Forum: Politik
Start der offiziellen Suche: Bis 2031 soll ein Atommüllendlager her
DPA

Aus den Fehlern bei Gorleben will die Politik gelernt haben: Bund und Länder starten die offizielle Suche nach einem Atommüllendlager - dabei soll keine Region ausgeschlossen werden.

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vetris_molaud 05.09.2017, 19:26
20. Weiße Landkarte?

Jede potentielle Endlagerstätte liegt mehrere Hundert Meter unter einem Wahlkreis. Die Landkarte, auf der alle Wahlkreise mit Direktmandaten verzeichnet sind, dürfte die elementare Grundlage der "ergebnisoffenen" Standortsuche sein. Geologische Formationen, Verkehrsanbindung und so weiter dürften für die Politiker vollkommen vernachlässigbare Kritikpunkte sein ...

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Poco Loco 05.09.2017, 19:30
21. Nicht verzagen, Trittin fragen....

Ich glaube Herr Trittin hätte da was günstiges auf dem Schirm, so für ca. 22 Milliarden Euro, soviel mussten doch die Atomkraftbetreiber dafür ins Sparschwein tun. Nur für das Geld wird das wohl kaum hinbekommen, da muss dann wieder der Steuerzahler u. Stromverbraucher ran, um den Dreck wegzuräumen. Vor allem der Anspruch dass das "End"lager für eine Million Jahre oder länger sicher sein soll ist unmöglich zu erfüllen, die Asse hat nicht mal 20 Jahre die schön geredeten Prognosen einhalten können. Das Atomstrom billig sei war wohl doch nur eine Illusion der Politiker und der Konzerne.

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carinanavis 05.09.2017, 19:34
22. Selbstverständlich

Zitat von knuty
Nein, das geht nicht. Es gibt keinen Reaktortypen der Atommüll verbrennen kann. Das gehört zu den sog. "Fake News".
können sogenannte abgebrannte Brennstäbe in Schwerwasserreaktoren wie dem CANDU-Typ als normaler Brennstoff verwendet werden ohne dass eine erneute Urananreicherung auf ca. 5% U235 notwendig wäre. Dieser Reaktortyp funktioniert auch mit Natururan (0,7% U235) und benötigt also viel weniger spaltbares Material.

Falls die schon in Versuchsanlagen durchführbare Transmutation der radiokativen Abfälle auch in großtechnischem Maßstab umgesetzt wird, sind Endlagerzeiten von nur noch wenigen 100 Jahren erforderlich.

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mediator 05.09.2017, 19:37
23.

Zitat von ir²
http://nuklearia.de/2016/12/09/strom-aus-atommuell-schneller-reaktor-bn-800-im-kommerziellen-leistungsbetrieb/ .... Ein wesentlicher Punkt, der zu dieser Entscheidung führte, ist die Fähigkeit des BN-800, nicht nur Uran, sondern auch Plutonium und die übrigen Transurane als Brennstoff zu nutzen. Diese hochradioaktiven und langlebigen Stoffe fallen beim Betrieb üblicher Kernreaktoren als Atommüll an und lassen sich dort nicht weiter verwerten. Allerdings enthalten diese Abfälle noch 96 Prozent der ursprünglich im Kernbrennstoff steckenden Energie, also fast alles. Schnelle Reaktoren wie der BN-800 sind in der Lage, diese Energie freizusetzen und Strom daraus zu gewinnen. Die bessere Brennstoffausnutzung führt zu viel weniger Reststoffen, die außerdem erheblich geringere Halbwertszeiten aufweisen und somit viel schneller abklingen.
Danke für den Literaturhinweis. Die Literaturstelle habe ich noch nicht gekannt daher nochmal: Danke.

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montecristo 05.09.2017, 19:38
24. Ich als Unwissender nutze mal Wiki

Zitat von knuty
Transurane können nicht als Brennstoff genutzt werden. Pu wird auch in dt. Reaktoren als Brennstoff genutzt. Nein, abgebrannte Brennstäbe enthalten nicht 96% von irgendeiner herbeifantasierten Energie. Und nein, der BN-800 ist bloß ein ganz normaler Schneller Brüter, bei dem 1/3 des U235 durch Pu239 ersetzt wird, wie bei jedem dt. und franz. Reaktor auch. Pu239 aus einem Schnellen Brüter hat dieselbe langen Halbwertzeit wie aus jedem anderen Reaktor auch oder etwa nicht?
"Schnelle Brüter
Arbeiten mit Uran-238 (oder seltener Thorium-232) als Brutstoff und mit schnellen Neutronen, wie sie bei Kernspaltungen freigesetzt werden. Als Kernbrennstoff dient Uran-Plutonium-Mischoxid (MOX). Die Brutzone (siehe unten) enthält Natururan- oder abgereichertes Uranoxid, das überwiegend aus 238U besteht. Der schnelle Brüter ermöglicht es somit, die Vorkommen von Natururan über 50-mal effizienter auszunutzen, benötigt hierzu für viele Reaktorarten allerdings den Aufbau einer Plutoniumwirtschaft."

Solche "Schneller Brüter" haben bisher nur die Russen mit BN 600 seit 2014 und BN 800 seit 2015. Die Deutschen haben bei der Entwicklung viel Geld ausgegeben in Kalkar (SNR-300), haben das Ding aber nie zum laufen bekommen.

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mediator 05.09.2017, 20:02
25.

