Forum: Politik
Stellvertreterkrieg am Mittelmeer: Wird Libyen das neue Syrien?
Mahmud TURKIA/ AFP

Der Bürgerkrieg in Libyen wird immer mehr zum internationalen Konflikt. Auf der einen Seite: Saudi-Arabien und Ägypten. Auf der anderen: die Türkei. Und der "Islamische Staat" breitet sich auch wieder aus.

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SonstNichts 02.07.2019, 12:45
20. Dito

Zitat von ftraven
Schon vergessen, wer verantwortlich für den Sturz des ehemals von allen hofierten Gaddafi war? Genau, es waren die Franzosen und Briten (mit Hilfe der USA). Sie sind dafür verantwortlich, dass aus dem ehemals reichsten Land Afrikas ein Trümmerstaat wurde. Warum sie das taten? Darüber gibt es viele Spekulationen. Jedenfalls auch der SPIEGEL hatte damals sehr für ein Regime-Change votiert. Ja, so scheint es im Nahen Osten und Nordafrika wohl zu sein, dass ein starker "Führer"/Diktator nur für Ruhe und Ordnung sorgen kann (Syrien, Irak, Libyen etc.). Überall wo der Westen sich militärisch einmischt, gibt es Chaos. Es ist zum Schreien!
Wir haben das alles hier 2011 schon vorher gesagt. Als die NATO damals Gaddafi weg gebombt hat, hat sie zwar einen Diktator beseitigt, dem Land aber wohl eher keinen Gefallen getan.

Ähnlich läuft es jetzt im Sudan zum weiteren Beispiel. Erst wieder die Begeisterung, dass dort eine Diktatur enden mag. Und dann die Realität mit Bürgerkrieg zum nächsten failed state.

Und schuld sind natürlich immer die anderen, die USA, Russland, Israel, EUROland, China ... Ich denke nicht, denn so, wie sich die Demokratie bei uns gerade überfrisst, fehlt in Afrika und dem Orient bislang weiter jede gesellschaftlich erlernte Grundlage dazu.

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mbockstette 02.07.2019, 22:25
21. Libyen: Eitel Freude in Iran

Zitat von KerKaraje
Was für ein Dilemma für die westliche Presse, die Politiker der Natostaaten, Israels und der GCC-Länder so wie die vielen Thinktanks: Libyen kommt auch 8 Jahre nach dem Sturz des ach so bösen Gaddafi nicht zur Ruhe. Im Gegenteil, es wird schlimmer. Und das ganze: Ganz ohne den Bösen Iran, ohne Irans "proxies", die vermeintlich überall von Jemen bis Syrien der grösste wenn nicht der einzige Grund für Unruhe und Instabilität sind. Nein, in Libyen kämpfen weder Iraner, noch Schiiten, noch irgendwelche proiranischen Milizen. Auch regiert nicht ein despotischer Minderheitenrepräsentant über eine unterdrückte Mehrheit. Hier, wie in Sudan ist es jedoch Saudi Arabien, das die "international anerkannte" Regierung bekämpft und "demokratische Kräfte" schwächt. Wo bleiben die Schuldzuweisungen und Verurteilungen der USA? Geschweige denn Sanktionen. Stattdessen wird im nahen Osten jeder Konflikt auf den Iran zurückgeführt: Sterben in Jemen Menschen hauptsächlich durch saudische Luftangriffe und die Blockade aller Zugangspunkte ist es genauso die Schuld des Iran, wie wenn Israel den Libanon und Syrien bombardiert. Zwar sieht man nirgends angreifende Iraner und fast IMMER angreifende Gegner Irans, aber wir sollen glauben, dass dies stets präventiv und in Selbstverteidigung geschieht und natürlich mit äußerster Zurückhaltung angesichts schier unerträglicher iranischer "Provokationen".
Schreibern wie Ihnen gehen nur ganz naive und unerfahrene Gemüter auf den Leim:

Iran unterstützt die libyschen Rebellen mit Glückwünschen, Lebensmitteln und Medikamenten. Teheran hat Gaddafi von Anfang an verabscheut - und noch eine Rechnung mit seinem Regime offen.

