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Steinmeier im Baltikum: Beruhigungspillen gegen die Putin-Phobie
DPA

Die Angst vor Russland sitzt im Baltikum tief - vor allem seit der Annexion der Krim. Nun schickt die Nato symbolisch Truppen. Mehr muss nicht sein, findet Außenminister Steinmeier.

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Affenhirn 27.05.2016, 17:56
30. NATO-Beitritt vor EU-Beitritt

Die baltischen Staaten haben sich, wie man inzwischen weiß, aus gutem Grund zunächst um eine Mitgliedschaft in der Nato bemüht und erst in zweiter Linie um die EU-Mitgliedschaft. Wer seine Selbstständigkeit und Unabhängigkeit einmal an die Russen verlor, wie die Balten in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts, bleibt ein gebranntes Kind.

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rofis 27.05.2016, 17:56
31. Ehrlich gesagt

zweifele ich an der Angst der Balten vor Russland. Man kennt sich seit Jahrhunderten und unter Stalin haben alle gelitten. Die ganze Rede von der russischen Aggression beruht auf historischem Halbwissen und vor allem auf Geschäftsinteresse für US-Waffenkonzerne, und ist ein Marketing-Modell. Will irgendjemand wirklich für das Baltikum mit Atomwaffen gegrillt werden? Das Baltikum war Jahrhunderte lang russisch und es ist immer noch da. Der Gedanke, dass Russland dort einmarschieren wollte und die Letten und Esten auf Deportationszüge setzen wollte, ist komplett lächerlich. Allerdings hat die Nato-Aufrüstung erheblichen provokativen Wert. Wenn man keinen Feind hat, muss man sich einen schaffen, und Russland eignet sich sehr gut, weil der letzte Doofmann noch weiß, dass es da mal was gab, was wohl irgendwieschlimm war.

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Yukikaze 27.05.2016, 18:01
32. Unsinn

Zitat von albert_schabert
Meiner Meinung nach sind die Sanktionen gegenüber Russland unnötig.Angesichts der Machtfülle von Putin hält er sich sogar zurück und trägt dazu bei, dass die Lage nicht eskaliert. Die Krim wurde damals verwaltungstechnisch der Ukraine zugeordnet und durch Volksabsimmung heim ins Reich geholt. In der Ostukraine leben hauptsächlich Russen und denen ist Russland zu Hilfe gekommen.Was wollen die Ukrainer der veralteten Kohle- und Stahlindustrie.Sie sind nur an Ihrer Ehre gekratzt-sollen sie das doch herschenken. Soweit gehts ohne Zensur! Provokanten sind die Amerikaner,sogar der NATO Oberbefehshaber für Europa hetzt gegen Russland. Schlitcht -die Nato Osterweiterung-nicht ein Rakenschild ist eine Provokation Russlands.
Die Krim war nicht nicht nur verwaltungstechnisch der Ukraine zugeordnet sonder war Teil der Ukraine, auch wenn Sie das nicht wahrhaben wollen.

Und ich frage mich ob Sie ernsthaft glauben das der, von mir aus, hohe Anteil russischer Bevökerung, als Grund für eine militärische Annektion dienen kann? Nach der Logik dürfte Erdogan bald Frankfurt-Offenbach annektieren und die baltischen Staaten lägen richtig mit ihren Befürchtungen.

Und ich würde gerne mal einen Putin-Freund hier sehen, der es schafft Russlands Politik zu verteidigen, ohne dabei die USA zu bemühen. Auch nochmal für Sie: Die NATO-Osterweiterung war nie Teil der damaligen Verhandlungen und stehen deshalb auch nicht im Vetrag. Ja es gibt irgendwelche Randnotizen des dt. Bundespräsidenten. Nur ist der Bundespräsident nicht befugt Versprechungen im Namen der NATO zu machen und was zählt sind Verträge (dafür sind sie schließlich da). Es hätte auch gar keinen Sinn gemacht weil die baltischen Staaten, Polen Weißrussland etc. damals noch Teil der Sowjetunion waren herje. Und jeder Mensch mit etwas Verstand weiß, das kein Land der NATO ernsthaft an einem miliärischen konflikt mit Russland interessiert ist.

