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Stimmrecht mit 16: Vorbild Österreich - warum Jugendliche wählen dürfen sollten
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In Österreich dürfen Jugendliche ab 16 Jahren wählen. Ein Vorbild für Deutschland? Ja, findet der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier - auch wenn er die aktuellen Schülerdemos eher für ein Oberschichten-Phänomen hält.

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so-long 09.03.2019, 13:25
1. Sturm frei

16 jährige beziehen ihre (politischen) Infos aus den sozialen Netzwerken. Zeitungen lesen ist was für die Doofen und Vorgestrigen. Der Manipulation wird vollends Tür & Tor geöffnet.
Influencer als Wahlkampfmanager. Ein Alptraum.

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dentix08 09.03.2019, 13:44
2. Geschichte umgekehrt!

Als es vor Jahrzenten um die Absenkung der Volljährigkeit von 21 auf 18 ging, war DAS Argument: Mit 18 nicht wählen dürfen, nicht vollständig geschäftsfähig zu sein, den Aufenthalt (noch) nicht selbst bestimmen dürfen, aber mit Millionenwerten bei der Bundeswehr hantieren (müssen) und im Fall der Fälle Leib und Leben für die Bundesrepublik hingeben, das passe nicht zusammen!
Gilt ergo umgekehrt: Wenn Wahlalter 16, dann auch ab 16 volljährig, denn mit 16 die Politik mitbestimmen, aber nicht voll geschäftsfähig zu sein, den eigenen Aufenthalt nicht selbst bestimmen zu dürfen, passt nicht zusammen!

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dendro 09.03.2019, 13:58
3. Das werden CDU/CSU tunlichst verhindern ...

Konservativ und jugendlich ist mehrheitlich schließlich immer noch ein Ausschluss.

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rainbow-warrior999 09.03.2019, 14:03
4. Heinzelmeier sieht es durchaus richtig !

"Die jungen Menschen sind heute mit 16 viel reifer als Jugendliche in früheren Zeiten."
Ich würde ergänzen: sogar viel bewusster, als manche Politiker, die nichts (oder nur symbolisch) etwas für Klimaschutz tun (außer Sonntagsreden vor Wahlen!) . Die Schüler*innen, die bei "Fridays for Future" auf die Straße gehen, sind ein lebendiger, beispielhafter Beweis dafür.
"Die Zehntausende Greta Thunbergs streiken freitags nicht für grüneren Kapitalismus. Sie fordern vielmehr die ganze Bäckerei: eine lebenswerte solidarische Zukunft. Ihr Engagement ist das unsere. Die Verkehrswende ist Teil der solidarischen Welt, für die wir uns engagieren." (Winfried Wolf, Autor und Publizist)

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Rheingold (Goldwäsche) 09.03.2019, 14:13
5. Reife

"Die jungen Menschen sind heute mit 16 viel reifer als Jugendliche in früheren Zeiten. Sie können durchaus Entscheidungen treffen, die von der Qualität her der Entscheidung eines 25-Jährigen entsprechen." Zitat Ende

Womit begründet der Herr Heinzlmaier denn diese Aussage? In den 70er Jahren arbeiteten 25-Jährige oft seit Jahren im Job, hatten eine eigene Familie mit Kindern gegründet und bauten ein Haus. Von der Nachkriegszeit ganz zu schweigen, wo ältere Geschwister nicht selten früh Erziehungsaufgaben oder die Ernährung der Familie übertragen bekommen haben, wenn es nicht reichte oder die eigenen Eltern ganz verhindert waren. Die 16-Jährigen heute haben doch zum Glück weniger existenzielle Sorgen als zu Gründungszeiten von BRD bzw. DDR und beschäftigen sich viel länger nur mit sich selbst. Ich finde das sehr schön, aber mit "Reife" hat das nichts zu tun!

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götzvonberlichingen_2 09.03.2019, 14:13
6. Ist das schlecht

Zitat von so-long
16 jährige beziehen ihre (politischen) Infos aus den sozialen Netzwerken. Zeitungen lesen ist was für die Doofen und Vorgestrigen. Der Manipulation wird vollends Tür & Tor geöffnet. Influencer als Wahlkampfmanager. Ein Alptraum.
Allein diese Aussage beweist, dass Sie ihre Information offenbar selber aus "dubiosen" Quellen beziehen.
Mit dem gleichen Argument sollte man alle Menschen von Wahlen ausschließen, die z.B. BILD lesen. Alle Menschen, die nicht mindestens einen Realschulabschluss vorweisen können.
Jeden Menschen, der glaubt in diesem Internet tummeln sich diese Jugendlichen nur auf YouTube oder Youporn herum.
Ihre Aussage sollte Ansporn sein schleunigst das Wahlrecht ab 16 einzuführen. Damit wieder Politik für die Zukunft gemacht wird und nicht für die Konservativen Ewiggestrigen.

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Bearhawk 09.03.2019, 14:29
7. Die Idee ist richtig

was Zukunftsthemen angeht. Entweder man setzt das Wahlalter herunter, oder man gibt Familien eine Stimme mehr pro Kind. Alternativ könnte man bei bestimmten Themen, die weit in die Zukunft reichen, die Stimmen älterer Menschen nur noch zu einem bestimmten Prozentsatz werten. Will sagen, je weiter ein Thema das Leben und die Gesellschaft in der Zukunft beeinflussen, desto weniger werden beispielsweise die Stimmen der über 70 jährigen gezählt. Welche Chancen hätten junge Menschen sonst, sich gegen die enorme Anzahl der, kurz vor der Rente, oder schon in der Rente befindlichen Babyboomer, durchzusetzen von denen es vielen wahrscheinlich nur um den Erhalt des Status Quo geht. Und bevor nun jemand losschreit... Ich gehöre zu diesen Alten, die in ein paar Jahren in Rente gehen und würde gerne einmal sehen, dass junge Leute progressive Ideen durchbringen können und dieser unsägliche Stillstand in Deutschland einmal durchgeschüttelt wird. ;-)

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hausfeen 09.03.2019, 14:30
8. Gewünscht oder nicht: Wahlrecht ab 16 ist nur eine Anpassung ...

... an die Realität. Ängste sind unbegründet: 16-Jährige wählen nicht schlauer oder dümmer wie ihre Eltern.

Zum Thema Schülerdemos. Ja, es ist ein Obschichtenphänomen. Aber ein gutes. Denn das sind die Kräfte des Geistes, der Einsicht, die Menschen dazu animieren, entgegen ihrer sozialen Stellung kritische Menschen zu werden. WIr haben das erlebt in der Studentenbewegung, in der Anti-AKW-Bewegung, in der Friedensbewegung. Menschen, die auf die Welt geschaut haben und den Verstand eingeschaltet und nicht auf ihren Geldbeutel und ihre soziale Vorrangstellung.

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manni.baum 09.03.2019, 14:34
9. "die Influencer"

Zitat von so-long
16 jährige beziehen ihre (politischen) Infos aus den sozialen Netzwerken. Zeitungen lesen ist was für die Doofen und Vorgestrigen. Der Manipulation wird vollends Tür & Tor geöffnet. Influencer als Wahlkampfmanager.
Springer, Bauer, Burda, WAZ, Funke, FAZ etc. haben den älteren Wählern auch nicht den totalen politischen Durchblick verschafft (wollten die auch gar nicht).

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