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Spekulationen über Merkels Zukunft: "Viele machen sich Sorgen um Europa, auch ich"
Karl-Josef Hildenbrand/DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" ihre Euro- und Flüchtlingspolitik verteidigt. Aber ein Satz sorgt besonders für Spekulationen.

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Deeds447 16.05.2019, 09:40
10. Zwei kleine Beispiele

Merkel hat gezeigt, wie sie ihren Führungsstil auf EU-Ebene ähnlich "neutral" und sachlich ausübt wie auch national. Bsp gefällig? "glyphosat eu schmidt" mal googlen, das war mehr als peinlich.
Merkel redet zwar immer von der europäischen Einigkeit und veranstaltet Gipfelmarathons, tut aber aktiv kaum etwas aus deutscher Perspektive. Sie würde das europäische Gipfelkonstrukt, das sie selbst maßgeblich mitgestaltet hat, nur moderieren, statt z.B. so etwas wie den BREXIT aktiv zu verhindern. Das liegt meiner Ansicht nach auch daran, dann Merkel immer hinterherrennt und nicht vorausdenkt und den Fokus auf die "Soll"bruchstellen der EU richtet, die aus deutscher Sicht immer befeuert wurden, damit der deutsche Export boomt. Der EU hat das aber geschadet....
Letztendlich lässt Merkel sich auch von noch so kleinen Umständen und Widerständen der Lobbyisten und Konservativen lenken, sie käme gar nicht auf die Idee, eigene Impulse zu setzen. Genau das braucht die EU aber seit Jahren. Ein Martin Schulz, eine Angela Merkel oder auch ein Günther Öttinger können sich in einem beliebigen Aufsichtsrat die Gesäßtaschen breitsitzen. Für die EU wäre das aber eine Katastrophe und würde ein weiteres Jahrzehnt Stillstand bedeuten!

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demokrat2 16.05.2019, 09:51
11. CDU-Merkel redet alles schön.

Das ist die Merkel wie wir sie kennen. Sie bügelt alles galtt und wenn es noch so viele Falten wirft. Die Gedamken zu einer Position in der europäischen Union sind aktuell. Vielleicht sieht darin auch Merkel einen Weg, die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer vorzeitig ins Amit zu bringen. Für das deutsche Parlament wäre das allerdings eine Katastrophe und für die CDU ein riskantes Spiel. Denn bei Neuwahlen käme die CDU/CSU zur Zeit bestenfalls auf 30 Prozent. Und da gibt es immer noch eine starke Anhängerschaft für Friedrich Merz, den die "Rechten" der Werteunion gegen Kramp-Karrenbauer auffahren würden.

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robert_schleif 16.05.2019, 09:53
12. Abrissbirne als Bauleiterin?

Der BREXIT war offenbar nicht schmerzhaft und bedauerlich genug.
Jetzt möchte man offenbar auch die Polen, Ungarn und Tschechen gerne loswerden und die Franzosen in die Arme von Frau Le Pen treiben.
Mal sehen, was von der EU – in der wir gut und gerne lebten – nach einer Merkel-Herrschaft übrig bleibt!
Man erinnere sich, wie es der FDP, der SPD, der CDU-CSU und der BRD mit ihr ergangen ist…

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peho65 16.05.2019, 09:54
13. Juncker als Satiriker?

Das Juncker jetzt unter die Satiriker gegangen ist, ist mir neu. Aber er ist gut: Merkel als Gesamtkunstwerk - das ist wirklich gut!

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peter-11 16.05.2019, 09:54
14. Nein, keinen EU-Posten

Frau Merkel hat schon erklärt, dass sie nach ihrer Kanzlerschaft keinen der genannten Posten wo auch immer übernimmt. Das glaube ich ihr auch. Es ist auch immer wieder interessant, wie hier über die Kanzlerin hergezogen wird. Dabei wünscht sich eine Mehrheit, dass sie bis zum Ende der Legislaturperiode Kanzlerin bleibt. Ebenso gilt sie als beliebteste Politikerin. Klar, für die permanenten Kritiker sind das alles Michels, weil ja nur sie selbst die Weisheit gepachtet haben. Schon auch selbstentlavend.

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sans_words 16.05.2019, 10:00
15. Merkels Entscheidung

Zitat von der-junge-scharwenka
[...] ich nehme ihre Entscheidung zur Flüchtlingskrise von 2015 dieser Kritik aus; sie war im Ansatz richtig [...]
Aus humanitärer Sicht war ihre Entscheidung sicherlich richtig. Und es gibt noch eine Menge anderer Profiteure.

Die Bauindustrie jubelt ob der Nachfrage am Wohnungsmarkt. Die Immobilienbesitzer, die für völlig überzogene Mieten ihre Hotels und Grundstücke an den Staat zur Unterbringung vermieten. Die AfD müsst Frau Merkel die Ehrenmitgliedschaft anbieten, da sie den Rechtsruck erst ermöglicht hat mit der Überstrapazierung der Nerven unserer konservativen Mitbürger.

