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SPD vs. Friedrich-Ebert-Stiftung: Schlammschlacht unter Genossen

Sigmar Gabriel setzt mal wieder auf Angriff - diesmal gegen die eigenen Leute: Der SPD-Chef fordert eine Neuausrichtung der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung und will Mitsprache in der Personalpolitik. Doch die FES bleibt stur.

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Oskar ist der Beste 02.11.2010, 07:29
1. Steinbrueck als Vorsitzender, laecherlich

also, grundsaetzlich ist es ja schoen, wenn eine Organisation wie die FES offen ist fuer Veraenderungen. Aber was Gabriel da sowohl inhaltlich und auch personell vorschwebt, ist ein schlechter Scherz und wuerde die FES von einer biederen Vereinigung in einen neoliberalen Thinktank ala Bertelsmann verwandeln und das Kraftzentrum fuer die 18% Partei sein.
Der Neoliberalismus in der SPD ist immer noch nicht am Ende.

Daher ist dieser Verein immer noch unwaehlbar, leider!

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michel.deutsch 02.11.2010, 08:14
2. ???

warum muß ich mit Steuergeldern eine Stiftung der SPD finanzieren??!!

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docsoc 02.11.2010, 08:15
3. Die FES - in den "alten Zeiten" stehen geblieben

Man kann zu Gabriel ja stehen, wie man will, aber in Frage der Reformen der FES hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.
Die FES erschien mir vor 15 Jahren schon als erstarrte Organisation. Ich war damals selbst jahrelang Stipendiat, habe jaehrlich Seminare besucht und sogar ein Praktkikum in einer Auslands-Dependance gemacht. Mir kam die Stiftung schon damals stets "linker" vor als die "Mutterpartei" und hermetischer in ihren Positionen.

Organisationssoziologisch ist es schon lange bekannt, dass Organisationen wie die FES, die einen wesentlichen Teil ihres Taetigkeitschwerpunktes im Ausland haben, zu einer Art "Eigenleben" neigen. Man kann das ja auch im Falle der Goethe-Institute beobachten. In der FES bildeten sich schon immer eigene "Seilschaften", die zum Teil noch aus den 70er und 80er stammen, in denen aber durchaus auch prominente Politiker aus einflussreichen SPD-Gremien vertreten waren. Politische Stiftungen schienen lange Zeit immer auch eine Art "Altenteil" fuer verdiente Realpolitiker zu sein. Das war auch in den anderen politischen Stftungen nicht anders.

Demokratietheoretisch brisant ist, dass diese Postenschieberei zwischen SPD und FES, aber auch innerhalb der FES nicht nur unter mangelnder Transparenz leidet, sondern auch nicht ausreichend innerparteilich legitimiert ist.

Dass so manche FES-Auslandsdependancen entwicklungspolitisch noch dem Weltbild der 80er Jahre anhaegen, wundert angesichts der hohen Durchschnittsalters nicht im geringsten. Die Damen und Herren haben entscheidende Paradigmenwechsel der Entwicklungspolitik und der Politikwissenschaft einfach nicht mitgemacht. Warum auch? Wettbewerb der Ideen? Stetige Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner? Fehlanzeige.

Stattdessen propagieren diese Leute eine Kontinuitaet ehemals "klassischer" Entwicklungshilfe-Projekte gegenueber der "Dritten Welt", die es als solches geschlossenes Paradigma schon seit zwanzig Jahren nicht mehr gibt. Das legitimiert schliesslich die eigene berufliche Existenz im Ausland.
Publiziert man solche Thesen allerdings, fuehrt dies nicht nur dazu, dass man sich in solchen Gremien nicht nur alle Chancen verbaut, sondern die eigenen anders gelagerten Thesen nicht mal als Fussnote in den einschlaegigen Zitierkartellen der "Alt-Wissenschaftler" erscheinen.
Man wird einfach ignoriert. Und bleibt weltanschaulich strikt unter sich. Ein Generationaustausch bei der FES hat bis heute nie stattgefunden.

