Forum: Politik
SPD und Linke: Zusammenlegung jetzt!
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Die Zeit ist reif: Eine Fusion der SPD und der Linken würde die progressiven Kräfte des Landes bündeln und ihnen ein klares Profil geben.

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wauz 13.06.2019, 23:25
300. Bewandert in?

Zitat von k70-ingo
Die Art und Weise, in der Sie hier die historischen Tatsachen, etwa die Schicksale vieler Ost-Sozialdemokraten, die umgebracht, eingesperrt -ja, das Lager Buchenwald war 1946 noch weiter in Betrieb- oder nach Sibirien deportiert wurden, klittern, ist zutiefst abstoßend. Ich entstamme einer alten SPD-Dynastie und bin daher in dem Thema ein wenig bewandert.
den alten Propagandamärchen?

Die West-SPD war ein Instrument des britischen Geheimdienstes. Fakt. Und die britische Regierung hat, zusammen vor allem mit den Amerikanern, dafür gesorgt, dass nur genehme Meinungen zum Tragen kamen, Nichtsdestotrotz gab es, durchaus mehrheitlich, in der gesdamten SPD wie in der gesamten KPD vor der Gründung der beiden Staaten eine Mehrheit für eine Vereinigung. Ohne Impuls von Stalin. dass dem das nicht unangenehm war, ist klar.
In der Nachkriegszeit tobte natürlich ein heftiger ideologischer Kampf, in dem natürlich die Impulse von Außen verheimlicht werden mussten. Im osten wurde das nicht verheimlicht. Die sowjetische Militäradministration hat da ziemlich Klartext geredet. Im westen musste ein anderer Anschein aufrechterhalten werden. Aber es ist klar, dass die Spaltung Deutschlands von den Westmächten gewollt war und dazu musste auch die Spaltung der historischen Arbeiterbewegung aufrecht erhalten werden.
Und den SPD-mitgliedern musste man das entsprechend in Zucker gehüllt verabreichen.
Tatsächlich hat die West-SPD sich einwickeln lassen und das Ziel des Sozialismus aufgegeben. Auch wenn er noch irgendwo im Programm herumgeisterte. Die praktische Politik lief dann in den 60ern auf das "Modell Sozialpartnschaft" hinaus, das letztendlich noch heute zum Glaubensgerüst der SPD gehört.
Die Lüge von der Sozialpartnerschaft wurde als erstes von Reagan und Thatcher über Bord geworfen. Nur: die Sozialdemokraten haben das nie bemerkt.
Die Haben sich mit solchen Sätzen wie "Lohnnebenkosten zu hoch" verkohlen lassen. Und nicht gemerkt, dass Sozialabgaben AUCH Lohn sind, wenn auch nicht für das Individuum, sondern für das Kollektiv.
Es ist klar, dass die alten Märchen weiter erzählt werden müssen, denn wenn das nicht passierte, würde jeder merken, wie sehr die SPD die Arbeiterschaft in die Irre geführt hat.
Die SPD hat den Menschen erzählt, dass es keinen Klassenkampf mehr gäbe.
Aber wir sehen jeden Tag Klassenkampf: Von Banken, Industrie und Politikern. Auch SPDler, wie Schröder. Der war der general im Klassenkampf, treu zur Sache des Großen Geldes!

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m-zmann 14.06.2019, 08:59
301. 1946: Zwangsvereinigung für die Basis, Wunscherfüllung für die Spitze

Zitat von k70-ingo
Die Art und Weise, in der Sie hier die historischen Tatsachen, etwa die Schicksale vieler Ost-Sozialdemokraten, die umgebracht, eingesperrt -ja, das Lager Buchenwald war 1946 noch weiter in Betrieb- oder nach Sibirien deportiert wurden, klittern, ist zutiefst abstoßend. Ich entstamme einer alten SPD-Dynastie und bin daher in dem Thema ein wenig bewandert.
1945/46 waren viele SPD-Mitglieder an der Basis gegen eine Zusammenarbeit mit den Kommunisten. Diese standhaften Sozialdemokrat*innen wurden für ihr Festhalten an Idealen wie Freiheit und Demokratie in der SBZ drangsaliert, verfolgt und oft in Speziallagern eingesperrt, wo viele ihr Leben verloren; oder sie flohen in den Westen (wie Dahrendorf). Die SPD-Flüchtlingsbetreuungsstelle unter Rudi Dux hat von Anfang an versucht, diese Schicksale vor dem Vergessen zu bewahren.

