Forum: Politik
Steinbrück unter Druck: Der angekratzte Kandidat
dapd

Seine üppigen Honorare sorgen weiter für Kritik, seine Sympathiewerte sinken, die Grünen distanzieren sich vom SPD-Kanzlerkandidaten: Peer Steinbrück ist unter Druck - und reagiert zunehmend gereizt. Auch die Affäre um einen seiner Auftraggeber ist noch nicht ausgestanden.

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Ossita01 09.11.2012, 19:10
240. Nobelpreisverdächtig

Zitat von Kurt Köster
Die SPIEGEL sollte es gut sein lassen. Die Debatte wird langsam langweilig. Das Bemühen, dem Kandidaten der SPD ans Bein zu pinkeln, wirkte von Anfang an peinlich und an den Haaren herbeigezogen. Denn 1. hat Steinbrück die 25.000 Euro, die er von den Bochumer Stadtwerken erhalten hat, längst für einen guten Zweck gespendet. Damit ist auch klar, daß Steinbrück keinerlei Absicht hatte, sich zu bereichern. Und 2. ist es völlig weltfremd, die Arbeit eines hochqualifizierten Mannes wie Steinbrück, eines absoluten Superstars der Finanzwelt, mit der Diät eines normalen Bundestagsabgeordneten abfinden zu können. Deutschland erwartet - angesichts der tiefgreifenden gesellschaftlichen und monetären Krise Europas - von seinem Frontmann zu Recht Spitzenleistungen. Dann muß es Steinbrück aber auch zugestehen, daß er sich seine Leistungen in international angemessener Weise vergüten läßt. Spitzenleistungen gibt es nun einmal nicht zum Nulltarif!
Der Nobelpreisträger für Ökonomie Paul Krugman hat 1999 für einen einstündigen Vortrag ein Honorar von 37.000 US$ verlangt und erhalten und ist für diese Höhe heftig attackiert worden. Ich hatte einmal Gelegenheit einen Vortrag von Herrn Steinbrück zu hören. Von Nobelpreisniveau habe ich nichts bemerkt. Es war ein geringfügig abgewandelter und in die Länge gezogener Vortrag aus einem Artikel, den ich schon kannte. Nur der Unterhaltungswert und die Rhetorik ist mir in Erinnerung geblieben.

Ab einer bestimmten Position scheint in der Politik Realitätsverlust Standard zu sein. Hier von Nebenjob zu sprechen ist blanker Hohn. Er könnte seinen Hauptjob ehrenamtlich ausführen, dass würde wohl höchstens seinen Steuerberater auffallen.

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achim-bonn 09.11.2012, 19:10
241.

Zitat von Berg-neu
Es könnte auch so kommen, dass gerade nach einer frühzeitigen Aufklärung einiger Punkte beim SPD-Kanzlerkandidaten bis zur Wahl noch 10 Monate bleiben, um die eigentlichen Wahlziele der SPD im Wahlkampf darzustellen. Die SPD kämpft schließlich nicht um Vortragshonorare, sondern um ganz andere Ziele für Deutschland, und diese Ziele wird sie erst noch beim nächsten Parteitag bekannt geben. Der Kandidat dürfte nur n keinen Rückzieher machen. Denn auf einen nächsten würde man sich genauso stürzen. Allerdings weiß jeder einigermaßen realistisch Denkende, dass der SPD gegenüber der CSU/CSU kaum eine Mehrheit zukommen wird, die zusammen mit dem Grünen Bündnis eine SPD-Kanzler ergeben könnte. Der SPD-Kanzlerkandidat steht von Anfang an vor der Wahrscheinlichkeit, zu verlieren und einen Wahlkampf gemacht zu haben, ohne dafür mit der Kanzlerschaft belohnt zu werden.
An eine eventuelle Kanzlerschaft glaubt auch in der SPD niemand, der Fisch ist seit Schroeder gegessen.
Aber durch die Kandidatur steigt sein Handelswert für Vorträge ungeheuer, die Stadt Bochum oder andere klamme NRW-Kommunen haben bestimmt noch ein wenig Geld übrig. ;-)

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WBöhme 09.11.2012, 19:10
242. Wer hat den Herrn Steinbrück "versorgt?"

Zitat von marny
der sich finanziell selbst versorgen kann - und nicht an seinem Posten klebt ! Welches Unternehmen würde Frau Merkel schon ernstgemeinte EUR 25.000 zahlen, damit sie den Mund aufmacht !
Wissen Sie, es geht hier nicht um jemanden, der mit einem Buch einmal einen Haufen Geld verdient hat. Das sei ihm gegönnt.

Es geht um einen künftigen Amtsträger, und um diejenigen, die ihn "versorgt" haben, also die Finanz- und Brankenbranche, indem Sie ihm im Rahmen von sog. Vortragshonoraren die Brieftasche gefüllt haben, ja "angefüttert" haben, wie man in dieser Branche zu sagen pflegt.

