Forum: Politik
Stauffenberg-Zeremonie: Merkel würdigt Mut der Widerstandskämpfer
Fabrizio Bensch/REUTERS

Bei der Gedenkfeier zum Hitler-Attentat findet Kanzlerin Merkel klare Worte: "Es gibt Momente, in denen Ungehorsam eine Pflicht sein kann", sagt sie. Der Mut der Widerstandskämpfer müsse uns auch heute leiten.

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Helga-B- 20.07.2019, 18:09
40.

Zitat von dirkda
Stauffenberg war Nationalist. Ihm und seinen Konsorten schwebte nie ein demokratischer Rechtsstaat vor. Ich hoffe Frau Merkel gedenkt eines Georg Elser's mindestens mit demselben Elan. Der lehnte Hitler von Anfang an ab, entschloss sich zum Attentat als es nicht schon zu spät war und wollte den Krieg verhindern. Plante alles allein und zog es dann auch noch durch. War halt keine strahlende Aristokratenfigur wie Stauffenberg, sondern bescheidener Handwerker und Sozialdemokrat.
Da möchte ich voll und ganz zustimmen. Diese Verherrlichung u. a. von Stauffenberg findet man in dem Buch von Sabine Friedrich " Wer wir sind ". Ich habe es bis Seite 314 mühsam geschafft und konnte diese Verherrlichungen und diesen Schmalz nicht weiterlesen und werde das Buch nie mehr in die Hand nehmen.
Herr Elser wird nie genannt eben so die wirklichen Widerständler weit vor dem 20. Juli

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gerald246 20.07.2019, 18:25
41. @ahrnohyhm1984

"Komisch auch, dass dieselbe Angela Merkel den bolschewistischen Ostspuk namens DDR sechsunddreißig Jahre lang mitgemacht hat, ohne dass ihre Umgebung dabei irgendeine Form von Ungehorsam ihrerseits festgestellt hätte.."

Sehr richtig, ich hatte etwas ähnliches schon gepostet das ist aber nicht veröffentlicht worden. Genau dieser Aspekt wird überall vernachlässigt obwohl er doch so aussagekräftig ist bzw dieses ganze Theater von Merkel usw als das aufzeigt was es eigentlich ist..

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klmo 20.07.2019, 18:47
42.

Zitat von Helga-B-
Da möchte ich voll und ganz zustimmen. Diese Verherrlichung u. a. von Stauffenberg findet man in dem Buch von Sabine Friedrich " Wer wir sind ". Ich habe es bis Seite 314 mühsam geschafft und konnte diese Verherrlichungen und diesen Schmalz nicht weiterlesen und werde das Buch nie mehr in die Hand nehmen. Herr Elser wird nie genannt eben so die wirklichen Widerständler weit vor dem 20. Juli
Und die Frau ist Historikerin.
Werde nie die Episode bei Oechselhäuser "Wir zogen in das Feld" vergessen, wo ein Feldwebel sich aufopfert für 200 Schwerstverletzte in einem Lazarett. Ihm gelingt es, einen russischen Vorstoß so lange aufzuhalten, bis man die Verletzten buchstäblich in aller letzten Minute mit einem Sanitätszug abtransportieren kann.
Es gab unzählige „stille Helden“ die ohne Pathos und Aufheben ihr Leben riskiert und verloren haben.
Vergleicht man das mit den Vorgängen zum 20 Juli, so bekommt der Begriff "Held" einen ganz anderen Stellenwert. Und auch dieser Feldwebel hatte Frau und Kinder, die er nie wiedersah.
Und wem das nicht reicht, der lese den Klassiker "Der vergessene Soldat". (drei Million verkauft, übersetzt in 30 Sprachen.) Spätestens nach dieser Lektüre kommt Wut auf, was den Widerstand der Offiziere betrifft.

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brux 20.07.2019, 19:11
43.

