Forum: Politik
Steinmeier in Niger: In der Transitzone der Verzweifelten
DPA

Kriminelle Banden schleusen Zehntausende Flüchtlinge durch Nigers Wüste. Außenminister Steinmeier sicherte dem Staat Unterstützung zu. Das bettelarme Land aber lebt vom Geschäft mit der Flucht.

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NeueTugend 03.05.2016, 19:04
1.

Also, 200-400 EU sind in vielen afrikanischen Staaten nicht wenig. 2015 lag das BIP in Mali bei knapp 670 $.
Man könnte von dem Geld schon mal gut ein halbes Jahr leben ohne zu arbeiten. Von Verzweiflung kann man dann doch nicht sprechen.

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Elfes 03.05.2016, 19:26
2. Auch dies

Zitat von NeueTugend
Also, 200-400 EU sind in vielen afrikanischen Staaten nicht wenig. 2015 lag das BIP in Mali bei knapp 670 $. Man könnte von dem Geld schon mal gut ein halbes Jahr leben ohne zu arbeiten. Von Verzweiflung kann man dann doch nicht sprechen.
wird durch TTIP nicht gerade weniger problematisch. Es wird einem mulmig, wie Milliarden in unnützen, ja schädlichen Kanäle gepumpt wird, statt - wie zB Syrien - die dort vorhandenen Flüchtlingslager, die ebenso hätten als Städte konzipiert werden können und somit noch Infrastruktur und Arbeit schaffen. Irgendwie kommt einem der ganze Spuk so vor, als ob gezielt Europa einem Tsunami preisgegeben wird, um billige/willige Arbeitskräfte zu generieren. Nur berechnen sie nicht den humanitären Faktor. Eigentlich könnte Europa ob ihrer enormen Arbeitslosigkeit froh sein, daß der "demografische Wandel" eine Waage bildet, nicht derartiger Bevölkerungsexplosionen ausgesetzt zu sein, und so ausgewogen auch noch Raum zum Menschsein zu haben. Es ist kurzsichtig oder dumm, zu glauben, daß diese durch fehlerhafter Geldverschwendung nach EU geschleusten Menschen tatsächlich billig und willig sind. Die meisten haben keine Ambitionen, ihre Kultur dem ameisenemsigen Arbeitsleben zu widmen und sich in eine ihnen verabscheute Mentalität/"Leitkultur" einzufügen.

Es darf nicht weiter der eigene, heimische Markt in Afrika mit billiger EU-Ware überschwemmt werden und so die einheimschen Händler in die Ecke gedrückt werden. Verdammt noch mal! Es geht um Menschen. Denen die Grundlage zum Überleben und etwas Zufriedenheit in ihrer Heimat nicht dem Markt geopfert werden darf. 2 und 2 macht nicht fünf, auch wenn solche Rechenspiele im Raubtierkapitalismus mehr Spaß machen, als umsichtiges Handeln und Fairness

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Gehirn einschalten 03.05.2016, 19:54
3.

Zitat von NeueTugend
Also, 200-400 EU sind in vielen afrikanischen Staaten nicht wenig. 2015 lag das BIP in Mali bei knapp 670 $. Man könnte von dem Geld schon mal gut ein halbes Jahr leben ohne zu arbeiten. Von Verzweiflung kann man dann doch nicht sprechen.
Ich empfehle zu diesem Thema das Buch "Bilal: Als Illegaler auf dem Weg nach Europa", das bereits 2007 (also vor fast 10 Jahren) auf italienisch und 2010 auf deutsch erschien.
Fabrizio Gatti, ein italienischer Journalist, ist inkognito mit den Flüchtlingen durch die Wüste und über das Mittelmeer gereist. Er beschreibt genau die Route, die lebensgefährlichen Zwischenfälle, die Fluchtursachen, das Geschäft der Schleußer, woher das Geld der Flüchtlinge kommt usw. So legen z. B. ganze Familien ihr Geld zusammen, um einen aus der Familie nach Europa durchzubringen, in der Hoffnung, dass er die Familie dann nachholt.

Es ist eine erschütternde Reportage! Bitte dieses Buch lesen und dann hier kommentieren!

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M. Striehm 03.05.2016, 20:56
4. Nicht nur für den Sommer

„Die aktuellen Zahlen lassen für den Sommer eine weitere Verschärfung der Lage erwarten.“
Wohl nicht nur für den Sommer: im Jahr 2000 lebten in Europa 726 Millionen Menschen, in Subsahara-Afrika 642 Millionen. Laut Prognose der UNO werden im Jahr 2050 in Europa 707 Millionen Menschen leben, indes in Subsahara-Afrika über 2 Milliarden (2123 Millionen) Menschen. In Niger wird die Bevölkerung in diesem Zeitraum um fast das 7-fache steigen (2000: 11 Millionen, 2050: 72 Millionen), http://esa.un.org/unpd/wpp/DataQuery/

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appel&ei 03.05.2016, 21:49
5. Fast täglich ...

