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Stadt, Land, Frust: Hochburgen und Tiefpunkte - die Hessenwahl auf einen Blick
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Hessen hat gewählt - aber beileibe nicht überall gleich: Was Kassel von Fulda unterscheidet, wie sich Großstädte vom ländlichen Raum absetzen und wo die AfD stärkste Kraft wurde. Der Überblick.

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b1964 29.10.2018, 16:18
1. Starke Verluste in den Hochburgen

Auch wenn die CDU in ihrer Hochburg Fulda noch immer die mit Abstand stärkste Kraft sind, waren dort die Verluste aber besonders dramatisch: 16% im Wahlkreis Fulda I (mit Fulda Stadt) und 18% in Fulda II (Vororte und Rhön). Es fällt auf, dass dort die AfD in ungefähr diesem Umfang zugelegt hat. In Fulda liegen die Grünen aber ungefähr auf Landesniveau. Die These, dass die AfD immer dann stark ist, wenn die Grünen schwach sind, stimmt also nur bedingt. Gerade im schwarzen Fulda spricht viel dafür, dass viele CDU-Wähler einfach zur AfD abgewandert sind. Das würde mich auch schon deshalb nicht wundern, weil die Fuldaer CDU ziemlich CSU-affin ist, mithin mit dem liberaleren Merkel-Kurs noch nie was anfangen konnte. Der "echte" Fulder hatte mithin die AfD als Option, die noch am ehesten seiner Sehnsucht nach einre CSU entsprach. Wahlanalyse sollte man nicht von der Ferne, sondern mit Ortskenntnis machen!

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jan07 29.10.2018, 16:34
2.

Besonders bemerkenswert finde ich, dass 14 Prozent der Wähler mit Migrationshintergrund der AfD ihre Stimme gegeben haben sollen. So 'ausländerfeindlich' kann die Partei also wohl nicht sein, wie es immer gerne kolportiert wird.

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b1964 29.10.2018, 16:55
3. Kompliziert

Zitat von jan07
Besonders bemerkenswert finde ich, dass 14 Prozent der Wähler mit Migrationshintergrund der AfD ihre Stimme gegeben haben sollen. So 'ausländerfeindlich' kann die Partei also wohl nicht sein, wie es immer gerne kolportiert wird.
Jetzt wird es kompliziert. Zum einen sind hier nur relevant deutsche Staatsbürger. Es ist bekannt, dass die sog. "Russlanddeutschen" eine deutliche Affinität zur AfD haben. Diese sind aber auch "Wähler mit Migrationshintergrund". Unter Kohl wurden diese ja durchaus auch mit dem Kalkül nach Deutschland geholt, dass sie das schwindende konservative Wählerpotential aufstocken. Dann sollte man berücksichtigen, dass die größte Gruppe der Doppelstaatler die Deutsch-Polen sind (und nicht etwa Türken). Auch dieser Gruppe traue ich einen leichteren Zugang zur AfD zu. Dass ein Deutsch-Türke AfD wählt, würde ich hingegen jetzt mal eher als Randerscheinung vermuten, weil die AfD ja schon recht deutlich islamophob auftritt. Solche Zahlen mal präzise aufzuschlüsseln, wäre aber sicher interessant.

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muellerthomas 29.10.2018, 17:09
4.

Zitat von jan07
Besonders bemerkenswert finde ich, dass 14 Prozent der Wähler mit Migrationshintergrund der AfD ihre Stimme gegeben haben sollen. So 'ausländerfeindlich' kann die Partei also wohl nicht sein, wie es immer gerne kolportiert wird.
*LOL
soll das ein ernstgemeintes Argument sein?

Bei Russlanddeutschen ist die AfD sogar sehr beliebt.

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columbo1 29.10.2018, 17:10
5.

Zitat von jan07
Besonders bemerkenswert finde ich, dass 14 Prozent der Wähler mit Migrationshintergrund der AfD ihre Stimme gegeben haben sollen. So 'ausländerfeindlich' kann die Partei also wohl nicht sein, wie es immer gerne kolportiert wird.
Um meinen Vorredner noch zu ergänzen:
Zu den Russlanddeutschen kommen noch andere Gruppen von Deutschen, die aus Osteuropa nach 1990 nach Deutschland gekommen sind und von denen wahrscheinlich auch nicht wenige eine gewisse Vorliebe für autoritäre Parteien haben.

Der Rassismus, der in der AfD recht weit verbreitet zu sein scheint, richtet sich ja wohl hauptsächlich gegen Personen aus Vorderasien und Afrika.

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localpatriot 29.10.2018, 17:11
6. Wie kann man das erklären?

Wie man es dreht, es sind Zeichen der Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Regierungsgruppe. Hessen steht an 5. Stelle in der Reihe der Bundesländer nach BIP, Bayern an zweiter. BIP pro Kopf liegt mit 44.804 Euro etwa 15% über dem Bundesdurchschnitt.
Unter den Arbeitern steht die AFD vor der SPD und die Grünen machen das Rennen in den Stadtgebieten.

Wenn man Hessen und Bayern zusammen betrachtet, dann sieht man eine grundlegende Verschiebung der politischen Vorzüge welche in erster Linie die Grünen bevorzugt und gleichzeitig den Rechtsruck gerade unter jenen Gruppen bestätigt welche eigentlich der Linken Seite der Politik zugehörig waren nämlich unter der Arbeiter Klassifizierung (23% AfD, 22% SPD). .

Man hat das Gefühl die Menschen fühlen sich von ihrer traditionellen Vorzugspolitik verlassen und den Grünen wird plötzlich die Rolle einer Volkspartei zugeteilt.

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Guerilla_77 29.10.2018, 17:26
7. ...

Zitat von jan07
Besonders bemerkenswert finde ich, dass 14 Prozent der Wähler mit Migrationshintergrund der AfD ihre Stimme gegeben haben sollen. So 'ausländerfeindlich' kann die Partei also wohl nicht sein, wie es immer gerne kolportiert wird.
Nicht jeder Migrant ist Moslem...

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skylarkin 29.10.2018, 17:55
8.

Interessant wären die Anteile der Grünen und AfD in den einzelnen Stadtteilen in Frankfurt. In HH ist es so, dass zwar die AfD schwächer ist als im Bundestrend, aber es auch innerhalb der Stadt Hochburgen und schwache Gegenden gibt. In HH ist die AfD vor allem in Stadtteilen mit hohem bis sehr hohem Migrantenanteil erfolgreich, während die Grünen in wohlhabenden Gegenden die meisten Erfolge feiern. Es gibt zwar Ausnahmen wie einige Kiezstadtteile aber generell ist dieser Trend erkennbar.

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rösti 29.10.2018, 17:58
9.

Zitat von jan07
Besonders bemerkenswert finde ich, dass 14 Prozent der Wähler mit Migrationshintergrund der AfD ihre Stimme gegeben haben sollen. So 'ausländerfeindlich' kann die Partei also wohl nicht sein, wie es immer gerne kolportiert wird.
Das sind sicher Leute aus Ungarn und aus dem ehemaligen Jugoslavien !? .....wer die AfD nicht für fremdenfeinflich hält ist als Kind zu heiss gebadet worden / Schwachsinn hoch zwei - zur Zeit in Deutschland wohl weit verbreitet!

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