Forum: Politik
Stauffenberg-Zeremonie: Merkel würdigt Mut der Widerstandskämpfer
Fabrizio Bensch/REUTERS

Bei der Gedenkfeier zum Hitler-Attentat findet Kanzlerin Merkel klare Worte: "Es gibt Momente, in denen Ungehorsam eine Pflicht sein kann", sagt sie. Der Mut der Widerstandskämpfer müsse uns auch heute leiten.

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rauschgiftengel 20.07.2019, 15:06
10. Und jedes Jahr auf's Neue...

Stauffenberg und der Großteil seiner Clique waren alles andere als Demokraten. Viele waren Monarchisten, für die mit dem Ende des Kaiserreichs eine Welt zusammengebrochen ist. Auch mit dem mörderischen Vernichtungskrieg, mit Rassenwahn und Großmachtstreben hatten Stauffenberg und Co. kein Problem - so lange wie der Krieg gut lief! Das "Gewissen" meldete sich erst, als den hochwohlgeborenen Herren mit schwindendem Kriegsglück die Felle davon zu schwimmen begannen. Mit schwerwiegenden persönlichen Konsequenzen hätten auch die hunderte und tausende Widerstandskämpfer zu rechnen - und viele viele viele haben diese auch erfahren. Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Pfadfinder, Christen, Juden, Kommunisten, Edelweisspiraten... Nur wird darum weniger Tam-Tam gemacht als um die Stauffenberg-Reaktionäre, die man als antifaschistischen Gründungsmythos für die Bundeswehr nutzen könnte. Die Todesurteile gegen die Edelweisspiraten in Köln waren übrigens bis in die 2000er hin noch gültig.

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andre_36 20.07.2019, 15:16
11.

Alle Jahre wieder wird mit viel Brimborium daran erinnert, dass nicht alle Vons und Zus die Nazi-Diktatur bis zum Schluss unterstützt haben. Ein paar Putschisten, die eher ein Problem mit Hitlers unfähiger Kriegsführung, als mit der menschenverachtenden Nazi-Ideologie hatten, werden als antifaschistische Widerstandskämpfer geadelt. Also doppelter Adel, sozusagen. Und Feigenblatt für den übrigen Adel der zusammen mit der Bourgeoisie und den christlich-konservativen Kräften erst dafür sorgte, die Nazis in die Position gelangten, Europa anzuzünden.

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Stereo_MCs 20.07.2019, 15:22
12. Assange

Zitat von lathea
.....einen anderen Umgang mit Whistleblowern. Denn diese machen nicht viel anders, nur auf die friedliche Art und Weise.
Ich hoffe sie spielen jetzt nicht auf Herr Assange an.
An dem ist nämlich gar nichts "friedlich" oder heere Ziele.

Seine schmutzige Rolle im US Wahlkampf ist ja schon bekannt, bis hin zu Absprachen und Mails wo er Trump jr. schon mit "Hey Don" anspricht.
Aber nun sind weitere Details raus gekommen, wie schmutzig Assange angeblicher "Journalismus" wirklich war:

https://twnews.ch/ch-news/die-assang...oner-botschaft
https://www.watson.ch/international/...oner-botschaft

Dass die über jeden Zweifel erhabene Schweiz hier nichts erfunden hat, dürfte klar sein.
Dann kann man es auch bei Bild mit mehr Details unterfüttern, samt Link zu CNN:
https://www.bild.de/politik/ausland/...9416.bild.html

Sprich, Assange ist ein wichtiger Helfer des FSB.

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brux 20.07.2019, 15:24
13. Bof

Jedes Jahr derselbe Zinnober.
Stauffenberg war kein Demokrat, die Militärs des 20. Juli wollten nur nicht den Krieg verlieren. Ihnen schwebte nachweislich eine Rückkehr zum militaristischen preussischen Feudalstaat vor.
Solange gesiegt wurde, fanden sie auch den Krieg gut.
Schade, dass wir auch nach 75 Jahren immer noch einer Gehirnwäsche unterzogen werden sollen.
Und eine militärische Leistungsschau war das Attentat ja auch nicht gerade.

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qouvadis 20.07.2019, 15:25
14. Mord

ich möchte hier mal klarstellen das der vollübte und versuchte Mord an menschen in dieser wolfsschanze scheinbar vollkommen unkommentiert bleibt seitens unserer politik respektive allgemeinheit.
als Pazifist ist es meine Pflicht dies mal anzusprechen. ich bin enttäuscht.
Mord an menschen bleibt mord! egal ob weiß, schwarz bunt, braun oder fünf ohren.
Denkt mal darüber nach..

habe fertig

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Stereo_MCs 20.07.2019, 15:29
15.

Zitat von drent
und nicht Pistole? "Er" stand doch in Reichweite.
Mal nachdenken... vielleicht weil er danach noch nach Berlin musste um den Putsch umzusetzen und überhaupt dann da weg wollte?!

