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Staatsbesuch in Frankreich: Gauck ermutigt Hollande zu Reformen
DPA

Zum Auftakt seines Besuchs in Frankreich hat Joachim Gauck für mehr Reformwillen im Nachbarland plädiert. Der Mut zu Veränderungen sei in Deutschland belohnt worden, sagte der Bundespräsident. Es ist der erste Staatsbesuch eines Bundespräsidenten in Frankreich seit 1996.

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analysatorveritas 03.09.2013, 20:43
1. Gauck ermutigt und zieht Bilanz!

Zitat von sysop
Zum Auftakt seines Besuchs in Frankreich hat Joachim Gauck für mehr Reformwillen im Nachbarland plädiert. Der Mut zu Veränderungen sei in Deutschland belohnt worden, sagte der Bundespräsident. Es ist der erste Staatsbesuch eines Bundespräsidenten in Frankreich seit 1996.
Joachim Gauck hat für mehr Reformwillen im Nachbarland Frankreich plädiert. Der Mut zu Veränderungen sei in Deutschland belohnt worden, sagte der Bundespräsident.

Nun, wie man heute aus den französischen Medien entnehmen konnte, hält Frankreich an der Rente mit 62 Jahren fest. Was ja auch kein Problem darstellt, da man sich in einer gemeinsamen Währungsunion befindet. Im Notfall hilft die EZB, die Rettungsfonds, man nutzt auf französischer Seite den völlig intransparenten STEP-Markt.

Nun zu Deutschland: Leider ist unserem werten Bundespräsident wohl einiges entgangen. Die finanziellen Aufwendungen der deutschen Einheit (ca. 2.000 Milliarden Euro, dabei läuft bald der Solidarpakt 2 aus), die marode Infrastruktur, der aktuelle Haftungspegel im Eurorettungsspiel beträgt nach IFO-Angaben ca. 692 Milliarden Euro.

Viele deutsche Städte, Landkreise und Gemeinde sind heute schon praktisch zahlungsunfähig und halten sich mit Kassennotkrediten über Wasser. Die Einkommensentwicklungen in Deutschland waren in den letzten Jahren äußerst bescheiden (einmal sehr höflich formuliert), trotz exorbitanter Leistungsbilanzüberschüsse, hoher Kapitalexporte gen Süden, trotz der zeitweisen sehr hohen Kapitalbeschaffungskosten für Unternehmen in Deutschland, Suppenküchen, Kinderarmut und prekäre Arbeitsverhältnisse sind ein Markenzeichen des neue deutschen Euro-Wirtschaftswunders. Die EZB-Politik dient nur noch dem bedinungslosen Erhalt dieser neuen multinationalen Einheitswährungszone mit ihren angeschlagenen und hilfsbedürftigen Mitgliedern. Der Vermögensbericht der EZB spricht für sich. Die Arbeitslosigkeiten in der Eurozone erreichen Rekordwerte, die Banken bedürfen der Stützung durch die Fonds, durch Staaten und durch die EZB. Eine Bankenunion steht schon am Start.

Offenbar lebt man in Berlin in einer ganz anderen Welt, die Berliner Luft sozusagen. Ein riesiger Zuschussbetrieb, wie auch die EU und die Eurozone. Wir sind alternativlos auf einem guten Weg, wir haben nur vom Euro profitiert, kein Land haftet oder bürgt für die Schulden anderer Länder, die Hilfspakete laufen aus, das haben wir ganz klar vereinbart. Worte, Reden, Absichtserklärungen, Schall und Rauch, Schnee von gestern, Politikerworte ohne Bedeutung und Inhalt.

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incognito666 03.09.2013, 20:56
2. Anhand

des Beispiels "Agenda 2010" kann man ja sehen, wie die Arbeitnehmerschaft vom Reformwillen der Regierung belohnt wurde. Ja, die Wirtschaft und vor allem die Elite haben davon profitiert und Hollande sollte als Sozialist nicht den Fehler machen und die neoliberale Sozialstaatseindämmung a la Merkel auf sein Land übertragen. In Sachen Gleichberechtigung Homosexueller sind uns die Franzosen wenigstens einen Schritt voraus.

