Forum: Politik
SPD vs. Friedrich-Ebert-Stiftung: Schlammschlacht unter Genossen

Sigmar Gabriel setzt mal wieder auf Angriff - diesmal gegen die eigenen Leute: Der SPD-Chef fordert eine Neuausrichtung der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung und will Mitsprache in der Personalpolitik. Doch die FES bleibt stur.

Seite 4 von 5
docsoc 02.11.2010, 11:47
30. Ohne externen Hilfe wird die Reform der FES nicht gelingen

Zitat von maan
Das muss ja nicht zwangsläufig so bleiben. Allerdings kenne ich zwei Menschen, die über ein außerordentliches Beharrungsvermögen verfügen: Anke Fuchs und Herta Däubler-Gmelin. Deshalb wird es Gabriel nur gelingen, wenn er mit dem gesamten Vorstand einmütig diese notwendige Reform angeht. Und nicht einfach nur eine Personalrochade fordert, nach dem Motto: Wie gut, dass wir mal darüber geredet haben.
Bevor man in solch einer schwierigen Frage in Aktionismus verfaellt, muss man zu einer ANALYSE kommen. Da Strukturreform-Kommissionen in Parteigremien meistens ausgehen wie das beruehmte Hornberger Schiessen, weil man niemanden auf die Zehen treten moechte, wird es ohne externe Hilfe nicht gehen. Man muss auch analyisieren, wie die bremsenden Strukturen beschaffen sind.

Und in einem zweiten Schritt muss der klare WILLE zum poitischen Konflikt mit der alten FES-Elite stehen. Die Reform wird nicht gelingen, ohne dass nicht einige "Koepfe rollen". Alles andere waere idealistisch in seiner Anahme.
Man darf nicht ausser Acht lassen, dass sich viele in den FES-relevanten Gremien innerhalb der SPD, wie in den beiden Fluegeln, zutiefst hassen. Die FES ist quasi "aufgeteilt" zwischen diesen Fluegeln, wobei der linke Fluegel in der FES schon immer eindeutig ueberwog. Die Innenansicht der FES waere eine eigene herrschaftssoziologische Arbeit wert.

Manche problematische Personalien wurden ja schon angedeutet. Es wird zu einem Hauen und Stechen kommen.

Aber klar ist, dass die Verhaeltnisse nun endlich ins Rutschen kommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CHANGE-WECHSEL 02.11.2010, 12:17
31. Auffangbecken

Zitat von sysop
Sigmar Gabriel setzt mal wieder auf Angriff - diesmal gegen die eigenen Leute: Der SPD-Chef fordert eine Neuausrichtung der parteinahen Friedrich-Ebert-Stiftung und will Mitsprache in der Personalpolitik. Doch die FES bleibt stur.
Die vielen Stiftungen sind doch nur hochdotierte Auffangbecken für gediente PolitikerInnen. Auch die Wirtschaft hat diese Auffangbecken für ihre gedienten ManagerInnen.

Und die Zeche für die Großkopferden zahlt der Steuerzahler. Da sollte sich Gabriel mal fragen, ob dies im Sinne einer Sozialdemokratie ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maan 02.11.2010, 12:58
32. Geschäftstüchtig?

Zitat von Parzival v. d. Dräuen
Was heißt denn hier brisant? Die Studien der FES sind in den Ergebnissen so vorhersehbar, dass man sie aus Textbausteinen vom Computer generieren lassen könnte. [...]
Das gilt jedoch nicht nur für Studien der FES! Auch private Institute (Bank Research) liefern Studien für 1200 Euro pro Seite, die keine Cent Erkenntnisgewinn bieten!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
docsoc 02.11.2010, 13:04
33. Von der Unfaehigkeit zum Paradigmenwechsel

Zitat von Oskar ist der Beste
Was bitte sind denn die Themen heutzutage, die sich so von dem unterscheiden, was in den achtziger Jahren...ist der Hunger in der Welt beendet?, ist die Welt friedlicher geworden?, sind die Werte des Westens auf einmal auf dem Vormarsch (siehe Guantanamo)?, wird die soziale Frage von der .....
Vielen Dank fuer den Beitrag von "Oskar dem Besten". Er zeigt exakt auf, worum es geht. Er verweist wie durch ein Brennglas auf die ideologischen Meta-Begriffe und Argumentationslinien auch vieler idealtypischen "Alt-FES-ler". Fuer diesen Typus des Gesinnungsethikers besteht die Sozialdemokratie aus einem unveraenderlichen Kosmos von ehernen Werten des Links-Seins, zeitlich noch deutlich vor dem Godesberger Programm, in denen dann sogar Herbert Wehner als einziger "echter Sozi" herhalten muss.

Mit solchen Leuten ist ein Reformdiskurs nur begrenzt moeglich, da deren Gesinnungsethik eine Trennung zwischen Sachfragen und persoenlicher Verfasstheit nicht zulaesst (Max Weber). Sie leugnen, und das meist mit polemischen Mitteln, dass Politik und Gesellschaft nie etwas Statisches sind, sondern ein PROZESS, der immer wieder neue Fragestellungen und Antworten erfordert.

