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Stauffenberg-Zeremonie: Merkel würdigt Mut der Widerstandskämpfer
Fabrizio Bensch/REUTERS

Bei der Gedenkfeier zum Hitler-Attentat findet Kanzlerin Merkel klare Worte: "Es gibt Momente, in denen Ungehorsam eine Pflicht sein kann", sagt sie. Der Mut der Widerstandskämpfer müsse uns auch heute leiten.

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lathea 20.07.2019, 14:10
1. Dann bitte auch gleich....

.....einen anderen Umgang mit Whistleblowern. Denn diese machen nicht viel anders, nur auf die friedliche Art und Weise.

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Emderfriese 20.07.2019, 14:15
2. Recht

"...Die Widerstandskämpfer seien Vorbilder. Ihre 'klare Haltung, ihr Mut' müssten 'uns auch heute leiten', sagte Merkel. Ihr Vorgehen bleibe eine Mahnung..."
Die Sozialisten und Kommunisten, die aufrechten Christen und Liberalen, die Bibelforscher, die Deserteure, Attentäter und Saboteure - wenn Frau Merkel all diese vielen Tausende zu Tode gekommenen Widerständler meint, so hat sie ganz Recht!

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mundi 20.07.2019, 14:17
3.

Viel von den späteren Widerstandskämpfer im konservativen Lager haben zwar das Hitlerregime abgelehnt, jedoch ab 1934 alle Vorteile genossen und von den Nazis profitiert.
So gab es bei den Militärs eine Masse von Beförderungen und Aussichten auf. Lukrative Posten. Die Unternehmer in der Rüstungsindustrie kümmerte nicht die sich abzeichnende Kriegsgefahr, sondern Aussichten auf Gewinne durch Rüstung.

Ein Beispiel: Elser, eher ein Linker, wagte ein Attentat als der erfolgreiche „Blitzkrieg“ in Polen im vollem Gange war.
Von Stauffenberg erst 1944, um den, nach seinen Worten, „sinnlos gewordenen Krieg zu beenden.

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arikimau 20.07.2019, 14:29
4. Schwierige Person

Er lehnte die parlamentarische Demokratie ab und ansonsten wäre er auch keine Lösung gewesen...

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dirkda 20.07.2019, 14:53
5. Naja.....

Stauffenberg war Nationalist. Ihm und seinen Konsorten schwebte nie ein demokratischer Rechtsstaat vor.
Ich hoffe Frau Merkel gedenkt eines Georg Elser's mindestens mit demselben Elan. Der lehnte Hitler von Anfang an ab, entschloss sich zum Attentat als es nicht schon zu spät war und wollte den Krieg verhindern. Plante alles allein und zog es dann auch noch durch. War halt keine strahlende Aristokratenfigur wie Stauffenberg, sondern bescheidener Handwerker und Sozialdemokrat.

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Racer2017 20.07.2019, 14:53
6. Heuchelei

Heute wire die Opposition oder Whistleblower mundtot gemacht.

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drent 20.07.2019, 14:54
7. Warum Bombe

und nicht Pistole? "Er" stand doch in Reichweite.

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MisterD 20.07.2019, 14:59
8. Fragwürdig...

hier werden überzeugte Nazis geehrt, die nur deswegen aufbegehrten, weil sie erkennen mussten, dass man sich im Osten gewaltig verkalkuliert hatte und der "bolschwestisiche Untermensch" nicht so leicht zu unterwerfen war. An diese Rassenideologie glaubte auch Stauffenberg, meines Erachtens, bis zum Schluss. Sein Motiv war nicht das Töten und Morden zu beenden, weil er es als falsch erkannt hatte. Sein Motiv war einzig und allein sein heiliges Deutschland vor der totalen Vernichtung zu bewahren. Zu lange hatte er vorher ergeben Hitlers Vernichtungskrieg gekämpft, als dass man ihn als Widerstandshelden wirklich feiern könnte. Die Männer vom 20. Juli hatten die Hosen schlicht voll, denn sie wussten alle, was ihnen im Osten noch blühen würde, kämpfte man dort weiter... insofern ist die Ehrung dieser Leute ok, sie haben es immerhin noch versucht, wenn auch viel zu spät. Aber mir fehlt die Abgrenzung zum echten Widerstand aus Überzeugung, wie von den Scholls, Bonhoeffer, Schmorell, Probst, Graf und den vielen, vielen Kommunisten und Sozialdemokraten, die im KZ jämmerlich verreckt sind...

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klmo 20.07.2019, 15:03
9.

Jedes Jahr muss die Monstranz Stauffenberg für den Widerstand gegen Hitler herhalten, die bei näherer Betrachtung als Ganzes erhebliche Risse aufzeigt.
Zu den Fakten:
Für den zweiten Sprengsatz war überhaupt kein Zünder nötig. Stauffenberg hätte die zweite Ladung nur in der Tasche belassen müssen. Mit Sicherheit brauchte man über obige Kausalität einen Wehrmachtsoffizier nicht darüber aufzuklären.
Daher ist vielmehr anzunehmen, dass Stauffenberg die übrigen Offiziere verschonen wollte und die Tasche mit der einen Ladung unmittelbar bei Hitler positionierte.
Und wenn man schon die Pistole als Attentat-Werkzeug ins Spiel bringt, warum hat der General Fellgiebel, ein Mitverschwörer, Hitler nicht mit seiner Waffe erschossen? Es ist nachgewiesen, dass sich Fellgiebel nach dem missglückten Attentat unmittelbar in der Nähe von Hitler befand.
Affinitäten siehe auch bei Gersdorff, der sich mit Hitler in die Luft sprengen wollte. Warum das Attentat nicht mit einer Pistole, 10 Minuten in der Nähe von Hitler hätten vollkommen gereicht.
Ebenso fatal das Versagen von General Kluge im Westen, wo trotz gescheiterten Attentat auf Hitler ein Putsch durchaus berechtigte Chancen gehabt hätte. Es bedurfte nur einen gemeinsamen Willen und die erforderliche Entschlossenheit.
Und genau daran hat es gefehlt.
Und was die Anfänge betrifft, ist der Eintrag bei Wiki über Stauffenberg weiterführend:
"Bei der Reichspräsidentenwahl im April 1932 sprach sich von Stauffenberg gegen den konservativ-monarchistischen Amtsinhaber Paul von Hindenburg und für Adolf Hitler aus, dessen Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 er ausdrücklich begrüßte."
Die Anmerkung Stauffenbergs zum Polen- und Frankreichfeldzug sind ebenfalls aufschlussreich.

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