Forum: Politik
Spitzenposten in deutschen Parteien: Mitbestimmung unerwünscht
[M] DPA (8)

In Frankreich durften Millionen Bürger über den Präsidentschaftskandidaten der Konservativen entscheiden - in Deutschland sträuben sich die meisten Parteien gegen mehr Mitbestimmung. Warum?

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luny 22.11.2016, 20:42
60. Stimmt

Zitat von Proggy
Aus berechtigter Angst um intern ausgehandelte Posten, festhalten am parteiinternen Belohnungssystem, möglichst flexible Umgehung des eigentlichen Wählerwillens und undemokratisches besetzen von Listenplätzen.
Hallo Proggy,

das fängt ja schon auf der Kommunalebene an.

Wer da nicht "auf Linie" ist, kann seine politische Karriere knicken
oder es bei einer anderen Partei versuchen.

LUNY

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shaman-art 22.11.2016, 20:42
61.

Zitat von hamburg1975
Der Artikel ist schon bemerkenswert: da pusht sich in den USA mithilfe des sog. Volkes am Parteienestablishment vorbei an die Macht und schon will man das auch in Deutschland ermöglichen? Nein danke. Ich bin froh, dass unsere Parteien und solche Experimente seit Jahrzehnten ersparen. Selbsternannte "Volksvertreter" gab es schon genug. Ich bin für qualifiziertes Personal.
Worin besteht die Qualifikation unserer "Berufs-"Politiker? Doch nur darin, über viele Jahre hinweg einen ihnen wohlgesonnenen Klüngel geschaffen zu haben, der sie immer wieder auf vorderste Listenplätze hievt und ihnen damit die Mandate sichert. Abweichlern ist es innerhalb der großen Parten so gut wie unmöglich, sich bis in die vordersten Reihen vorzuarbeiten. Die werden schon vorher niedergemacht.

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buenaventura2012 22.11.2016, 20:48
62. In Frankreich...

... macht sich gerade jemand bereit, den Parteienstaat als solches in Frage zu stellen und hat damit gehörigen Erfolg! Emmanuel Macron hat bereits 100.00 Unterstützer, das sind mehr als die sozialistische Partei Mitglieder hat. Sicherlich hat der Mann auch populistische Standpunkte und ich will keine Lanze für ihn brechen, aber eines ist auch klar: die Parteien sind überflüßig geworden. Alle Kandidaten, für jede politische Regierungsposition, sollte direkt gewählt werden. MIt diesem Standpunkt hat er sicher die meißten Unterstützer in der fünften Republik mobilisiert! Der deutsche Michel trant wie üblich rum und traut sich nicht zu das politische System in Frage zu stellen. Ich bin der festen Überzeugung, daß die Bürger Europas nicht genug von Europa haben, sonder das politische System verachten, daß zu Vetternwirtschaft und Postengeschacher geradezu einlädt! Das ist die Frage um die es geht: Ist das Parteiensystem noch aktuell, macht nicht die neue Kommunikation diese wasserköpfige Vertreterei völlig unnötig?

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Neandiausdemtal 22.11.2016, 20:49
63. Nö!

Zitat von shaman-art
Das Problem ist, dass es dem Berufspolitiker völlig egal ist, was der Facharbeiter denkt oder was ihn im Alltag umtreibt. Das sind inzwischen getrennte Welten die kaum noch reale Berührungspunkte haben.
Das Problem hat Forist Paddel2 schon richtig formuliert. Sie stellen dagegen nur eine Behauptung auf, die auf weniger als 'ne halbe Stunde Beschäftigung mit Politik pro Tag schließen läßt.

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skeptikerjörg 22.11.2016, 20:49
64. Eigenartig

Niemand würde auf die Idee kommen, zu verlangen, dass Nicht-Mitglieder den Vorstand eines Vereins wählen sollen, dass Betriebsfremde den Betriebsrat wählen. Warum um alles in der Welt sollten dann Nicht-Mitglieder bestimmen, wen eine Partei für welches Amt oder welche Wahl nominiert. Wer sich einbringen will, soll Mitglied werden und sich am innerparteilichen Prozess beteiligen.

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traurigeWahrheit 22.11.2016, 20:49
65. Direkte Demokratie

ist ehrlich. Und genau das ist das größte Problem. Es würde zum Beispiel dem ganzen Land zeigen, das weder Schulz noch Gabriel die ganze Partei hinter sich haben. Angenommen, der eine erhält 55% von der Basis, der andere 45%. Wie will die SPD dann vernünftig Wahlkampf machen, wenn knapp die Hälfte der Mitglieder meint, der (vermeintliche) Sieger ist nicht der richtige Kandidat?

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mittagspause 22.11.2016, 20:50
66. Ein Blick in die USA zeigt,

dass es wohl auch nicht die optimale Lösung ist, wenn die Kandidaten von der Basis gewählt werden.
Ich verstehe es bis heute nicht aber das Verfahren hat dazu geführt, dass am Ende bei den Präsidentschaftswahlen die Wahl zwischen Pest und Cholera bestand.

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mikz 22.11.2016, 20:52
67. lieber Spiegel

hätte sich frau Merkel einer solchen Abstimmung gestellt, wäre sie entgegen eurer Durchhalteparolen bereits jetzt untergegangen wie die Titanic. So hat sie wegen ihrem königstreuen SED Präsidium nochmal 10 Monate Aufschub

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austromir 22.11.2016, 20:55
68. Klare Antwort

Die Antwort lautet: weil es so im Grundgesetz steht. Das mag man für ein Werk halten in dem man schnell einmal nachliest wenn man vor der AfD Angst hat, aber es empfiehlt sich doch hin und wieder es zu lesen. Als EInwand mag nun kommen, dass das Grundgesetzt doch doof ist und eine Direktwahl doch viel spannender (jedenfalls für Journalisten die zwischen Wahlen nicth wissen was sie schreiben sollen). Aber da war doch irgendetwas in der deutschen Geschichte, das zu diesem grundgesetzt geführt hat. Was war das noch einmal?
Geschichte? Kein Hauptfach für Journalisten?

Na dann, feste druff! Wenn die AfD populistisch kann, kann es der Spiegel allemal noch besser.

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luny 22.11.2016, 20:56
69. Einmal gewählt - schon geht es weiter

Zitat von carsten_wamser
Wir werden de facto nicht von gewählten Volksvertretern vertreten, sondern von undemokratisch ausgeküngelten Parteispitzen, die der ganzen Partei ihre Linie aufzwingen, weil man sonst keinen Listenplatz mehr bekommt. Statt des Parlaments entscheidet de facto also nur eine kleine Gruppe von Parteiführern, die nur intern bestimmt werden.
Hallo Carsten_wamser,

nach der "erfolgreichen Wahl" über einen oberen Listenplatz geht
es ja weiter.

Da zählt dann nicht mehr die eigene politische Meinung und auch
nicht die Meinung der Wähler, nein, da greift dann der "Fraktions-
zwang".

Das "Gewissen" wird nach den Wahlen bei der jeweiligen Fraktion
abgegeben und zur freien Verfügung gestellt, um die eigene
politische Karriere zu fördern.

LUNY

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