Forum: Politik
SPIEGEL exklusiv: Assad bringt Deutschland als Vermittler ins Gespräch
REUTERS

Der Westen lügt, die Rebellen sind Terroristen, und er selbst verteidigt nur sein Land: Syriens Präsident Assad bleibt im SPIEGEL-Interview bei seiner harten Linie. Doch er räumt auch Fehler ein und deutet an, womöglich doch noch abzutreten. Deutschland käme laut Assad als Vermittler in Frage.

Seite 13 von 14
b20a9 06.10.2013, 10:15
120. smart

Dumm ist der Kerl wirklich nicht. Vom Giftgasanschlag konnten nur die Rebellen profitieren, weil Sie eine Stärke Reaktion gegen Assad seitens der USA erhofften. Von daher halte ich es durchaus für Möglich, das Assad und Russland mit der Behauptung Recht haben könnten. Und Obama ist sich offenbar auch nicht sicher gewesen, das es Assad war. Ich glaube zudem nickt, dass die radikale islamistische Opposition das Land einen kann... Im Gegenteil. Wir wissen ja, wie derartig gesinnte mit Andersdenkenden umgehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
h.kp 06.10.2013, 10:29
121. Die einzige Lösung für diese Land wäre,

wenn sich Assad und die laizistische Opposition verbünden und gegen die Islamisten vorgehen.
Was , wie auch sonst im arabischen Frühling als bürgerliche Revolution begann, wird von islamistischen Kräften ausgenutzt und dank tumpen Wahlvolkes ( Tunesien und Ägypten) oder per Waffenlieferung aus Saudi-Arabien "demokratisch" oder militärisch übernommen.
Die Situation hat sich also grundlegend geändert und erfordert eine Neubewertung.
Es müssen endlich DARÜBER Verhandlungen her und evt. hat Assad dies auch inzwischen verstanden.
Diese Allianz sollte von einer Regierung geführt werden, die das Ergebnis der Verhandlungen ausmacht. Er, Assad selbst sollte nicht mehr an dieser neuen Allianz mitwirken können, weil er zu Anfang der Kämpfe zu viel auf die demokratische Revolution hat schießen lassen, aber ein moderater Nachfolger für seine Alawiten-Fraktion muß auch legitimerweise dabei sein.
Es wäre nicht verkehrt, wenn dieser neue Kampf von anderen (auch, wenn sie nicht demokratisch sind) arabischen Staaten ( Marokko, Algerien, jetzt Ägypten, vielleicht sogar Iran als counterpart) aktiv mit ausgefochten würde, denn Amerikaner und NATO fordern nur neue Feindbilder herauf.
So könnte der Krieg und das Leider der Bevölkerung schneller beendet werden.
Zur Vermeidung von den üblichen Fehlern nach einem Sieg sollten danach -besser als Demokratie und schnelle Wahlen - integrierende Persönlichkeiten mit der Regierung beauftragt werden, die einer Demokratie langfristig ( 10 bis 15 Jahre) den Weg ebnen können. Eine schnelle Einführung von Demokratie hat in Tunesien oder Ägypten oder Deutschland nach 1918 auch zunächst nur Chaos produziert.
Eine Bevölkerung, die nur Macht von oben kennt, wird sich nicht nach Ende dieser Epoche, sofort demokratisch ( friedliche Akzeptanz einer anderen Meinung, Schutz ethn. und religiöser Minderheiten etc.) verhalten, sondern das Vorbild in anderer Weise kopieren. Siehe franz. Revolution-Napoleon, Deutschland-Hitler, Iran-Aytollahs, Ägypten-Mursi etc.
Nur so geht es !!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
drsyrer 06.10.2013, 11:39
122. Arme Syrer

Mindestens sechs Millionen Flüchtlinge, die vor dem Terror des syrischen Regimes geflüchtet sind, mindestens 120000 Tote, die vom Regime massakriert wurden, Mittelstrecken Raketen und Chemiewaffen gegen das eigen Volk und trotzdem gib es Leute, die behaupten: dieses Regime sei ein Stabilitätsanker, zur Hölle mit dieser Stabilität, die mit soviel Menschenblut beschmiert ist. Wo ist die Menschlichkeit?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
drsyrer 06.10.2013, 11:43
123. Chemiewaffen

Zuletzt wurde von der UNO bewiesen, dass um Damaskus mind. 1400 Menschen, darunter 400 Kinder vergast wurden. Tatsache ist, dass in Syrien nur das Regime Chemiewaffen besitzt. Allein die Tatsache, dass ein Regime sein Volk vergast, sollte eigentlich ausreichen, um gegen dieses Regime mit aller Härte vorzugehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SaoPaulino 06.10.2013, 11:52
124. Bomben als Lösung?

