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Stimmrecht mit 16: Vorbild Österreich - warum Jugendliche wählen dürfen sollten
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In Österreich dürfen Jugendliche ab 16 Jahren wählen. Ein Vorbild für Deutschland? Ja, findet der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier - auch wenn er die aktuellen Schülerdemos eher für ein Oberschichten-Phänomen hält.

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daheim 09.03.2019, 15:56
30. weitergehender Vorschlag:

Wenn man das Wahlrecht schon anpackt, warum nicht gleich richtig? In dem man das individuelle Stimmrecht reziprok zum Alter gewichtet. D.h. die Stimme eines jungen Wählers zählt mehr, als die eines alten Wählers. Klingt erst mal brutal ungerecht, wenn man aber bedenkt, dass die Jungen mit den Konsequenzen von Wahlen viel länger leben müssen, als die Alten, finde ich das wiederum gerecht. Siehe Brexit: Dort haben vor allem Ältere für "Leave" gestimmt. Aber wenn das ein 95 jähriger macht bzw. vor 2,5 Jahren so gewählt hat, wird der ggf. nicht mal mehr den Brexit erleben. Ein damals 16 Jähriger muss jetzt ggf. aber die restlichen 70 Jahre seines Lebens mit den Konsequenzen leben, die er nicht mal beeinflussen konnte. Das ist doch ungerecht!

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Mr.Marcus 09.03.2019, 15:57
31. Schwierig

...ich denke auch das 16 Jährige nicht wirklich genug sinnvolle Informationen nutzen um zu wählen, aber vielleicht trotzdem ganz sinnvoll, denn all die Rentner dürfen ja auch wählen und favorisieren sicherlich eher eine Rentnerfreundliche Politik, egal ob das für das arbeitende Völk gut ist oder nicht...!

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haarer.15 09.03.2019, 15:58
32. Heinzlmaier - der Skeptiker

Ich finde es schon sehr gewagt zu behaupten, die jugendlichen Unter- und Mittelschichtler interessierten sich nicht für das Klima. Und dann nur 10 % aus dem oberen Bildungssegment ? Woraus bezieht er denn solch eine These ? Es bleibt der Eindruck, dass er den Jugendlichen nicht viel zutraut, was politische Bildung und gesellschaftliches Engagement angeht. Ein bissel abgehoben und plakativ seine Aussagen. Der bleibt ein Skeptiker des Wahlrechtes mit 16. Ich bin sehr dafür - natürlich ist Klima nicht das alleinherrschende Thema. Bessere Bildung, gleiche Chancen, Soziales und Digitalisierung werden von jungen Leuten auch und immer öfter thematisiert.

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conocedor 09.03.2019, 16:00
33. Viel Event, wenig Selbstreflexion

"Sicher meinen die das ernst. Das sind Kinder aus dem Bürgertum, wo die Eltern Geld haben und selbst ökologisch bewusst leben."

Der Beweis der letzten Behauptung steht indes noch aus.
Eher ist wohl zu vermuten, dass die tatsächliche Ökobilanz dieser "Kinder und ihrer Eltern aus dem Bürgertum" um einiges schlechter ist als die der gescholtenen, rechts wählenden Mittel- und Unterschichtenkids.
Spätestens wenn es zweimal im Jahr per Urlaubsflieger in die Ferne geht oder die Prinzessinnen und Prinzen von den besorgten Eltern mit SUV zur Schule gebracht und von dort geholt werden, sieht es mit dem vielbeschworenen Klimaschutz, so er denn selbst mal praktiziert werden soll, schon wieder ganz anders aus.

Aber dass so etwas für die Betroffenen selbst durchaus kein Widerspruch sein muss, zeigt in einem anderen Beispiel ja die bayerische Spitzengrüne Katharina Schulze.
Die Verhinderung des Baus einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen als eigenen Erfolg für das Klima zu verkaufen und gleichzeitig als vielreisender Lustflieger den eigenen ökologischen Fußabdruck sehr breit zu hinterlassen, ist offenbar nichts, was das Klimagewissen nachhaltig beschweren würde.

Wasser predigen und Wein trinken, dass können gerade beim Thema Klimaschutz Grüne und viele ihrer Wähler besonders gut, wie man auch hier sieht:
https://www.focus.de/magazin/archiv/...d_5180739.html

Und wie viele von den im Artikel genannten "oberen zehn Prozent", der Schüler, denen das Klima angeblich so am Herzen liegt, auch dann noch demonstrieren würden, wenn es nicht freitags zur Unterrichtszeit, sondern am Samstag in der Freizeit die Welt zu retten gilt, kann nur vermutet werden.
Ich tue es mal: Wohl kein Zehntel derer, die sich bisher am "friday for future" so besorgt geben.

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keine-#-ahnung 09.03.2019, 16:16
34. Mit 16 Jahren hätte ich mit flammenden Herzen ...

