Forum: Politik
Spenden für Notre-Dame: Dafür ist Geld da
Stephane de Sakutin / AFP

In Frankreich überbieten sich die Superreichen mit Spenden für den Wiederaufbau von Notre-Dame. Gleichzeitig wüten die Gelbwesten und verlangen Geschenke. Es ist Zeit für ein weltliches Wunder.

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stelzerdd 23.04.2019, 19:52
140. @9. "trübtycoon5zehn" Heute, 12:01 Der Unterschied!

Zitat von triptychon5zehn
Wenn Kirche, Kult und Religion dir mehr wert sind als Menschen - dann bist du auf dem Planeten Erde. Kein Tier im Universum dürfte so unwesentlich handeln wie wir. Warum ist uns zufällig die Gabe gegeben denken zu können, wenn unsere Gedanken nur dazu benutzt werden zu tun was wir niemals tun sollten. Dumm wären wir besser dran. Gruß, ein Mensch.
Einen wesentlichen Unterschied zwischen Mensch und Tier nennt man Kultur.

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Elrond 23.04.2019, 19:54
141. Das eine hat zwar mit dem anderen nichts zu tun

und die Spendenbereitschaft für den Wiederaufbau eine grandiose Sache. Vielleicht ist das die Chance, moderne Architektur mit altem Gemäuer zu verbinden. Aber was könnte man nicht alles mit der ein oder anderen Million der Superreichen pro Jahr für z.B. die Armenspeisung tun. Ich würde sagen, die Verpflegung wäre gesichert. Das ein oder andere Begegnungszentrum m könnte man ebenfalls bauen. Wobei ich freilich nicht beurteilen kann, welches gesellschaftliche Engagement die französischen Milliardärsfamilien sonst so an den Tag legen. Sie würden sich mit der Obdachlosenhilfe keinen Zacken aus der Krone brechen. Im Gegenteil. Nur mit Hass und Wut öffnet man deren Schatullen nicht.

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Patrik74 23.04.2019, 20:15
142. Nicht ganz

Zitat von taglöhner
Setzen Sie das Präparat ab, es wirkt fatal auf die Wahrnehmungsfähigkeit. Die Monarchie ist abgeschafft.
Politisch ist das - weitestgehend - gelungen. Wirtschaftlich unterscheiden sich die Verhältnisse nicht wesentlich.

Und genauso wie schon die Überwindung des politischen Feudalismus zu einem enormen Wohlstandszuwachs für die allgemeine Bevölkerung geführt hat, den wir heute - bei aller Kritik an den bestehenden Verhältnissen - genießen dürfen, würde auch eine Überwindung des wirtschaftlichen Feudalismus einen ähnlichen Schub bewirken.

Man kann sich natürlich einreden, dass es anders wäre, aber man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass es Leibeigenen hauptsächlich deshalb besser ging als sie keinen Lehensherren mehr hatten - schlicht, weil sie einen größeren Anteil an der von ihnen erwirtschafteten Ernte bekommen haben - und genauso würde das heutige "Fussvolk" davon profitieren, wenn sie einen größeren Anteil am BIP bekämen. Und - nur der Vollständigkeit halber - die Landwirtschaft ist ohne Lehensherren nicht zusammengebrochen, eher ist das Gegenteil der Fall.

Und es ist wohl eine äußerst durchsichtige Legende, dass unser ganzer Wohlstand an ein paar wenigen Individuen hängen würde, und die Kühlschränke ohne sie leer blieben - wie kann ein erwachsener Mensch nur an so einen Unsinn glauben...

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Patrik74 23.04.2019, 20:17
143. Esoterik?

Zitat von Great White Buffaloo
Allen Bedürftigen die Tiefkühltruhen zu füllen, ist das Gleiche denken, als könnte Liebe könnte durch Sex entstehen ...
Tut mit leid, mir erschließt sich dieser metaphysische Zusammenhang nicht.

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coyote38 23.04.2019, 20:36
144. Unerträglich ...

Als ob der Staat - nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich - nicht jährlich ebenso hunderte von Milliarden Euro für soziale Zwecke umverteilen würde ...^^ Und diese hunderte Milliarden Euro werden übrigens in der überwältigenden Masse von den GLEICHEN Leuten per Steuer aufgebracht, die jetzt für den Wiederaufbau von Notre Dame spenden. —- Dieses PERMANENTE sozialistische Gejaule geht mir SOWAS von auf den Geist ... das kann sich kein Mensch vorstellen ...

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schluckspecht 23.04.2019, 20:54
145. 70 Euro

Zitat von Haarfoen
Ach, in Kombination mit einer harten Besteuerung würde da schon ein Batzen herausspringen, in Ihrer Diktion "richtig viel". Die Diskussion ist natürlich keine "Farce", sondern es geht um lebenswürdige Bedingungen für Menschen, die unsere Straßen bauen, den Müll entsorgen, Lokomotiven oder Lkw fahren, in der Kranken- oder Alterspflege tätig sind, unsere Kinder erziehen, Maschinen montieren, Nahrungsmittel ernten oder aufbereiten, usw. Und viele dieser Menschen sind wütend: Sie arbeiten hart, häufig "auf Schicht", haben eine kurze Lebenserwartung und am Ende des Monats bleibt nichts, aber auch gar nichts übrig. Dabei sind diese Leute im Regelfall sehr sparsam und bescheiden. Den Landesfrieden brechen sie übrigens nicht, sie demonstrieren.
Ein „Batzen“ also, aber mal überschlagsweise durchrechnen geht nicht, oder? Von 1 Mrd kann in Frankreich allen Rentnern eine Einmalzahlung von 70 Euro gewährt werden oder alternativ jeden Monat rund 35 Cent extra. Wie Ihre „harte Besteuerung“ aussehen soll erklären sie nicht - aber damit dabei ein „Batzen“ rausspringt braucht es jedenfalls weit grössere Summen als die derzeit getätigten Spenden.