Zitat von _Flyn_
Assad muss weggebombt werden damit es eine Konfliktpartei weniger und somit auch wieder mehr Gestaltungsspielraum für Bestrebungen Richtung Frieden gibt. Der Westen müsste nur eine ausreichend große Allianz Pro-Oppositionellen formieren.
Versteh ich ehrlich gesagt nicht. Wie soll die weitere Zerstörung der Infrastruktur und die Bombardierung von Regionen welche bislang weitgehend verschont geblieben sind denn Menschen helfen? Wie soll es hilfreich sein wenn sich die jetzigen Pro-Assad Gruppen ebenfalls zersplitterten? Dies würde doch nur zur nächste Eskalation stufe beitragen, da das ganze nur noch unübersichtlicher wird.

Zitat von _Flyn_
Es ist doch bemerkenswert, dass Assad auch nach jahrelangem Bürgerkrieg trotz massiver Unterstützung Russlands die Lage millitärisch einfach nicht mehr unter Kontrolle bringt und das obwohl der Feind ausrüstungsäßig weit unterlegen ist und Assad´s Luftangriffen eigentlich hilflos ausgeliefert ist. Deshalb komm ich zum Schluss dass Assad nativ gesehen keine nachhaltige Kraft ist und damit auch nicht die Aufgabe des vermeintlichen "Stabiltätsankers" vollbringen kann, denn hier manche in ihm sehen. Unnachhaltige, schwache Kräfte, die massiv gestützt werden müssen und gleichzeitig keine Ergebnise erzielen haben keine Zukunft und sind im Interesse des Friedensprozesses ausszuschalten.
a) Die Luftwaffe macht in diesem Bürgerkrieg gar nicht soviel aus, weil im gegensetz zum Wüstenland Libyen die Aufmarschgebiete nicht durch die Luftwaffe kontrolliert werden kann.
b) Vor dem möglichen Angriff/Eingriff der USA hörte man in Tagesschau und co. das viele Menschen nach Damaskus flüchteten. Daraus schließe ich dass die Regierung für viele Menschen in Syrien nach wie vor ein "Stabilitätsanker" darstellt.
c) Zitat "Unnachhaltige, schwache Kräfte, die massiv gestützt werden müssen und gleichzeitig keine Ergebnise erzielen haben keine Zukunft und sind im Interesse des Friedensprozesses ausszuschalten." Sprechen Sie hier etwa von den Rebellen?
d) Beschreiben Sie ungewollt u.a. die Unfähigkeit der Nato, welche nach Jahrelangem Krieg in Afghanistan trotz militärischer Überlegenheit nicht Herr der Lage wird.

e) Haben Sie sich über diese Form der Kriegsführung informiert?
Schauen Sie doch mal unter Wiki Guerilla nach, unter dem Punkt
Anti-Guerilla-Kriegführung Guerilla

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rahelsu 06.10.2013, 11:52
125. Interessanter Gedanke,

Zitat von HerrZlich
Ich frage mich oft, aufgrund der Vorwürfe gegenüber Assad wie auch bei Gaddafi, wie würde sich die Bundesregierung in einem ähnlichen Fall verhalten. Mal angenommen 1000 nörgelnde und unzufriedene Leipziger bewaffnen sich bis an die Zähne, legen alle Polizisten um und bewegen sich Richtung Berlin um Murksel zum Teufel zu jagen und die Regierung zu stürzen. Unterwegs schliessen sich ihnen noch ein 200 Hallenser und 500 Magdeburger an. Auf dem Weg Richtung Reichstag hinterlassen sie Blut und Chaos und ermorden und zerstören alles was sich ihnen in den Weg stellt. Damit hätten wir schon mal das Syrien oder Libyen (dort begann es mit 200 Aufständischen) Szenario. Würden die USA dann über Deutschland eine Flugsperre einrichten und die NATO den "Ossi-Rebellen" helfen? Die Briten Waffen an die Ossis liefern? Und wer würde von Merkel erwarten dass sie freiwillig die Macht abgibt? Wie würde sie reagieren? Ins Exil gehen, mit Wattebäuschchen werfen oder die Armee und Sicherheitskräfte einsetzen? Noch spannender, würde sich dann die Bundesdeutsche Journaille auf die Seite der Rebellen stellen und von einem Freiheitskampf schreiben? Schluss jetzt, ich möchte den Gedanken nicht zuende denken.
den ich auch schon so ähnlich hatte. Was Sie vergessen haben, ist der Gedanke, dass sich den aufständischen Ossis noch bibeltreue Christen aus dem Ausland anschließen, die die frohe Botschaft, und sei es mit Waffengewalt in die dt. Landen tragen möchten, und denen die atheistischen Ossis bald zahlenmäßig in ihrem Aufstand gegen die Regierung unterlegen sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ursprung 06.10.2013, 11:59
126. Sonnenklare Verbrecher

