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Stimmrecht mit 16: Vorbild Österreich - warum Jugendliche wählen dürfen sollten
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In Österreich dürfen Jugendliche ab 16 Jahren wählen. Ein Vorbild für Deutschland? Ja, findet der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier - auch wenn er die aktuellen Schülerdemos eher für ein Oberschichten-Phänomen hält.

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kael 09.03.2019, 14:50
10. Schwaches Argument

Zitat von so-long
16 jährige beziehen ihre (politischen) Infos aus den sozialen Netzwerken. Zeitungen lesen ist was für die Doofen und Vorgestrigen. Der Manipulation wird vollends Tür & Tor geöffnet. Influencer als Wahlkampfmanager. Ein Alptraum.
Woher wissen Sie so genau, woher sich die 16-Jährigen ihre politischen Informationen holen?
Und was macht Sie glauben, dass dieselben jungen Leute nur 2 Jahre später - und damit als 18-jährige Wahlberechtigte - "seriösere" Informationsquellen heran ziehnen als soziale Netzwerke?
Und wer sagt Ihnen, dass Zeitunglesen oder auch TV-Gucken einen besseren Informationsstand herbei führt? Mir sind genügend (zu viele) Blätter und Sender bekannt, die genau das Gegenteil bewirken und als erfolgreiche Massenmedien den vielen "Doofen und Vorgestrigen" reichlich Munition liefern.

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mullertomas989 09.03.2019, 14:59
11. In Hamburg ...

.... waren auch 10t-Klässler der Stadtteilschule bei Greta. So viel zu "wissenschaftlichen Aussagen" von wegen "die oberen 10%"...

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bwk 09.03.2019, 15:01
12. Lebenserfahrung

Mit 16 Jahren sind die meisten Jugendlichen politisch "links" eingestellt, begründet durch ihre fehlende Lebenserfahrung und die Tatsache, das linke Theorien scheinbar schöner klingen. Der Lebenswirtlichkeit halten die aber meistens nicht stand. Wer also über keine Lebenserfahrung verfügt, sollte auch nicht wählen dürfen, weil sonst die Gemeinschaft die Zeche zahlen muß. Leider läßt sich das für über viele 18-jährige nicht durchsetzen, da dass ja "ungerecht" wäre. Ein Blick in die Politikerlandschaft, die z.T. als Jugentliche in die Politik eingestiegen sind zeigt, dass das Wahlalter eher angehoben werden muß.

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kangia 09.03.2019, 15:04
13. Die junge Generation berücksichtigen

Eigentlich geht es doch darum, dass die Interessen der Minderjährigen berücksichtigt werden sollten. Wer wählt denn heute? Rentner, und zwar massiv. Das Resultat ist, dass kurzsichtige Politik für Rentner gemacht wird (was in 30 Jahren passiert, ist denen ja egal). Aber andererseits kann man Kinder ja auch nicht wählen lassen (selbst mit 16 - mein Sohn ist 15... mir wird mulmig, wenn ich bedenke, was der für einen Unfug wählen würde!). Eine Lösung wäre, Kindern pro forma Stimmrecht zu geben, aber dieses Stimmrecht von den Eltern ausüben zu lassen (eine obligatorische Prokura, sozusagen). Die Eltern, im Allgemeinen ja noch nicht sooo alt, würden in jedem Fall eher im Interesse der jungen Generation wählen als die Alten, die heute bestimmen, wo es lang geht.

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enforca 09.03.2019, 15:04
14.

Zitat von so-long
16 jährige beziehen ihre (politischen) Infos aus den sozialen Netzwerken. Zeitungen lesen ist was für die Doofen und Vorgestrigen. Der Manipulation wird vollends Tür & Tor geöffnet. Influencer als Wahlkampfmanager. Ein Alptraum.
Ja und? Ein Großteil der Erwachsenen beziehen ihre Meinung von der Bild und haben von Politik Null Ahnung. Eine Mehrheit der Altparteienwähler machen ihr Kreuz nur aus Tradition oder wählen das, was der Ehemann sagt. Also bitte.

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rurei 09.03.2019, 15:16
15. Je nachdem:

Zum einen sollte man Jugendliche nicht den Klauen von Karrierepolitikern jedweder Couleur aussetzen, andererseits informieren sich Jugendliche oft besser als sogenannte Erwachsene. Jugendliche informieren sich kaum noch über die Öffentlich Rechtlichen der Nomenklatura und Standard-Print-Medien; deren Versinken in die Bedeutungslosigkeit kommt dann nur noch schneller. Das spricht für Konkurrenz und Vielfalt. Der eine oder andere Schuss von bestimmten Politikern wird dann nach hinten losgehen.

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ruhepuls 09.03.2019, 15:19
16. Nicht wirklich etwas bewirkt...

