Forum: Politik
SPD-Spitze gegen Kritiker: Diese Besserwisserei muss aufhören
Michael Hanschke/ DPA

Was ist los in der SPD? Matthias Machnig sprach auf SPIEGEL ONLINE von "organisierter Verantwortungslosigkeit". Dieses Dauernörgeln ehemaliger Verantwortlicher schade der Partei, kontert Interims-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel. Ein Gastbeitrag.

Seite 1 von 8
telarien 09.08.2019, 14:32
1. Neuaufbau

Wo isser denn bloß? Alle haben drüber geredet, die unerträgliche Nahles vorne weg. In Wirklichkeit wollte doch die SPD-Spitze ein fröhliches Weiter-So! Ab in die nächste Groko und wer welchen Posten hat, das ist die wichtigste Frage. Dafür werdet ihr nicht mehr gewählt. Im Gegenteil, deshalb wünschen Euch frühere Wähler heute unter die 5%-Hürde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ruhepuls 09.08.2019, 14:32
2. Zu viele Meinungen unter einem Dach?

Die SPD hat schon immer mit Vorliebe ihre Vorsitzenden zerlegt - und sich intern Kämpfe geliefert. Woran mag das liegen? Sind in der SPD zu viele unterschiedliche Meinungen vereint, die sich nicht auf eine Linie einigen können - und wenn doch, dann nicht lange?
Auch andere Parteien wie die LINKE und - in der Vergangenheit - auch die GRÜNEN trugen ihre Richtungsstreitigkeiten in der Öffentlichkeit aus, was ihnen oft geschadet hat. Will der Wähler doch eine handlungsfähige Regierung, die seine Interessen vertritt - und nicht ihre Zeit mit Grabenkämpfen vergeudet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
temp1 09.08.2019, 14:35
3. Wofür steht die SPD und Wenn ja, wie lange

Wofür steht die SPD und vor allem für wie lange, das sind Fragen, die sich stellen und die sie nicht von heute auf morgen beantworten kann.
Das Politikprogramm der SPD ist beliebig, lavierend und unvorhersehbar geworden. Allein die Unvorhersehbarkeit schreckt ab. Was kann man in Zukunft erwarten, wenn die SPD an Führung beteiligt ist? Es ensteht der Eindruck man würde mit der SPD einen Zickzackkurs auf der Stelle tretend wählen, erratisch und vor allem auf der Stelle tretend, nur mit nebensächlichen Themen beschäftigt.
Ein gerade wieder dazu rezent angetretener Beweis ist das Thema Schiffe zur Straße von Hormus? Nur mit UN-Mandat tönt die SPD, wohl wissend, wie jeder andere auch, dass es ein UN-Mandat niemals geben wird, weil ein Veto-Land sein Veto einlegen wird. Also könnte die SPD genausogut "Nein" sagen, aber stattdessen wird lieber laviert mit diesem "Ja, aber", dass ein "Nein" ist aber nicht "Nein" sagt. Da sind selbst die Grünen heute schon vorbeigezogen, die Partei der Pazifisten, die heute durchaus Realpolitik fähig scheint, während die SPD diese Fähigkeit zunehmend verliert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
53er 09.08.2019, 14:43
4. Wann bitte,

hat denn die SPD in den letzten zehn Jahren laut am Zaun gerüttelt? Ich glaube eher, die SPD weiß gar nicht mehr wie das geht oder ist nicht mehr fähig dazu. Also sollte Keiner sagen, dass dies nichts nützen würde. Vor lauter Schwimmen im Mainstream hat die SPD ihre Fähigkeiten und, noch viel schlimmer, ihr Wählerpotential völlig aus den Augen verloren. Als ehemaliger SPD-Genosse sehe ich absolut nichts Gerechtes an einer Grundrente ohne Bedürtigkeitsprüfung, an einem Klimaschutz durch Steuereintreibung die alle Bürger bis hin zur Mittelschicht empfindlich treffen würde und auch nicht an einer grenzenlosen Zuwanderung in unsere Sozialsysteme, die mit der Hände Arbeit vieler Bürger aufgebaut wurden und nun zu scheitern drohen. Und waren es nicht viele SPD geführten Länder, die ganze Viertel an Sozialwohnungen an die berühmten Heuschrecken verscherbelt haben? Was soll an der aktuellen Politik der SPD noch sozial und gerecht sein. Wenn das der allgemeine Konsens innerhalb der SPD-Mitglieder ist, dann ist das nicht mehr die SPD wie ich sie kannte und dann sind die prognostizierten Stimmenanteile der nächsten Wahlen noch zu hoch. Die SPD ist vom Sozialen zum (neo)Liberalen Wählerverein geworden. Sie merkt es nicht einmal und darum leugnet sie es auch. Lieber TSG, leider hat die SPD das S in ihrem Namen nicht mehr verdient und man sollte nicht über die soziale Schieflage der Globalisierung und der Digitalisierung lamentieren aber gelassen dabei zusehen und warten bis man mit nur noch einstelligem Zuspruch nichts mehr dagegen tun kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jcla 09.08.2019, 14:44
5. liest sich keiner mehr bis zu Ende durch...

