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Spitzenduo Göring-Eckardt/Trittin: Die Grünen zeigen ihr wahres Gesicht
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Die Urwahl der Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin ist die dritte große Zäsur in der Geschichte der Grünen. Nach Parteigründung und Regierungsverantwortung folgt nun: die neue Bürgerlichkeit. Eine Koalition mit der Merkel-CDU wird immer wahrscheinlicher.

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gerd.lt 11.11.2012, 00:30
140. Einparteiensystem

Das neue Spitzen-Duo könnte entscheidend sein bei der BW zu Gunsten von Rot-Grün, denn diese bürgerlichen Grünen die Frau Göring-Eckardt representiert sind die neue CDU, und zusammen mit der SPD wird ein breites Wählerspektrum abgedeckt. So weit, aber nicht so gut: wird doch überdeutlichen das es in allen Parteien Gruppen gibt die auch in anderen Parteien Mitglied sein könnten. Was bedeutet, dass wir im Grunde ein Einparteiensystem haben - ohne jegliche Opposition, denn die Differenzen der einzelnen Parteien sind so verschwindent gering, wie sie auch in jeder einzelnen Partei vertreten sind. Es geht bei der kommenden Wahl nur darum welche Gruppe die lukrativen Posten bekommt. Für eine lebendige Demokratie ist das eindeutig zu wenig. Die Linken sind sauer das sie nicht im Club der Vier dabei sind und die Piraten, was soll man dazu sagen? - wohlwollend: nichts!

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Milkshake 11.11.2012, 00:38
141. optional

Ich lese hier viele Vorurteile und Unwissenheit über die Grünen und Politik und Politiker im Allgemeinen. Die typischen Politikervorbehalte werden zum Besten gegeben.

Natürlich konnten die Grünen nach der Wahl 1998 mit gerade einmal 6,7% und 2002 mit ebenfalls mageren 8,6% der SPD mit 40,9% und 38,5% keine großartigen Kompromisse abtrotzen. So viel dazu, warum die Grünen damals die Agenda 2010 und andere hier kritisierten Programme mitgetragen haben.

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tariktell 11.11.2012, 00:55
142. Die Basis hat immer Recht...

Der Prozess ist brutal, das Ergebnis fuer die Verliererinnen grausam. Aber die Mitglieder der Partei haben, aus den Reihen der gruenen Nomenklatura, das richtige Fuehrungspersonal ausgewaehlt.

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Barxxo 11.11.2012, 01:00
143. Dürftig

Zitat von sysop
Die Urwahl der Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin ist die dritte große Zäsur in der Geschichte der Grünen.
Ich finde ziemlich dürftig, daß bei der Aufzählung der Zäsuren bei der Entwicklung der Grünen über folgende wichtige Punkte hinweg gegangen wurde:
1999 hat die Bundeswehr (...) zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik an einem verfassungsmäßig und völkerrechtlich umstrittenen Krieg – dem Kosovo-Krieg – teilgenommen.
(Wikipedia) Das war unter Rot-Grün und markiert das Ende der Grünen als Friedenspartei.
Und die Grünen haben die unsäglichen Harz4- Maßnamen gegen Arbeitslose mit getragen. Die Grünen sind nun die Partei der umweltbewussten Mittelschicht.

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stockberg 11.11.2012, 01:39
144. wohl angst

herr schwennike,
wohl wahr
jetzt wirds doch noch eng für frau merkel
ja wohl herr schwennike,

ps. wie sagt man noch , die hoffnung stirbt zuletzt - will heissen wenns für frau merkel mit der fdp nicht reicht - dann solls die grünen machen - ach nee herr schwennike

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HolgerS 11.11.2012, 02:32
145. Willkommen im Jahr 1969

Mit diesem Kommentar gibt der SPON zu, das der Jahreswechsel von 1968 nach '69 statt gefunden hat. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Warum allerdings traut sich SPON nicht selbst? Sie schicken einen außen stehenden vor, den Chefredakteur des Cicero. Ist also vermutlich ein Versuchsballon in Richtung Leserschaft, ob diese einen solch radikalen Schritt ertragen kann - falls nicht erklärt man dies vermutlich mit der Meinungsfreiheit: das wird man doch wohl noch sagen dürfen!

"Bei den Grünen hat nun die Basis die Tonschicht zwischen sich und der Parteispitze mit Hilfe der Urwahl durchdrungen."
Wenn nun zwischen der Parteiführung und ihren Soldaten eine wasserundurchlässige Tonschicht existiert, was hat die SPIEGEL-Redaktion zwischen sich und den Bürgern (also der Realität) dieses Landes geschaffen? Der ehemalige Regierungsbunker im Ahrtal ist gerade zu ein Beispiel von Offenheit und Pluralität im Vergleich zur deutschen Medienszene.

Sollte der Spiegel zum erstem Mal seit der Wiedervereinigung tatsächlich ein journalistisches Selbstbewusstsein entwickeln, das darin besteht, das man es als erste Pflicht versteht zu berichten was passiert ist und dann - natürlich als Kommentar (=Meinung) gekennzeichnet - eine Einordnung vornimmt. Oder ist dieser Artikel nur der Versuchsballon der Leserschaft einen Seitenwechsels der Redaktion weg von Grün-alternative Universalanspruch der Welterklärung zu vermitteln? Nur wohin, zur SPD? Zu den Rot-Roten?

