Forum: Politik
SPD und die Große Koalition: Der Tod ist gar nicht so schlimm
DPA

Die SPD muss die Große Koalition stoppen. Sie bringt der Partei den Tod. Andererseits wäre dann der Weg frei für etwas Neues.

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oida-ouk-eidos 15.01.2018, 19:04
360. Wer hat uns verraten - ...

Zitat Augstein: "Eine wirklich sozialdemokratische Politik wird ja dringend gebraucht. So dringend wie vor buchstäblich mehr als hundert Jahren. Thomas Piketty hat in seinem Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert" gezeigt, dass die kurze Phase der Umverteilung, die der Krieg mit sich brachte, vorüber ist. Der Kapitalismus ist wieder obenauf. Alle reden von den Einkommensunterschieden. Die sind tatsächlich ein Skandal. Aber viel wichtiger sind die Vermögen. Denn die großen Vermögen haben sich wieder selbstständig gemacht. Kapital erzeugt Kapital, und das erzeugt Macht. Die Klassengrenzen, die kurz geöffnet zu sein schienen, sind wieder fest verschlossen. Auf Dauer wird die Demokratie das nicht aushalten. In den USA hat der Prozess schon begonnen: Amerika ist auf dem Weg in den Feudalismus. Wie werden wir mit dieser Herausforderung umgehen?"

Schon vergessen, wer die Arbeitnehmerrechte geschleift hat, wer durchgesetzt hat, dass das Eigenkapital vor Inanspruchnahme von staatlicher Hilfe aufgebraucht werden muss, wer das Rentenniveau absenkte, den Spitzensteuersatz senkte und Großerben von Unternehmen die Steuern erließ? Der Genosse der Bosse mit Zigarre, Kaschmirmantel und dem Motto "Regieren mach Spaß" stellte mal eben die soziale Marktwirtschaft auf rücksichtslosen Kapitalismus um und die Verteilung statt "von oben nach unten" auf "von unten nach oben". Oskar Lafontaine verließ deshalb die SPD und gründete die Linke. Wieso sollte jetzt auf einmal die SPD die soziale Komponente sein? Warum sollen die Wähler ihren Metzger noch einmal wählen?

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oida-ouk-eidos 15.01.2018, 19:04
361. Wer hat uns verraten - ...

Zitat Augstein: "Eine wirklich sozialdemokratische Politik wird ja dringend gebraucht. So dringend wie vor buchstäblich mehr als hundert Jahren. Thomas Piketty hat in seinem Buch "Das Kapital im 21. Jahrhundert" gezeigt, dass die kurze Phase der Umverteilung, die der Krieg mit sich brachte, vorüber ist. Der Kapitalismus ist wieder obenauf. Alle reden von den Einkommensunterschieden. Die sind tatsächlich ein Skandal. Aber viel wichtiger sind die Vermögen. Denn die großen Vermögen haben sich wieder selbstständig gemacht. Kapital erzeugt Kapital, und das erzeugt Macht. Die Klassengrenzen, die kurz geöffnet zu sein schienen, sind wieder fest verschlossen. Auf Dauer wird die Demokratie das nicht aushalten. In den USA hat der Prozess schon begonnen: Amerika ist auf dem Weg in den Feudalismus. Wie werden wir mit dieser Herausforderung umgehen?"

Schon vergessen, wer die Arbeitnehmerrechte geschleift hat, wer durchgesetzt hat, dass das Eigenkapital vor Inanspruchnahme von staatlicher Hilfe aufgebraucht werden muss, wer das Rentenniveau absenkte, den Spitzensteuersatz senkte und Großerben von Unternehmen die Steuern erließ? Der Genosse der Bosse mit Zigarre, Kaschmirmantel und dem Motto "Regieren mach Spaß" stellte mal eben die soziale Marktwirtschaft auf rücksichtslosen Kapitalismus um und die Verteilung statt "von oben nach unten" auf "von unten nach oben". Oskar Lafontaine verließ deshalb die SPD und gründete die Linke. Wieso sollte jetzt auf einmal die SPD die soziale Komponente sein? Warum sollen die Wähler ihren Metzger noch einmal wählen?

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styxx66 15.01.2018, 19:05
362.

