gibt ja viele Keulen, von der Unterschichten-Keule, Nazi-Keule hin zur Ossi-Keule) so wie alle Keulen in dieser Republik. Beide Seiten nutzen sie gerne. Sarrazin hat seine Keule geschwungen, ohne Lösungen anzubieten, also braucht er sich nicht zu wundern, wenn er jetzt die "Anti-Nazi-Keule" über kriegt. Am Ende wird dann sicherlich der Spruch kommen "Aber man wird ja wohl noch sagen dürfen...blubb...Meinungsfreiheit...blubb".

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thammbe 25.08.2010, 20:02
58. Sarrazins populistische Thesen…

Zitat von sysop
Ein Genosse entsetzt die SPD - und die CDU-Chefin greift an. Nach seinen deutschtümelnden Ausländerthesen knöpft sich jetzt Angela Merkel den Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin vor. Die Sozialdemokraten haben plötzlich ein Problem.

.. fallen auf fruchtbaren Boden bei vielen rechten Wählern Bei ihm wird grob vereinfacht und verallgemeinert. Eine differenzierte Betrachtung des Integrationsproblems ist nicht seine Sache. Statt stolz auf unsere Demokratie und auf unser Grundgesetz zu sein, herrscht bei vielen eine diffuse Angst vor allem Fremden und die wird durch Sarrazins Buch noch befeuert.Aus Einzelfällen von gutmenschlichen Richtern, die klare Verstöße gegen unsere Rechtsordnung nicht ahnden, kann man nicht schließen, dass wir in einem rechtlosen Staat leben.Und zum Glück hat sich die angebliche 'rechte' Stimmung bei uns noch nicht in Stimmen für rechtsradikale Parteien ausgezahlt. Dass das so bleibt, dazu sind alle demokratischen Kräfte aufgerufen, die noch zwischen verallgemeinender Hetze und klarer Ansprache von Problemem mit Lösungsvorschlägen differenziern können.

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Dominik Menakker 25.08.2010, 20:03
59. Kein Titel

Ach ja, der olle Sarrazin,

kaum macht er mal wieder die Schnüss auf und hält dem real existierenden Deutschland den Spiegel vor, hüpft die ganze Republik vor Empörung auf den Stühlchen. Wie niiiiiieeeedlich. Aber etwas daran zu ändern, das geht ja GAR nicht.

Machen wir doch nochmal den Realitätscheck:

In D haben 40 % der Mitbürger mit Migrationshintergrund keinen Schulabschluss. Dies lässt folgende Schlüsse zu:

Sie sind zu dumm: Geht mal gar nicht. Wie kann man sowas schreiben? Es ist doch erwiesen, dass jeder Kleinbauer aus Ostanatolien das Zeug zum Einstein hat. Also weiter:

Sie sind zu faul: Wir sehen doch jeden Tag, wie fleißig unsere lieben Mitbürger ihre Obststände aufbauen. Kann es also auch nicht sein.

Sie sind gefräßig: Bei den durchtrainierten Kiez Jungs? Auch extrem unwahrscheinlich.

Wie stellen also fest, die alte Lehrerformel über Schüler: "Dumm faul und gefräßig" zählt nicht. Also muss es was anderes sein:

Ich habs! Heureka, DAS ist es:

Sie sind "BENACHTEILIGT". Wo? Keine Ahnung! Wie? Auch keine Ahnung. Aber es hört sich doch so schön herzerwärmend an, fast wie "mangelnde soziale Gerechtigkeit". Da springt der Deutsche doch hinterher wie Fiffi, der nach nem Knochen schnappt.

Gut, dass wir darüber gesprochen haben

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