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SPD-Siechtum: Diese Partei ist am Ende
DPA

Feministische Pornos statt Proletariat: Wer ihre Wähler sind, hat die SPD-Spitze längst aus dem Blick verloren. Wer Juso-Schlaumeiern wie Kevin Kühnert das Ruder anvertraut, muss sich nicht wundern, wenn er zur Kleinpartei schrumpft.

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im_ernst_56 20.09.2018, 17:46
300.

Zitat von si-ar
Was unterscheidet die SPD, die Grünen und die CDU? Das sind doch Nuancen, im Großen und Ganzen ist das ein politischer Einheitsbrei und man könnte ohne Probleme zusammen auch eine Einheitspartei bilden, mit einem starken rechten und einem winzigen linken Flügel. Nur wird man damit nicht vorwärts kommen, sondern sich kontinuierlich im Kreis und vor allem um sich selbst drehen. Fleischhauer hängt sich an politischen Nebensächlichkeiten auf, die große politische Ausrichtung vernachlässigt er. Möglicherweise, weil dort zu viele Übereinstimmungen mit seinen Konservativen findet.
Ich stimme Ihnen insofern zu, als die SPD zwischen den Grünen und der Linkspartei auf der einen und einer etwas nach links gerückten CDU/CSU auf der anderen Seite aufgerieben wird. Das war aber schon länger absehbar. Der einzige Trost der SPD ist, dass es anderen sozialdemokratischen Parteien in Europa auch nicht besser geht. Die Frage ist, welchen Anteil der kulturelle Bruch mit der ursprünglichen Wählerschaft, den Herr Fleischhauer ironisch überspitzt beschreibt, daran hat.

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juppi-o 20.09.2018, 17:46
301. Freuen Sie sich nicht zu früh

Trotz richtiger Analyseansätze (aber auch vieler falscher) ist die SPD mehr als Nahles, Kühnert, Scholz und auch Schröder. Sie wird auch diese überleben. Fleischhauer hat ein seltsames und sehr einseitiges Bild von SPD-Wählern und auch Mitgliedern. Diese sind viel heterogener als er sich das wohl vorstellen kann.

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oidaoukeidos 20.09.2018, 17:46
302. Ja, aber

Ziemlich treffend, die Analyse, und sympathisch wo Herr Fleischhauer auch sich selbst bzw. seinen Berufsstand auf den Arm nimmt: Manche Journalisten schreiben für Journalisten und schämen sich ihrer Leser. Ich bin kein Parteimitglied, wähle aber rot = SPD seit ich wählen darf, jetzt bin ich Rentner. Am Stammtisch habe ich es immer sehr platt begründet: wer ist für Kinderfreibetrag? Die CDU. Wer für Kindergeld? Die SPD. Dass sich die SPD seit Gründung auch immer "staatstragend" benommen hat, ist wahr und in jedem Einzelfall zu diskutieren, hatte aber schon immer Grenzen: Hitlers Ermächtigungsgesetz wurde abgelehnt. Die erwähnten Stammwähler gibt bzw. gab es alle, und ich will sie nicht rausekeln. Aber ich will tatsächlich eine deutlich erweiterte SPD-Basis, was nichts mit Wählertausch mit den Grünen zu tun hat. Im Zweifel sind die Grünen entweder konservativ oder sachbezogen wackelnd. Einzig die SPD sagt, wir wollen Gerechtigkeit, Chancengleichheit für alle - müssen sie uns aber leisten können. Da ist sie viel zu verzagt, weshalb ihr die Visionen ausgegangen sind. Aber wenn Gerechtigkeit und Chancengleichheit keine verdammte Vision sind, dann weiß ich nicht!

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sabaka56 20.09.2018, 17:47
303. Mal Nachdenken

Eigentlich ist es traurig, dass die Meisten nur Spott und Häme übrig haben. Das die SPD in den letzten Jahren Probleme mit den Themen und dem Personal hat wissen wir. Das manche sozialpolitischen Entscheidungen von der Regierung Schröder korrigiert werden müssen wissen wir auch.
Ich kann und möchte mir keine politische Landschaft ohne die Sozialdemokratie vorstellen. Ein großer Teil der Mitglieder hat immer den Willen für ein gerechtes Miteinander einzutreten. Das ein großer Teil der Bevölkerung glaubt es alleine und mit den Ellenbogen zu schaffen ist ein großer Irrtum. Das Erwachen wird umso schmerzhafter sein. Für mich ist Solidarität mit den Schwächeren der Gesellschaft nicht nur eine Phrase.
Wenn auch einige der Foristen darüber lachen werden - im Bad Godesberger Programm steht vieles was auch heute noch gültig ist.
Ich bin überzeugt, dass wir eine SPD, die es schafft Tradition mit den Problemen der Jetztzeit zu verbinden dringend brauchen.

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julia77 20.09.2018, 17:48
304. Thihihi, Pornos ... das kann ja nur Quatsch sein

Nur weil Pornos vermeintlich unwichtig sind, passen ja nicht ins eigene Weltbild und was scheren Sie Fakten, ist das also Quatsch? Ok, die Statistiken sehen das anders, Soziologen auch, aber wer sind die schon im Vergleich zu Ihnen, Herr Fleischhauer.
Die Reichweite von PornHub & co. ist unter Jugendlichen in Deutschland höher als von irgendeiner Nachrichtenseite. Diese Seiten haben Traffic auf dem Level von ebay. Warum sollte man sich als Politik nicht darum kümmern? Was ist daran so lächerlich?