.. kann man nun bei "SpOn" einen Reisebericht über einen Ausflug des Ministers des Äußeren, Herrn F.W. Steinmeiner, lesen.
Der Inhalt? Nun, die Redakteure bräuchten eigentlich nur jeweils den Ort des Geschehens zu aktualisieren. Der Rest bleibt gleich: Der Minister fordert. Der Minister mahnt. Der Minister warnt. Der Minister brüllt seine Zuhörer an.
Und sonst?
Sein Vorgänger im Amt wurde oft [eigentlich immer] als "Platzhalter" bezeichnet. F.W.S. muss noch lange daran arbeiten sich diesen Ruf im Ansatz zu verdienen.

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flieder2 04.05.2016, 23:22
6. Herr de Maizière verteilt Geldbündel

in Algerien, Tunesien, Marokko und Herr Steinmeier reist ins tiefere Afrika wedelt mit Geldscheinen. Das ist so absurd. Wir zahlen seit Jahrzehnten Entwicklungshilfe und die Lage in Afrika ändert sich nicht. Ich bin für die afrikanische Bevölkerungsexplosion nicht verantwortlich und die EU sollte es auch nicht sein. Wir müssen jeden Anreiz im Keim ersticken und das Asylrecht STREICHEN. Niemand hat das Recht in die EU illegal zu reisen. Mir gefällt die britische Haltung: sie haben syrische Kriegsflüchtlinge (eine beliebige Anzahl, die man integrieren kann) aus jordanischen Flüchtlingslagern aufgenommen, alle anderen - die auf Schlepperhilfe setzen - werden ausgesperrt. Dies muss die EU und Deutschland übernehmen. Wir werden sonst überrannt und unser jetziger Geldsegen wird nur kurzfristig was ändern. Kein Asylrecht, jedes EU Land soll für sich entscheiden ob es Kriegsflüchtlinge aufnimmt und wieviele, Armutsmigranten, Wirtschaftsflüchtlinge gibt es Milliardenfach auf dieser Welt und sie werden immer und immer " gebt mir Asyl rufen".

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kostas/ludwig 04.05.2016, 00:53
7. Eine aufmerksame Lesung

des Artikels entblößt das ganze Missverständnis über Flüchtlingen im Artikel steht klar und deutlich dass sie nicht in EU bleiben können also was ist denn da für Flüchtlingen ? muss man vielleicht den Begriff definieren? Abgesehen davon alle Massnahmen der EU richten sich, immer unter den Deckmantel der Gefährlichkeit des Weges ,den Strom der "Flüchtlinge" zu stoppen aber das schlimmste vom allen ist die Erscheinung Steinmeyers mit den Franzosen denn Frankreich beutet das Land regelrecht aus also Herr Steinmeyer bitte zumindest den Vorwand halten!

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physikus_alt 04.05.2016, 11:52
8. BIP in Mali

Zitat von NeueTugend
Also, 200-400 EU sind in vielen afrikanischen Staaten nicht wenig. 2015 lag das BIP in Mali bei knapp 670 $. Man könnte ...
Natürlich könnte man dies. Allerdings müssen oder sollten Sie wissen, dass in allen Ländern südlich der Sahara vielfach der stärkste der Söhne geschickt wird und dass dafür die ganze Familie sammelt.
Ein Lehrer verdient im Monat zwischen 40'000 und 60000 FCFA was etwa 70 bis 100 Euro entspricht. Selbst wenn das nach viel tönt, weiss man hier, dass davon seine Eltern, Kinder, vermutlich noch Brüder und Cousins leben. Also mit 400 Euro kommt man nicht weit, und vor allem, man muss sie haben.
Wichtig wäre in all den Ländern, die Exportschwellen abzubauen und die Hilfen für europäische Landwirtschaftsprodukte zu reduzieren!

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physikus_alt 04.05.2016, 12:00
9. Falsche Prognosen

Zitat von M. Striehm
„Die aktuellen Zahlen lassen für den Sommer eine weitere Verschärfung der Lage erwarten.“ Wohl nicht nur für den Sommer: im Jahr 2000 lebten in Europa 726 Millionen Menschen, in Subsahara-Afrika 642 Millionen. Laut Prognose der UNO werden im Jahr 2050 in Europa 707 Millionen Menschen leben, indes in Subsahara-Afrika über 2 Milliarden (2123 Millionen) Menschen. In Niger wird die Bevölkerung in diesem Zeitraum um fast das 7-fache steigen (2000: 11 Millionen, 2050: 72 Millionen), http://esa.un.org/unpd/wpp/DataQuery/
Diese Prognosen basieren auf einer simplen Extrapolation. Die Bevölkerung wird sich nicht so schnell vermehren, weil sie es einfach nicht kann : Lebensmittel, Wasser, Krankheiten, Holzknappheit und vieles mehr sorgen dafür. Aber trotzdem sollten, ja müssen wir helfen, das ist unsere menschliche Pflicht.
Auch mit Aufklärung für eine vernünftige Reduktion der Kinderzahlen. Während früher von 10 Kindern sechs oder mehr gestorben sind (Malaria etc.), überleben heute 80% der Kinder, was einen rasanten Bevölkerungsanstieg macht. Aufklärung und Verteilung von Präservativen sind gefordert, den kath. Kirchen und dem Islam zum Trotz.
Während in den 80er und 90er Jahren sogar am Fernsehen Aufklärung gemacht wurde, ist diese heute dank der konservativen Regierungen vollständig verschwunden.

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