Zitat von radioactiveman80
ZITAT: 14. Jedes Jahr derselbe Zinnober. Stauffenberg war kein Demokrat, die Militärs des 20. Juli wollten nur nicht den Krieg verlieren. Ihnen schwebte nachweislich eine Rückkehr zum militaristischen preussischen Feudalstaat vor. - - - Wie hätte Stauffenberg denn Demokrat sein können? Der zaghafte Versuch einer Demokratie ist durch das Niederhalten Deutschlands mit den Versaillern Verträgen und der Wirtschaftskrise gescheitert. Diese konnte kein System darstellen von dem Stauffenberg überzeugt gewesen wäre. Man muss das mit den damaligen, nicht den heutigen Massstäben sehen. Stauffenberg und der Widerstand (militärisch und zivil) sind auch nicht Vorbilder weil sie überzeugte Demokraten waren. Sondern weil sie den Mut aufbrachten, im Angesicht des sicheren Todes und der Verachtung als Verräter dennoch zu handeln.
Das kann nícht Ihr Ernst sein.
Demokratie ist ein recht altes Prinzip und Demokraten gab es überall in Europa auch zwischen den Kriegen.
Natürlich weniger unter dem landbesitzenden deutschen Adel.
Als Nachfahre von ost-elbischen Sozialdemokraten, die unter Bismarck eingesperrt waren, finde ich Ihre Einlassung beleidigend.
Übrigens ist die Idee, dass man sterben kann, Grundausstattung eines Soldaten. That don't impress me much.

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Havel Pavel 20.07.2019, 19:12
44. Das Naziregime wurde doch anfangs von gefühlten 90% begrüsst!

Zitat von mundi
Viel von den späteren Widerstandskämpfer im konservativen Lager haben zwar das Hitlerregime abgelehnt, jedoch ab 1934 alle Vorteile genossen und von den Nazis profitiert. So gab es bei den Militärs eine Masse von Beförderungen und Aussichten auf. Lukrative Posten. Die Unternehmer in der Rüstungsindustrie kümmerte nicht die sich abzeichnende Kriegsgefahr, sondern Aussichten auf Gewinne durch Rüstung. Ein Beispiel: Elser, eher ein Linker, wagte ein Attentat als der erfolgreiche „Blitzkrieg“ in Polen im vollem Gange war. Von Stauffenberg erst 1944, um den, nach seinen Worten, „sinnlos gewordenen Krieg zu beenden.
Genau beim Überfall auf Polen hätten auch bei den letzten Gutmenschen alle Alarmglocken schrillen müssen aber nein stattdessen feierte die Masse den glorreichen Sieg und schenkte allen Sprüchen der Politiker vollstes Vertrauen, was ja nicht verwundern muss, da es ja der überwiegenden Mehrheit immer besser ging und somit die Politik in deren Augen nur gut sein konnte. Neben dem Freiherr Graf zu Stauffenberg gab es natürlich Dutzende andere die schon viel früher versuchten der Naziherrschaft ein Ende zu setzten und Hitler dazu zuächst einmal beseitigen wollten, auch denen zollt Achtung und Respekt, nicht nur ausschliesslich dem Grafen, der ja erst in der Endzeit zur Tat sich entschliessen konnte. Mit dem geplanten misslungenen Umsturz wollte man retten was noch zu retten gewesen wäre und beim Erfolg hätte man damit gewiss den Krieg beenden und Millionen Menschen vor dem Tod bewahren können.

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kaltmamsell 20.07.2019, 19:20
45. In solchen Aspekten kann Merkel

aus eigenem Antrieb einen Sinn für eine angemessene Würdigung finden. Da geht es dann um hauchdünnes So-oder-so, um filigrane Gewichtseinheiten. Was, das war manchmal recht kompliziert formuliert? Ja, tatsächlich verblüffend. So auf flachen Absätzen stöckeln, ohne zu straucheln oder zu stolpern. Und Zittern, das fragt dann der Nächste. Jetzt regt Euch ab, sie sitzt das durch - wie Kohl gewissermaßen, wenngleich in ganz anderen Zusammenhängen.

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Stereo_MCs 20.07.2019, 19:45
46.

Zitat von Liudin69
Stauffenberg war ein ganz gewöhnlicher Rassist....und Nationalist. Nur weil er viel zu spät auf die Idee kam dem Berserker Hitler eine Bombe unter den Tisch zu legen, muss man ihn nicht gleich würdigen. Er hatte nichts übrig für Juden, Boschewisten und andere verachtete Volksgruppen. ...
Komplette Übertreibung bzw. Verdrehung der Tatsachen.
Das Schlimmste was Staufenberg jemals gesagt, besser in einem Brief geschrieben hat war, mehr war nicht:

Die Polen seien ein „Mischvolk“, das sich „nur unter der Knute wohlfühlt“.