Daß für die Parteiführung der SPD in der SBZ eine Zusammenarbeit mit den "rotlackierten Nazis" (Kurt Schumacher) nur unter Zwang möglich war, halte ich jedoch für eine Legende. Grothewohl, Gniffke, Buchwitz, Zeigner, Fechner und so viele andere Spitzenfunktionär*innen drängten doch ihrerseits mit aller Macht auf diese Zusammenarbeit, auch gegen die Basis.

Von daher muß sich Herr Kuzmany durchaus gefallen lassen, daß Parallelen zu 1946 gezogen und gefunden werden. Wieder sind es vor allem jene machtbesessenen Teile der Parteiführung, die eine Zusammenarbeit wollen. Oftmals gegen die Basis und unter Anbiederung an die Kommunisten (Kühnerts Enteignungsdebatte, Barleys "Wahlrechtsreform", Maas Netz-DG mit Einschränkung der Meinungsfreiheit, Steinmeiers Werben für linksextremistische Bands u.s.w).

Ich hoffe, daß die SPD aus ihren Fehlern von 1945/46 lernt und die Basis fragt, bevor die Spitze dort auch noch den letzten Rückhalt verspielt.

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Bergbauernbua 14.06.2019, 11:12
302. Die Letzte Chance für die SPD

Die SPD war immer eine “staatstragende Partei” und genau das war und ist auch heute der Spagat,
den sie prägt. Noch heute wird darüber gestritten, ob SPD und KPD (von Moskau gesteuert) Hitler hätten
verhindern können. Aber das ist Geschichte und Parteien werden heute nicht danach gewählt, wie sie sich in der
Vergangenheit verhielten und unter wirtschaftlichen Aspekten hätte die SPD seit Hartz IV den Kanzler stellen müssen.

Zur Gegenwart, die Programme der Linkspartei und der Jungsozialisten sind deckungsgleich vom Inhalt her.
Der linke Flügel der SPD um Stegner und andere “Genossen” ist der Partei “Die Linke” näher wie dem “Seeheimer Kreis”.
Zudem wurde die SPD durch den Kurs der Merkel CDU immer mehr pulverisiert bis auf nunmehr 12% in manchen
Umfragen. Insoweit hilft es nicht polemisch vom Saar-Napoleon zu sprechen.

Die Linke ist natürlich schon rein biologisch nicht mehr die SED-Nachfolgepartei sondern koaliert in den neuen Bundesländern
mit der SPD. Und die WASG eine Abspaltung ehemaliger SPD Funktionäre hatte ja schon mit der WASG fusioniert.
Und gerade der Erfolg der dänischen Sozialdemokraten aufgrund einer strikten Ausländerpolitik zeigt ja, wie richtig der
Kurs von Sahra Wagenknecht innerhalb der Linken ist.

Was hat die SPD zu verlieren? Nichts, gerade nach den teilweise gefeierten Vorschlägen des Kevin Kühnert müssen die Partei
die Linke wie auch die SPD die Gretchenfrage stellen: Sollen sich nicht zwei Parteien, die den Sozialismus auf ihre Fahnen geschrieben haben nicht wieder vereinen?

Warum sollten “MSDP” (SPD) und USPD (später KPD) nach über 100 Jahren nicht wieder “heiraten”?
Wie will man denn überhaupt die marktkapitalistischen Wucherungen der sozialen Markwirtschaft bekämpfen
(Wohnungsnot/Altersarmut/Kinderarmut/Schere zwischen arm und reich/Auszehrung des Mittelstandes)?

Welche Alternative hat denn die SPD überhaupt noch? Aber vielleicht will sie ja tatsächlich “staatstragend” dahin siechen?

Mit freundlichen Grüßen

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wauz 14.06.2019, 12:43
303. Propaganda, klappe,die Zweite..