Zitat von Loewengrube
Da hat wohl jemand aus der verbalen Latrine der AfD und CSU geschöpft. Bei Begriffen wie "Volksschädling" fühlt man sich doch sogleich in die gute alte Zeit zurückversetzt ... Ich finde es faszinierend, wie sich jeder verbitterte Bürger über den Mangel an sozialen Themen mockiert und sich dann aber selbst ebenso wenig dafür interessiert, sondern einzig die weltoffenere Haltung der momentanen SPD und Linken kritisiert - ein wahres Paradoxon. Natürlich steht Deutschland vor enormen sozialen Problemen, deren Lösung nicht streng genug verfolgt wird. Aber ist es die Schuld der SPD? Wer heimst jeden auch nur bodenständig erkennbaren Sieg in der Sozialpolitik ein? Die CDU/CSU. Wer wehrt sich strikt gegen ein faireres Besteuerungs- und Versicherungssystem, um mehr soziale Reformen realisieren zu können? Die CDU/CSU. Wer kommt als einziger bei den Sondierungsverhandlungen ohne großen Image-Schaden davon? Die CDU/CSU. Das scheint wohl allerdings nicht so interessant wie die Außenpolitik, auf die der Fokus immer wieder gelegt wird. Und Werte wie Humanität und Hilfsbereitschaft scheinen in den heutigen Tagen auch nicht mehr gut anzukommen, wenn man sich als Politiker massenweisem Fremdenhass ausgesetzt sieht. Wer bezahlt denn die Renten der andauernden Rumkrakeler? Der immer kleiner werdende Nachwuchs? Wohl kaum. Es wird Zeit, die Gelegenheit zu nutzen, einer ganzen Bevölkerung in Not zu helfen und gleichzeitig dem demografischen Wandel durch die Intergration und Bildung einer jüngeren Bevölkerungsgruppe entgegenzuwirken.
Wenn Sie nicht die gewünschte mainstreamgestylte einzige Wahrheit zu hören bekommen, ist das schon für sie Grund genug, die Latrine zu bemühen. Fehlt eigentlich nur noch das N-Wort der guten, alten Zeit.

Wenn Sie meinen Beitrag richtig gelesen hätten, wäre es klar, dass ich weder mit der CDU/CSU, noch mit der SPD einverstanden bin. Meiner Meinung nach regieren die sogenannten "Etablierten Parteien" gegen das Volk und kümmern sich nicht genug um dessen Belange. Desweiteren bin ich der Meinung Kriegsflüchtlingen muss geholfen werden. Wo meine Sympathie jedoch aufhört ist bei den Wirtschaftsflüchtlingen, Großclans und Kriminellen, die unkontrolliert bei uns einfallen dürfen. Sie kommen über Drittländer wo sie nicht registriert und nicht erfasst wurden und das bedeutet, die sind illegal hier. Das geht jetzt seit über 2 Jahren so und ein Ende ist nicht in Sicht. Unsere Politiker brechen Gesetze, um diese Nummer gnadenlos durchzuziehen. Darüber rege ich mich fürchterlich auf, wie unschwer zu erkennen ist, denn was da in unserem einst sicheren und schönen Land passiert, hat mit Demokratie nichts mehr zu tun. Das ist nur noch erschütternd.

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Todoistobe 15.01.2018, 19:05
363. Willy guck jetzt nicht einfach nur von oben runter

"Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, daß jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll." Abschiedsrede von Brandt auf dem Kongress der Sozialist Internationale 1992.
Und besinnt Euch auf Eure Ursprünge als demokratische, freiheitliche Sozialisten. Das Wort Sozialismus habe ich nämlich von Euch lange nicht mehr gehört.

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luny 15.01.2018, 19:12
364. Möglich

Zitat von Spiegelkritikus
Hinter den Kulissen wird sowohl hinsichtlich Migration wie auch EU/Euro Elitenpolitik betrieben, federführend ist die neoliberale Kapital- und Globalisierungselite. Erst dadurch wird das Verhalten bzw. die Politik von Merkel und der SPD-Führung verständlich. Wie aber positionieren sich nun die SPD-Delegierten und die Mitglieder? Folgen sie Schulz bei Strafe des Untergangs oder zeigen sie ihm und Merkel im Interesse unserer Bevölkerung und ihrer Partei die rote Karte?
Hallo Spiegelkritikus,

Ihre Theorie halte ich für möglich, denke aber, daß es den beteiligten
Berufspolitikern eher um ihren eigenen Machterhalt und ihre
Pfründe geht.

Die SPD-Delegierten werden sich wie 2013 positionieren. Auch auf
der Ebene geht es um Posten und Pöstchen.

Die SPD-Mitglieder, die der SPD noch die Stange halten, werden
kaum gegen eine weitere große Koalition stimmen, sonst hätten sie
das bereits 2013 gemacht.

2013 ging die SPD völlig ohne Not eine große Koalition ein. Sie hätte
eine Rot-Rot-GRÜNE Regierung stellen können.