Bei Pistole wäre er in der Wolfsschanze sofort verhaftet oder erschossen worden.
Wenn doch beides klappt, warum dann die schlechtere Variante wählen. Er hätte nur das 2 Päckchen Sprengstoff mit in die Tasche legen müssen und Hitler wäre tot gewesen.
Dummer Fehler in der Eile.

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ambulans 20.07.2019, 15:39
16. diese

selbst-erklärte pseudo-"legitimierung" der BRD als (diesmal) demokratisch-moralisch einwandfreier nachfolger dieses verbrecherischen dritten reichs durch sog. "widerständler" aus der in sich geschlossenen partei-/militär-kaste eben jener partei war schon immer heuchlerisch, sachlich falsch und endlos verlogen. die hier beteiligten haben sämtlich erst die privilegien genossen und ungehemmt ihre undemokratischen privatinteressen verfolgt; die geschwister scholl wirkten auf mich eher wie jemand, der - vielleicht unbewusst - durch selbstopfer zeichen setzen wollte. der wahre, zivile widerstand bestand dagegen eher aus georg elsner, teilen der (bekennenden) kirche und dem kreis um den sozialdemokraten und gewerkschafter wilhelm leuschner (nicht umsonst namensgeber für die höchste auszeichnung für außerordentliches bürgerliches engagement in hessen). literatur-tipp: "konspirateure" von fittkau/werner, darmstadt 2019 ... dr. ambulans (alle kassen)

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bombi_22 20.07.2019, 15:51
17. Erinnere mich noch gut ...

... an meinen Wehrdienst Anfang der 80er Jahre. Unser Herr Hauptmann trug im staatsbürgerlichen Unterricht mit starrem Blick und monotoner Stimme ähnliche Gedanken zum 20. Juli 1944 vor wie Merkel. Danach äusserte er vielsagend den Satz, man. könne ihn ja mal beim Bier fragen, was er von den Männern des 20.Juli 44 wirklich hielte. Wäre interessant wieviel von dieser Doppelmoral in der heutigen BW noch vorhanden ist. Besser geworden ist es sicher nicht :-/

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Stereo_MCs 20.07.2019, 15:58
18. Hätte das Attentat geklappt, Hitler tot, was wäre dann gekommen?

Namhafte Historiker haben im TV mal argumentiert was passiert wäre, wenn Hitler damals in der Wolfsschanze umgekommen wäre.

Natürlich wären unzählige Zivilisten und Soldaten nicht gestorben, es wäre wohl so nicht zu den verheerenden Bombenangriffen auf deutsche Städte gekommen, Holocaust, KZ, Todesmärsche etc. .... alles richtig ABER:

Sie sagten: Der Krieg war da eh schon verloren, sprich man wäre mit einem getöteten Hitler in den Kriegsverlust samt Krise danach gestürzt.

Das Volk hätte nachher gesagt:
"Hätten diese Leute unseren Führer nicht ermordet, hätten wir den Krieg gewonnen und alles wäre besser gekommen. Diese Hitler Gegner haben uns erst durch ihre Tat ins Unglück gestürzt."

Sprich, die Nazi Ideologie wäre nach dem 2. WK in D. nicht zu Ende gewesen, sondern hätte weiter geschwelt und Hitler wäre immer noch ein Held im Volke gewesen.
Wer weiß, wie die Nachkriegszeit und erst recht bis heute weiter verlaufen wäre, wenn das Attentat geglückt wäre.

Oder anders... D. brauchte diesen totalen Untergang, diese totale Zerstörung, das unfassbare Leid Mai 1945,
um sich von diesem Wahnsinn NS Ideologie und dieser geradezu religiösen Figur Hitler zu lösen.

Frage: Was wäre, im Nachhinein betrachtet, die bessere Variante gewesen?!

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radioactiveman80 20.07.2019, 16:01
19. @brux #14

ZITAT: 14. Jedes Jahr derselbe Zinnober. Stauffenberg war kein Demokrat, die Militärs des 20. Juli wollten nur nicht den Krieg verlieren. Ihnen schwebte nachweislich eine Rückkehr zum militaristischen preussischen Feudalstaat vor. - - - Wie hätte Stauffenberg denn Demokrat sein können? Der zaghafte Versuch einer Demokratie ist durch das Niederhalten Deutschlands mit den Versaillern Verträgen und der Wirtschaftskrise gescheitert. Diese konnte kein System darstellen von dem Stauffenberg überzeugt gewesen wäre. Man muss das mit den damaligen, nicht den heutigen Massstäben sehen. Stauffenberg und der Widerstand (militärisch und zivil) sind auch nicht Vorbilder weil sie überzeugte Demokraten waren. Sondern weil sie den Mut aufbrachten, im Angesicht des sicheren Todes und der Verachtung als Verräter dennoch zu handeln.

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