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SPD-Verfahren zur Nahles-Nachfolge: Genossen suchen die Super-Sozis
Wolfgang Kumm/ DPA

Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht: Die SPD wählt bei der Nachfolge von Andrea Nahles ein Marathon-Verfahren - und will so wieder zu sich selbst finden. Ob das funktioniert?

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shardan 24.06.2019, 19:56
1. Es könnte der Eindruck entstehen...

"Es könnte der Eindruck entstehen, die SPD sei nur mit sich selbst beschäftigt". Nee, echt jetzt? "Klar ist das kein Allheilmittel gegen schlechte Umfragewerte" - welch Erkenntnis! Das Desaster fängt schon bei "die Zweite muss eine Frau sein" an. Im Klartext heißt das: Ganz oldschool ein Mann/Frau-Team. Unabhänig von jeglicher (!) Qualifikation über das Geschlecht hinaus. Warum nicht zwei Frauen oder zwei Männer? Nicht nur die SPD, wir alle brauchen qualifiziertere Menschen an der Spitze unseres Staates. Oder sind die Parteibüros der SPD in Land und Bund schon so ausgelutscht, dass es ohnehin keine qualifizierten Kandidaten mehr gibt? Oder vielleicht wollen die sich nicht gern zur Wahl stellen - der Verschleiß an Vorsitzenden bei der SPD ist durchaus bedenklich. Und last but not least: Aufmüpfige oder Leute, bei denen die Gefahr besteht, dass ernsthafte Reformen anstatt Heißdampf-Blabla kommen könnte, wird der Seeheimer Kreis und einige Altbackene aus dem Hintergrund (Schröder etc) schon zu verhindern wissen. In gewissem Sinn ist die SPD dem britischen Unterhaus durchaus ähnlich. Dauerstreit, nie eine brauchbare Einigung, festgefahren im Gestern, denn gestern war alles so toll... Ohne tiefgreifende Reform (Seeheimer Kreis und "alte weiße Männer" der SPD kaltstellen und mal gründlich lüften...) wird sich an dem Abwärtstrend der SPD nichts ändern. Daran wird auch eine noch so toll "genderbalancierte" Parteispitze genau nichts ändern. Einziger Trost - Die CxU hat genau das gleiche Altlastenproblem. Daran ändert ein Berufsjugendlicher als CDU-Abgeordneter auch nix.

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Ludwigsburger 24.06.2019, 19:56
2. Diese Partei kapiert es nicht ....

..... es interessiert den Bürger nur ganz am Rande, wer wie wieso Vorsitzende(r) oder was auch immer wird. Die relevanten Nachrichten wären, was die Partei für den Bürger wie erreichen will. Und zwar ganz konkret, ohne Politiker-BlaBla! Nein, ich bashe die SPD nicht - ich bin tiefbetrübt. Und Mitleid ist ein in diesem Fall viel mieseres Gefühl, als auf diesen Verlierern rumzutrampeln!

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heissSPOrN 24.06.2019, 19:59
3. Der heisse Stuhl...

Wer schon die Führung einer Partei derart bürokratisch regelt disqualifiziert sich damit automatisch für das Anpacken dringend nötiger Regierungsaufgaben in einer Zeit der beinahe täglich wechselnden Herausforderungen.

Irgendwie hat das was von der Reise nach Jerusalem: Wenn die Musik im Dezember dann aufhört, sollte man nicht ohne Sitzplatz dastehen und somit auf dem heissen Stuhl des SDP-Vorsitzenden Platz nehmen muss. Da will sich wohl keiner die Karriere kaputt machen, weswegen man schon eine Doppelspitze braucht, damit man nicht ganz alleine verantwortlich für das Unvermeidliche - den weiter sinkenden Wählerzuspruch für eine völlig ideenlose Partei - gemacht werden kann. Und sich dann zerknirscht auf ein Gestüt zurückziehen muss...