Das einzige Problem hier sind Russland Komplexe, weil es nicht mehr die Großmacht von einst ist. Dem Land standen dieselben Möglichkeiten offen, wie dem Rest der Welt. Doch es weiß sich nicht anders zu helfen als Panzer zu schicken.

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wauz 27.05.2016, 18:03
33. Die Angst nutzen

Gerade von der polnischen, aber auch von den baltischen Regierungen kommen Unverschämtheit nach Unverschämtheit, vor allem gegen die deutsche Regierung. Aber man könnte deren Angst auch nutzen: für jede Frechheit zieht man ein bisschen Unterstützung mehr ab.
Wenn man es sich aus West-BRD-Sicht betrachtet, sind wir doch gar nicht schlecht damit gefahren, dass die Russen bis an die Elbe kamen. Sollen die doch den ganzen Schrott wieder haben! Hauptsache, die neue Mauer darf durch eine West-Firma gebaut werden.
(Das ist sarkastisch, aber es ist auch was dran...)

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MatthiasPetersbach 27.05.2016, 18:09
34.

Wen mal endlich einmal zur Überzeugung gelangen würde, daß es völlig egal ist, wer wen "beherrscht" oder "besitzt", sondern daß Regierungen schlicht die Verwaltung der Länder darstellen, organisiert von den Leuten, die da wohnen, wäre schon viel gewonnen.

Dann könnten wir die "Großveranstalter" wie Putin, Obama, Merkel (ja, ich weiß) schlicht vergessen.

Die sind völlig irrelevant.

Der Mensch will in Ruhe und Frieden sein Leben leben - aber irgendwie muß natürlich geklärt werden, wo der neue Radweg entlangläuft. Das ist alles.

Die Regierungen (aller) Länder überschreiten regelmäßig ihre Kompetenzen - es wird Zeit, daß wir diese Vollpfosten ein für alle mal loswerden. Hüben wie drüben.

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krauseberg 27.05.2016, 18:17
35. Eroberung der Krim

Zitat von passagier1
Gerade die Länder mit einer sehr kurzen Eigenstaatlichkeit (Ukraine gerade mal 25 Jahre, baltischen Länder insgesamt 20 + 25 Jahre) zeichnen sich durch einen übersteigerten Nationalismus aus und sind auf der verzweifelten Suche nach einem Gründungsmythos. Hier bietet sich als Feindbild Russland an. Gegen diesen übermächtigen Gegner ist es gelungen die eigene Souveränität zu erlangen. Dieses Narrativ wird gehegt und gepflegt. In Zeiten, in denen übersteigerter Nationalismus und Patriotismus auch im übrigen Europa wieder Einkehr halten könnte es eine lohnenswerte Aufgabe für die SPD sein, sich an die frühere Ostpolitik ihres Politikers Willy Brand zu erinnern. Schließlich war es diese Politik, die die SPD in die Regierung gebracht hat. Ein zögerlicher Anfang wurde mit der Forderung nach Aufhebung der Sanktionen gegen Russland gemacht. Dies ist zum Beispiel ein Gebiet, in dem sie sich stark von ihrem Koalitionspartner abgrenzen könnten.
Das Problem ist nicht der Nationalismus der "neuen" Staaten , sondern der aggressive Nationalismus Russlands. Eine Neue Ostpolitik a la Brand ist darauf die falsche Antwort. Hier heißt es Stärke gegen die Ambitionen Russlands zeigen, bevr russische Truppen in Warschau stehen.

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krauseberg 27.05.2016, 18:19
36. Krim

Zitat von hgielessen
Das die baltischen Staaten von Russland bedroht sein sollen: eine groteske Halluzination ! Allein Frankreich und Deutschland geben mehr für Rüstung aus als Russland. Auf einem anderen Blatt steht die schäbige Behandlung der russischen Minderheit in den baltischen Republiken.
Die Eroberung der Krim durch das russische Militär war wohl auch nur eine groteske Halluzination.
Und das Schicksal von Krimtataren und Ukrainern auf der Krim zeigt den Balten sehr genau womit sie zu kämpfen haben.