In Iran herrscht über den Sturz des Libyers Gaddafi eitel Freude. Außenminister Ali Akbar Salehi hat enthüllt: "Wir waren schon vor Gaddafis Fall in Kontakt mit vielen Gruppen der Rebellen in Libyen." Das sagte er am Sonntag der Zeitung Dscham-e-Dscham. Iran habe auch Lebensmittel und Medikamente nach Bengasi geschickt.

Das Haupt des Übergangsrates, Mustafa Abdel Dschalil, hat einen Dankesbrief an Präsident ........ (Quelle: SZ v. 30. August 2011

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Thomas Schröter 04.07.2019, 22:53
22. Sonst werden hier solch kritischen Kommentare gelöscht

Zitat von g.raymond
Im Rückblick kommt einem die gemeinsame Militärintervention von USA. Frankreich und England -- inklusive der ideologischen und finanziellen Hilfe von Saudi Arabien - schon fast kriminell vor. Libyen hatte den höchsten Lebensstandard unter den afrikanischen Ländern, heute ist Libyen die grösste Flüchtlingsquelle für Europa. Diese Dummheit, diese Ölgier des Westens ist hauptverantwortlich für die ganmze europäische Mogrationsproblematik. Und man muss noch mal umdenken, dass dies ausgerechnet unter Obama, den wir eigentlich alle schätzen, geschah. Und man erinnert sich dankbar an Westerwelle, der damals, wenn auch vergeblich, gegen die Intervention Stellung bezog. Diese Ursachenanalyse sollten wir nicht vergessen.
Ja der Friedensnobelpreisträger hat uns das eingebrockt und bekommt dafür noch nach Dienstende Privataudienz in Berlin.
Wird Zeit das ein Gegengewicht zu den kriminellen Organisationen entsteht, die viel zu lange das Schicksal Europas nicht erst seit WW2 bestimmen.

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Nur ein Blog 05.07.2019, 10:58
23.

Zitat von g.raymond
Im Rückblick kommt einem die gemeinsame Militärintervention von USA. Frankreich und England -- inklusive der ideologischen und finanziellen Hilfe von Saudi Arabien - schon fast kriminell vor. Libyen hatte den höchsten Lebensstandard unter den afrikanischen Ländern, heute ist Libyen die grösste Flüchtlingsquelle für Europa. Diese Dummheit, diese Ölgier des Westens ist hauptverantwortlich für die ganmze europäische Mogrationsproblematik. Und man muss noch mal umdenken, dass dies ausgerechnet unter Obama, den wir eigentlich alle schätzen, geschah. Und man erinnert sich dankbar an Westerwelle, der damals, wenn auch vergeblich, gegen die Intervention Stellung bezog. Diese Ursachenanalyse sollten wir nicht vergessen.
Barack Obama hat ja unverhohlen eingeräumt, dass er "keinen Plan für den Tag danach" (nach Gadaffis Sturz) hatte. Dafür hatte er den Friedensnobelpreis.

Gadaffi war ein schlimmer Diktator oder "Sprecher des Revolutionsrates". Ein Alleinherrscher war er wohl nicht - gemäss Nah-Ost-Kenner Jean Ziegler "nur der Chef des kleinsten der fünf Clans" des Revolutionsrates, der Libyen regiert hat. Nicht alles, was Jean Ziegler propagiert, stimmt so und erst recht nicht in der Bewertung - aber reine Erfindungen pflegt er nicht in die Welt zu posaunen.

Es ging vielen Regimefeinden sehr schlecht unter Gaddhafi. Nun geht es praktisch allen Libyern sehr schlecht.
Die Welt wird nicht automatische ein bessere, wenn man einen "bösen Menschen" von ihr tilgt. Dass müsste eigentlich seit Saddam Hussein bekannt sein.

