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SPD vor Koalitionsverhandlungen: Das Gabriel-Problem
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Die SPD brütet über ihrer Strategie für die Verhandlungen mit der Union. Unter den Genossen regt sich Widerstand gegen Sigmar Gabriel. Lässt Parteichef Martin Schulz den beliebten Außenminister fallen?

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ptb29 25.01.2018, 17:45
1. Kanzlerin Angela Merkel schätzt ihn als verlässlichen Partner

Die SPD hat die Wahl, weiter so oder Veränderung. Gabriels ursprüngliche wohlwollende Meinung zu Waffenlieferungen in die Türkei, spricht auch nicht für ihn. Gabriel hat sich einen Ministerposten gesucht, auf dem er wenig Stress hat, auf dem die Beliebheitsgrade aller seiner Vorgänger gestiegen sind. Die SPD hat er sitzen lassen bzw. stört mit Wortmeldungen, die auch von der CDU sein könnten. Er will Außenminster bleiben, vielleicht will Schulz das auch.

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gammoncrack 25.01.2018, 17:45
2. Gut möglich, dass

der Rückzug von Sigmar Gabriel der SPD geschadet hat. Aber sicherlich erheblich weniger als die Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten und Parteivorsitzenden.

Problematisch wurde es erst recht, als Steinmeier Bundespräsident wurde und Gabriel Außenminister. Denn dort machte er plötzlich einen in der Außendarstellung guten Job. Das hat Schulz noch einmal erhebliche Stimmen gekostet, nicht innerhalb der Partei aber bei den Wählern. Bei denen hat sich nämlich danach die Meinung manifestiert, dass Gabriel auf jeden Fall der bessere Kanzlerkandidat wäre.

Die SPD täte gut daran, sollte es zu Neuwahlen kommen, Gabriel zu nominieren. Dann wären die inzwischen 17% Geschichte.

Aber, so wie ich das sehe, wird das nicht passieren. Grund ist, dass sich die SPD intern fragen muss, warum man Martin Schulz den Job mit 100% Zustimmung überhaupt zugetraut hat.

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marialeidenberg 25.01.2018, 17:46
3. Unter den Blinden ist der Einäugige König.

Das Beliebtheits-Ranking sagt über die Qualität der Performance nicht allzu viel aus. Es ist eher der Amtsbonus des BP und AM, der den Beiden prominente Plätze beschert, aber auch die Demontage des 100%-Mannes durch dessen Vorgänger im Wahlkampf. Auf diese Weise hat sich Gabriel vom Loser-Odeur befreit und mit Rettungsringen versehen während er pro forma noch im leckgeschlagenen SPD-Boot sitzt.

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rosenrot367 25.01.2018, 17:56
4. Na ja.....

"Schulz macht seinen Vorgänger für viele seiner aktuellen Probleme verantwortlich" - ja, ist doch klar....Herr Gabriel positioniert sich bereits für die Nachschulz-Ära. Z. Zt. ist Siggi ist viel beliebter als Martin - und ein Strippenzieher erster Klasse! Herr Schulz sollte die Schuld bei sich suchen - und nicht vergessen: ohne Gabriel wäre er gar nichts! Warum hat er damals die Kandidatur angenommen, als Gabriel einen Genossen suchte, der gegen Merkel verliert??? Herr Schulz hätte doch einfach nein sagen können - hat es aber nicht getan, weil er einen Job brauchte.. Jetzt gegen den beliebten Außenminister zu "kämpfen", spricht nicht gerade für den SPD-Chef...

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Postskriptum 25.01.2018, 17:57
5. Gabriel

Fan bin ich wahrlich nicht. Aber die SPD hat nun mal niemanden der wenigstens den Anschein von politischer Leidenschaft hat. Klar als Opportunist ist er unvergleichlich. Aber der graue Schulz oder Frau Nahles haben eben dem nichts entgegenzusetzen. Also was bleibt ist Gabriel. Die SPD kann mit einem Verzicht noch mehr verlieren!

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undercover.agent 25.01.2018, 18:02
6. Es wäre zum Piepsen, wenn Gabriel ...