Zitat von sysop
Der Westen lügt, die Rebellen sind Terroristen, und er selbst verteidigt nur sein Land: Syriens Präsident Assad bleibt im SPIEGEL-Interview bei seiner harten Linie. Doch er räumt auch Fehler ein und deutet an, womöglich doch noch abzutreten. Deutschland käme laut Assad als Vermittler in Frage.
Ob und was oder hinter Kulissen wirklich sich abspielt: das erhellt das Interview -soweit darueber bisher gelesen- auch nicht.
Ob Medien inkl. Spiegel auf was reinfallen oder nach Eigensicht Eingefaerbtes weitergeben, darauf mag ich mich auch nicht mehr verlassen.
Ob dieses Forum nuetzlich zum Durchblick in einer Sache ist -ich nehme mal nur meine eigenen Sichtdarstellungen- ist auch nicht auszumachen.
Also was ist Sache in Syrien: ist Assad oder sind seine Gegner mehr oder weniger Verbrecher als er es selber ist? Eint die ueberhaupt was und wenn ja, was denn?
Klar scheint nur zu sein, dass hemmungslos getoetet wird. Und zwar von allen Seiten. Also sind auf allen Seiten Verbrecher am Werk. Nur das scheint sonnenklar zu sein.
Sonst nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rahelsu 06.10.2013, 12:08
127. Da haben Sie Recht,

Zitat von Auggie Smith
Sie beschreiben eine völlig falsche Ausgangssituation. Am Anfang gab es weitgehend friedliche Demonstrationen. Nun die Ausgangssituation für ihr saloppes Gedankenspiel auf den höchsten Eskalationsstand zu reduzieren, wird der komplexen Situation nicht gerecht.
aber ich denke, der Mitforist, wollte die Situation nicht groß und breit studiert auslegen, sondern überspitzt auf den Punkt bringen.

Selbstverständlich gab es zu Beginn friedliche Demonstrationen, und Assad hat, und das war der Fehler, mit der chinesischen Lösung a la Tiananmen geantwortet, nicht vorhersehend, was sich daraus entwickeln würde. Ich glaube, wenn Assad mit dem heutigen Wissen nochmal seine Entscheidung von damals treffen könnte, würde er ein Diskussionsforum mit den unzufriedenen Menschen anstreben, um zu evaluieren, was im Land besser gemacht werden kann.

Aber mittlerweile tummeln sich bald mehr ausländische "Aufständische" im Land, die djihadistische Kampferfahrung sammeln und sich auf den ultimativen Djihad vorbereiten wollen.

Und das kann keine Regierung hinnehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rahelsu 06.10.2013, 12:19
128.

Zitat von Levator
wie # 45 welche nichts zum Thema beitragen und inhaltlich keine Aussage haben, sind wenig hilfreich. Zum Thema: Deutschland war zu keinem Zeitpunkt in einer "Vermittlerrolle" übertrieben glücklich. Insofern ist es höchst ratsam, sich durch das Ansinnen eines Herrn Assad nicht gebauchpinselt zu fühlen, sondern sich einfach herauszuhalten. Hier in diesem Land gibt es genügend eigene Probleme....
Assad ist kein dummer Mensch und hat einfach die Lage messerscharf analysiert. D hat sich nicht blindlings den kriegstreiberischen Tönen der USA und UK angeschlossen, sondern Untersuchungen verlangt. RU hat sich ohne Untersuchungen sofort auf die Seite Assads gestellt, was es parteiisch macht.
Also welches Land, das in der Welt ein entsprechendes Gewicht hat und dabei unparteiisch vermitteln könnte, sollte es denn sonst sein außer D?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rolantik 06.10.2013, 15:29
129. Mentalitätsproblem

Es ist nicht leicht die Mentalität dieses Despoten zu verstehen, wie überhaupt unsere westliche Auffassung von z.B. Demokratie in arabischen Ländern total divergiert. Man muss schon in diesen Ländern gelebt haben, die Sprache sprechen, um tiefer in die Reaktionsweise dieser Menschen einzudringen. Hinzu kommen noch die von der Religion geprägten Verhaltensweisen und auch hier müssen Autoren mehr davon wissen um zu verstehen, weshalb bestimmte Reaktionen für uns fremd sind und unserem Verständnis für Demokratie widersprechen.
Das gilt natürlich für beide Seiten, nur gegenseitiges Verstehen ist die Grundlage für eine Annäherung. Das braucht Zeit, Geduld und Bildung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 13 von 14