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tromsø 03.09.2013, 22:12
3. Nix Reformen

Es kann doch nicht sein dass Sozis die Reformen machen und die Konservativen die Früchte ernten. Hollande macht nicht den gleichen Fehler wie Schröder.
Wohlgemerkt: Reformen sind bitter nötig, Sarkozy und Chirac hatten genug Zeit

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bssh 03.09.2013, 22:13
4.

Viele bekommen Angst wenn sie das Wort nur hören. Das liegt daran, dass es inzwischen fast gleichbedeutend mit Sozialabbau und Entsolidarisierung ist.
Ich finde es sehr erschreckend, dass sich der Bundespräsident jetzt so deutlich auf die Seite der Agenda 2010 und damit gegen die Schwachen und für die Starken gestellt hat.
Mein Präsident ist er nicht mehr.

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linus65 03.09.2013, 22:56
5. Gähn,

Zitat von sysop
Zum Auftakt seines Besuchs in Frankreich hat Joachim Gauck für mehr Reformwillen im Nachbarland plädiert. Der Mut zu Veränderungen sei in Deutschland belohnt worden, sagte der Bundespräsident. Es ist der erste Staatsbesuch eines Bundespräsidenten in Frankreich seit 1996.
Reformen = Griff in die Taschen der Arbeitnehmer.
Gauck = personifizierter Neoliberalismus, der Typ ist wie trocken Brot, verknöchert, nur noch aalglatt, inhaltslos und verliebt in seine orthodoxe Marktdenke .... mehr kann er nicht.

Die Franzosen tun gut daran, nicht die idiotische Agenda-Politik aus Deutschland zu übernehmen. "Reformen" sind in D nix anderes als der grösste Raubzug in der Geschichte von 1-2 % gegen 98/99 % der Bevölkerung. DER REST EUROPAS HAT DIESE DT. SCH ... GRÜNDLICH SATT. Dt. Wirtschaftspolitik ist eine einzige Katastrophe, welche Europa in den Abgrund reissen wird ... -
Grösster Niedriglohnsektor in EUR
Vernichtung der Lebensleistung vieler durch Hartz4 (50-jährige, unverschuldet arbeitslos geworden, vorher gut verdienend, müssen sich wie Dreck behandeln lassen ....)
Zwang zu 1 €-Jobs, Vernichtung vieler Kleinbetriebe dadurch -
Dumpinglöhne, millionenfach, welche FAIR bezahlende mittelständische Unternehmen in die Pleite treiben, sehr intelligent .. (dann sollen die Leute noch zum Amt um zu betteln .. wo gibt es sonst noch so EINEN WIDERWÄRTIGEN UNMORALISCHEN DRECK ???)
Rente mit 67; wer arbeitet dann noch ?, die meisten können nicht, oder wurden schon vorher "ausgesondert" ... de facto eine Rentenkürzung ! (dafür sollen die BfA-Beittragszahler (!) jetzt die Mütterrentenpunkte für Geburten vor '92 bezahlen, BRAVO !!! (nicht etwa der Steuerzahler !!)
Statt die Rentenbeiträge gemäss Produktivitätszuwachs sukzessive langsam zu steigern (z.B. bleiben die Lohnzuwächse weit hinter diesen zurück, wird der ANSTIEG dann eben mal zu 100 % durch die Arbeitgeber getragen ..), werden sie, man glaubt's nicht: JA, GESENKT, selten dämlich ..... (und die Leute finden's noch gut ...)
Leiharbeit (neue Sklaverei)
Zeitarbeit (neue Sklaverei II, Brücke zu einer Dauerbeschäftigung: dummes Zeug
Befristete Verträge: bei + 50 % der unter 30-jährigen (wer kann bei so einer Sch... an die Gründung einer Familie denken, an Kinder denken, vielleicht daran denken, einmal ein Haus zu bauen ?????

