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SPD-Wahlprogramm: Die gehetzte Partei
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Wer in Zeitnot gerät, ist für Fehler besonders anfällig - das stellt die SPD jetzt auch im Programmprozess statt. Gleichzeitig wächst die Dünnhäutigkeit führender Genossen.

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view3000 22.05.2017, 20:02
20.

Ich musste gerade laut lachen, als ich unter Punkt "Arbeit" folgendes las: "Die Befristung von Arbeitsverträgen ohne sachliche Gründe wird abgeschafft, ebenso wie Ausnahmen beim Mindestlohn für Langzeitarbeitslose. Gefordert wird ein "Pakt für anständige Löhne und eine stärkere Tarifbindung" (Zitat SPON) Schöne Worte aber was ist mit dem Schlupfloch Zeitarbeit und Werkvertrag? Fordert die SPD jetzt equal pay ab dem 1. Tag oder nicht? Ich habe das dumpfe Gefühl, dass hier mächtig Phrasen gedrescht werden.

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ThieryMZ 22.05.2017, 20:04
21. Mister Hundertprozent...

....entwickelt sich zunehmend zu einer vorhersehbaren Pleite. Jetzt den Gabriel nachträglich als denjenigen zu identifizieren, der für das Chaos verantwortlich sein soll, empfinde ich als schlechten Stil. Um ein altes Statement vom seligen Herbert Wehner zu bemühen: Martin Schulz ist und BLEIBT Kanzlerkandidat. Hoffentlich versinken mit ihm auch Typen wie der ewig missgelaunte Stegner sowie der mehr als nur einfältige Schäfer-Gümbel.

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schwaebischehausfrau 22.05.2017, 20:07
22. @Newspeak: Ikarus-Syndrom..

Zitat von Newspeak
Die deutsche Presse schiesst sich mal wieder auf die SPD ein, weil diese angeblich so konfus ist und kein Programm hat. Bei den Konservativen gibt es Zank im Wochenwechsel und Merkels Programm ist "Sie kennen mich". Und das nennt ihr ausgewogene Berichterstattung? Ernsthaft?
Tja, wer ganz besonders hoch fliegen möchte "zur Sonne, zur Freiheit", der stürzt dann eben auch aus großer Flughöhe ab. Wer sich als Messias inszenieren und feiern lässt ("Ihr müsst Martin, Martin rufen"), der weckt eben auch gewisse Erwartungen. Bei Wählern und bei den Medien.
Und wenn er dann nichts zu bieten hat ausser den üblichen, leeren SPD-Phrasen und einer Partei, die irgenwo zwischen Bergmanns-Chor und Brieftaubenzüchterverein Mitte des letzten Jahrhunderts stehengeblieben ist, dann setzt eben eine gewisse Ernüchterung ein. Die SPD steckt einfach in dem unlösbaren Dilemma, dass sie weiter "links" bleiben muss, um ihr Parteiprogarmm überhaupt bei ihrem eigenen linken Flügel und Jusos durchsetzen zu können und nicht noch mehr Wähler an DIE LINKE zu verlieren. Und andererseits konservative Wähler aus "der Mitte" und sogar von der AfD zurückgewinnen zu müssen. Und das ist mit Verlaub ein Spagat, den man so nicht schaffen kann. Und das negative Momentum tut sein übrigens zum Absturz. Nach einer kurzen Scheinblüte ist diese Partei und ihr Messias wieder genauso attraktiv wie vorher. Also ungefähr so attraktiv wie ein ein paar 3 Wochen nonstop in Bergstiefeln getragene Wandersocken.

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post.scriptum 22.05.2017, 20:07
23. Ein Spitzenkandidat unter Verschluss

Hätten die Sozialdemokaten bei den diesjährigen drei Landtagswahlen sehr gut abgeschnitten, wären sie jetzt in euphorischer Stimmung und über die heutigen Pannen ließe sich getrost hinwegsehen. Dem ist aber nicht so. Daher entfaltet ein Pannentag wie heute symptomatische Wirkung. Hinzu kommt, dass der Spitzenkandidat Schulz im Grunde seit Wochen abgetaucht ist und unter Verschluss gehalten wird. Offenbar ist seine Außenwirkung verpufft, in Erscheinung soll er mitnichten treten, damit nichts Negatives medial rüberkommt. Aber so wird man nicht Kanzler. Fazit: Schulz ist eine klare Fehlbesetzung, man wünschte der SPD einen Neustart bei Null mit einem anderen Kandidaten, denn Schulz trägt die SPD nicht ins Kanzleramt.

