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SPIEGEL-ONLINE-Leser zur Burka-Debatte: "Einem Gefängnis gebührt keine Toleranz"
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Gehört die Burka verboten? Oder muss die deutsche Gesellschaft den Gesichtsschleier ertragen? Lesen Sie hier, was SPIEGEL-ONLINE-Leser über die Vollverschleierung denken.

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Olaf 24.08.2016, 17:33
1.

Zitat von
"Ein Fetzen Stoff entscheidet, ob du in Deutschland sein solltest oder nicht. Nicht deine Kindheit, nicht deine Norm und Werte, nicht die Menschen, die dich lieben und auch nicht dein Menschsein... nein.. ein Fetzen Stoff trennt dich von allen diesen Dingen."
Wenn dieser Fetzen Stoff so unwichtig ist, kann man ja auch auf ihn verzichten.

Ansonsten wird er als Signal verstanden, dass man eben nicht in Deutschland angekommen ist.

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Katana Seiko 24.08.2016, 17:42
2. Ganz einfach..

Wir haben in Deutschland ein Vermummungsverbot. Das gilt für Männer die Steine auf Asylanten werfen wollen genauso wie für die Asylanten selbst. Und es gibt einfach Stellen, an denen Toleranz zu weit geht.

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stefan.martens.75 24.08.2016, 17:42
3. Meine Meinung

Jeder hat das Recht seine Dummheit offen zur Schau zu tragen.
Aber:
Die Burka ist ein Symbol und dieses steht fuer eine völlige gesellschaftliche Auslöschung der Frau. Der Mensch unter diesem Kleidungsstück existiert praktisch nicht mehr. Er ist aus der Gesellschaft entfernt.
Da stellen sich in der Tat Fragen.
Nackt darf auch niemand durch die Gegend laufen.
Und mehrere Symbole die für die Ächtung und Eleminierung bestimmter Gruppen stehen, sind auch verboten.

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Atheist_Crusader 24.08.2016, 17:42
4.

Zum letzten Kommentar: Nein.
Was mich betrifft, ist die Frage des nach-Deutschland-gehörens (oder generell in westliche Gesellschaften) primär eine Frage des Wollens.
Will ich ein Teil dieser Gesellschaften sein? Teile ich einen Großteil ihrer Werte, kann ich mich mit einem guten Teil ihrer Kultur identifizieren, möchte ich tatsächlich mit diesen Menschen leben?
Oder bin ich nicht doch eher auf der Suche nach einem wohlhabenden Land in dem ich genauso weiterleben kann, wie in dem Land aus dem ich (oder meine Eltern) komme?

Wenn man die ersten Fragen mit Ja und die letzte mit Nein beantworten kann, dann habe ich keine Probleme damit, dass diese Person hier lebt.
Aber Integration ist ein einziger großer Kompromiss und wer immer für eine Vollverschleierung ist, zeigt damit, dass er dies nicht verstanden hat. Anderen Menschen ins Gesicht blicken zu wollen ist ein Teil nicht verhandelbarer Teil unserer Kultur. Wer das ablehnt, gibt damit offen zu verstehen, dass er nichts auf die Menschen und die Gesellschaft hier gibt und sich so weit wie möglich von ihnen distanzieren will. Drastischer als mit so einer Vollverkleidung kann man das Problem mit den Parallelgesellschaften wohl nicht zeigen: "Ich lebe in eurem Land. Als mein Land will ich es nicht sehen, denn mit solchen wie euch will ich mein Land nicht teilen. Also bleibt mir vom Leib. Schaut mich nicht an." (bzw. "Schaut meine Frau nicht an! Mein Eigentum wird weniger wert, je mehr Leute es sehen!").

Nein, sorry. Kopftuch, Tschador, Burkini... finde ich alles nicht toll, aber das ist alles wenigstens ein Kompromiss und zeigt das Minimun an Respekt: das Gesicht. Und sollte deshalb meiner Ansicht nach auch nicht verboten werden.
Die Burka, Nikab und anderen Vollverschleierung dagegen ist die Spucke in unserem kollektiven Gesicht. Deutlicher kann man uns als Gesellschaft keine Absage erteilen.

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leutzscher 24.08.2016, 17:44
5. Diese Entscheidung ...

... sollte der jeweiligen Frau selbst zustehen. So steht es im Grundgesetz und auch nur so kann es ausgelegt werden. Alles andere ist wieder mal die übliche Rechtsbeugung.

Was nehmen sich einige wieder raus, im Namen dieser Frauen zu sprechen?