Und dann bläst sich so einer wie Brüderle noch grosskotzig im TV auf und findet dies alles 'ne tolle Sache die andere gefälligst übernehmen sollen sollten !!! ("wir haben unsere Hausaufgaben gemacht !") es ist einfach zum davonlaufen, soviel geballte Dummheit ....

Solch eine Politik gehört: WEG !!

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rics 03.09.2013, 22:59
6. Ich kann

die leeren Phrasen und Worthülsen des"Präsidenten" nicht mehr hören. Unnötig wie ein Kropf, dieses politische Amt.

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maxbee 04.09.2013, 03:34
7.

Zitat von sysop
Zum Auftakt seines Besuchs in Frankreich hat Joachim Gauck für mehr Reformwillen im Nachbarland plädiert. Der Mut zu Veränderungen sei in Deutschland belohnt worden, sagte der Bundespräsident. Es ist der erste Staatsbesuch eines Bundespräsidenten in Frankreich seit 1996.
Ja, ja, der Mut zu Reformen (Agenda 2010) hat Deutschland vorangebracht. Allerdings auf Kosten der Bürger:

1.) Sinkende Reallöhne seit über 10 Jahren - als einziges Industrieland weltweit (nach ILO - gilt allerdings nicht für Politiker wie Gauck & Co.).
2.) 24% Niedriglöhner - Europarekord!
3.) Dadurch bedingte Altersarmut.
4.) Erhöhung des Renteneintrittalters = Senkung der Renten.
5.) Massive Kürzung der Sozialleistungen.
6.) Erhöhung der Steuern (3% MWSt + kalte Progression)

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reinholdw 04.09.2013, 04:20
8. Gauck in Frankreich

Konnte er sich nicht zurueckhalten mit seinen "guten" Ratschlaegen? Das steht uns Deutschen schlecht an unsere Nachbarn zu belehren! An Hollandes's Stelle haette ich geantwortet: Deutschland solle bitte acht geben keinen Hitler emporkommen zu lassen, der Europa bevormunden und den 3. Weltkrieg vom Zaune brechen koennte!

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seine-et-marnais 04.09.2013, 07:00
9. Mut zur Veränderung, aber ja

Zitat von sysop
Zum Auftakt seines Besuchs in Frankreich hat Joachim Gauck für mehr Reformwillen im Nachbarland plädiert. Der Mut zu Veränderungen sei in Deutschland belohnt worden, sagte der Bundespräsident. Es ist der erste Staatsbesuch eines Bundespräsidenten in Frankreich seit 1996.
Als deutscher Migrant in Frankreich habe ich gestern meine Briefwahl abgeschickt. Da habe ich meine Zweitstimme der Anti-Euro-Partei gegeben. Warum? Damit dieses ständige Gedöns der deutschen Politiker aufhört die aller Welt vorschreiben wollen dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll. Jedes Land, jede Bevölkerung hat andere Ansprüche, Lebensweisen, Traditionen, die sind in einem Euroland nicht möglich. Daher meine Reaktion bei der Wahl, Mut zur Veränderung durch Abschaffung des €.
Wo unser lieber Staatspastor dann aber mit Hollande sprechen könnte, das wäre die Rolle die der jetzt im Syrienkonflikt spielt. Er allein kann aufgrund der Rechtslage über Krieg und Frieden entscheiden. Hollande steht zur Zeit gegen die Mehrheit der Franzosen (74% gegen), wohl auch die Mehrheit der Politiker, allein da um einen Militäreinsatz zu befehlen. Dabei hat genau Hollande früher im Parlament diese Machtfülle des Präsidenten angegriffen. Also könnte ihm der Herr Gauck doch einmal erklären warum in Deutschland aufgrund historischer Erfahrung die Rolle des Präsidenten beschnitten ist und eine parlamentarische Kontrolle der Exekutive nötig ist.

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