2018 ist es so, daß die SPD auf jeden Fall in die Opposition gehen
muß, wenn sie nicht mit der CDU/CSU koaliert.

Die rein rechnerische Option einer SPD/F.D.P./GRÜNEN und LINKEN
Regierung ist unwahrscheinlich.

LUNY

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zoon.politicon 15.01.2018, 19:15
365.

Statt fortwährend über die aktuelle Rolle der SPD zu schreiben (hier: "GroKo bringt der SPD den Tod ) , Ratschläge zu erteilen (hier: "keine GroKo eingehen") , kann man genauso - oder vielleicht besser - Frau Merkel nahe legen, aus nationalem Interesse zurück zu treten: ihre Partei hat am meisten Stimmen verloren und, man kann der Ansicht sein, ausser "weiter so" und "alles richtig gemacht" kommen von ihr praktisch keine neuen Impulse für unser Land.
Sie scheint in einem Macht-Geflecht, u.a. bestehend aus ihrer Partei, Interessengruppen, Lobbyisten, mächtigen Presseorganen ( Springer, Bertelsmann) u.a., regelrecht eingemauert, nach 12 Jahren an der Macht nicht verwunderlich. Für eine soziale Erneuerung und Überwindung der zunehmenden Spaltung unseres Landes fehlt ihr die Kraft. Auch über eine zeitliche Begrenzung der Amtszeit eines Bundeskanzlers/In sollte diskutiert werden.

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ro_schober 15.01.2018, 19:18
366. Jenseits roter Linien ... meterweit

"Stellt dieser Kanzlerschaft die lebenserhaltenden Systeme ab!"
"Die SPD war schon als Bettvorleger in diese Verhandlungen gestartet. Gelandet ist sie als Küchenlappen."
"Merkel kann mit den Sozialdemokraten jetzt die Ecken auswischen."
Dagegen war das In-die-Fresse-geben von Frau Nahles eine zärtliche Liebkosung.
Hassrede tötet jede gute Analyse.

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luny 15.01.2018, 19:19
367. SPD-Fraktionsvorsitzende

Zitat von schmidthomas
Grundsätzlich liegen Sie aus der Sicht des Bürgers richtig. Die SPD wird sich aber, mangels Alternative, wieder in die kleine GroKo retten und hoffen, dass sich der Sturm in 4 Jahren beherrschen lässt oder aber vorüberzieht. Zeit kaufen ist hier die Devise. Einige Phantasten, wie z. B. Frau Nahles, glauben sogar ernsthaft, dass man sich in der Regierung regenerieren könne (DLF heute früh).
Hallo Schmidthomas,

genau, die SPD hat ja bereits nach der großen Koalition von 2013 -
2017 enorm an Stimmen gewonnen.

Wenn sie jetzt noch zehnmal in eine große Koalition mit der CDU/
CSU geht, wird sie nach 40 Jahren ca. 25% der Stimmen einheimsen.

TOLLER Erfolg und ein enormer Stimmengewinn :-)

LUNY

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speedy 15.01.2018, 19:23
368. Danke Herr Augstein!!

Dieser Artikel ist der beste Artikel den ich von ihnen seit mehr als 10 Jahren gelesen habe. Genbau das denken die Kritiker der neoliberalen SPD Spitze, die dieses Land und die Sozialdemokratie in Deutschland und Europa vernichtet haben.Alleine Corbyn in GB und in Portugal haben die Sozis noch eine Zukunft und machen Politik für die Menschen.Die SPD Spitze begreift nicht das eine Mehrheit von Bürgern diese Frau nicht mehr will und jeder der sie unterstützt und wieder an die Macht bringt wird mit in den Sog des freien Falles gerissen.2013 hatte die SPD die Chance eine R2G Regierung zu bilden und nur weil die neoliberalen SPD Spitzen lieber Angriffskriege mit dem Imperium führen wollen haben sie das nicht gemacht.Dies ist definitiv ein Verrat an den Grundwerten der Sozialdemokratie aber Kriegstreiber werden dies nie verstehen weil sie sind die moralischen Gutmenschen die immer recht haben.Sie sind die modernen liberalen die gar nicht merken wie sehr sie eine faschistische Rhetorik annehmen wenn sie über die "Feinde" sprechen.

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Methusalixchen 15.01.2018, 19:29
369. Aus gegebenem Anlaß wie mal "Tucho":

Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem 1. August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas: Vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen.
Kurt Tucholsky
Die Weltbühne, 19.07.1932, Nr. 29, S. 98

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