Mischvolk war damals das normalste Wort der Welt und zum 2. Teil - auch heute gibt es Bevölkerungen die obrigkeitshörig sind und manche nicht.
Könnte man heute in 2019 nicht sogar die Bürger non Nordkorea so bezeichnen?!
Er schrieb an Leute die noch nie Krieg und Front gesehen haben. Denen wollte er das erklären.

Und zu angeblichem Rassist und Juden Verächter. Warum wollte er dann deren Leid durch seine Tat beenden?
Warum wollte er nach Hitler einen Sozialdemokraten zum Regierungschef machen?
Schauen sie einfach eine seriöse Doku über ihn oder lesen z.B. das:

https://www.bild.de/politik/inland/p...7104.bild.html

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Stereo_MCs 20.07.2019, 19:49
47.

Zitat von eticek
Ich bekomme das Kotzen, wenn Größen des Naziregimes geehrt werden. dieser Gruppe ging es nur, um einen längst verlorenen Krieg zu beenden und ihren eigenen Arsch zu retten. Wenn das Attentat geglückt wäre, hätten wir heute warscheinlich immer noch eine regierende NSDAP. Wer denkt an die vielen Wiederstandskämfer, deren Hintergrund nicht die Machtergreifung war, sondern die Freiheit der Menschen.
Sie haben aber scheinbar von der Geschichte um Stauffenberg so gar keine Ahnung. Er wollte die Juden retten und den Verbrecher Krieg früher beenden.
Dass der Krieg verloren war, wussten die eh schon. "Größe des Naziregimes", ich fasse es nicht. Erster Kommentar lässt grüßen. Willkommen im Forum.

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Stereo_MCs 20.07.2019, 19:55
48.

Zitat von klmo
Eine zweite Dolchstoß-Legende können Sie vergessen. Was da für Schweinereien und Verbrechen liefen, ist mit den Vorgängen im I. Weltkrieg überhaupt nicht zu vergleichen. In der Goethe-Stadt Weimar hat man die Leute durch das befreite Buchenwald exerzieren lassen, die waren für immer geheilt.
Habe ich irgendwo den 1. WK erwähnt? Und die paar Deutschen die in Buchwald kurz gucken mussten, hätten alle Deutschen von Hitler geheilt?
Die Historiker Theorie bzw. Überlegung hat schon Hand und Fuß. Was ich von ihrem Kommentar nicht wirklich behaupten kann.

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Stereo_MCs 20.07.2019, 20:06
49.

Zitat von klmo
... Zu den Fakten: Für den zweiten Sprengsatz war überhaupt kein Zünder nötig. Stauffenberg hätte die zweite Ladung nur in der Tasche belassen müssen. Mit Sicherheit brauchte man über obige Kausalität einen Wehrmachtsoffizier nicht darüber aufzuklären. Daher ist vielmehr anzunehmen, dass Stauffenberg die übrigen Offiziere verschonen wollte und die Tasche mit der einen Ladung unmittelbar bei Hitler positionierte. ...
Sie fangen mit "Zu den Fakten:" an und kommen dann nur mit Spekulationen.
Warum er das 2. Päckchen nicht in die Tasche gepackt hat, darüber kann man nur mutmaßen, allerdings gibt es deutlich präzisere Erklärungen als ihre.

Eine Bombe war gerade mit schon aktivem Zünder versehen, Puls war sicher schon bei 180 samt Zeitdruck, er wollte gerade die 2. scharf machen als er in flagranti gestört wurde.
Da dürfte der Puls dann bei 250 gewesen sein. Er hatte plötzlich nur wenige Sekunden um mehrere Entscheidungen zu treffen.
Weiter basteln samt seiner Behinderung, obwohl er schon viel zu spät war, oder eben alles so lassen und nur eine Bombe scharf machen.
In diesen wenigen Sekunden Entscheidung kann das mehrere Gründe gehabt haben.
Er dachte: ok, auch die eine reicht, los jetzt.
Da nicht sofort dran zu denken, dass man die unfertige einfach dazu packt, kann mehrere Gründe haben. Stress, alles mögliche.
Aber sie wissen es genau, vom Sofa aus, mit Puls 70.

Sich daraus ein "Verschonen von Person x oder y" zu stricken, ist grotesk.

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