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brasshead 20.09.2018, 17:49
305.

Zitat von hcrb34
Dort beobachtet man den selben Niedergang bei der Parti Socialiste. Von einer Mehrheit, die Hollande 2012 zum Präsidenten machte, abgerutscht auf 6%. Ähnlich sieht es in Italien und Österreich aus. Das kann wohl kaum allein am Personal liegen. Insofern ist der Artikel unbefriedigend. Der weitreichende Vertrauensverlust der Sozialdemokratie hat gewiss tiefergehende Gründe.
Oder in den Niederlanden, wo die Sozialdemokraten 2017 nur noch 5,7 Prozent erreichen konnten und damit drei Viertel ihrer Mandate auf einen Schlag verloren.

Mein Tipp: Sowohl in Deutschland, als auch den Niederlanden, Italien, Frankreich oder Österreich schafft es die Sozialdemokratie nicht, sich als ernsthafte Alternative zur neoliberalen Agenda zu präsentieren, die vor allem Sparmaßnahmen, Sozialkürzungen, Privatisierungen und Außenhandelsüberschüsse durch Verzicht predigt.

All diese Maßnahmen richten sich aber direkt oder indirekt gegen die Interessen der sozialdemokratischen Wählerschaft. Wenn die sozialdemokratischen Parteien nicht gewillt sind, sich klar gegen eine solche Politik zu positionieren, sondern diese sogar noch aktiv mittragen, sollte der Verlust von Glaubwürdigkeit nicht verwundern.

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Bondurant 20.09.2018, 17:49
306. da haben Sie

Zitat von muellerthomas
Die klassische Arbeiterschaft mit harter Körperlicher Arbeit und einem soliden aber eben nicht hohen Gehalt stellt nur noch einen marginalen Teil der Wähler.
vollkommen recht. Was es aber durchaus noch gibt ist ein Klientel, das jeden Tag zur Arbeit geht und dafür ein solides, aber eben nicht hohes Gehalt bezieht und ganz ähnliche soziale und politische Ansichten hat, wie sie früher von den klassischen Arbeitern vertreten wurden. Nur ist die real existierende SPD für diese Leute nicht mehr da, denn nach ihrer Ansicht sind diese Menschen reaktionär und nicht weltoffen genug.

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muellerthomas 20.09.2018, 17:50
307.

Zitat von natural-born-chiller
Jan Fleischhauer ist einer der wenigen Gründe, weshalb ich SPON noch lese. Ein herrlicher Artikel! Dass mein WAHL-O-MAT-Ergebnis zur Landtagswahl in Bayern die SPD hinter den Grünen weit abgeschlagen auf den letzten Platz führt, passt dabei irgendwie ins Bild.
Das ist interessant, denn bei mir liegen Grüne und SPD beim Wahlomaten regelmäßig weit auseinander.

Und auf Bayern bezogen ranginert die CSU sogar noch knapp hinter der AfD ganz hinten.

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ddobrodt 20.09.2018, 17:50
308.

Zitat von im_ernst_56
Der Unterschied zwischen Kühnert und Amthor ist der, dass Herr Amthor sich nicht hinstellt und seiner Parteivorsitzenden erklärt, was die richtige Politik ist und mit wem die Partei (in diesem Fall die CDU) koalieren darf und mit wem nicht. Ich kann mich nicht erinnern, dass während der Sondierungen mit den Grünen und der FDP Herr Amthor (der ja zum konservativen Flügel gehört) gesagt hätte, dass er gegen eine Koalition mit den Grünen wäre. Herr Kühnert tritt als der selbsternannte Sprecher des linken Flügels auf, der keine Gelegenheit auslässt, Andrea Nahles ein Stöckchen hinzuhalten, damit sie aus der GroKo rausspringt.
Ich verstehe den Kommentar nicht ganz. Auch die Konservativen der waren für eine Koalition mit der SPD genauso wie sie vorher bereit waren, mit den Grünen eine Koalition einzugehen. Andernfalls wäre es ja in Neuwahlen geendet, was auch die Konservativen nicht wollen.
Sicherlich hat Kühnen klargemacht, gegen eine Koalition zu sein. Dies ist vielleicht in Ihren Augen Dummheit oder Frechheit. Andere nennen so etwas Demokratie.
Aber unabhängig von den o.g. Mir ginge es nur darum, deutlich zu machen, dass Fleischhauer sich hier auf einen "anstudierten" einschießt und das ihm sicherlich ein Amthor politisch viel näher steht. Nicht mehr und nicht weniger.

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Proggy 20.09.2018, 17:50
309. Mitleid oder Empathie?

Zitat von BjoBa
Wenn der Autor schreibt, die SPD ist schon bedeutungslos, wieso schreibt er dann noch über sie? ....
Jeder verdient eine würdige Begleitung, wenn es dem Ende entgegen geht - auch die alte Dame SPD, die (in ihren jungen Jahren) einige sehr gute Politiker hatte.

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