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Stichwahl um Brasiliens Präsidentschaft: Der Scharfmacher spaltet das Land
REUTERS

Fast wäre der rechte Hardliner Jair Bolsonaro auf Anhieb Brasiliens Präsident geworden. Die Stichwahl könnte eng werden - auch weil sein Herausforderer noch einen Trumpf im Ärmel hat.

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chris.ponte6422 08.10.2018, 21:50
60.

Zitat von bepekiel1
Ihr Hass auf PT und Lula, bzw. Dilma Rousseff zeigt sich ja in Ihren vorherigen Posts. Nur das Urteil gegen Lula und die Amtsenthebung von Dilma werden nicht nur vom Spiegel kritisiert, genauso von der Süddeutschen oder auch El Pais oder Publico in Portugal. Aber wenn man eben seine Meinung feststehen hat, dann überzeugen einen auch nicht Informationen von seriösen Medien....
Nur weil der Teilnehmer CHSAprazivel die Rechtmässigkeit des Impeachment-Verfahrens und von Lulas Verhaftung hervorhebt, werfen sie ihm gleich Hass vor? Das ist aber eine sehr beliebte Masche der Lula-Sekte.
Das Amtsenthebungsverfahren Rousseffs hat peinlichst genau alle im Gesetz vorgeschriebenen Stationen eingehalten, die Rechtmässigkeit von Lulas Verhaftung wurde von allen möglichen Gerichten bestätigt. Unzählige, von einem hochbezahlten Heer an Staranwälten beim Obersten Gerichtshof eingereichten Revisionsanträge wurden abgelehnt. Dazu muss man wissen, dass die Mehrheit dieser Richter von Lula und Rousseff höchstpersönlich eingesetzt wurden und ausgewiesene PT-Anhänger sind. Aber die Beweise der untergeordneten Gerichte waren so stichhaltig, dass gar nicht anders entschieden werden konnte. Übrigens stehen Lula noch 6 weitere Prozesse bevor, mit teils noch schwerwiegenderen Anschuldigungen. Man muss schon einer gehörigen Hirnwäsche unterzogen worden sein, um immer noch an seine Unschuld zu glauben.

Dass einige ausländische Medien gerne mal Zweifel säen, zeigt nur, dass sie ganz schön auf die Opferstrategie des PT hereingefallen sind oder hereinfallen wollten. Da hat sich in Rio ein sonderbares Süppchen an Journalisten zusammengebraut, die aus verdächtigen Gründen gerne mal PT-freundlich berichten. Seriöse Berichterstattung sieht anders aus. Und warum berichten die eigentlich aus dem bohemen Rio und nicht aus dem langweiligen Brasília?

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icke_floripa 08.10.2018, 22:19
61. Tatsachen zur brasilianischen Wirtschaft I

Zitat von bepekiel1
Die Probleme begann mit der Finanzkrise, die immer noch nicht überwunden ist, hauptsächlich in den Schwellenländern. Und ich wüsste nicht, das Lula und Dilma daran schuld sind, dass es Argentinien schlecht geht oder auch die Türkei, Russland, Indien z.B. Schwieirgkeiten haben.
Bitte informieren Sie sich besser. Ihre Aussage das die weltweite Finanzkrise schuld war bzw ist an der brasilianischen Wirtschaftskrise ist einfach falsch. Es ist genau um gekehrt. Die brasilianischen Banken waren und sind, Dank der Ende der 90ziger vollzogenen Finanz- und Bankenreformen, abgesichert gewesen gegen das was anderswo passiert ist zu dieser Zeit. Sie sind davon verschont geblieben und dafür wurden sie auch unter anderem von der Weltbank und Frau Merkel gelobt. Für Brasilien war die weltweite Finanzkrise eher ein Segen, da viele ausländische Anleger ihr Geld in sicheren Staaten anlegen wollte. Brasilianische Firmen verkauften im Ausland wo ausländische Bankrott gegangen sind. Die brasilianische Wirtschaftskrise kam zu Zeiten Dilmas, als sich der internationale Markt wieder erholt hatte und wieder Schwung aufnahm. Und sie kam mit Ansage. Das Problem, welches übrigens auch Marina von der REDE sehr gut erkannt hatte und ändern wollte als Präsidentin, war und ist, dass Brasilien nicht wettbewerbsfähig auf dem Weltmarkt ist. Durch die Protektionspolitik für Importe (hatte Trump übrigens gerade erst wieder stark kritisiert, ohne mich auf seine Seite stellen zu wollen) waren und sind Produkte in Brasilien einfach um ein weites teurer als im Ausland und das zu einem wesentlich schlechteren Standard. Somit kam es also, das mit einem Mal der ausländische Absatzmarkt fehlte, ein großer Abnehmer von brasilianischen Autos (die Automobilindustrie ist enorm gewachsen in den 2000) war Argentinien, welche diese durch eigene wirtschaftliche Probleme aber nicht mehr abnehmen konnten, der eigenen brasilianische Markt war mittlerweile auch gedeckt und Autos und Wohnungen über langjährige Kredite finanziert und somit fehlte der Markt. Dies war der Ursprung der Wirtschaftskrise und brachte extrem viele Entlassungen in der Automobil- und Baubranche mit sich. Der Grundstein für die Liberalisierung und Öffnung des Marktes nach der Diktatur in den 80zigern wurde in den 90zigern gelegt. Es gab eine Finanzreform mit Höhen und Tiefen, aber der Real war dann Anfang der 2000 sehr stabil: 1 Real = 1 DM. Somit wuchs die Wirtschaft zusammen mit dem Lebensstandard in der gesamten Bevölkerung.