Natürlich darf niemand zu Burka & Co gezwungen werden. Aber einige werden ja schon hysterisch, wenn sie nur ein Kopftuch sehen.

Niemand käme auf die Idee, den Nonnen ihren Habit verbieten zu wollen. Warum eigentlich nicht? Auch das ist ein Zeichen der Unterdrückung der Frau im Christentum. Oder ist das wieder die gute Unterdrückung, weil westliche Tradition?

Haben wir echt keine anderen Probleme und Konzepte, die besser in die zeiten des Madrider hutaufstandes passen würde statt in eine (selbsternannte) aufgeklärte Gesellschaft mit Meinungs- und Religionsfreiheit?

Wer sich fürchtet, mit einer Trägerin von Burka & Co zu sprechen, muß das ja nicht tun. Nur was passiert mit diesen Frauen, wenn sie wirklich von ihren Männern unterdrückt werden? Das wird dann mit Verbot von Burka & Co ganz bestimmte deren Teilhabe am öffentlichen Leben steigern, gelle? Genau so, als würde man allen katholischen Frauen ab sofort die Verhüllung der weiblichen Brust verbieten. Die katholischen Männer würden die dann scharenweise barbusig auf die Straße schicken. Nu freilich!

Es gibt andere Mögichkeiten, für Frauenrechte einzutreten. Nur die Ecke, aus der gerade jetzt diese Getöse kommt, macht das ganz - zumindest als Vertretung für Frauenrechte - ziemlich unglaubwürdig. Es geht darum, dem Islam und den Muslimen einen mitzugeben.

Eine echte freiheitliche Gesellschaft könnte damit wesentlich entspannder umgehen.

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favela_pilar_ramirez 24.08.2016, 17:44
6. Privilegien

Das Fremde darf sich nicht in seiner Fremdheit isolieren. Die freiwillige Isolation von der Gesellschaft ist ein Privileg des Vertrauten und selbstverständlich der Reichen. Wer fremd bleiben will, kann dieses Privileg hier nicht erreichen. Höchstens als sehr Reicher.

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franky000_99 24.08.2016, 17:48
7. Ertragen?

Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Was meine Augen so alles ertragen müssen wenn ich über eine Fussgängerzone schlendere..... Ob eine Frau nun fast gar nichts an hat, oder von Kopf bis Fuss verschleiert ist, ist mir sowas von egal. Hier geht es doch gar nicht um die Burka, sondern den Isam im allgemeinen und dessen leider oft ziemlich totalitären Strukturen. Also doch nur ein "Stellvertreterkrieg"? Angst vor einer Burka als Symbol der Angst vor dem Islam? Wenn ich mich richtig erinnere sind katholische Nonnen auch nicht wirklich freizügig gekleidet. Wenn eine Frau keine Burka tragen will, dann soll sie es halt bleiben lassen. Wenn sie dazu gezwungen wird, kann es nicht die Aufgabe unserer Gesellschaft sein dieses Problem zu lösen! Helfen wir diesen Frauen wenn wir wir sie noch weiter ausschließen? Oder will man etwa hier die Islamophobie noch weiter anheizen? Ich kann und will diese lächerliche Diskussion nicht verstehen. Wie wenn es nichts wichtigeres gebe als wenn 0,001 % der Frauen sich nicht gesellschaftskonform anziehen. Mich hat eine Burka-Trägerin zumindest noch nicht in meiner persönlichen Freiheit eingeschränkt. Wer ernsthaft mit einer Burka ein Problem hat, sollte sich in einer ruhigen Minute wirklich einmal ernsthaft Gedanken machen ....

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cor 24.08.2016, 17:48
8. Unlogisch

"Ein Fetzen Stoff entscheidet, ob du in Deutschland sein solltest oder nicht"

Na wenn es nur um einen "Fetzen Stoff" geht, dann kann man den ja auch genau so gut ablegen, nicht wahr?

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martine-primus 24.08.2016, 17:49
9. Burka

gestern war eine Frau in einer blauen Burka abgebildet hier im Spiegel. Umgeben war sie von Kindern. Es war keine Nahaufnahme. Auf mich hat dieses Bild gewirkt, als sollte die Frau einfach nicht da sein. Also nicht DIESE Frau sondern FRAUEN. Als würden sie mit ihrem bloßem Dasein eine Schande für die Welt sein. Mich durchlief ein Schauer.
Nein, die Burka sollte verboten werden, ebenso wie der Nikab.

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