Forum: Politik
Steuerskandal: Die Lehren aus dem Fall Hoeneß
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Ausgerechnet Uli Hoeneß. Mit seiner Selbstanzeige hat eine Ikone des deutschen Fußballs ihren Ruf zerstört. Doch Mitleid mit dem Bayern-Präsidenten im Steuerskandal ist falsch: Der Fall ist symptomatisch für das verquere Staatsverständnis vieler Reicher.

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wolly21 22.04.2013, 12:43
300.

Zitat von fsand
Zutreffend ist, daß Mitleid an einem Steuerstraftäter fehl am Platze ist. Im übrigen quillt dieses Forum wieder mit pauschalen, neidgespeisten Attacken gegen die "Reichen" über. SPON rückt über die Jahre immer weiter nach links; kein Wunder bei Kolumnisten wie Jakob Augstein. Zum Bild gehört aber auch, woher die Motivationslage vieler "Reicher" zur Steuerflucht gehört. Und in diesen Kontext gehört es auch, daß ein überfetteter Wohlfahrtsstaat, der die "Tyrannei der zufälligen Mehrheit" (Knut Wicksell) zum Konstruktionsprinzip hat und hieraus eine Staatsquote von über 50 % generiert hat, seine Legitimationsgrundlage erodiert. Wie gesagt: Keine Rechtfertigung für Steuerhinterziehung; aber eine legitime Staats- und Gesellschaftsstruktur sieht sich diesem Verhalten auch nicht als derart massenhaftes Phänomen ausgesetzt. Deutschland bewegt sich in die Richtung einer Tyrannei der Transferempfänger. Ich kann verstehen, daß Steuern mit diesem Befund nicht rundheraus von allen in ihrer Legitimität akzeptiert werden.
Es ist aber nicht die Schuld der Transferempfänger, daß sie immer mehr werden.

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Starmoon 22.04.2013, 12:43
301. Nicht nur weiß-blau

mit immer schneller werdenden Drehungen wirbelt die reich - arm -Spirale in Deutschland, einst ein Hort der gesellschaftlichen Homogenität. Wer drinnen, im Auge des Orkans sitzt, der braucht die Fliehkranft nicht zu fürchten. Draußen aber gibt es keinen Halt mehr. Uli ist die Figur, die den Effekt ein wenig mildern konnte, wenigstens verbal. Das wird jetzt aber wohl nix mehr mit MUtter Teresa. Ein Umdenken ist schwerlich vorstellbar. Muss es also der Wähler richten. Einfach mal alle zu Wahlurne im September. Das würde ganz schön scheppern. Aber ich werde in meinem Wahlkreis wohl nur wieder die Etablierten begrüßen. Die Mehrheit bleibt zu Hause, sie hat resigniert.

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uksubs 22.04.2013, 12:43
302. ...vielen dank...

auch von mir, es bringt es auf den punkt. dass u.a. herr gabriel versuchen wird, daraus politischen nutzen zu ziehen, ist nachvollziehbar, denn die spd hat mit anderen genau dieses steuerabkommen schon vor dem fall hoeneß zu verhindern gewußt. dass herr hoeneß nun bereits gegen medien angehen will, zeugt nur weiter von seinem schlechten charakter.....

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gog-magog 22.04.2013, 12:44
303.

Zitat von af17555
Beamte, die über 4000,-- Netto haben und sogar Pensionäre mit über 4000,-- Pension, gibt's es nicht gerade viele, das mal so zwischendurch. Aber das wird Sie ja in Ihrer Ignoranz nicht interessieren.
Teilweise haben Sie mit Ihrer Aussage Recht. Aber das stimmt so leider nicht. Auf 4000 Euro netto kommen Sie mit ein paar Dienstjahren auf A12, also schon ab Studienrat, spätestens Oberstudienrat. Und davon gibt es eine Menge.

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webman 22.04.2013, 12:45
304. steuern....

diese heuchlerleistungselite will nicht weniger Steuern bezahlen, nicht 45 %, nicht 30 % nicht 25 % und auch nicht 10 % - nein - sie wollen gar keine Steuern bezahlen ....null Prozent !

...und sie fordern natürlich Härte gegenüber den Hartz4 Betrügern und Schwarzfahrern...:):):)

......aber in den Talkshows das Maul aufreissen.....

mit Verlaub Herr/Frau Onlineredakteur/in....es ist zum Kotzen
:)

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unter_linken 22.04.2013, 12:45
305.

Zitat von verbalallergiker
Sie verstehen doch den Unterschied zwischen Neid und Gerechtigkeitsempfinden?! Ach was frag ich, ich hätte im Zweifel eh keine Zeit, Sie in die Grundprinzipien sozialen Verhaltens einzuführen.
Grundprinzipien sozialen Verhaltens wollen sie mir also näher bringen. Die Unschuldsvermutung, bis zum Beweis der Schuld durch ein ordentliches Gericht, ist für sie also kein soziales Grundprinzip?!

Sie verwechseln die Grundprinzipien sozialen Verhaltens gerade mit ihrem eigenen subjektiven Gerechtigkeitsempfinden. Das ist aber weder sozial, noch gerecht.

