Forum: Politik
Straßenschlacht in Kairo: Ägypter fürchten kalten Militärputsch

Das Militär ging mit großer Brutalität vor: Beobachter fühlten sich bei den jüngsten Einsätzen*gegen Demonstranten*an die Methoden unter Ex-Diktator Mubarak erinnert.*Jetzt wächst im Volk und bei den Verbündeten Ägyptens*die Angst: Will*die Armee*die Demokratie verhindern?

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doc 123 10.10.2011, 19:57
1. Man fragt sich doch...

Zitat von sysop
Das Militär ging mit großer Brutalität vor: Beobachter fühlten sich bei den jüngsten Einsätzen*gegen Demonstranten*an die Methoden unter Ex-Diktator Mubarak erinnert.*Jetzt wächst im Volk und bei den Verbündeten Ägyptens*die Angst: Will*die Armee*die Demokratie verhindern?
..wie verblödet oder ignorant die Ägypter eigentlich sein können. Noch viel absurder und lächerlicher gehts einfach NICHT mehr, darauf zu hoffen mit Hilfe der irgendeiner Armee dieser Welt, demokratische Verhätnisse einführen zu können!

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querdenker7 10.10.2011, 20:21
2. Endlich mal Klartext

So sehe ich es auch. Keine Ahnung wer Auslöser dieses Massakers war, aber eins steht fest: Dieser Militärregierung ist nicht zu trauen. Man gewinnt den Eindruck, zeuge einer psychologischen Kriegsführung zu sein, die deren Machterhalt legitimiert.

Der demokratische Wandel muss endlich vollzogen werden!

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Abraksara 10.10.2011, 20:37
3. ,.-

Zitat von querdenker7
So sehe ich es auch. Keine Ahnung wer Auslöser dieses Massakers war, aber eins steht fest: Dieser Militärregierung ist nicht zu trauen. Man gewinnt den Eindruck, zeuge einer psychologischen Kriegsführung zu sein, die deren Machterhalt legitimiert. Der demokratische Wandel muss endlich vollzogen werden!
Die meisten Ägypter sind maßlos enttäuscht und frustriert von den Ergebnissen des sogenannten arabischen Frühlings unter der de facto Militärdiktatur unter Befehl des Mubarak-Proteges Feldmarschall Tantawi.

Bislang hatte sich die Armee, die bis zur Wahl eines neuen Parlaments und Präsidenten die Geschicke Ägyptens lenkt, als Beschützer des Volkes und der Revolution dargestellt. Diesen Anspruch haben diese Militärs längs verwirkt.

Faktisch hat sich seit der Revolution bisher nichts gebessert, die alten korrupten Seilschaften und herrschenden Eliten halten das Land nach wie vor im Würge-Griff. Die Lebensverhältnisse verschlechtern sich zusehends, selbst kleinste Reform-Schritte werden verzögert, der Prozess gegen Mubarak und seine Clique endlos vertagt, Militärtribunale machen dagegen kurzen Prozess und verurteilen mit hoher Geschwindigkeit bisher 12000 Zivilisten, im Justizsystem herrscht Willkür, ägyptische Aktivistinnen wurden vom Militär mit Jungfraeulichkeitstests gepeinigt, der 30-jährige Ausnahme-Zustand bisher nicht aufgehoben sondern sogar verschärft mit scheinheiligen Erklärungsversuchen des Militär-Rates z.B. Sicherheitsbedrohungen (israelische Botschaft). Das Staatsfernsehen wird wie zu Mubaraks Zeiten als Waffe im Propaganda-Krieg eingesetzt.

Der aufgestaute Frust mündet nun in Gewalt und gibt dem Militär-Rat weitere Argumente in die Hand, die Zügel noch weiter anzuziehen. Die Ziele der Revolution und Arabischen Frühlings schwinden mehr und mehr. Die herrschenden Eliten und das Militär sind nicht zu trennen und lassen sich die Macht nicht nehmen. Deshalb werden von diesen solche bürgerkriegsähnlichen Unruhen geplant und mit Schlaegertrupps prügelnd umgesetzt um dann anschließend als uniformierte Retter der Nation auftreten zu können.

“Wir haben Mubarak fort-gejagt und dafür einen Feldmarschall bekommen”. Dieses Statement der einfachen Leute erklärt die jetzige Situation in Ägypten mehr als zutreffend, die Ägypter haben das scheinheilige Spiel der Junta in kürzester Zeit längst durchschaut.

Wer geglaubt hat, das Militär würde sich eine neue demokratische Rolle suchen, ist hoffnungslos naiv.
Schade, eine arabische Demokratie wird es wohl lange nicht geben.

Die Amerikaner sollten ihre jährlichen finanziellen Zuwendungen an das Militär umgehend einstellen, niemand braucht eine Riesenarmee, die offensichtlich nur das Volk knechtet.