Traurig sind die Mieter aufgrund der massiv steigenden Mieten in Großstädten. Und mich nervt die AfD und ihre stabile Wählerbasis um die 15 %.

Die wirklichen Folgen Merkels Entscheidung wird man erst in fernerer Zukunft erkennen können. Da würde ich heute noch keine Prognose wagen.

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burgundy 16.05.2019, 10:01
16.

Zitat von holzdrache
sie ist sachlich, intelligent mit einem wirklich fundierten Wissen, wird international geschätzt und damit doch wohl ein wohltuender Gegenpol zu Salvini, Trump und Co. Ich könnte mir vorstellen, dass sie in Europa noch mal Akzente setzen kann. Sie hat die Auswirkungen ihrer Entscheidung zur Aufnahme der Flüchtlinge damals sehr wohl analysiert und ich bin mir sicher, dass diese Erfahrungen in eine künftige Europapolitik mit einfließen würden.
Hast Du eine Oma, dann schick sie ...

Warum eigentlich nicht. Dennoch glaube ich, dass gerade die Flüchtlingspolitik ihr - und Deutschland - in Europa nichts Gutes getan hat, weil sie sich mit den Partner nicht abgestimmt hat. Da mag sie noch so viel rechtfertigen und sogar Recht haben, psychologisch war es falsch. Und obwohl sie zumindest nach aussen auf die Zusammenarbeit mit Macron setzt, hat sie ihn doch öfter vor den Kopf gestossen. Auch dies mag aus ihrer Sicht richtig gewesen sein, hat aber wahrscheinlich keine Unterstützung deutscher Ziele durch Frankreich bewirkt. Ein wohltuender Gegenpol zu den Rechtspopulisten ist sie - auf europäischer Ebene - deswegen nicht, weil sie dafür zu wenig Engagement zeigt. Ob sie insgesamt wesentliche Erfahrungen in die EU - Politik einfliessen lassen könnte (sie hatte immerhin schon 14 Jahre Zeit dafür), muss skeptisch betrachtet werden. Aber Sie haben recht, bei aller Aufgeregtheit in Deutschland und Europa zeigt Merkel eine wohltuende Ausgeglichenheit und Beharrlichkeit. So gesehen ist sie in der Tat ein Gewinn für Europa, jetzt als Bundeskanzlerin und vielleicht in weiteren Funktionen in der EU.

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barrakuda64 16.05.2019, 10:08
17. Viele machen sich Sorgen um Europa, auch ich.............

Dann hätte sie auch etwas unternehmen sollen in den 14 Jahren ihrer Amtszeit. Aber leider Fehlanzeige! Wenn sie tatsächlich mal erwachte und handelte, war es garantiert das Falsche. Dass wir uns vielleicht weitere Jahre mit ihr herumschlagen müssen, ist eine düstere Aussicht. Bremsen wo Gasgeben angesagt wäre und Vollversagen auf ganzer Linie - das blüht dann europaweit! Ich mache mir vorerst keine Sorgen um Europa und schon gar nicht um die EU - ich mache mir Sorgen um eine Zukunft MIT Merkel!

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sans_words 16.05.2019, 10:09
18.

Zitat von peter-11
Frau Merkel hat schon erklärt, dass sie nach ihrer Kanzlerschaft keinen der genannten Posten wo auch immer übernimmt. Das glaube ich ihr auch. Es ist auch immer wieder interessant, wie hier über die Kanzlerin hergezogen wird. Dabei wünscht sich eine Mehrheit, dass sie bis zum Ende der Legislaturperiode Kanzlerin bleibt. Ebenso gilt sie als beliebteste Politikerin. Klar, für die permanenten Kritiker sind das alles Michels, weil ja nur sie selbst die Weisheit gepachtet haben. Schon auch selbstentlavend.
Frau Merkel revidiert ihre Ansichten, wenn es ihr angemessen erscheint. (Ansonsten hätten wir immer noch eine florierende Atomkraft-Industrie. Frau Merkel wäre auch nicht mehr Bundeskanzlerin. Sie wollte schon 2017 nicht mehr antreten. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ihre Kanzlerschaft 2021 sicher endet.)

Im Moment ist sie Bundeskanzlerin; da muss sie sich nicht um ein EU-Amt bemühen. Diejenigen, die sie auf den EU-Thron heben wollen, werden von alleine kommen (oder auch nicht).

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der-junge-scharwenka 16.05.2019, 10:13
19. @15, Sans words

Die Entscheidung ist das eine, die Umsetzung das andere. Eine in der Sache richtige Entscheidung kann im Detail entsetzlich schlecht umgesetzt werden. Das war 2015 der Fall. Dadurch wird die Entscheidung selbst aber nicht falsch.

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