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sachfahnder 22.05.2017, 20:08
24. Frei nach Konfuzius...

... sie haben die Uhr, der Wähler die Zeit!

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Emderfriese 22.05.2017, 20:09
25. Ahnungen

TS-online erwähnt noch ein nicht unwichtiges Detail der SPD-Verlautbarungen:
"...Das Regierungsprogramm soll am 25. Juni von einem Parteitag beschlossen werden. Bis dahin sollen Festlegungen zur Renten- und Steuerpolitik folgen - womöglich aber auch erst nach dem Parteitag. ..."

Womöglich aber auch nach dem Parteitag. Diesen Nachsatz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! Bedeutet er doch nichts anderes, als dass die Delegierten des Parteitages über zwei der wichtigsten Programmpunkte nicht entscheiden werden. Wie das nun mit "innerparteilicher Demokratie" zusammengeht, muss mir erst mal ein SPDler erklären. Man ahnt allerdings das Hintertürchen, das sich da sie Seeheimer offenhalten wollen: Gehen die Parteisoldaten aus den Bezirken zu forsch an eine soziale Umgestaltung, gibt's dann immer noch den "Nachbrenner" im Parteivorstand - ohne Delegierte. Die Parteispitze arbeitet jedenfalls sehr hart am Untergang der SPD...

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toll_er 22.05.2017, 20:10
26. chancenlos

Ich gehe davon aus: Alle wirklich denkenden SPD-PolitikerInnen wissen: Die Bundestagswahl ist verloren. Niemand glaubte mir als ich bei der Kür des Herrn Schulz sagte: Das war's. Schon diese zur Schau gestellte Aufbruchstimmung war doch nur das Rufen im Walde. Kein Personal, kein Programm. Nur hilflose Strampelei und Schaumschlägerei. Die SPD hat nur eine Chance: Nach der kommenden Bundestagswahl, die ein Desaster wird, neu aufbauen in der Opposition. Mit neuen Leuten. und einem endlich mal durchdachten Programm. Was mich traurig stimmt: Diese neuen Leute sehe ich nicht...

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nestor01 22.05.2017, 20:12
27. Der Kandidat und die Partei

scheinen wieder einmal nicht zusammen zu finden. Liegt es an den Mitarbeitern im Willy-Brandt-Haus, liegt es an der fehlenden Zeit , oder liegt es am Kandidaten. Niemand weiß es. Andere Parteien haben damit keine Probleme. Die AfD jedenfalls hat trotz widriger Umstände und personeller Querelen ein Programm verabschiedet und ein Spitzenteam gewählt.

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IMOTEP 22.05.2017, 20:16
28. Maus

Der Berg kreißte und gebar, nein keine Maus, schlimmer einen Schulz. So wie der angebliche Hype sich verflacht in nichts auflöst, so verfestigt sich der Eindruck das Schulz überfordert, selbst nicht mehr so Recht weiß wie und wo es denn hingehen soll. Parolen, wie Gerechtigkeit für alle, jetzt in mehr Zeit für Gerechtigkeit umzuformulieren kostet auch Zeit und bringt nicht eine einzige Wählerstimme mehr.

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titzck 22.05.2017, 20:18
29. Der Stimmungswandel überrascht

Gestern gefeiert, heute gefallen. Das ist normal. Aber die Schnelligkeit überrascht. Schulz ist nicht Schröder, 2017 ist nicht 1998. Was da bei der SPD zusammenkommt, erinnert an die letzten Mohikaner, gehetztund verfolgt. Eine Wechselstimmung gibt es nicht. Was kann da noch helfen? Gutes Wetter im Mai? Ein schöner Sommer? Eine Wasserkastastrophe? Hoffentlich nicht. Der eigentliche Fehler war, rot-rot-grün öffentlich in Betracht zu ziehen. Von dieser Option ist Deutschland zum Glück entfernt. Frau Merkel wird es richten. Bisher war das nicht schlecht.

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