... Außenminister bliebe und Schulz von seinen Sozis nicht ins Kabinett 4 der Ewigkanzlerin entsandt würde, weil Letzterer bekanntlich ein erhebliches Glaubwürdigkeitsproblem mit sich herumschleppt. Gabriel wäre dann der trickreiche Coup gelungen, Schulz im letzten Wahlkampf sich abrackern zu lassen, sich selbst dagegen zu schonen. Da die Sozis offenbar gewillt sind, in die nächste GroKo mit Merkel einzusteigen, um Dienstwagen und Ministerposten für sich zu sichern, werden sie nach den nächsten Bundestagswahlen nur noch knapp vor oder (wahrscheinlicher) hinter der AfD landen.

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jh2015 25.01.2018, 18:07
7. Zweifel an der Substanz des Artikels sind angebracht

" Man rechnet nicht damit , dass Gabriel der neuen Regierung angehoert". " Gabriels Zukunft in Schulz Haenden". Da fragt " man" sich doch glatt , wer hier warum wem seine persoenliche Einschaetzung vermittelt. Dass es in der Fraktion ( und der Partei) auch Gegner von Gabriel gibt ist erst einmal nichts Neues , entscheidend wird sein , was die Mehrheit denkt. Dass seine " Zukunft in Schulz Haenden liegt" halte ich darueber hinaus fuer eine voellige Fehleinschaetzung der aktuellen Position von Schulz. Diese Entscheidung treffen daher mit Sicherheit andere .

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Alle_Rechte_vorbehalten 25.01.2018, 18:18
8. Gabriels Plan.

Nun ja, es war von Anfang an Gabriels Plan, Schulz ins Feuer zu schicken. Bisher hat der Plan gut funktioniert auch wenn er von Schulz zunächst recht klug damit gekontert worden war, dass der sich zunächst gegen jede Koalition mit der CDU ausgesprochen hatte. Jetzt aber ist er natürlich wieder voll auf Gabriels Linie. Die einzige Möglichkeit dem die Ernte zu verhageln, ist in rauszuschmeißen aus der nächsten Regierung.

Im Übrigen verstehe ich diesen Satz bzgl. Beliebtheit nicht: "Lässt Parteichef Martin Schulz den beliebten Außenminister fallen?"

Der Berufschullehrer ohne Erfahrung hat nicht nur keine Ahnung von Außenpolitik, wie schon nicht von Wirtschaftspolitik, er ist auch keinesfalls beliebt. Also lieber Herr Schulz, wenn sie ein ganz klein wenig Anstand und Ehre bei all dem noch für sich beanspruchen möchten, werfen sie den mal zuerst raus aus der nächsten Regiwerung!

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luny 25.01.2018, 18:19
9. Innerparteilicher Machtkampf

Hallo Herr Teevs,

Sie schreiben:

"Und Schulz, dem Gabriel vor einem Jahr Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur übertrug, scheint wenig Interesse zu haben, Gabriel ins nächste Kabinett zu holen."

Das setzt voraus, daß es ein Kabinett mit SPD-Beteiligung geben
wird = große Koalition. Ausgemacht ist das (noch) nicht.

Zwischen dem ehemaligen SPD-Vorsitzenden und dem jetzigen
scheint ein politischer Machtkampf zu toben.

Klar, der jetzige SPD-Vorsitzende brauchte Anfang 2017 dringend
"einen Job", weil sein Mandat in der EU auslief.

Daß der geschäftsführende Außenminister völlig selbstlos auf den
SPD-Vorsitz und die Kanzlerkandidatur verzichtete, halt ich für un-
möglich.

Er bekam höchstwahrscheinlich fast einen Herzinfarkt, als der
SPD-Vorsitzende am 24.09.17 verkündete, in die Opposition gehen
zu wollen.

Deshalb trommelte er auch für die große Koalition, weil dadurch
immerhin die Chance besteht, daß er seinen Posten behält.

Diese politischen Ränkespiele bringen dem Bürger leider gar nichts.
Er schaut zu und ist frustriert.

LUNY

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