Forum: Politik
SPD und Andrea Nahles: Die letzte Sozialdemokratin
Markus Schreiber/ AP

Andrea Nahles ist so sehr SPD wie sonst kaum jemand - dass ihr zuletzt das machtpolitische Gespür fehlte, zeigt auch, wie sehr sich diese Partei verändert hat.

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mostly_harmless 03.06.2019, 14:25
300.

Zitat von k70-ingo
Wählbar für wen? Ich erwähnte bereits, daß hier im Westen von NRW die Linkspartei bei 2,9% und MLPD und DKP bei je 0,0% liegen. Wofür soll das eine Basis sein?
Die SPD hat bekanntlich ihre besten Ergebnisse unter Willy Brandt geholt. Als die FDP-Uboote in der SPD aka Seeheimer die Partei noch nicht unterwandert hatten.
Aber was diskutiere ich überhaupt mit jemand, der links von Johannes Kahrs nur noch Lenin verortet, da hat ja meine Katze mehr Ahnung von Politik ....

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ForumBesucher 03.06.2019, 14:43
301. Ansichtssache

Das ist wohl doch ein bißchen zu viel der Ehre, Nahles nun als 'die letzte Sozialdemokratin' auszuzeichnen. Ich denke, dass sie maßgeblich deswegen gescheitert ist, weil sie in ihrer Selbstüberschätzung nicht erkannt hat, dass sie eigentlich in allzu vielen Belangen, die von einer kompetenten Führungsperson erwartet werden, starke bis sehr starke Defizite aufzuweisen hat. Es reicht eben nicht aus, sich in der politischen Historie unseres Landes, insbesondere der Roten, gut auszukennen, sich zu vernetzen und sich dann über Jahre hinweg mittels intensiv betriebener Kommunikation irgendwo dort festzusetzen, wo Entscheidungen getroffen werden. Wenn man Nahles hört und sieht hat man den Eindruck, dass gleich Kollege Wehner erscheinen und ihr die Hand geben würde. Altbacken, bissig bis zur Grenze der Aggressivität, gesellschaftsspaltend (das Thema 'böse Unternehmerschaft' kann doch nun wirklich niemand mehr hören), so kam sie permanent rüber. Natürlich muss man dann auch über ihr infantilen Ausfälle sprechen, die das Bild zusammenfügen, das man unterschreiben könnte mit dem Titel 'Jemand, der es nicht kann, aber dies nicht einzusehen vermag'. Nahles hat mit ihren Irrungen und Wirrungen ihrer Partei über Jahre hinweg geschadet, sich jetzt als Opfer zu präsentieren ist ein weiterer Beleg für deren Realitätsverweigerung. Ohne mit der Wimper zu zucken, hat sie gemeinsam mit Genosse Steinmeier den Schulz als Volltrottel dastehen lassen, als die nächste GroKo verkündet wurde. Gut, dass diese Person dem politischen Alltag entschwindet, sie hat weder ihrer Partei noch sonstwem irgendwie genützt, sie ist eine, bei der Jungwähler sich grausend abwenden. Ein Fazit, dass nicht jeder teilen und sicherlich auch nicht veröffentlichen mag.

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Karlowitsch 04.06.2019, 18:42
302. Der Sozialstaat ist praller als je zuvor

Zitat von quark2@mailinator.com
Also selbst in 200 Jahren werden die Schäden am Sozialstaat, welche Schröder in seinen paar Jahren angerichtet hat, nicht wieder rückgängig gemacht werden. D.h. die SPD bleibt massiv im Minus, auch wenn sie irgendwas geleistet haben sollte. Nehmen wir den Mindestlohn. Der war früher gewissermaßen implizit auch da, weil die Arbeitslosenhilfe nicht endete und darunter noch die Sozialhilfe war. Usw. Sorry, ich kann nicht erst das Haus abbrennen und dann Lob dafür erwarten, daß ich eine Dachlatte an den Ersatzschuppen genagelt habe.
Denn das Hartz-Niveau ist gerade bei Bedarfsgemeinschaften relativ höher als früher die Arbeitslosenhilfe und die noch niedrigere Sozialhilfe. Der implizite Mindestlohn ist bei Familien weit höher als der reale. Dafür arbeiten dann nur Migranten. Hinzuverdienen kann man auch, weil jemand meinte, die Fleißigen wären jetzt mit den Faulen auf einer Stufe. Der Unterschied früher war auch nur arbeitsfähig/nicht fähig. Was soll daran fleißig sein, endlos Ahilfe zu beziehen, weil man irgendwann mal gearbeitet hat?
Neue soziale Wohltaten werden auch dauernd erfunden.
Der Einzige, der evtl. schlechter dran ist, ist der Single oder Wieder-Kinderlose mit ehemals sehr gutem Einkommen. Sollte dann aber vorgesorgt haben können.

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Karlowitsch 04.06.2019, 18:52
303. Das Mädchen

Zitat von vera gehlkiel
Fragen Sie mal ein Mädchen aus kleinen Verhältnissen, die dank des Mindestlohns jetzt Erzieherin lernen und hinterher Sozialpädagogik studieren, Krankengymnastin oder auch Psychologin werden kann! Abgehobener als ihr Reinreden von Links war eigentlich nur noch Sahra Wagenknecht in der Gelbweste, kurz bevor sie "Aufstehen" einfach wieder platzen liess. Und es ist genau diese Art, von der lärmend nötigenden hochoffizioesen Verantwortungsbekundung nahtlos ins "Off" des Rückzugs ins "nur zu meinen Bedingungen, für alles andere bin ich mir viel zu schade" ueberzuwechseln, die Andrea Nahles so eben nicht verkörperte. Und deswegen hat sie auch einer Partei mit fünfzehn Prozent Waehlerzustimmung noch eine Bedeutung zu verleihen vermocht, die immerhin dafür gereicht hat, dass die SPD fast seit ewigen Zeiten Treibsatz der Grossen Koalition, und damit des politischen Konsenses im für Europa eminent wichtigen Deutschland gewesen ist. Mal gucken, ob die Linke jetzt mal die Nase rausstreckt, oder sich weiterhin mit Resolutionen zur Palaestinenserfrage die Zeit vertreibt...?!
kann, wie viele andere auch -wenn sie will - das (Fach-)Abi machen und ist hinterher begehrt für die Praxisintegrierte Erzieherausbildung. Das sind 3 Jahre ganz gut bezahlt und hinterher winkt ein Einstiegsgehalt um die 2800.-

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