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Stichwahl um Brasiliens Präsidentschaft: Der Scharfmacher spaltet das Land
REUTERS

Fast wäre der rechte Hardliner Jair Bolsonaro auf Anhieb Brasiliens Präsident geworden. Die Stichwahl könnte eng werden - auch weil sein Herausforderer noch einen Trumpf im Ärmel hat.

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syracusa 08.10.2018, 10:29
1. Philippinisierung Brasiliens

Die Zerstörung der politischen Kultur Brasiliens durch Korruption und Populismus führt unmittelbar zur Philippinisierung Brasiliens. In wenigen Jahren werden wir erleben, dass die Spaltung des Lands zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen führt.

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tpro 08.10.2018, 10:48
2.

Zitat von syracusa
Die Zerstörung der politischen Kultur Brasiliens durch Korruption und Populismus führt unmittelbar zur Philippinisierung Brasiliens. In wenigen Jahren werden wir erleben, dass die Spaltung des Lands zu bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen führt.
Das größte Problem Brasiliens ist Kriminalität. Häuser und Grundstücke werden fast überall mit Elektrozäunen gesichert. Und nein, es ist kein "Populismus", wenn Bolsonaro verspricht, mehr Polizei auf die Straßen zu bringen. PS: wann waren Sie das letzte Mal in Brasilien?

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makeup 08.10.2018, 11:04
3. Alle haben bisher versprochen, die Armut + Korruption zu bekämpfen

Insofern also doch wieder die üblichen Wahlversprechen und populistische Reden. Gefährlich wird es in der Tat, wenn er versucht das Land mit Gewalt zu spalten, dann hat er das Militär auf seiner Seite. Ich erinnere an die 20 Jahre Militär-Diktatur. Und die Folter wieder einführen - na I woas ned.

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raoul2 08.10.2018, 11:07
4. Als wolle er sich Bolsonaro als

Duterte für Arme präsentieren - und auch dort auf den Philippinen hat ein Ultrarechter Populist ausgerechnet die Allerärmsten auf seine Seite gezogen, die auch nach Tausenden von Ermordeten noch immer zu ihm halten. Verkehrte Welt ...

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bicyclerepairmen 08.10.2018, 11:25
5. Toll...

Zitat von tpro
Das größte Problem Brasiliens ist Kriminalität. Häuser und Grundstücke werden fast überall mit Elektrozäunen gesichert. Und nein, es ist kein "Populismus", wenn Bolsonaro verspricht, mehr Polizei auf die Straßen zu bringen. PS: wann waren Sie das letzte Mal in Brasilien?
Um dann die Anzahl der getöteten "Kriminellen" als Erfolg zu verbuchen ? Wann waren Sie das letzte mal in Brasilien ? Was nützt ein Mehr an Ordnungskräften wenn ganze Stadtteile im Cracksumpf versinken und fast alleinig diese Elenden von NGO's oder Orgas der hier achso verteufelten Kirchenorganisationen aufgefangen werden ?
Der Staat hat dazu kein Geld. Jetzt ein Mehr an unterbezahlten Polizisten und erleichterter Waffenzugang fürs Bürgertum.
Genialer Plan.
Wetten das bei meinem nächsten Besuch in Recife die Kinderprostitutierten die Nachts hinter dem Reichenboulevard am Strand stehen noch zu genommen haben und es diejenigen die mit Ihren Helicoptern auf diesen Millionärshochhäusern wie immer einen XXXXdreck interessiert ?

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syracusa 08.10.2018, 11:36
6.

Zitat von tpro
Das größte Problem Brasiliens ist Kriminalität.
Ohne tiefgreifende Korruption kann Kriminalität nicht derart epidemische Ausmaße erreichen. Die Ursache von übermäßiger Kriminalität ist ausnahmslos immer staatliches Versagen.

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blurps11 08.10.2018, 11:39
7.