Mit dem Label "Neoliberalismus" wird dann alles reflex- und panikartig attackiert, was nicht dem eigenen festgefahrenen Weltbild der post-68-Linken entspricht.
Dass Sozialdemokratie nicht nur aus Tradition bestehen kann, sondern sich mit der Zeit wandeln muss, ist fuer die Oskars unserer Zeit offenkundig schwer zu verkraften, aber unumstoesslich. Fuer diese Oskars gibt es dann ja noch die LINKE, wo sie deutlich besser aufgehoben sein duerften, als in einer sich modernisierenden, "neo-liberalisierenden" SPD.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maan 02.11.2010, 13:29
34. Ertappt!

Zitat von docsoc
[...]Sie leugnen, und das meist mit polemischen Mitteln, dass Politik und Gesellschaft nie etwas Statisches sind, sondern ein PROZESS, der immer wieder neue Fragestellungen und Antworten erfordert.[...] Mit dem Label "Neoliberalismus" wird dann alles reflex- und panikartig attackiert, was nicht dem eigenen festgefahrenen Weltbild der post-68-Linken entspricht. Dass Sozialdemokratie nicht nur aus Tradition bestehen kann, sondern sich mit der Zeit wandeln muss, [...]
Ihren Beitrag finde ich jetzt aber sehr verräterisch. Ihnen geht es wohl selbst doch nicht so sehr um die Sache? Sondern mehr um die Postenverschiebung zugunsten der Seeheimer jeglichen Alters? Mit Hilfe externer Berater?
Ja, ja. Es gibt kein gutes Zitat, dass sich nicht auch für entgegengesetzte Ziele missbrauchen lässt!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
FennerundStern 02.11.2010, 13:46
35. Ich lach mich kaputt, ...

Zitat von llofwyr
...-Macher und Banken-Verlustsozialisierer Steinbrück als Kopf der FES? Eingesetzt vom Seeheimer-Erzengel Gabriel?
der "Harzer-Roller" ein Seeheimer, haha. Ich krieg mich nicht mehr ein. Das ist ein dicker Opportunist von Gnaden der PL.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xzz 02.11.2010, 14:01
36.

schlankere, effizientere Strukturen, sparen und Personal ablehnen...Ich frage mich, wie Gabriel zu solchen Vorschlägen steht, wenn es um mittelständische Unternehmen geht, die ihr Geld nicht vom Staat bekommen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kalle 02.11.2010, 14:25
37. Diese Partei kommt nicht mehr auf die Hufe.

Sozialdemokraten wollen viel, aber die SPD ist dagegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sysiphos110 02.11.2010, 14:39
38. "Paradigmenwechsel" - Union "light"?

Zitat von docsoc
Mit dem Label "Neoliberalismus" wird dann alles reflex- und panikartig attackiert, was nicht dem eigenen festgefahrenen Weltbild der post-68-Linken entspricht.
...das könnte der typische Reflex eines Sozialdemokraten sein, der nicht begreifen will, was die Uhr geschlagen hat:

Die Wähler wollen keine "Union light", kein Diktat der Ökonomie mehr.
Sie wollen eine Alternative zur Linken - und natürlich zur CDU und ihrem Appendix, FDP.
Eine wirklich "sozial"-demokratische Erneuerung.
Ansonsten kann die SPD das "Projekt 18" starten....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
docsoc 02.11.2010, 14:58
39. ... und immer wieder die ideologische Brille...

Zitat von maan
Ihren Beitrag finde ich jetzt aber sehr verräterisch. Ihnen geht es wohl selbst doch nicht so sehr um die Sache? Sondern mehr um die Postenverschiebung zugunsten der Seeheimer jeglichen Alters? Mit Hilfe externer Berater? Ja, ja. Es gibt kein gutes Zitat, dass sich nicht auch für entgegengesetzte Ziele missbrauchen lässt!
durch die alles, aber auch wirklich alles interpretiert wird. Ich bin in keinem "Kreis" und nicht mal in der SPD.
Mich interessiert auch keine "Postenverschiebung" und und ich fuehle mich auch nicht "ertappt".
Wenn Sie meine Beitraege hier gelesen haetten, haetten sie sehen koennen, dass ich aus diesem Grunde auch fuer die Konsultation einer externen, und neutralen Unternehmensberatung waere. Ich bin aber auch kein Unternehmensberater. Ich sage dass nur, bevor die naechste Polemik kommt.

Die ganze Diskussion hier zeigt, dass die Gesinnungsethiker als Typus heute in den meisten weltanschaulichen Organisationen - nicht nur Parteien jeder Coleur - immer mehr Oberwasser gewonnen haben. Die tummeln sich dort eifrig und lautstark. Waehrend sich die Mehrheit der Buerger schaudernd von den Parteien abwendet. Und es ist ihnen nocht mal zu verdenken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 5