Zitat von m-zmann
(...) Daß für die Parteiführung der SPD in der SBZ eine Zusammenarbeit mit den "rotlackierten Nazis" (Kurt Schumacher) nur unter Zwang möglich war, halte ich jedoch für eine Legende. Grothewohl, Gniffke, Buchwitz, Zeigner, Fechner und so viele andere Spitzenfunktionär*innen drängten doch ihrerseits mit aller Macht auf diese Zusammenarbeit, auch gegen die Basis. (...)
Es war eben dieser Kurt Schumacher der Hauptagent der Briten. Er genoss volle Reisefreiheit in den Westzonen, während andere keine Passierscheine erhielten. und wie schon erwähnt, er war nur pro forma im Widerstand.man hat in in eine "tote Zelle" gesteckt, also in glauben lassen,er wäre dabei, aber tatsächlich hat er nichts Wesentliches erfahren und auch keine wirklichen Aufgaben übernommen.
Kurt Schumacher alsoals Zeugen zu benennen,ist lächerlich. Natürlich gab es in beiden Parteien Leute, die gegen eine Vereinigung waren. Die allgemeineTenden inganz deutschland war aber für die vereinigung. ImOsten hat das die Sowjetische Militäradministration gefördert,in den Westzonen haben die Militärregierungen es verhindert.
Dass die Stimmung damals sehr auf Sozialismus ausgerichtet war,kann man auch am"Ahlener Programm" der neu gegründeten CDU sehen. Das später geschaffene Grundgesetz ist ausdrücklich so konzipiert,dass es auch für eine sozialistische Wirtschaftsordnung taugt. Und in der Bayerischen Verfassung finden sich einige Schmankerln,mit denen man die CSU auch heute noch zittern lassen kann.
Alle wollen den Sozialismus tot reden. Aber die Idee lebt, auch wenn die einstigen Arbeiterparteien inzwischen von speichelleckenden Spießern beherrscht werden,die schwanzwedelnd über die Stöckchen des Großen Geldes springen...

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rennflosse 14.06.2019, 13:17
304. Die Briten wieder

Zitat von wauz
Es war eben dieser Kurt Schumacher der Hauptagent der Briten. Er genoss volle Reisefreiheit in den Westzonen, während andere keine Passierscheine erhielten. und wie schon erwähnt, er war nur pro forma im Widerstand.man hat in in eine "tote Zelle" gesteckt, also in glauben lassen,er wäre dabei, aber tatsächlich hat er nichts Wesentliches erfahren und auch keine wirklichen Aufgaben übernommen. Kurt Schumacher alsoals Zeugen zu benennen,ist lächerlich. Natürlich gab es in beiden Parteien Leute, die gegen eine Vereinigung waren. Die allgemeineTenden inganz deutschland war aber für die vereinigung. ImOsten hat das die Sowjetische Militäradministration gefördert,in den Westzonen haben die Militärregierungen es verhindert. Dass die Stimmung damals sehr auf Sozialismus ausgerichtet war,kann man auch am"Ahlener Programm" der neu gegründeten CDU sehen. Das später geschaffene Grundgesetz ist ausdrücklich so konzipiert,dass es auch für eine sozialistische Wirtschaftsordnung taugt. Und in der Bayerischen Verfassung finden sich einige Schmankerln,mit denen man die CSU auch heute noch zittern lassen kann. Alle wollen den Sozialismus tot reden. Aber die Idee lebt, auch wenn die einstigen Arbeiterparteien inzwischen von speichelleckenden Spießern beherrscht werden,die schwanzwedelnd über die Stöckchen des Großen Geldes springen...
Ist wieder Märchenstunde?
In seinen europäischen Musterländern, DDR (die roten Preußen) und im Mutterland UdSSR war der Sozialismus ja auch soo erfolgreich! Bis die Menschen ihn nach 40 Jahren satt haben (warum nur?).
Vielleicht sind da auch wieder die Briten dran schuld? Vielleicht Gorbi und diverse deutsche Pfarrer britische Agenten? Erleuchten Sie uns.

Zum Thema: Um aus der SPD eine Partei zu machen, die für sozialistische oder wenigstens für sozialdemokratische Politik steht, muss sie erst einmal den Seeheimer Kreis loswerden.

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m-zmann 14.06.2019, 13:47
305.

Zitat von wauz
Alle wollen den Sozialismus tot reden. Aber die Idee lebt, auch wenn die einstigen Arbeiterparteien inzwischen von speichelleckenden Spießern beherrscht werden,die schwanzwedelnd über die Stöckchen des Großen Geldes springen...
Nicht nur die Idee des Sozialismus lebt. Die Vorstellungen (regional angepassten) von Marx und Engels, die in der SU unter Lenin und Stalin, in Kambodscha unter Pol Pot und in China unter Mao gelebt wurden, sind noch heute beispielsweise in Venezuela, Moldawien und Eritrea für die dort lebenden Menschen schreckliche, ja tödliche Realität.