Zitat von raoul2
Duterte für Arme präsentieren - und auch dort auf den Philippinen hat ein Ultrarechter Populist ausgerechnet die Allerärmsten auf seine Seite gezogen, die auch nach Tausenden von Ermordeten noch immer zu ihm halten. Verkehrte Welt ...
Bolsonaro wird in erster Linie von den Reichen und Bürgerlichen unterstützt, die sich von ihm die Sicherung ihrer Pfründe und eine stärkere Abgrenzung von "denen da unten" versprechen. Bei den Armen hat er einen eher schweren Stand, wie es auch im Artikel nachzulesen ist.

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mwroer 08.10.2018, 11:39
8.

Zitat von raoul2
Duterte für Arme präsentieren - und auch dort auf den Philippinen hat ein Ultrarechter Populist ausgerechnet die Allerärmsten auf seine Seite gezogen, die auch nach Tausenden von Ermordeten noch immer zu ihm halten. Verkehrte Welt ...
Vielleicht vom Standpunkt eines Europäers aus der nie Armut gekannt hat oder in der Badewanne schläft weil die das einzige ist in den Barracken die da stehen das halbwegs Schutz vor Querschlägern aus automatischen Waffen bietet. Vom Standpunkt eines Europäers aus dessen größtes Problem ist ob man 'Abteilungsleiter/Abteilungsleiterin" oder 'Abteilungsleiter/IN' schreibt und nicht ob er es über den Tag schafft ohne ausgeraubt zu werden bzw. ob sein Kind sich heute einer Gang anschließt - ja ganz sicher.

Sie urteilen aus einer völlig anderen Welt mit 0 Bezug zu den Menschen über die Sie urteilen.
Einfach gesagt: Wenn im Dorf/Slum in dem Sie leben weniger Menschen durch Gangs und Gewalt umkommen als letzten Monat dann war es ein guter Monat. Wer dafür sorgt, der kriegt die Stimmen. Die Menschen sind von Reisefreiheit. Gendergerechtigkeit und Dieselfahrverboten so weit entfernt wie Sie vom Mond.
Es sind nämlich die allerärmsten die sich keinen privaten Sicherheitsdienst leisten können. Ich kenne sog. Gates Communitys in Brasilien die besser bewacht sind als mancher Bundeswehrstützpunkt. Das hat seinen Grund. Urteilen Sie nicht zu schnell über die Motive der Menschen die Politiker wie Bolsonaro wählen.
Subjektiv gesehen haben die dafür nämlich oftmals verdammt gute Gründe.

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realist4 08.10.2018, 12:13
9. Verständliche Wählerreaktion

Wer kann es den gewöhnlichen Brasilianern verdenken, welche sich mit Mauern, Gittern, Elektrozäunen und Videoüberwachung vor den Kriminellen zu schützen versuchen, dass sie sich nach einer harten Hand sehnen? Wer kann sich hierzulande vorstellen, dass die Linken um PT einerseits die Genossen in Kuba, Venezuela, Bolivien und Angola massiv unterstützten, die eigene Infrastruktur aber massiv vernachlässigten. Wer kann nicht die Wut verstehen welche sie empfinden, wenn das oberste Gericht dessen Mehrheit inzwischen aus PT Anhängern besteht, mit massiven Beweisen verurteilte korrupte Parteigänger und Industrielle wieder freilässt? Wären wir nicht auch sauer, wenn eine massive Wirtschaftskrise unsere Arbeitsplätze vernichtete und dies ohne Mindestschutz durch Harz4? Es ist ihnen herzlich egal ob Duarte tausende Crackkonsumenten und -Lieferanten hinrichten ließ, im Gegenteil, sie wünschen sich dass dies bei ihnen auch endlich geschieht. Wer in die Enge gedrängt wird versucht sich zu wehren, notfalls auch mit falschen Mitteln. Übrigens, Haddad war kein guter Bürgermeister in Sao Paulo, es wird erzählt, dass er meist erst um elf zur Arbeit erschien. Er wird keine Chance haben denn er müsste 30% zusätzliche Stimmen erhalten, Bolsonaro nur 4. Lösen wird Bolsonaro die Probleme allerdings nicht, 2014 bestand der Kongress und Senat aus 26 verschiedenen Parteien, da muss man sehr viele Kröten schlucken und faule Kompromisse eingehen.

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