Immerhin ein Riss im medial-politischen Komplex - ein kleiner grüner (bittere Ironie) Keimling, dass Meinungsfreiheit in Zukunft kein abstrakter Rechtsbegriff mehr sein könnte sondern sich tatsächlich in den Medien wiederfinden könnte.

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tomatosoup 11.11.2012, 02:44
146. Jauchzet, frohlocket,

auf, preiset die Tage! Das Weihnachtsoratorium ist nicht mehr fern, da ist bei den "Grünen" schon ein Reis entsprungen, aus einer Wurzel zart. Bisher schienen sie für maximal 15 % der Stimmen zu taugen, doch plötzlich zeigen sich innerhalb eines Jahres Knospen, aus denen eine neue Volkspartei aufblühen könnte. Keine Frage, bisher hatten die "Grünen" eher ein ödes Image, beliebt nur bei gläubigen "Grünen". Es war zuerst das Image der Krawallmacher und Kommunisten, später das Image der Karottenkuchen-Esser, Windmühlenprofiteure und Gutmenschen-Darsteller, jahrelang aber auch das Image der Brülltanten - wie etwa der koboldhaften Revolverschnauze Künast und der pausbackigen Gefühlsdrüse Roth, apricotmetallicblond. Es ist an der Zeit, dass die Grünen den kommunistischen Quark ihrer Vergangenheit endlich auf den Müll der Geschichte schmeißen und auf den Punkt kommen, der sie einzigartig machen sollte: Die Bewahrung der Umwelt, des blauen Planeten. Ich habe nie verstanden, was Steinewerfer und bekennende Kommunisten mit der Bewahrung der Umwelt gemeinsam haben. Eigentlich gar nichts. So gesehen, müssten die "Grünen" gerade hundertmal so konservativ sein wie der ohnehin schon ultrakonservative französische Landadel, nicht konservativ "schwarz", sondern eben konservativ "grün ". Die Kernkompetenz der "Grünen" sollte mehr im Humanismus als im Kommunismus liegen. Einer, der das inzwischen wohl verstanden hat, ist Trittin, einst strammer Kommunist im Kommunistischen Bund, heute eher Realist. Manchmal erinnert er mich entfernt an Talleyrand. Der war unter dem Ancien Régime Bischof, in der französischen Revolution Außenminister,dann Motor des Kaiserreichs Napoléons und von dem zum Fürsten gemacht, später Motor der Restauration, Vertreter Frankreichs auf dem Wiener Kongress und unter dem Bürgerkönig Louis Philippe dessen Botschafter in England. Zugegeben, Trittin war nie wirklich ein Diplomat, aber er hält sich verdammt wacker an der Spitze. Leute! Unterschätzt nicht Katrin Göring-Eckart! Seit Jahrzehnten waren Werte noch nie so gefragt wie heute. KGE symbolisiert genau das, was unserem Land gut täte: Ethik statt Monetik.

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Eimsbüttler 11.11.2012, 03:04
147. what to do?

Zitat von sdold
[...] In Wahrheit gibt es im kommenden Jahr - und das hat Katrin Göring-Eckardt ja heute auf den Punkt gebracht - die Alternative: Große Koalition oder Rot-Grün mit eventueller Beteiligung der FDP. Und das ist gut so.
Rot-Grün-Gelb? Wenn das gut so ist, sollte ich dann mal so ganz aus Jux und Dollerei FDP wählen?

Mach' ich nicht! Aber aus heutiger Sicht werde ich wohl am Wahltag einen ausgedehnten Spaziertag im Park unternehmen, um mich des Abends am Wahlsieg an der anstehenden schwarz-grünen Koalition erquicken zu müssen.

Na ja, vielleicht wähl' ich doch SPD ...

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sasma 11.11.2012, 03:50
148. Mit der Wahl dieser Protestantin

und ihrem ökologisch lustfeindlichem Kleinbürgertum haben sich die Grünen endgültig als linke Alternative verabschiedet. In BW regiert ein katholischer Schützenkönig und im Bund bald eine biologische Wolle zupfende Evangelikale. - Vielen Dank, Auf Wiedersehen

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montaxx 11.11.2012, 03:56
149. Vermutung.

Zitat von sysop
Die Urwahl der Spitzenkandidaten Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin ist die dritte große Zäsur in der Geschichte der Grünen. Nach Parteigründung und Regierungsverantwortung folgt nun: die neue Bürgerlichkeit. Eine Koalition mit der Merkel-CDU wird immer wahrscheinlicher.
Wenn Christoph Schwennicke über die -tatsächliche oder vermutete - Wandlung der Grünen schreibt,so schreibt er wohl auch ein bisschen über sich selbst.Man erinnere sich:Einst,für die "Süddeutsche" und den "Spiegel",schrieb er eher aus linker,linksliberaler Perspektive.Jetzt ist er Chef bei "Cicero",einem optisch hübsch aufgemachten politischen Coffee-Table-Magazin,das für fast jeden etwas bietet und fast keinem richtig wehtun will.Dort findet man ein süffig zu lesendes Sammelsurium aus (überwiegend) sanft Konservativem und Wirtschaftsliberalem,angereichert mit einer vorsichtigen Dosis Sozialdemokratischem und einer Prise Grün.

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