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caecilia_metella 10.10.2011, 21:00
4. Was sollen Demos und Revolten

Also Demonstrationen und Revolutionen.
Wäre es nicht gescheiter, der z.B. Wahrheit von Geschichten ein wenig auf die Sprünge zu helfen?
Die Geschichte dieser Region ist ein wenig verwirrend, weil die Völker so oft ihre Städte umbenannt haben. Und wenn nicht das, dann sind sie in andere Länder gewandert oder einfach verschwunden.
Da ich soeben Ammianus studiere, bin ich z.B. auf der Suche nach Lupicinus, der im 4. Jh. Praefectus praetorio per Orientem (Thracia, Asia min., Syria, Aegyptus) war. Für so wichtige Menschen interessiert sich wohl niemand außer mir... Mei... Dabei gibt es so viele, die dafür bezahlt werden, Weltkulturerbe zu erhalten.

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Ezer 10.10.2011, 21:25
5. es werden weitere massaker folgen

In das Ägypten der Jetztzeit passen die gut ausgebildeten Christen nicht. Sie werden vertrieben wie die Juden in den 60er Jahren. Der Arabische Frühling schleudert die Ägypter noch weiter in der Entwicklung zurück. Es wird eine islamistische Diktatur und die westlichen Politiker und Journalisten werden eine weitere Fehleinschätzung zugeben müssen.
Chanatlle Ezer

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jenom 10.10.2011, 21:40
6. Wachsam bleiben

Die Forderung beim Wahlkampf keine religiösen Slogans zu verwenden, ist sinnvoll und vernünftig. Wenn das Militär nicht die Macht behält, droht eine Übernahme der radikalen Religiösen und dann gute Nacht. Mit radikalen Religiösen kann man nicht diskutieren, geschweige denn einen demokratischen Staat aufbauen.
Und zu behaupten, das Militär habe alles inszeniert ist lächerlich, die Kopten haben wohl kaum ihre Demonstration vom Militär organisieren lassen.
Solange die Grundprinzipien Trennung von Staat und Kirche nicht anerkannt werden, gibt es keine Basis für einen demokratischen Staat. Ganz einfach aus dem Grund, dass dann weltliche Gesetze nicht anerkannt werden und ohne die funktioniert kein Staatswesen.
Oder wir lassen die Taliban wieder an die Macht und vergessen Demokratie, Vernunft und Frieden. Religion gefährdet Demokratie und Denken.

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bentaiquila 10.10.2011, 21:57
7. Kein Titel

Es wird keine Demokratie in Ägypten geben. Auch nicht in Lybien, oder in Syrien, oder in irgend einem anderen Land des sogenannten Arabischen Frühlings. Dieses Ganze "Die Menschen gehen für die Demokratie auf die Straße"-Gerede kam immer vom Westen und wurde von vielen Führern der Oppositionen natürlich gerne aufgegriffen - gab es so doch Unterstützung für die eigene Sache.

Letztlich gingen viele Menschen sicher für mehr Freiheit oder einfach nur die eigene Perspektive auf die Straße, Demokratie aber ist den meisten dieser Menschen absolut fremd - woher soll auch ein Demokratieverständnis kommen, haben sie es doch selbst nie erlebt. Eins ist doch sonnenklar - man kann nicht von heute auf Morgen ein Land demokratisch machen. Soetwas braucht Zeit, Zeit die wahrscheinlich keines dieser Länder hat. Im Endeffekt fällt die Entscheidung doch zwischen Pest und Cholera - eine weltliche Militärjunta oder ein islamischer Gottesstaat - das sind die Aussichten die Ägypten hat. Demokratie wird es dort auch in 10 Jahren nicht geben.

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jenom 10.10.2011, 22:09
8. Keine Wahl

Militärjunta ist diffamierend. Die Militärs stehen in diesen Staaten für das Vernunftprinzip. Von da aus kann sich etwas entwickeln, auch wenn das Zeit braucht.
Ein Gottesstaat ist ein Rückschritt ins Mittelalter und kann nur zu Hass und ewigem Krieg führen, weil prinzipiell keine vernünftigen Lösungen möglich sind.
Es gibt also keine Wahl, nur die Unterstützung der Militärs durch Ausbildung im Umgang mit Menschen und Demokratie.

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adam68161 10.10.2011, 22:16
9. Wunderwaffe Demokratie?

[QUOTE=bentaiquila;8891069]Es wird keine Demokratie in Ägypten geben. Auch nicht in Lybien, oder in Syrien, oder in irgend einem anderen Land des sogenannten Arabischen Frühlings. Dieses Ganze "Die Menschen gehen für die Demokratie auf die Straße"-Gerede kam immer vom Westen und wurde von vielen Führern der Oppositionen natürlich gerne aufgegriffen - gab es so doch Unterstützung für die eigene Sache.

Unter dem Eindruck der Kakophonie der "Demokraten" in Deutschland in den letzten Monaten wünschte ich mir manchmal - neuerdings immer häufiger, wir hätten eine andere Staatsform. Vielleicht hat sich nicht nur der Kapitalismus sondern auch die Demokratie längst überlebt! Demokraten sind halt nicht von Geburt aus weise. Und die ewige Suche nach Kompromissen ist auch kein Beweis von Klugheit.

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