Forum: Politik
Stimmungsmache gegen Migranten: Lust am Untergang
DPA

Flüchtlingsgegner tun so, als stünde Deutschland kurz vor dem Zusammenbruch. Sie haben ein Klima geschaffen, in dem selbst drastische Verschärfungen des Asylrechts schulterzuckend hingenommen werden.

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mesalliance 10.02.2016, 06:11
1.

ich hoffe dass viele menschen diesen artikel lesen - und entsprechend handeln. danke, diese aussagen sind schon längst fällig, sage ich als einer der vielen freiwilliger helfer in berlin - ja wir federn das weitgehende versagen der staatlichen institutionen gemeinsam gut ab, und nein, rechtsextremes gedankengut hat in der ganzen angelegenheit absolut nichts verloren - was soll aus hetze und destruktion denn auch entstehen? besser gefallen mir leute die sich nützlich machen.. und stimmt genau, auch meine bitte an alle die noch menschlich sind wäre, sich immer wieder in die öffentliche meinungsbildung einzubringen - eben damit es nicht nur nachrichten vom rechten rand gibt.

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deesdrei 10.02.2016, 06:24
2. Realitätsverweigerung?

Der Artikel betrachtet die Flüchtlingskrise nur sehr oberflächlich. Beschäftigt man sich gründlicher mit der Problematik, muss man zwangsläufig zu der Erkenntnis kommen, dass wir vor dem Zusammenbruch stehen. Sicher nicht sofort, aber bereits in allernächster Zukunft werden wir mit den Folgen zu kämpfen haben! Wir versorgen mehr als 2 Millionen Flüchtlinge aus dem Steuersäckel und den Sozialsystemen, ohne dass damit zu rechnen ist, dass da in absehbarer Zeit aus Leistungsempfängern in nennenswerter Zahl Nettozahler werden. Zu gravierend sind einfach die fehlende Bildung und Ausbildung bei dem Großteil der Neuankömmlinge. Seriöse Berechnungen gehen mittlerweile von bis zu 80 Mrd. Euro aus, was uns das bis jetzt (!!!) schon kostet. Geld, welches vorher - Stichwort: fehlende Kindergärten, kaputte Straßen und Brücken etc. - angeblich nicht da war! Einige wenige werden von dieser Situation profitieren, indem sie sich quasi als "Integrationsindustrie" etablieren und etwa Deutschkurse (die auch von der Allgemeinheit bezahlt werden) anbieten. Trotzdem sollte keiner erwarten, dass die Flüchtlinge in absehbarer Zeit unser Generationenproblem lösen. Wie soll das auch gehen, wenn 20-jährige ja überhaupt erst einmal Lesen und Schreiben lernen müssen, von einer Berufsausbildung mal ganz abgesehen. Bis die letzten dann soweit sind, sind unsere Sozialsysteme kollabiert! Jetzt wankt auch noch die Deutsche Bank, zeichnet sich eine neue Finanzkrise ab, die die von 2008 um ein Vielfaches übertreffen soll! Das würde unsere Wirtschaft empfindlich treffen. Dann wrrden die Steuergelder wieder benötigt, um eine systemrelevante Bank zu retten! Und die Deutsche Bank ist, leider, um einiges systemrelevanter, als dazumal Lehman Brothers!

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wopa77 10.02.2016, 06:24
3. Danke

Vielen Dank für diesen erfrischenden Kommentar, Sie sprechen mir aus der Seele.

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ketzer2000 10.02.2016, 06:24
4. Eingeschränkte Sichtweise

Medial gesehen hat Herr Popp unrecht. Nach der Verkündung "Wir schaffen das" gab es den medialen Hype, den Flüchtlingen und Asylsuchenden zu helfen. Das Problem der nicht bearbeiteten Verträge wurde zwar gesehen, aber einfach ignoriert. Dann war Köln! Damit war der Damm gebrochen und die Berichterstattung änderte sich. Auf einmal konnte man ohne in der rechten Ecke zu stehen auch neutral von den Problemen berichten. Mittlerweiel hat auch der letzte Polititker verstanden, dass es Geld kostet. Die Anzahl der unbearbeiteten Anträge ist so hoch, dass die Ressourcen bei weitem nicht ausreichen. Programme für die Integration gibt es nicht in nennenswertem Maße. Polizei und Justiz sind überfordert. Das ist wie der Kater nach einer durchzechten Nacht. Jetzt stehen sich diejenigen gegenüber, die das Problem zukleistern und D als Migrationsziel sehen und die Politik, die gerade richtig erkennt, dass die Party vorbei ist und es richtig Geld kostet. Und in der Mitte steht der eher schweigende Bürger, der die Party bezahlen soll. Wenn dieser Bürger die Party nicht mehr bezahlen kann, dann sieht es schlecht für die Integration und/ Rückführung aus.

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NeueTugend 10.02.2016, 06:34
5. Lust am Erhalt

Oder das Gefühl der Verpflichtung, es nicht zum Untergang kommen zu lassen. Mit dem Augenmerk auf die Zukunft. Verstehe ich bestens.

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ozoli 10.02.2016, 06:36
6. Super Artikel

Eine bessere Ueberschrift kann es fuer diesen Artikel nicht geben. Die Lust am Untergang ist tief in der deutschen Mentalitaet verankert. Man kann dieses Phaenomen gar nicht genug betonen, damit die Menschen sich diesem Untergang immer wieder entgegen stellen. Die Scharfmacher der Nation sind in der Minderheit und haben Angst, deswegen bellen sie laut. Ein erfrischende journalistische Arbeit, danke dafuer!

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varphi 10.02.2016, 06:43
7. Dem kann ich so nicht zustimmen

Der Autor der vorliegenden Kolumne verdreht sichtlich das aktuelle Bild, das Gegenteil ist doch offensichtlich der Fall: Wer sich für eine Obergrenze für Flüchtlinge ausgesprochen hat, wird doch sofort in die Rechte-Ecke abgetan. Dass die AfD usw. solch einen Zuwachs zu verweisen haben, zeigt doch, dass die Realitätsverzerrung wohl eher auf Seiten von einigen SPON Autoren zu finden ist. Den genannten Bürgermeistern, mit der Pistole auf der Brust, bleibt zudem doch nichts anderes übrig als zu sagen "wir schaffen das". Dazu gab es jüngst einen Bereicht im TV. Glücklich, war er damit nicht und auch kaum die Dorfbewohner. Die Selbstverständlichkeit, mit der SPON Autoren annehmen, dass wir wir Deutschen das tragen müssen halte ich für schlichtweg falsch. Es sind ja sowieso nicht die SPON Autoren, die das ausbaden müssen, sondern die Bewohner der Krisenviertel und die Arbeiter vor Ort.

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gattoverde 10.02.2016, 06:44
8. Öffentliche Meinung

Ein Bürgermeister gibt nicht repräsentativ die Meinung der in seiner Stadt lebenden Bürger wieder. Selbstverständlich sagt ein Bürgermeister "Selbstverständlich schaffen wir das"

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rainer_thomas 10.02.2016, 06:47
9. Ein guter Kommentar

der auch gleichzeitig eine wahre Beschreibung des traurigen Ist-Zustandes der deutschen Wirklichkeit darstellt.
Allein, es fehlt ein Blick auf die tieferen Ursachen. Denn ist es nicht -und war es nicht immer - die mittlerweile im 2. Jahrzehnt forgeführte Politik der Verunsicherung und Prekarisierung der deutschen Mittelschicht, der Versuch der totalen Oekonomisierung aller, aber wirklich aller Lebensbereiche die den Nährboden für Hass und Xenophobie schafft.

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