Zitat von hausfeen
... an die Realität. Ängste sind unbegründet: 16-Jährige wählen nicht schlauer oder dümmer wie ihre Eltern. Zum Thema Schülerdemos. Ja, es ist ein Obschichtenphänomen. Aber ein gutes. Denn das sind die Kräfte des Geistes, der Einsicht, die Menschen dazu animieren, entgegen ihrer sozialen Stellung kritische Menschen zu werden. WIr haben das erlebt in der Studentenbewegung, in der Anti-AKW-Bewegung, in der Friedensbewegung. Menschen, die auf die Welt geschaut haben und den Verstand eingeschaltet und nicht auf ihren Geldbeutel und ihre soziale Vorrangstellung.
Was hat denn die Studentenbewegung wirklich bewirkt? Am Ende stand Baader-Meinhoff - und eine Aufrüstung des Staates. Die AKW-Bewegung hat auch nicht viel ausgerichtet. Abgeschaltet wurden AKWs bei uns erst nach Fukushima - weil die Politik Angst um Wählerstimmen hatte.
Und die heutigen Freitagsdemonstrierer sind letztlich genauso inkonsequent wie ihre Eltern. Sonst würden sie bei ihrem persönlichen Lebensstil anfangen. Es ist immer leicht etwas zu fordern - aber selbst das Gegenteil davon zu tun. Dergleichen Heuchelei ist heute leider die Regel: Getreu dem Motto, was brauchen wir Kraftwerke, bei mir kommt der Strom aus der Steckdose...
Wer fährt denn die Autos, die die Umwelt verpesten? Wer verbraucht die Energie, die in Kraftwerken produziert werden muss? Wer bucht die Millionen von Billig-Flügen? Wer erzeugt die Müllberge? usw. usf.

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ruhepuls 09.03.2019, 15:26
17. Wer darf dann noch wählen?

Zitat von bwk
Mit 16 Jahren sind die meisten Jugendlichen politisch "links" eingestellt, begründet durch ihre fehlende Lebenserfahrung und die Tatsache, das linke Theorien scheinbar schöner klingen. Der Lebenswirtlichkeit halten die aber meistens nicht stand. Wer also über keine Lebenserfahrung verfügt, sollte auch nicht wählen dürfen, weil sonst die Gemeinschaft die Zeche zahlen muß. Leider läßt sich das für über viele 18-jährige nicht durchsetzen, da dass ja "ungerecht" wäre. Ein Blick in die Politikerlandschaft, die z.T. als Jugentliche in die Politik eingestiegen sind zeigt, dass das Wahlalter eher angehoben werden muß.
Mal ehrlich, wenn man danach gehen würde, dass nur noch "lebenserfahrene" und umfassend gebildete wählen dürften, blieben vielleicht noch 20% der Bevölkerung übrig, die überhaupt einigermaßen die Welt verstehen, in der wir heute leben (und die interpretieren sie auch noch unterschiedlich) Der Rest wählt aus dem Bauch oder mit Blick auf das eigene Bankkonto.
Im Grunde ist die Demokratie in dem Moment an ihre Grenzen gekommen, in dem die Menschen gar nicht mehr in der Lage sind, die Konsequenzen ihrer Entscheidungen abzusehen.
Aber wie es schon Churchill sagte: Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.
So werden wir wohl auch weiter mit den Folgen unserer eigenen Dummheit leben müssen - wie unsere Vorfahren auch.

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unky 09.03.2019, 15:27
18. Was soll diese Diskriminierung der Alten?

Zitat von Bearhawk
was Zukunftsthemen angeht. Entweder man setzt das Wahlalter herunter, oder man gibt Familien eine Stimme mehr pro Kind. Alternativ könnte man bei bestimmten Themen, die weit in die Zukunft reichen, die Stimmen älterer Menschen nur noch zu einem bestimmten Prozentsatz werten. Will sagen, je weiter ein Thema das Leben und die Gesellschaft in der Zukunft beeinflussen, desto weniger werden beispielsweise die Stimmen der über 70 jährigen gezählt. Welche Chancen hätten junge Menschen sonst, sich gegen die enorme Anzahl der, kurz vor der Rente, oder schon in der Rente befindlichen Babyboomer, durchzusetzen von denen es vielen wahrscheinlich nur um den Erhalt des Status Quo geht. Und bevor nun jemand losschreit... Ich gehöre zu diesen Alten, die in ein paar Jahren in Rente gehen und würde gerne einmal sehen, dass junge Leute progressive Ideen durchbringen können und dieser unsägliche Stillstand in Deutschland einmal durchgeschüttelt wird. ;-)
Bloß weil Sie als zukünftiger Rentner offensichtlich nur noch an sich selbst interessiert sind und nach dem Motto "Nach mir die Sintflut leben" , heißt das nicht, dass alle anderen, die über 70 sind, ebenso denken und handeln. Ich habe Kinder und Enkelkinder und bin zutiefst besorgt über deren ökologische, politische und soziale Zukunftsaussichten. Deshalb bin ich aktiv, um den nachfolgenden Generationen nicht das völlige Chaos zu hinterlassen. Und so denken und handeln außer mir noch Millionen andere Alte.

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ruhepuls 09.03.2019, 15:29
19. Leider wahr...

Zitat von enforca
Ja und? Ein Großteil der Erwachsenen beziehen ihre Meinung von der Bild und haben von Politik Null Ahnung. Eine Mehrheit der Altparteienwähler machen ihr Kreuz nur aus Tradition oder wählen das, was der Ehemann sagt. Also bitte.
Leider haben Sie da völlig recht. Wer liest schon die Parteiprogramme (ich auch nicht) oder informiert sich zumindest mal, welche Konsequenzen die jeweilige Pläne hätten? Die meisten wählen entweder X, weil sie schon immer X gewählt haben oder weil der Partner das wählt. Oder sie wählen mit dem Blick auf das eigene Bankkonto, nach dem Motto: Mit welcher Partei fahre ich finanziell besser?

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