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krauseberg 27.05.2016, 18:25
37. Die Balten wissen es besser

Zitat von dummbrummjewski
SPON muss ja zwangsweise ständig Artikel und Stimmung gegen Putin/Russland machen, aber das ist Alles inzwischen so durchschaubar und lächerlich. Vor allem das "militärisch-aggressiven Verhalten Moskaus". Dieser Vorwurf ist der Gipfel. Auch die alte Leier mit der Annektion der Krim, von Staatsrechtlern schonlange widerlegt. Wenn eine Nation eine Gefahr für den Weltfrieden darstellt, dann sollten wir uns mal bei unseren "Freunden" umsehen. Russland ist unser Nachbar und die wirtschaftl. Zukunft liegt in Eurasien und nicht in TTIP, TISA, CETA etc. Aber unsere Mainstreampolitiker wollen oder dürfen das nicht sehen. Lieber SPON, wird es euch nicht langsam selbst zu dumm, dieses unseelige Feindbildschüren. Seit Friedman wissen wir warum die USA eine Freundschaft zwischen BRD und Russland unbedingt und unter Einsatz aller Mittel verhindern wollen. Wir sollten uns schön langsam andere Freunde suchen, nicht solche die überall auf der Welt zündeln.
Nette Propagandaphrasen. Die Balten und Polen wissen sehr gut was ihnen von Russland droht. Die Ukrainer und Krimtataren sind ein mahnendes Beispiel.
Eurasische Wirtschaftsbeziehungen können nicht vertieft werden, solange es in Russland keine Rechtssicherheit für Investitionen gibt.
Wenn Ihnen die Berichterstattung von SPON nicht gefällt, leses Sie RT, da bekommen Sie die Staatspropaganda, die Sie sich wünschen.

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krauseberg 27.05.2016, 18:27
38. Russische Kriegspropaganda

Zitat von quoveritas?
und zwar bevor , Kriminellen Banden aus dem Neonazis Szene auch auf der Krim wüten konnten . Was diese Kriminellen vor hatten es war schon kler als auf dem Maidan das Kompromiss von Steinmeier und Co nicht entsprochen wurde . VOn wem wurde die Vereinbarungen respektiert ? Nicht vom Legitimierter Präsident Yanukowitsch , sondern von Kriminellen auf der Maidan. Diese Banden haben nach einige Nächte von Mord und Terror die Macht in der Hände von Saubere Westen gegeben , verschwunden sind sie nicht sie beobachten in Hintergrund und Saugen weiterhin Blut von Eu , Russland und Usa . Toll nicht ! Und was machen wir Eu- Journalisten ? Richten die SChweinwerfer auf der Krim , wo die Bürger fast zu 100% für Russland entschieden haben . Liebes Spieglein , das ist Demokratie , die Krim hat gewählt , nun versucht dasselbe zu machen in Kiew , oder reichen die 100 Toten nicht ? Die Medien im Westen brauchen Zuwendungen wenn sie überleben wollen. Die Geschichte der Ukraine hat auf dem Maidan angefangen nicht auf der Krim . Wo sind die Wahre Journalisten geblieben ?
Schönes Fallbeispiel. Nazibanden sind aus Rusland auf der Krim und im Donbass einmarschiert.
Es ist kein Zufall, das Putin mit den europäischen Neonazis kooperiert und die Holocaustleugner vom Front National finanziert. Putin hat die gleiche Ideologie wie Europas Neofaschisten.

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krauseberg 27.05.2016, 18:29
39. Nato

Zitat von eks2040
Wer auf allen Hochzeiten tanzen geht, der hat selbst das Problem ernst genommen zu werden... und bei der D- Wehrmacht fehlt heute wohl die Macht, oder. Also ist verstaendlich, dass das Militaer aus dem Spiel gelassen wird. Papiertiger haben wenig Gewicht im Baltikum. Im Ernstfall sind die Europaer wieder mal auf NATO=USA angewiesen. Es ist an der Zeit, wieder auf eigene Beine zu kommen, und das wird viele Steuergelder schlucken. Und wenn D wirklich 2 % des GDPs ausgibt, dann werden andere Eurolaender die Aufruestung kritisieren. Es bleibt dabei, keiner, auch Herr Steinmeier nicht, kann es allen Freunden recht machen. Karl
Die NATO besteht aus ca. 25 europäischen Staate , den USA und Kanada. Das die europäischen Staaten ihre eigenen Verteidigungsfähigkeiten erhöhen zeigen die gestiegenen Rüstungsausgaben der Europäer.

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