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briefzentrum 24.06.2019, 20:02
4. Organisierte Ratlosigkeit - ein Schrecken ohne Ende

Dieses Endlosverfahren kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die SPD keinen Plan mehr hat, wie es mit ihr weitergehen soll. Das Verfahren dient lediglich dazu, den Status Quo der Amtsträger, allen voran in der GroKo über die Runden zu bringen. Sinnvoll, im Sinne einer zügigen Grundsatzentscheidung ist das nicht. Die Landtagswahlen im Osten kann diese Hängepartie auch nicht befördern. Der einzige Lichtblick scheint die Einsicht zu sein, dass die bisherige Funktionselite der Sozis abgewirtschaftet hat und fortan die Partei nicht mehr anleiten kann. Nur: mit diesem klassisch sozialdemokratischen Bürokratismus bei der Nachfolgeregelung wird sich kein neuer Charismatiker finden lassen. Diese Freiheit entsteht erst, wenn die Partei die Koalition verlassen hat. Indes: Man muss die aktuelle Führung wohl zum Jagen tragen. Wenn die Doppelführung ein Argument für mehr Kompetenz in der Spitze sein soll, dann sollten die, angesichts der bisherigen Qualität der Funktionäre, lieber ein Sixpack als Parteiführung wählen.

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josho 24.06.2019, 20:05
5. Dann wird der 1.September ja...

...ein spannender Tag. Da dürfen die dann feststehenden Kandidaten ab 18 Uhr neben ihrer Konkurrenz auch gleich die beiden SPD Mega - Pleiten in den Wahlen in Brandenburg und Sachsen zur Kenntnis nehmen. Wird nicht beflügelnd wirken auf sie......

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Freidenker10 24.06.2019, 20:08
6.

Halte den Absturz der SPD zwar für verdient, aber so langsam setzt auch Mitleid ein. Ohne eine soziale Partei ( wenn sie sich denn auch wieder mit den kleinen Leuten solidarisiert ) gehts auch nicht! Die Marktradikalen von Union und FDP interessiert die untere Hälfte der Bevölkerung nicht die Bohne und die Grünen im Grunde auch nicht weils eben die eigenen Wähler nicht betrifft. Die SPD sollte einfach eine Abkehr von ihrem neoliberalen Einheithsbrei Kurs vollziehen und sich endlich wieder auf die Abgehängten konzentrieren, davon gibts doch locker 50% der Wähler man muss sie nur ansprechen! Aber dieser Tanz auf allen Partys muss enden, sonst endet die SPD! Hoffe die finden noch einen oder eben zwei echte Sozis die nicht nur an Pöstchen interessiert sind sondern wirklich und aufrichtig an den Nöten der Menschen! Glück auf Genossen!!

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rosenrot367 24.06.2019, 20:08
7. Super!

Tolles Foto - freut mich riesig, dass die drei so gut drauf sind! Da hat wohl TSG einen hessischen Witz von sich gegeben - man kann nur hoffen, dass die drei auch noch im Dezember so lustig sind!

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BassErstaunt 24.06.2019, 20:10
8. Bauchnabel...

Und wieder tut die SPD das, was sie schon immer am besten konnte: Sie beschäftigt sich intensiv mit dem eigenen Bauchnabel. Ich bin sicher, der Wähler wird das goutieren. In Bremen üben sie schon, da will im Moment keine Frau kandidieren. Ich bin gespannt, ob dann eine zwangsverpflichtet wird. Während die SPD also ihre Verfahren für Vorsitzende und Wahlen immer weiter verkompliziert, bleiben echte Themen unbearbeitet. Erinnert mich an Major Tom... völlig losgelöst...

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Hörbört 24.06.2019, 20:16
9. Die Angsthasen-Partei

Mutig, ist das nicht. Weder bekennen sie sich coram publico zum "Seeheimer Kapitalismus", den sie im Vorstand stets mit Mehrheitsmeinung durchdrücken, noch wollen sie zurück zur Sozialdemokratie, die sich für abhängig Beschäftigte und hoffentlich nur zeitweilig Arbeitslose einsetzt.

Welche Wählerin, welcher Wähler, der nicht völlig meschugge ist, wählt diesen feigen Haufen? Yep, niemand. Die SPD hat noch mehr fertig, als es die momentanen Umfragen aussagen.

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