Gerade die SPD hatte schon in der Zeit der Weimarer Republik mehrheitlich beschlossen, daß sie sich mit dieser menschenverachtenden Ideologie und Praxis nicht gemein machen wollte. Sie stand mit Ebert, Scheidemann und Noske staatstragend auf der Seite von Freiheit und Demokratie, auch gegen irrlichternde Genossen (z. B. Zeigner in Sachsen).

Um so bedauerlicher ist es, daß offenbar führende Genoss*innen der heutigen SPD geschichtsvergessen jene Distanz zu den Kommunisten vermissen lassen, die unserem Land immerhin 14 Jahre Demokratie und Freiheit gegeben hatte.

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wauz 14.06.2019, 14:55
306. Lesen Sie erst einmal

Zitat von m-zmann
Nicht nur die Idee des Sozialismus lebt. Die Vorstellungen (regional angepassten) von Marx und Engels, die in der SU unter Lenin und Stalin, in Kambodscha unter Pol Pot und in China unter Mao gelebt wurden, sind noch heute beispielsweise in Venezuela, Moldawien und Eritrea für die dort lebenden Menschen schreckliche, ja tödliche Realität. Gerade die SPD hatte schon in der Zeit der Weimarer Republik mehrheitlich beschlossen, daß sie sich mit dieser menschenverachtenden Ideologie und Praxis nicht gemein machen wollte. Sie stand mit Ebert, Scheidemann und Noske staatstragend auf der Seite von Freiheit und Demokratie, auch gegen irrlichternde Genossen (z. B. Zeigner in Sachsen). Um so bedauerlicher ist es, daß offenbar führende Genoss*innen der heutigen SPD geschichtsvergessen jene Distanz zu den Kommunisten vermissen lassen, die unserem Land immerhin 14 Jahre Demokratie und Freiheit gegeben hatte.
Marx, Engels und Lenin, bevor sie sich ein Urteil erlauben!

By the way:wie viele Demokratien sind bislang gescheitert, seit deren Anfänge in der Antike?
Man kann übrigens auch aus den Analysen von Marx erschließen,warum es bislang so schwer war, eine sozialistische Demokratie zu errichten.
Bloß:das erfordert ein Mindestmaß an politischer bildung, das Sie erwiesenermaßen nicht haben. das zeigt ihre platte "Argumentation"!

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wauz 14.06.2019, 15:11
307. Zwei Dinge

Zitat von rennflosse
Ist wieder Märchenstunde? In seinen europäischen Musterländern, DDR (die roten Preußen) und im Mutterland UdSSR war der Sozialismus ja auch soo erfolgreich! Bis die Menschen ihn nach 40 Jahren satt haben (warum nur?). Vielleicht sind da auch wieder die Briten dran schuld? Vielleicht Gorbi und diverse deutsche Pfarrer britische Agenten? Erleuchten Sie uns. Zum Thema: Um aus der SPD eine Partei zu machen, die für sozialistische oder wenigstens für sozialdemokratische Politik steht, muss sie erst einmal den Seeheimer Kreis loswerden.
Die Verbindung zwischen West-SPD und britischem Geheimdienst ist bekannt, wenn auch noch nicht komplett offengelegt. Klar, dass die Apologeten Godesbergs das abstreiten.
Außerdem: Die Probleme der SPD auf den Seeheimer Kreis reduzieren zu wollen, ist absurd. Die ganze Partei hat ein Problem, IST das Problem! Genau, wie bei den Linken, sind die diversen Ebenen des Apparats gewählt. Egal, wie demokratisch einwandfrei oder nicht: die Basis duldet diese Zustände. Ich kenn bei mir vor Ort sowohl Vorstände als auch Basis von SPD und Linken und weiß daher, dass es kein Zufall ist, dass die entsprechenden Kreis-/Unterbezirksvorstände, schlicht und volkstümlich gesagt, politische Trottel sind. Jeder versuch zu einer substantiellen Diskussion scheitert am Unwillen und der Ignoranz dieser Leute. DARIN liegt das Problem. Die haben alle nur "gewählt werden" im Kopf, aber keinerlei politische Ideen! Wie soll z.B. eine erfolgreiche Kommunalpolitik in Gang kommen, wenn da keiner eine Idee hat, was zu ändern wäre?

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