... und aus tiefster "Überzeugung" heraus die Kandidaten der Nationalen Front gewählt. Mit 18 Jahren habe ich mit flammenden Herzen und aus tiefster "Überzeugung" heraus die Kandidaten der Nationalen Front gewählt.
Mit 22 Jahren habe ich unter Beobachtung im Physiologiehörsaal meiner Arztschule die Wahlkabine aufgesucht und bedauerlicherweise dort das Ankreuzen geeigneter Kandidaten "vergessen".
Man kann Jugendliche, die leicht manipulierbar und ohne Lebenserfahrung sind, die sie befähigen, Parolen gegen gelebte und erfahrene Wirklichkeiten zu prüfen, nicht über die politische Aufstellung eines Landes mitentscheiden lassen - alternativ könnte man alle 4 Jahre am Samstag Abend auch ein musikalisch untermalte Show in der ARD gestalten, in welcher die künftigen Parlamentsmitglieder in einer Tombola ermittelt werden. Natürlich moderiert und gezogen von Carmen im dichten Nebel ...

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JackGerald 09.03.2019, 16:21
35. Schüler-Demos sind ein Oberschichten-Phänomen?

Ja genau - und somit auch ein Dekadenz-Phänomen. Die Eltern sind nicht willens oder in der Lage, mit Ressourcen vernünftig umzugehen, und die Demos ihrer Kinder bejubeln sie. Für mich ist das zusätzlich auch noch ein Dummheit-Phänomen.

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kratzdistel 09.03.2019, 16:23
36.

warum wird ein jugendlicher in seiner wichtigen entwicklungsphase von der pubertät zum erwachsenen von den wahlen ausgeschlossen. gerade in dieser zeit beginnt das Interesse mitbestimmen zu wollen und darf es nicht. er hat ja auch schon eine beschränkte Geschäftsfähigkeit. nur für Rechtsgeschäfte muss man auch haften aber als wähler nicht. das ist schon ein wesentlicher unterschied. das würde auch die Parteien beleben mit ihren oft alten verkrusteten Strukturen. das ist ja auch ein Hauptgrund für Greta thurnberg mit dem schulstreik in dem alter in wichtigen fragen für ihre Zukunft gehört zu werden wie das in einer Familie heute Usus sein sollte. als Lehrling und gewserkschasftsmitglied mit 15 jahren haben wir 1957 auch gestreikt für eine bessere Vergütung der überstunden und haben uns durchgesetzt. die geschichte lehrt uns auch, dass es nicht immer gut ist, nur den erwachsene das alleinige Wahlrecht zugestehen.die Mischung macht es.

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pink15 09.03.2019, 16:26
37. Dann aber auch

volle Strafmündigkeit mit 16, alles andere ist Rosinenpickerei.

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ruhepuls 09.03.2019, 16:30
38. Da haben Sie vermutlich recht...

Zitat von conocedor
"Sicher meinen die das ernst. Das sind Kinder aus dem Bürgertum, wo die Eltern Geld haben und selbst ökologisch bewusst leben." Der Beweis der letzten Behauptung steht indes noch aus. Eher ist wohl zu vermuten, dass die tatsächliche Ökobilanz dieser "Kinder und ihrer Eltern aus dem Bürgertum" um einiges schlechter ist als die der gescholtenen, rechts wählenden Mittel- und Unterschichtenkids. Spätestens wenn es zweimal im Jahr per Urlaubsflieger in die Ferne geht oder die Prinzessinnen und Prinzen von den besorgten Eltern mit SUV zur Schule gebracht und von dort geholt werden, sieht es mit dem vielbeschworenen Klimaschutz, so er denn selbst mal praktiziert werden soll, schon wieder ganz anders aus. Aber dass so etwas für die Betroffenen selbst durchaus kein Widerspruch sein muss, zeigt in einem anderen Beispiel ja die bayerische Spitzengrüne Katharina Schulze. Die Verhinderung des Baus einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen als eigenen Erfolg für das Klima zu verkaufen und gleichzeitig als vielreisender Lustflieger den eigenen ökologischen Fußabdruck sehr breit zu hinterlassen, ist offenbar nichts, was das Klimagewissen nachhaltig beschweren würde. Wasser predigen und Wein trinken, dass können gerade beim Thema Klimaschutz Grüne und viele ihrer Wähler besonders gut, wie man auch hier sieht: https://www.focus.de/magazin/archiv/...d_5180739.html Und wie viele von den im Artikel genannten "oberen zehn Prozent", der Schüler, denen das Klima angeblich so am Herzen liegt, auch dann noch demonstrieren würden, wenn es nicht freitags zur Unterrichtszeit, sondern am Samstag in der Freizeit die Welt zu retten gilt, kann nur vermutet werden. Ich tue es mal: Wohl kein Zehntel derer, die sich bisher am "friday for future" so besorgt geben.
Ja, das Ganze ist eine Luxusveranstaltung für Schüler, die jetzt mal was "Hippes" mitmachen wollen. Wir demonstrierten gegen AKWs - und gingen danach einen Trinken, in dem Bewusstsein, jetzt was wichtiges getan zu haben. Und außerdem was das viel spannender als der Satz des Pythagoras. Nach einer gewissen Zeit wurde es dann langweilig - vor allem bei Regen.

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wiseguyno1 09.03.2019, 16:33
39. Es lebe das Klischee

Zitat von upalatus
Hab ich Vertrauen in die 16jährigen in ihrer Gesamtheit, die, bombardiert seit Babyalter mit dämlicher Konsumwerbung, dicklich vorm Bildschirm hockend und ansonsten in keinerlei Erscheinung gesellschaftlicher Aktivität tretend, in vielerlei Parallelwunschrosaweltponyhöfen dahinlebt? Nein.
Abgesehen von Ihrem Filterblasen-Denken wird Ihr "Misstrauen" damit nur um zwei Jahre hinaus geschoben.

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