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icke_floripa 08.10.2018, 22:20
62. Tatsachen zur brasilianischen Wirtschaft II

Übrigens ist das Programm Fome Zero noch von vor der Zeit Lulas und die Bolsa Familia ein Zusammenschluss mehrerer Unterstützungprogramme aus den Neunzigern, das hat sich Lula nicht alles alleine ausgedacht. 2003 hat die PT mit Lula nun das Land in dieser Situation übernommen. Es waren optimale Voraussetzungen, wenn man weiß wie man das weiterführt ohne das Schiff zum kentern zu bringen. So musste zb. das Steuersystem vereinfacht werden für Firmen (es ist eines der kompliziertesten weltweit) und das Land wettbewerbsfähig gemacht werden für den internationalen Handel von Produktionsgütern. Aber genau daran ist die PT gescheitert. Die Einfuhrbestimmungen und Steuern sind extrem was verhinderte weltweiten Standard in das Land zu bringen an den sich die Wirtschaft hätte orientieren müssen. Sachen können mit schlechteren Standard aber teurerer Preis in Brasilien verkauft werden Dank der Protektionspolitik. Die Bildung von Fachkräften ist ein Graus, oft können Studenten in Hochschulen nicht mal die einfachsten Rechnungen machen. Es gibt auch keine allgemeinen Berufsschulen die hier jeder besucht um eine Berufsausbildung zu machen. Somit ist die Wirtschaftskrise ein direktes Verschulden der verfehlten Wirtschafts-, Steuer- und Bildungspolitik der PT der letzten Jahre. Und wenn man sich da den aktuellen Masterplan von Haddad zum Thema Wirtschaft anhört den er gerade erst letzte Woche verkündete, weiß man das sich da nichts geändert hat. Abgesehen, das man die Reichen mehr besteuern will und den Armen die Unterstützung erhöhen will, ist seine Lösung sich mit den Schwellenländern Südamerikas zu verbinden. Explizit meinte er, er hätte schon Kontakt zu gewissen Kreisen u.a. in Argentinien um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Da weiß man schon was einem blüht, die Lösung ist also das sich die absaufenden gegenseitig aus dem Sumpf zu ziehen. Argentinien ist d.Z. selber in einer tiefen Wirtschaftskrise. Und wie es um Freund Venezuela steht braucht man nicht zu sagen. Wie gesagt, der Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg kam bestimmt nicht von der PT. Im Gegenteil, Gelder aus dem Aufschwung wurden unüberlegt ausgegeben. 39 Ministerien unter Lula und 40 teils dubiose Staatsunternehmen. Schmiergeldzahlungen und illegale Parteienfinanzierung waren im Aufblühen. Wo das Geld herkam? Egal. Nimmt man halt noch mehr steuern ein. Es ist da und wurde ausgegeben und Staatsschulden gemacht wie kaputt. Nachdem Dilma nicht mehr da war versuchte ihr Vize Temer nun einiges wieder hinzubiegen wie zum Beispiel die Erhöhung des Rentenalters, da man schon mit 55 Jahren hier in Rente ging und trotz vollen Bezugs noch weiterarbeiten konnte. Was vor allen für die von Vorteil ist die viel Geld verdienten und sich eine gute Gesundheit leisten können. Da diese besonders viel dem Rentensystem kosteten was dann letztendlich die ärmeren zahlen mussten. Und es wurde auch eine Haushaltsobergrenze eingeführt um die exorbitanten Ausgaben etwas in den griff zu bekommen. So nun frage ich, was man von einer weiteren Amtszeit der PT erwarten soll, da außer Ideologischem blabla und Almosenverteilung zum Wählerfang nicht viel bei der PT rauskommt.

