Forum: Politik
Steinmeier in Niger: In der Transitzone der Verzweifelten
DPA

Kriminelle Banden schleusen Zehntausende Flüchtlinge durch Nigers Wüste. Außenminister Steinmeier sicherte dem Staat Unterstützung zu. Das bettelarme Land aber lebt vom Geschäft mit der Flucht.

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physikus_alt 04.05.2016, 12:04
10. Falsche Prognosen

Diese Prognosen basieren auf einer simplen Extrapolation. Die Bevölkerung wird sich nicht so schnell vermehren, weil sie es einfach nicht kann : Lebensmittel, Wasser, Krankheiten, Holzknappheit und vieles mehr sorgen dafür. Aber trotzdem sollten, ja müssen wir helfen, das ist unsere menschliche Pflicht.
Auch mit Aufklärung für eine vernünftige Reduktion der Kinderzahlen. Während früher von 10 Kindern sechs oder mehr gestorben sind (Malaria etc.), überleben heute 80% der Kinder, was einen rasanten Bevölkerungsanstieg macht. Aufklärung und Verteilung von Präservativen sind gefordert, den kath. Kirchen und dem Islam zum Trotz.
Während in den 80er und 90er Jahren sogar am Fernsehen Aufklärung gemacht wurde, ist diese heute dank der konservativen Regierungen vollständig verschwunden.

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bellissimamaria 04.05.2016, 16:36
11.

Zitat von Gehirn einschalten
Ich empfehle zu diesem Thema das Buch "Bilal: Als Illegaler auf dem Weg nach Europa", das bereits 2007 (also vor fast 10 Jahren) auf italienisch und 2010 auf deutsch erschien. Fabrizio Gatti, ein italienischer .....!
Ja, Fabrizio Gatti's Buch ist sehr zu empfehlen. Es erinnert in seiner Machart an die Reportagen Günther Wallraffs.

In der FAZ wurde das Buch besprochen. Man bekommt hier mehr Infos als im SPIEGEL, der leider oberflächlich und wie so oft viel zu prominentenorientiert (Steinmeier und sein Amtskollege stehen im Mittelpunkt, nicht die Flüchtlinge) berichtet.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/fabrizio-gatti-bilal-auf-der-sklavenroute-durch-die-wueste-1582619.html

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Peter Bernhard 04.05.2016, 21:53
12. Einzelner - Bande - Staat und Meer-Zahl

Mein erster Eindruck ist, dass man vielleicht als Visumgewohnter davon ausgeht, dass - mal von Ausnahme Krieg und Tod in Syrien abgesehen - es ganz klar einen Status von Illegalität gibt in Europa von Migranten eben ohne Visum. Mit anderen Worten und umgekehrt: meine Eindruck ist, es besteht vor allem Sorge um die Einzelnen, die in der Wüste sterben, und dass offiziielle Staaten dies nicht verhindern (können) oder davon profitieren, wird vor allem als ein dort binnenländisches "Problem mit Kriminalität" gesehen. Nur wenig klingt an, dass dieses Verhalten von Niger mehr als ein unfreundlicher Akt gegen die Bundesrepublik darstellen könnte. Was also hierzulande im Volke unterschätzt wird, meine ich, ist das ausbeuterische der Gruppe "Schleuser" als nämlich kriminelle Vereinigung ihren Angehörigen, den Geschleppten nämlich gegenüber: diese können von der Gruppe, in die sie sich einfinanzierten jederzeit aus dem Boot gekippt werden. Zum einen ist also das Verhältnis Gruppe Schleuser/Angehöriger als Einzelner genauer zu sehen, zum anderen, und das spricht dieser Artikel durch ein Offenlassen an, ist genauer zu sehen das Verhalten der betrefffenden Staaten anderen Staaten, hier der "BRD" gegenüber. Das scheint aggressives Benehmen auch sein zu können, ganz richtig dass Steinmeier da hinkreuzt.

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