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Staatsakt für Helmut Kohl: Der letzte Handschlag
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Bill Clinton wurde persönlich, Emmanuel Macron politisch. Die Trauerfeier für Helmut Kohl hatte eine Würde, die wohl kein deutscher Staatsakt erreicht hätte. Angela Merkel gedachte zum Schluss noch einer weiteren Person.

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pauleschnueter 02.07.2017, 01:22
80. H Kohl

"hatte eine Würde, die wohl kein deutscher Staatsakt erreicht hätte"
Das ist als Aussage eine Frechheit, unpatriotisch und würdeloses Deutschlandschämen.

OK, abgesehen davon, der Kohl war nicht der "Macher" der Wiedervereinigung. Er war ein Nutznießer günstiger Umstände, die ohne ihn mit Sicherheit zu einem besseren Ergebnis geführt hätten.
Er war in seinen Reden peinlich und unbeholfen und auf internationalem Parkett eindeutig unfähig.

Und nur um das ganz klar zu sagen, ich bleibe so freundlich, weil ich über Tote nicht ungebührlich reden will. Aber das sind die Fakten.

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atmin 02.07.2017, 01:23
81. Und jetzt gut...

Dieses Kapitel hat zweifellos nichts anderes verdient als geschlossen zu werden.

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gibmichdiekirsche 02.07.2017, 02:03
82. Würdig...

Zitat von Bayrischer Michel
Ein würdiger Schlusspunkt, den sollte man nicht zerreden.
Ob alles in aller Augen so "würdig" war, sei mal dahin gestellt.
Aber endlich ist ein Schlusspunkt unter die unwürdigen Streitereien der letzten Tage gesetzt und Helmut Kohl möge nun in Frieden ruhen.

Gefallen hat mir Bill Clintons Ansprache. Das war würdig und mit das Beste, was ich seit langem angesichts eines Sarges gehört habe.
Junkers Spruch mit dem "CDU-Ortsverein im Himmel" hätte er sich besser geschenkt.
Und bei Merkel fand ich zumindest ambivalent - erst distanziert und am Ende doch persönlich und versöhnlich. Stringent fand ich das nicht.

Positiv überraschend und darum "würdig" fand ich, dass der Prediger beim Requiem in Speyer Willy Brandts Ostpolitik als Wegbereiter der deutschen Einheit an Kohls Sarg erwähnte. Nicht nur, weil es wahr ist, sondern auch, weil diese Erwähnung dem Verstorbenen sicher nicht gefallen hätte.

Und dass im Dom die verworfenen Familienverhältnisse in angemessen diskreter Weise angesprochen wurden und im wahrsten und besten Sinne des Wortes ins Gebet genommen wurden, hat mich ebenfalls beeindruckt.

Weniger würdig erschien mir der Auftritt der Witwe Maike Kohl-Richter mit Sonnenbrille. Wenn sie als Hinterbliebene verweinte Augen hat, wofür jeder Verständnis und Mitgefühl haben dürfte, darf sie das doch auch zeigen statt eine heinoeske Brille zu tragen.

Ich hoffe aufrichtig, dass nach alledem nun nicht noch weiterer Streit der Hinterbliebenen durch alls Talkshows zieht.
Hoffentlich sind Kohls Söhne mit ihren Familien so konsequent, wie sie es heute waren, und tragen nicht wieder alles zu Lanz und Co.
Das wäre auch würdig, so bitter es für sie auch sein mag, dass sie draußen bleiben wollten (und womöglich auch mussten).

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Cochrane 02.07.2017, 02:03
83. Das Arrangement

war doch noch eher zuviel des Guten. Jeder andere als Kohl hätte eingessen, auch wenn Uli das fast auch hingekriegt hätte. Kohl griff in die Sozialkassen wie sein Kumpel Will Brandt auch. Ich weiß nicht, was Deutsche Arbeitnehmer oder Arbeitgeber solch einen Mann noch ehren wollen/sollen? Und unsere Nato-Freunde sind wohl mittlerweile nicht amüsiert, daß Kohl zu feige war, Jelzins Angebot, den russischen Teil Ostpreußens käuflich zu erwerben, wahrzunehmen. Alles in allem, war Kohl eine schlechte Wahl. Und daher waren sicher auch Kohls Maßstäbe der Förderung anderer, keine guten.

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flaps25 02.07.2017, 02:05
84. @ schroedgt, #25

Zitat: "Kohl selber wollte doch keinen deutschen Staatsakt" Sagen wir mal so: Frau Kohl-Richter wollte es nicht. Er selber war zuletzt schwach und krank, ich bezweifle stark, dass er diesbezügliche Entscheidungen (gegen einen deutschen Staatsakt) getroffen hat. Der Mann war 16 Jahre Bundeskanzler und er wusste, dass das gewisse Verpflichtungen und Abläufe mit sich bringt. Selbst wenn es Verfügungen von Kohl selber gibt - die dürften unter starken Einfluss der Frau Kohl-Richter entstanden sein... Die zuletzt immer wieder kolportierte angebliche Anti-Haltung Kohls gegen Deutschland glaube ich nicht so recht. Diese Darstellung passt aber ziemlich gut zum Persönlichkeitsprofil der Frau Kohl-Richter. Einen alten, kranken Mann abzuschotten und hernach zu manipulieren ist nicht sehr schwer. Ich hab ein blödes Gefühl bei allem, was da zuletzt als angeblicher Wille Kohls bzgl. seiner Söhne und seiner Beerdigung behauptet wird seitens der Witwe.