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adal_ 22.04.2013, 12:46
306. Libertäre Ideologen

Zitat von felice2000
Mich wundert keine Sekunde, dass diejenigen, die das stets ausbaden müssen, also die, die viel Geld verdient und dafür in aller Regel weit überdurchschnittlich viel geleistet haben, dass die sich um ihren Verdienst betrogen fühlen und sich Gedanken darüber machen, wie sie dieser unsäglichen Politik etwas entgegen setzen können.
Schon wieder dieser Krampf, Gesetzesverstöße als "Notwehr" zu interpretieren.

Es ist eine Unterstellung libertärer Ideologen, die Gesellschaft brauche die Leistungsträger, die Leistungsträger aber nicht die Gesellschaft. Ohne die öffentliche Infrastruktur und Rechtssicherheit hätten sie ihre Leistungen gar nicht erbringen können.

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Hilfskraft 22.04.2013, 12:46
307. Diskussion

eine Diskussion über den Fall Hoeneß muss zwangläufig eine Diskussion über unsere abartigen Steuergesetze nach sich ziehen.
Was man uns Normalos zumutet, ist nicht normal!
Schäuble jubelt über ständige Mehreinnahmen und unser Land verrottet trotzdem.
Was machen die damit?
Wir wissen es!
Und, stehen hilflos daneben.
Wir können nicht machen, uns nur diese Backpfeifengesichter in den Nachrichten antun.

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BruceWayne 22.04.2013, 12:46
308. Die Ursache des Übels

Natürlich beißt die Maus da keinen Faden ab: Jeder der Steuern wissentlich hinterzieht macht sich strafbar. Mit Betonung auf "Jeder". Auch die Übervorteilung des Finanzamtes bei nicht korrekter Kilometergeldabrechnung eines "Arbeitnehmers" ist strafbar. Was wirklich schade an der aktuellen Debatte ist, dass der "Fall Hoeneß" nicht als Chance aufgenommen wird zu diskutieren was an der jetzigen Besteuerung eines jeden Bürgers falsch sein könnte. So falsch, dass diejenigen, die es können, sogar Gefängnis in Kauf nehmen um sich von der Steuerlast (teilweise) zu befreien. Es ist eben falsch diejenigen übermäßig zu besteuern, die durch persönliches Risiko erst für Arbeit sorgen, und gleichzeitig damit jeden Tag auf's neue ihre Existenz gefährden. Die Politik ist falsch beraten darauf zu setzen, dass der angestachelte Sozialneid zu mehr Gemeinsamkeit führt. Eine gerechte Steuerpolitik könnte so aussehen, dass Arbeitnehmer und Familien mit Kindern nahezu unbesteuert (bis zu einem gewissen - aber hohen -) Einkommen bleiben, wenn gleichzeitig die Unternehmen und Unternehmer steuerlich deutlich weniger belastet würden. Um nur einen Punkt zu nennen. Dies würde einerseits eine deutlich höhere Geldmenge in Umlauf bringen, und gleichzeitig auch Kapitalflucht unsinnig erscheinen lassen. Wer dann noch Steuern hinterziehen würde, der müsste mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden. Die Rechnung geht auf, warum wird es nicht gemacht?

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alexreil 22.04.2013, 12:46
309.

Zitat von watislos
Alleine der FC Bayern zahlt mehr Lohnsteuer als die Polizeieinsätze im gesamte deutschen Fussball kosten.
Erstens zahlt nicht der FCB diese Lohnsteuer - sondern die abhängig Beschäftigten dieses Vereins - die dafür arbeiten. Zweitens steht nicht der FCB zu Debatte, sondern sein Präsident als Privatmann. Und der versteckt Einkünfte im Ausland um Steuern nicht zahlen zu müssen und hofft auf das Steuerabkommen mit der Schweiz das ihm eine Amnestie für (eingestandene) Straftaten beschert hätte.

Unabhängig davon ist es ein verqueres Weltbild, das praktisch alle Vermögenden pflegen und einige Foristen teilen dies auch noch offen.
Der kleine Mann soll gefälligst seine Steuern und Abgaben zahlen - aber möglichst wenige Anspüche an den Staat stellen. Der Vermögende und die Wirtschaft möchten am besten keinerlei Steuerpflicht unterliegen - aber ganz selbstverständlich alle Annehmlichkeiten unseres Staates geniessen dürfen.

Das Prinzip "breite Schultern tragen mehr" gilt immer nur für die anderen - nicht für einen selbst. Wenn es nach den Vermögenden, der Wirtschaft und einigen Foristen hier ginge - dann hätten wir die Sklaverei und der Staat dürfte sämtliche Arbeitnehmer ernähren, damit die Vorgenannten möglichst keine Abgaben zu entrichten haben und sich auch noch die Löhne sparen können.

So kann das aber nicht funktionieren, denn ohne Abgaben kann der Staat weder Infrastruktur noch Sozialleistungen finanzieren. Genau da kollidiert das Staatsverständnis der Vorgenannten mit der harten Realität.

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