Sie haben das Geld bei Steinbrück sicherlich gut angelegt, denn, wenn Sie ihn demnächst wieder zum Finanzminster unter Merkel oder gar zum Bundeskanzler wählen, wird er sich revanchieren, etwa mit Ihrem Steuermitteln, die Finanzbranche wieder mit Billionengarantien "versorgen". Das hat er mit Merkel bereits 2008 gemacht.
Dafür waren die Herren jener Branche offenbar unglaublich dankbar, so dass sie ihn später so gern zu Boni-Honoraren zum "Vortrag" geladen haben. Verstehen Sie, Herr Steinbrück ist für jene Herrschaften Zugang zur politischen Macht ab 2013 und nicht etwa irgendein ein schöner Redner.

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Kleisthenes 09.11.2012, 19:11
243.

Der letzte Kandidat der SPD, dem man mit gutem Gewissen wählen
konnte, war Willy Brandt und das ist schon verdammt lange her.
1998 habe ich den großkotzigen Gerhard gewählt, da habe ich schon
die Zähne zusammengebissen, aber ich wollte den Dicken weghaben.
Später hat sich Schröder als gnadenloser Totengräber der
Sozialdemokratie erwiesen. Peer Steinbrück ist arrogant, scheinheilig
und inkompetent. Weshalb sollte ich diesem Mann meine Stimme geben?
Die millionenteure Wahlkampftour kann er sich sparen. Meine Stimme
kriegt der nicht.

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chico 76 09.11.2012, 19:16
244. Aber da

Zitat von hkjks
......fragen Sie Herrn Steinbrück doch mal nach seiner Rolle als Aufsichtsrat bei der WestLB, wo Milliarden verbrannt wurden und jeder einfache Kaufmann bereits gerichtlich verurteilt wäre....
war er doch in keiner Sitzung anwesend, ich bitte Sie.
Selbst Lügen kann er nicht.
Ab 29:25

Größenwahn und Selbstbedienung - Der Krimi um die Millionen der West-LB - die story - WDR Fernsehen

Sollte die SPD an dem Kandidaten festhalten, Disaster vorprogrammiert.

Btw., sein Vortragshonorar ist schon längst eingenommen, alles in Butter, wie man an den zufriedenen Gesichtern der Akteure ablesen kann.

Stadtwerke: Strom wird neun Prozent teurer | WAZ.de

Hat eigentlich Gelsenwasser AG die Wasserpreise auch erhöht ?

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jörgbeck 09.11.2012, 19:17
245. Der Mann, der so gut reden kann

Na ja, so besonders geschickt benimmt sich der Sozi-Kanzlerkandidat nun wirklich nicht. Wie der Klassenprimus, der beim Mogeln entdeckt wurde. Dabei hat er - in einer Zeit, da er noch gar kein Kandidat war - mit seiner Kunst der öffentlichen Rede ordentlich Geld gemacht. Na und? Für andere wäre das ein Orden an der Politikerbrust mehr. Und für einen Sozi-Wahlkämpfer ist es ein Skandal? Das nicht gleich die gesamte politische Konkurrenz wiehert. Nein SPD, nun seid ihr Mitgenossen mal gefordert: Verteidigt doch endlich den Mann, der soooo gut reden kann...das er damit auch noch Geld machen kann...so viele gibt es gar nicht, die das können.

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hartmutthomas 09.11.2012, 19:19
246. die spd-kanzlerkandidaten

könnte es sein, daß die partei erst einmal einen probelauf mit dem ersten kanzlerbewerber startet?

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achja?! 09.11.2012, 19:21
247. Die SPD-Linke...

... dürfte diesen "absoluten Superstar der Finanzwelt" (s. Kurt Köster aus Dortmund) demnächst zu Fall gebracht haben. Der Typ hat gerade mal ein Diplom in VWL, noch nie eine Wahl gewonnen und offenbar wenig politisches Gespür. Gewählt werden muss er ja nicht nur von SPD-Claqeuren, sondern von einer Mehrheit der Wähler. Und da ist die "Sternschnuppe" offenbar schon im Verglühen...

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nexo 09.11.2012, 19:21
248.

Typisch deutsche Neiddebatte. Einer, der so viel Geld verdient, kann einfach kein guter Politiker sein, denn Geld ist ja pfui, und viel Geld ist superpfui. Kein Wunder, dass alle (nicht nur Politiker) versuchen, Ihre Einkünfte zu verheimlichen.

Ich kann mich noch gut an die erste Zeit nach der Wiedervereinigung erinnern. Die wenigen Wahnsinnigen in den neuen Bundesländern, die es wagten, sich mit einem kleinen Laden selbständig zu machen, mussten zum größten Teil wieder dicht machen, weil ihre potentielle Kundschaft sie als "Kapitalisten" und Sozialverräter boykottierten. Armes Deutschland!

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esopherah 09.11.2012, 19:22
249. *zustimm*

Zitat von kölschejung72
Sollte es eng werden, würde ich als überzeugter Wähler des linken Spektrum sogar CDU wählen, um einen Kanzler Steinbrück zu verhindern.
Ich leider auch, in den 20 Jahren in denen ich wählen darf, werde ich das erste mal wohl CDU wählen....alternativlos...kotz. Grün geht gar nicht, und die SPD hat immernoch nicht gemerkt, dass ein vogel ohne linken flügel nicht mehr als springen und fallen kann...

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