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Grummelchen321 02.07.2017, 02:12
85. Lobhuddelei für

jemanden der nur die Gunst der Stunde zu nutzen wusste.Hinterher stellte sich heraus das er dies wohl auch kriminellen Machenschaften zu verdanken hatte.Korruption in der Politik ist ja leider nicht wirklich strafbar.

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Zazura 02.07.2017, 02:30
86. schwierig

Für mich ist diese ganze Berichterstattung und auch das "Abhandeln" dieser Beerdigung recht schwierig.
Ich halte Helmut Kohl nicht für einen guten Kanzler und Staatsmann, er hat zu oft bewiesen, dass er andere Menschen/Meinungen missachtete, seine diversen Affären waren bereits damals ein absolutes No Go für mich.
Diese posthume Heldenverehrung verdient er aus meiner Sicht durchaus nicht, speziell auch, was die Wiedervereinigung und der Umgang mit den Menschen in der Ex-DDR anbetrifft.
Um es schlicht zu sagen, ich habe ihn immer für vieles verachtet. Und nun ist er tot, was allen Menschen irgendwann einmal passiert ;-) auch mir geschehen wird.
Was da nun gelaufen ist, hat in mir eher das Gefühl des Verdrusses und auch ehrlich gesagt der Verachtung bestärkt. Hatte er das nötig? Diese Verklärung, diese Selbsterhöhung, egal ob durch ihn verursacht oder durch seine Witwe? Wenn ja, dann dauert er mich.

Für mich ist und bleibt er eine sehr suspekte Persönlichkeit, niemand den ich achten konnte wie Brand oder Heinemann oder von Weiszäcker.
Möge er trotzdem in Frieden ruhen, auch wenn er diesen zu Lebzeiten offensichtlich nie gefunden hat. Für mich ein bedauernswerter Mensch letztendlich.

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Zazura 02.07.2017, 02:31
87.

Für mich ist diese ganze Berichterstattung und auch das "Abhandeln" dieser Beerdigung recht schwierig.
Ich halte Helmut Kohl nicht für einen guten Kanzler und Staatsmann, er hat zu oft bewiesen, dass er andere Menschen/Meinungen missachtete, seine diversen Affären waren bereits damals ein absolutes No Go für mich.
Diese posthume Heldenverehrung verdient er aus meiner Sicht durchaus nicht, speziell auch, was die Wiedervereinigung und der Umgang mit den Menschen in der Ex-DDR anbetrifft.
Um es schlicht zu sagen, ich habe ihn immer für vieles verachtet. Und nun ist er tot, was allen Menschen irgendwann einmal passiert ;-) auch mir geschehen wird.
Was da nun gelaufen ist, hat in mir eher das Gefühl des Verdrusses und auch ehrlich gesagt der Verachtung bestärkt. Hatte er das nötig? Diese Verklärung, diese Selbsterhöhung, egal ob durch ihn verursacht oder durch seine Witwe? Wenn ja, dann dauert er mich.

Für mich ist und bleibt er eine sehr suspekte Persönlichkeit, niemand den ich achten konnte wie Brand oder Heinemann oder von Weiszäcker.
Möge er trotzdem in Frieden ruhen, auch wenn er diesen zu Lebzeiten offensichtlich nie gefunden hat. Für mich ein bedauernswerter Mensch letztendlich.

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heinrich.busch 02.07.2017, 02:37
88. Viele schreiben über die

Ausgrenzung seiner Söhne und Enkelkinder. Aich, dass es wohl sein Wunsch war. Als jemand der sehr oft mit ähnlichen Mustern der familiären Zwistigkeit konfrontiert ist glaube ich schon das die "aufopfernde Pflegerin" lenkend eingegriffen. Isolstion, nicht mehr intellektuell auf Augenhöhe, schlecht hören und sehen und ständig eine Souffleuse am Ohr ändert schon ganz erheblich die eigene Sichtweise. Frau "Richter" ist pensionstechnisch gut versorgt und war sicher auch eines ihrer selbstlosen Ziele.
Von daher ist alles im normalen Lebensraum.
Bleibt am Ende der politische Teil und da hat er bei der EU mehr als in D zu suchen. Das er zufällig noch im Amt war als einer der grössten und weitsichtigen Politiker der Welt in der SU/GUS oder Russland an den Hebeln sah's war reiner Zufall und kein Verdienst.
Er soll in Frieden mit seinem Ehrenwort ruhen!

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Sponti@abwesend.de 02.07.2017, 02:57
89.

Zitat von flaps25
... jemand, der 16 Jahre deutscher Bundeskanzler war, in Deutschland keinen Staatsakt bekommt, ist beschämend. Daran ändert ein (zusätzlicher) europäischer Staatakt nichts. Vermutlich wurde das aber von der schwarzen Witwe verursacht, nicht von Kohl selber oder gar den deutschen Protokollbeamten. Ein peinlicher Fauxpas, den man nicht schönreden muss.
Danke, zum Kotzen ist ihr Beitrag für mich 1970er, ein Lügner, Betrüger das ist dieser Kohl!

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