Selbst wenn es jetzt einer Strukturreformkommission gelingen sollte, die FES aus ihrem ideologischen und personellen Dornroeschenschlaf zu befreien, so waren die letzten 20 Jahre fuer die FES verlorene Jahre. Fuer die, die in diesen 20 Jahren oder laenger nie den Arbeitgeber gewechselt haben, waren es zweifellos schoene Jahre.

Bleibt zu hoffen, dass die "fetten Jahre" nun ein fuer alle mal vorbei sind. Politische Stiftungsarbeit ist viel zu wichtig, um sie thematisch verkrusten und ideologisch erstarren zu lassen. Gebriel hat hoffentlich die Lawine ins Rollen gebracht, die ueberfallig ist.

Auf das Rufe der Empoerung, die hier folgen werden, kann man jetzt schon wetten.

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flower power 02.11.2010, 08:21
4. Filz, Filz, Filz

Zitat von sysop
Sigmar Gabriel setzt mal wieder auf Angriff - diesmal gegen die eigenen Leute: Der SPD-Chef fordert eine Neuausrichtung der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung und will Mitsprache in der Personalpolitik. Doch die FES bleibt stur.
Wo man hinschaut in diesem Lande. Selbst die FES kann es nicht lassen alte Versager hochzujubeln. Macht doch denganzen Laden dicht, wozu braucht man den überhaupt. Überall wird Geld verplempert, jeder regt sich auf, und jeder hat so unzählig viele Fleischtöpfe für abgeschossene Versager.
Der Steibrück sollte eher zum Geologen gehen um sich seine politische Himmelsrichtung erklären lassen. Die Fuchs verwaltet nur alte staubige Bücher und Gedanken, ja und Struckchen fährt am liebsten mit seiner Harley zu Kauder. Oh Gott welche Granden. Es lebe der Gedanken an Herbert Wehner, der war noch ein echter Sozi.

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docsoc 02.11.2010, 08:26
5. Was fuer ein Unsinn !.

Der Neoliberalismus in der SPD ist immer noch nicht am Ende.
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Was ist denn das fuer ein unsinniger Beitrag?

Hier geht es um die Strukturreform einer politischen Stiftung, die nicht mehr nur aus Seilschaften und Themen der 80er Jahre bestehen soll. Die ideologische Diffamierung dieser Reform als "Neoliberalismus" zeigt nur die eigene Unfaehigkeit, ueberhaupt das Problem zu erkennen.

Bleibt nur zu hoffen, dass andere Beitrage hier mehr gedanklich-analytischen Tiefgang aufweisen.

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dischu 02.11.2010, 08:43
6. Die FES umkrempeln?

Ich meine, dass man Anbetracht der immer häufiger qualitativ extrem lausigen Studien dieser Stiftung eher über deren Abschaffung nachdenken müsste...

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durchblick 02.11.2010, 08:56
7. Auffangbecken

Zitat von sysop
Sigmar Gabriel setzt mal wieder auf Angriff - diesmal gegen die eigenen Leute: Der SPD-Chef fordert eine Neuausrichtung der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung und will Mitsprache in der Personalpolitik. Doch die FES bleibt stur.
FES, ein Auffangbecken fuer abgewaehlte Politikschmarotzer die nie was anderes gemacht oder gelernt haben.

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DerkurzeEugen 02.11.2010, 08:59
8. Für wen wichtig ?

Zitat von docsoc
Politische Stiftungsarbeit ist viel zu wichtig, um sie thematisch verkrusten und ideologisch erstarren zu lassen.
Politische Stiftungen sind für's Volk so wichtig wie ein Kropf, Opus Dei, Volkszählungen, die GEZ und Hagel während der Erntezeit.

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docsoc 02.11.2010, 09:17
9. Beweis

Zitat von DerkurzeEugen
Politische Stiftungen sind für's Volk so wichtig wie ein Kropf, Opus Dei, Volkszählungen, die GEZ und Hagel während der Erntezeit.
Wie ihr grandioser Dreizeiler offenbart, haette Ihnen das eine oder andere politische Seminar nicht geschadet.

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