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river runner 05.07.2019, 14:09
24. Flucht übers Mittelmeer – Kann Hilfe Grenzen haben?

Zitat von ulrich-lr.
...Gleichzeitig könnte die EU den Machthabern etwas Geld geben, damit sie uns die afrikanischen Flüchtlinge weiterhin so human vom Leibe halten. Die EU wollte ja auch was gegen die Fluchtursachen machen.....
In einer Fernsehsendung sagte die Aktivistin Liza Pflaume, dass sie eine Million Menschen von Libyen nach Deutschland holen will. Es lohnt sich in die Phoenix Runde hineinzuhören, siehe 1. Laut Zeitungsmeldungen, siehe 2, wurde Liza Pflaume von ihren Eltern zuhause unterrichtet, was eine Erklärung für ihr Weltbild sein könnte.

Die anderen Diskussionsteilnehmer waren zur Lage in Libyen und Italien bestens informiert. Herr Knaus regte an, Lösungen in den afrikanischen Staaten – oder deren unmittelbaren Nachbarstaaten – zu finden, aus denen die Flüchtlinge, die in Libyen gestrandet sind, herkommen.

Nur Frau Pflaume war der Ansicht, dass alle über das Mittelmeer nach Europa müssten, die anderen Diskussionsteilnehmer (Knaus, Sensburg, Sobeck) suchten nach möglichen Lösungen in Afrika.

Siehe:
(1) "Flucht übers Mittelmeer – Kann Hilfe Grenzen haben?"
- phoenix runde vom 04.07.19
Moderator Alexander Kähler diskutiert mit: - Gerald Knaus (Vorsitzender der Europäischen Stabilitätsinitiative (ESI)) - Liza Pflaum (Aktivistin „Seebrücke“) - Prof. Patrick Sensburg (MdB, CDU) - Alexander von Sobeck (ehem. Leiter ZDF-Studio Rom)
https://www.youtube.com/watch?v=T4doFyJOrlc

(2) Liza Pflaum, …..aus der Kommune ins Politik-Studium
Auf einer normalen Schule war ich nur bis ich 10 Jahre alt wurde, dann sind meine Eltern mit mir nach Portugal in eine Kommune gezogen. Dort wurden wir Kinder zu hause unterrichtet. Wir haben zwar viel gelernt, ich habe jetzt aber kein Abitur. …..
https://www.tagesspiegel.de/wissen/studieren-ohne-abitur-ich-wollte-weg-aus-dem-kommunen-dorf-und-studieren/10344252-6.html

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yvowald@freenet.de 05.07.2019, 14:40
25. Rüstungsproduktion kann nicht gestoppt werden

Zitat von sven2016
Kriegsparteien das Öl ab, dass zur Finanzierung des Kriegs benötigt wird. Saudi-Arabien ist zum größten Kriegstreiber in Nordafrika und Arabien geworden - vermutlich mit wohlwollender Unterstützung der US-Regierung. Wären da nicht persönliche Sanktionen angebracht wie schon gegen iranische Regierungsmitglieder? Die Saudis würde es treffen.
Saudi-Arabien ist einer der größten Abnehmerstaaten für amerikanische Rüstungsgüter. Und die USA brauchen diese Abnehmerstaaten, sonst würden sie in ihren Waffenarsenalen ersticken.
Das gesamte Wirtschaftssystem ist seit dem Eintritt der USA in den zweiten Weltkrieg darauf angewiesen, Kriegsgerät, Waffen und Munition zu produzieren.
Es geht einfach nicht ohne, dazu ist dieser Militärisch-industrielle Komplex einfach zu groß.
Nicht einmal Barack Obama hat es geschafft, diese gefährliche Situation zu entschärfen.
Er hatte ja auch mächtige politische Gegner: Sowohl George Bush Senior als auch George W. Bush (junior) sind Großaktionäre der größten US-Rüstungskonzerne. Das sagt eigentlich schon alles...

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