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icke_floripa 08.10.2018, 22:32
63. Entschuldigung, aber Sie haben echt keine Ahnung

Zitat von bepekiel1
aber dann erwischte Brasilien die Finanzkrise und da das Land sehr stark von ausländischen Investitionen und Spekualtionskapital abhängt, wurde es ein Opfer dieser. Denn das Geld wurde dann abgezogen. Oder warum meinen Sie hat Brasilien mit die höchsten Zinsen (Bankkonten, Kreditkarten etc.)
Das ist ein grauen was hier so geschrieben wird.
Die hohen Zinsen sind und waren Folge der hohen Inflation. Mit dieser haben alle Schwellenländer zu kämpfen die wirtschaftlich stark wachsen. Durch das Wachstum steigen Preise und Löhne unverhältnismäßig schnell. Um diesem entgegen zu wirken muss das staatliche Finanz Kontrollorgan die Zinsen erhöhen damit es nicht zur Mega-Inflation kommt. Das macht i.d.R. die Zentralbank durch den Leitzins. Das hat überhaupt nichts mit Spekulation zu tun.
Es ist wirklich zum heulen bei so viel Unkenntnis. Und da sind wir auch wieder beim Problem des Populismus, scheinbar einfache Ursachen und Lösungen zu verbreiten, das ist das einzige was sie können.

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famon 09.10.2018, 00:08
64. Bolsonaro ist kein Duterte

... denn wie man weiß hat Duterte Erfolge als Hardliner-Bürgermeister vorzuweisen. Während Bolsonaro in 30 Jahren Hinterbänklerdasein ganze zwei Projekte seiner Produktion zu den Gesetzbüchern bringen konnte. Der Mann ist ein Hassprediger, dessen Popularität nur auf Hass gründet: gegen PT und Lula (für den Bolsonaro 2002 gestimmt hatte, übrigens), gegen Schwarze, Armen, Homosexuelle, ja sogar gegen Literatur für sexuelle Aufklärung. Sonst hat er nichts vorzuweisen, außer 5 Kinder von 3 Frauen. Drei der Kinder und zwei der Frauen haben schon ihre politische Karriere auf der Welle des Vaters begonnen, sie leben von dessen Nachnamen.

Dass 46 % der Wähler auf seiner Seite sind ist eine moralische Bankrotterklärung der Brasilianer. Eine Kapitulation vor dem Hass und dem Zynismus, deren Ausmaß sie gar nicht in der Lage sind einzuschätzen. So sieht Zukunft nicht aus.

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ifek 09.10.2018, 00:40
65. Ergebnis sollte feststehen....

Sie müssen scheinbar wohl Ihren Artikel noch etwas Spannung geben, wo keine mehr ist.

Und Wunschdenken sollte ebenfalls nicht bestimmend sein, mir gefällt das Ergebnis auch nicht, nur es halt sehr klar

Sie schreiben, Haddad hätte noch einen Trumpf im Ärmel, nur welcher soll das sein?

Verraten Sie leider nicht in Ihrem Artikel, doch nicht etwa dass Gomes Haddad im zweiten Wahlgang unterstützen will?

Die Karten werden zum zweiten Wahlgang nur theoretisch neu gemischt, wer und was soll Sie in den nur 3 Wochen neu mischen!?
Nicht mal ein Verdacht auf sexuelle Belästung (nicht ausgeschlossen!) wird irgendwas so stark neu mischen.
Aufgrund der Wahlpflicht, führt ja nicht mal eine unterschiedliche Wahlbeteiligung zu Veränderungen.
Und nicht unbekannt ist ja die Tendenz, sich dann mit auf
Ohne wirklich viel von Brasilien zu verstehen: mehr als 60% der Stimmen für Bolsano sind höchstwahrscheinlich

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hansriedl 09.10.2018, 02:44
66. Kampf gegen Korruption und Kriminalität angekündigt

Der Ex-Offizier und Verteidiger der früheren Militärdiktatur (1964 bis 1985) hat für den Fall eines Wahlsiegs einen harten Kampf gegen Korruption und Kriminalität angekündigt und will die Waffengesetze lockern. Mit abfälligen Bemerkungen über Frauen, Homosexuelle und Schwarze polarisiert er die brasilianische Gesellschaft. Anfang September wurde er bei einer Messerattacke während eines Wahlkampfauftritts verletzt.

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