Zitat von knuty
Transurane können nicht als Brennstoff genutzt werden. Pu wird auch in dt. Reaktoren als Brennstoff genutzt. Nein, abgebrannte Brennstäbe enthalten nicht 96% von irgendeiner herbeifantasierten Energie. Und nein, der BN-800 ist bloß ein ganz normaler Schneller Brüter, bei dem 1/3 des U235 durch Pu239 ersetzt wird, wie bei jedem dt. und franz. Reaktor auch. Pu239 aus einem Schnellen Brüter hat dieselbe langen Halbwertzeit wie aus jedem anderen Reaktor auch oder etwa nicht?
Wieder so eine in den Raum gestellte Behauptung, die schlicht falsch ist. Doch, Transurane können in Schnellen Reaktoren gespalten, d. h. verbrannt werden. Dabei wird Energie frei. Sie sind also Brennstoff! Die entstehenden Spaltprodukte sind - im Gegensatz zu den ursprünglichen Transuranen - nach wenige 100 Jahren ungefährlich.

Pu239 hat eine lange Halbwertszeit, da haben Sie Recht. Genau deshalb sollte es verbrannt und nicht beerdigt werden.

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spmc-12355639674612 05.09.2017, 20:39
26. Oberiridisch? Unterirdisch?

Zitat von knuty
Hm, oberirdisch in der Grube Messel lagern? Gerade oberirdisch kann es zu Komplikationen kommen. Ein unterirdisches Lager mit Zugriffsmöglichkeit wäre eine Möglichkeit, aber noch schwieriger zu bewältigen. Der Atommüll strahlt übrigens 1 Million Jahre lang und ist danach immer noch hochgiftig. Auf die Sonne zu schießen würde mehr Energie verbrauchen als damit erzeugt worden ist, selbst wenn es keine Gefahr durch Abstürze der Raketen geben würde. Und der Transport zu einem Startplatz, wie z.B. in Französisch-Guyana, wäre zu risikoreich. Und selbst von der Sonne könnte der Atommüll via Sonneneruptionen zurück zur Erde kommen. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, aber nicht gleich null.
Oberirdische Komplikationen (welche sollte es da geben, die bei unterirdischer Lagerung nicht auftreten können?) lassen sich auf jeden Fall wesentlich leichter in den Griff bekommen als unterirdische. Wer garantiert z. B., dass irgendwelche Stollen 10000 Jahre oder länger halten? Wer garantiert, dass die Lagerung so gut dokumentiert ist, dass die Menschen auch in 5000 Jahren noch wissen, wo welcher Müll unterirdisch liegt? Nach dem Chaos in Asse glaube ich jedenfalls nicht, dass unterirdische Lagerung funktioniert. Es stimmt natürlich, dass einige Bestandteile auch in 1000000 Jahren noch strahlen, aber das sind eher die harmloseren.
Auf die Sonne oder den Mond schießen ist mit der gegenwärtigen Raketentechnologie viel zu riskant, das ist richtig.

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Klimagas 05.09.2017, 22:07
27. Augen zu und durch

Zitat von knuty
Transurane können nicht als Brennstoff genutzt werden. Pu wird auch in dt. Reaktoren als Brennstoff genutzt. Nein, abgebrannte Brennstäbe enthalten nicht 96% von irgendeiner herbeifantasierten Energie. Und nein, der BN-800 ist bloß ein ganz normaler Schneller Brüter, bei dem 1/3 des U235 durch Pu239 ersetzt wird, wie bei jedem dt. und franz. Reaktor auch. Pu239 aus einem Schnellen Brüter hat dieselbe langen Halbwertzeit wie aus jedem anderen Reaktor auch oder etwa nicht?
und immer wieder der gleiche Unsinn. Nur ja nicht informieren. Das liebgewonnene, in Stein gemeißelte Halb- und Unwissen könnte in Gefahr geraten.

Ja der BN-800 kann als schneller Brüter betrieben werden.

Nein das ist nicht die einzige Verwendung. Der BN-800 kann auch so betrieben werden, dass er Transurane in Bruchstücke mit kürzerer Halbwertszeit spaltet und spaltet dann auch mehr Plutonium als er gegebenenfalls erbrütet.

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Badischer Revoluzzer 05.09.2017, 22:08
28. Die Wissenschaft sucht

hier ein Endlager das für 1 Million Jahre gut ist. Wie macht man das einem Politiker klar, der nicht mal länger als 5 Jahre vorausplanen kann.

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knuty 05.09.2017, 22:19
29.

Zitat von mediator
Wieder so eine in den Raum gestellte Behauptung, die schlicht falsch ist. Doch, Transurane können in Schnellen Reaktoren gespalten, d. h. verbrannt werden. Dabei wird Energie frei. Sie sind also Brennstoff! Die entstehenden Spaltprodukte sind - im Gegensatz zu den ursprünglichen Transuranen - nach wenige 100 Jahren ungefährlich. Pu239 hat eine lange Halbwertszeit, da haben Sie Recht. Genau deshalb sollte es verbrannt und nicht beerdigt werden.
Um Transurane zu spalten, braucht man Neutronen und zwar möglichst viele, weil die Wahrscheinlichkeit sie zu spalten sehr gering ist. Bei der Spaltung von Transuranen werden allerdings kaum neue Neutronen freigesetzt.
Wo sollen denn dann Neutronen herkommen, um eine Kettenreaktion aufrecht zu erhalten?

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