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Patrik74 23.04.2019, 21:02
146. Leider nicht

Zitat von coyote38
Als ob der Staat - nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich - nicht jährlich ebenso hunderte von Milliarden Euro für soziale Zwecke umverteilen würde ...^^ Und diese hunderte Milliarden Euro werden übrigens in der überwältigenden Masse von den GLEICHEN Leuten per Steuer aufgebracht, die jetzt für den Wiederaufbau von Notre Dame spenden. —- Dieses PERMANENTE sozialistische Gejaule geht mir SOWAS von auf den Geist ... das kann sich kein Mensch vorstellen ...
Wäre es so, hätten wir viele Probleme nicht. Nach den geschönten Statistiken, die regelmäßig kursieren (denn sie beruhen nur auf freiwilligen Selbstauskünften und ignorieren konsequent das "steueroptimierte" Einkommen und Vermögen), greifen die obersten 10% ca. 70% des Gesamteinkommens ab. Zieht man Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer, Abgeltungssteuer und veranlagte Einkommensteuer zusammen macht das nur 368. Selbst wenn man dieses vollständig besagtem Personenkreis zurechnen würde (was realiter nicht der Fall ist), macht das etwa 50% der Steuern und nur 25% der 1.482 Mrd. öffentlicher Einnahmen. Das ist LÄCHERLICH!

In einer sozialen Marktwirtschaft, in der die starken Schultern MEHR tragen sollen als die schwachen, müssten diejenigen, die 70% des Einkommens abgreifen, mindestens 80% der Einnahmen stemmen, also ca. das dreifache des aktuellen Wertes. Offensichtlich sind wir davon WEIT entfernt, daher ist ihr Genöle nichts weiter als uninformiert und unberechtigt.

PS: Nur damit ihnen nicht unnötig der Kamm schwillt, damit ist nicht der "Mittelstand" gemeint, der auch nur zum Fußvolk gehört, eher das 1%, dass von den 70% 50% von allem abgreifen. Das Problem ist, dass sich viele für "reich" halten, die es gar nicht sind, aber den Großteil der Lasten tragen; denn die wirklich reichen haben "Gestaltungsmöglichkeiten", von denen die meisten nur träumen.

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Fuscipes 23.04.2019, 21:22
147.

Wem der Wiederaufbau Notre Dames am Herzen liegt darf sich doch beteiligen, nur wäre da nicht eher die Kirche als der Staat an der Reihe? - da halten sich genau die Zwei an vertauschte Rollen.
Man kann es in Einklang bringen, man darf aber auch lassen.

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gammoncrack 23.04.2019, 21:47
148. Sie sind ja spät eingestiegen. Was man sofort bemerkt.

Zitat von Fuscipes
Wem der Wiederaufbau Notre Dames am Herzen liegt darf sich doch beteiligen, nur wäre da nicht eher die Kirche als der Staat an der Reihe? - da halten sich genau die Zwei an vertauschte Rollen. Man kann es in Einklang bringen, man darf aber auch lassen.
Wenn man Ihnen die Wohnung/das Haus durch Enteignung wegnimmt, werden Sie sich natürlich auch Jahre später natürlich an den Renovierungskosten nach einem Brand Ihres ehemaligen Eigentums beteiligen.

Hier zeigt sich wahre Größe!

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MtSchiara 23.04.2019, 21:49
149. Den Gelbwesten geht es um ein Strukturdefizit und nur sekundär um Geld

Für Notre Dame wird Geld gespendet, weil sich Reiche für das Allgemeinwohl verantwortlich fühlen. Und zum Allgemeinwohl gehört auch das kulturelle und religiöse Erbe. Es ist eine Ehrensache, hier zu spenden - und es ist eine Schande und kulturelles Banausentum, daß weder der Papst, noch die Deutsche Regierung eigene Spenden zugesagt haben, und daß die Spender auch noch kritisiert anstatt ausdrücklich gelobt werden.

Die Forderungen der Gelbwesten hingegen sind mit Geld nicht zu lösen, denn sie protestieren gegen strukturelle Schwächen des französischen Staates und gegen zu wenig Machtbeteiligung der einfachen Bevölkerung. Armut ist davon nur ein Sekundäreffekt und bei ungelösten Strukturproblemen ein Faß ohne Boden. Würde man die Struktur des französischen Staates aber dahingehend ändern, daß dort die gesamte Bevölkerung an der Macht beteiligt und Demokratie nach Schweizer Modell eingeführt wird, dann wären die Gelbwestenproteste sofort zu Ende, denn dann könten die Gelbwesten abstimmen, statt zu protestieren. Das gleiche gilt übrigens in Deutschland: könnte dort die Bevölkerung über die Energiepolitik der Zukunft abstimmen, dann gäbe es keine Schülerproteste. Denn Proteste auf der Straße sind zuallererst ein Hinweis auf ein Demokratiedefizit, und nur sekundar auf ein Gelddefizit.

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