fürchte ich. Keine Klicks. Keine Votes. Schade.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schartin Mulz 09.08.2019, 14:48
6. Zu viele Meinungen

Zitat von ruhepuls
Die SPD hat schon immer mit Vorliebe ihre Vorsitzenden zerlegt - und sich intern Kämpfe geliefert. Woran mag das liegen? Sind in der SPD zu viele unterschiedliche Meinungen vereint, die sich nicht auf eine Linie einigen können - und wenn doch, dann nicht lange? Auch andere Parteien wie die LINKE und - in der Vergangenheit - auch die GRÜNEN trugen ihre Richtungsstreitigkeiten in der Öffentlichkeit aus, was ihnen oft geschadet hat. Will der Wähler doch eine handlungsfähige Regierung, die seine Interessen vertritt - und nicht ihre Zeit mit Grabenkämpfen vergeudet.
kann es ja in einer Demokratie nicht geben.
Davon lebt Demokratie, dass es unterschiedliche Positionen gibt.
Das Problem der SPD ist, dass sich vor 20 Jahren ein Flügel durchgesetzt hat und seitdem die Politik dieser Partei bestimmt. Alle Versuche, die SPD wieder in "sozialere" Bahnen zu lenken, werden als "Linksruck" verteufelt.
Das Problem ist, es gibt keinen Richtungsstreit, es gibt eine Gruppe, dei die Richtung vorgibt, und eine andere, die ab und an dagegen aufmuckt, aber mit Floskeln wie "staatspolitischer Verantwortung" auf Kurs gezwungen wird.
Die Basis der SPD wollte weder Agenda, Hartz noch GroKo. Wurde ihr aber alles übergestülpt.
Und dann hat man noch die Ex-Vorsitzenden, die das Dilemma erzeugt haben, sich jetzt aber aus dem Off mit klugschei*erischen Beiträgen zu Wort melden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Daedalus 09.08.2019, 14:51
7.

Aber gerade Figuren wie TSG haben die SPD doch dahin geführt, wo sie gerade ist! Machnig hat absolut Recht, von der Anziehungs- und Strahlkraft eines Gerhard Schröder 1998 ist das aktuelle SPD-Personal bis ins 4. Glied Universen entfernt. Und wer als stellvertretender Vorsitzender nicht den Mumm hat, den Gesamtvorsitz anzutreten, hat in der Tat im Kanzleramt nicht den Hauch einer Spur verloren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frank-xps 09.08.2019, 15:00
8. es ist doch wie überall in unserem Land

Es hat sich eine Versagenskultur breitgemacht, von Versagern für Versager. Natürlich möchte keiner von den Versagern mit dem eigenen Versagen konfrontiert werden. Steht es doch in diametralem Wiederspruch zu dem verbalen Großssprechertum und der Hybris dieser Spezies. seht Genau Hin Spiegelschaffende. Das wird euch bald ganz genau so gehen. Dann heißt es licht aus im Alster Glashaus und raus in den kalten Winter als ehemaliger spiegelschaffender wird es sicher nicht leicht wer will schon einen Lemming in seiner Firma der spaß an der Selbstzerstörung hat. Nun sinkt auch noch das Rettungsboot das wäre doch noch eine Chance gewesen Politik. Aber die sind wohl noch vor euch fertig

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nonvaio01 09.08.2019, 15:05
9. yep

Zitat von Daedalus
Aber gerade Figuren wie TSG haben die SPD doch dahin geführt, wo sie gerade ist! Machnig hat absolut Recht, von der Anziehungs- und Strahlkraft eines Gerhard Schröder 1998 ist das aktuelle SPD-Personal bis ins 4. Glied Universen entfernt. Und wer als stellvertretender Vorsitzender nicht den Mumm hat, den Gesamtvorsitz anzutreten, hat in der Tat im Kanzleramt nicht den Hauch einer Spur verloren.
so sehe ich das auch. Schroeder, Schmidt, Brandt.....und dann....wenn man die 3 grossen mit dem vergleicht was dann kam ist das wie Champions Leage und Kreisklasse.

Auch wenn viele Schroeder nicht moegen wegen Agenda 2010, darum geht es nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8