Forum: Politik
Streit bei Parteitag: Labour-Partei vertagt Entscheidung über Brexit-Strategie
ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Weite Teile der Labour-Basis wünschen sich einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Doch die Partei kann sich auch auf dem Parteitag nicht zu einem klaren Kurs durchringen.

Seite 1 von 7
r.macho 22.09.2019, 16:47
1. Neues Referendum erforderlich

Nachdem die Bevölkerung Großbritanniens eine umfassende Vorstellung von den Folgen eines Brexits erhalten hat, wäre eine Wiederholung des Referendums sehr sinnvoll. Daß die Strategen der Parteien sich nicht klar positionieren hängt damit zusammen, daß sie knapp 50% Brexit-Befürworter vermuten. Die Wirklichkeit liegt mittlerweile eher bei 40% + x. Außerdem würden die jungen Leute vermehrt zur Abstimmung gehen.Durch einen Verbleib in der EU würde die Gefahr einer Abspaltung Schottlands und Nordirlands wesentlich verringert, ganz zu schweigen von den ökonomischen Vorteilen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kjartan75 22.09.2019, 16:51
2.

Es ist schon bemerkenswert, wie sich Labour eine nie dagewesene Möglichkeit selbst verbaut, einen großen Sieg einzufahren. Die Tories sind zerstritten wie nie, beim Kernthema versagen sie vollends, ihr PM wird vermutlich vom Supreme Court beschuldigt werden, eine Prorogation unzulässig lang ausgedehnt zu haben, um das Parlament mundtot zu machen und und und...

In den by elections verliert Labour eine Wahl nach der anderen und LibDem drohen an ihnen vorbeizuziehen in den nationalen Umfragen. Und das alles weil der Parteichef von Labour meint, in der wichtigsten politischen Frage sich "neutral" verhalten zu wollen und zwar aus rein parteitaktischen Gründen. Dass diese "Neutralität" in den letzten Monaten in keiner Weise funktioniert hat und die Massen reihenweise zu LibDem übergelaufen sind (und teilweise auch zur Brexit Party und Tories), das wurde nur allzu offensichtlich. Man ist sprachlos ob der Borniertheit der Labour-Führung, die genau das macht, was sie Blairisten immer vorgeworfen hat...armselig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Peer Pfeffer 22.09.2019, 16:54
3. Verschieben?

Die Positionierung von Labour zum Brexit wird also verschoben. Auf wann? Man scheint in der Zeit bis zum 31.10. kein Player mehr sein zu wollen. Labour gibt sich auf. Glückwunsch, UK.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
123rumpel123 22.09.2019, 17:15
4. Start Ziel Sieg für die Tories

Mit dieser indifferenten Haltung verliert Labour nicht nur Wähler sondern verliert auch Partner im Unterhaus.

Corbyn ist immer noch der beste Wahlkampf-Helfer für BoJo.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
123rumpel123 22.09.2019, 17:16
5. xxxx

Zitat von Peer Pfeffer
Die Positionierung von Labour zum Brexit wird also verschoben. Auf wann? Man scheint in der Zeit bis zum 31.10. kein Player mehr sein zu wollen. Labour gibt sich auf. Glückwunsch, UK.
Die Parlamentspause hat sich also als absolut alternativlos erwiesen.

Das Unterhaus ist mit dieser Labour-Party orientierungslos.

Und es wird auch keiner mit denen spielen wollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
123rumpel123 22.09.2019, 17:18
6. xxxxx

Zitat von r.macho
Nachdem die Bevölkerung Großbritanniens eine umfassende Vorstellung von den Folgen eines Brexits erhalten hat, wäre eine Wiederholung des Referendums sehr sinnvoll. Daß die Strategen der Parteien sich nicht klar positionieren hängt damit zusammen, daß sie knapp 50% Brexit-Befürworter vermuten. Die Wirklichkeit liegt mittlerweile eher bei 40% + x. Außerdem würden die jungen Leute vermehrt zur Abstimmung gehen.Durch einen Verbleib in der EU würde die Gefahr einer Abspaltung Schottlands und Nordirlands wesentlich verringert, ganz zu schweigen von den ökonomischen Vorteilen.
Die Briten waren schon immer informiert und sehen das Brexit-Projekt nicht nur aus der wirtschaftlichen Perspektive.

Nachdem nun drei Jahre lang die EU rund um die Uhr Schreckensszenarien proklamiert hat, sich die Haltung der Bevölkerung nicht geändert hat, ist die Story mit dem zweiten Referendum abgelaufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Darwins Affe 22.09.2019, 17:20
7. Abgewirtschaftet

1) Labour hat unter dem Altkommunisten Corbyn (wie die Konservativen unter dem Clown Johnson) abgewirtschaftet.
2) Bei den letzten Umfragen (YouGov) stehen die Konservativen bei 30%, Labour und Liberals beide bei 23 Prozent.
3) Wie in vielen Ländern Europas gehen die alten Parteien den Bach runter – was das Mehrheitswahlrecht in GB allerdings erschwert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DreiZen 22.09.2019, 17:21
8.

Juni 2020 habe ich als Datum gelesen. Bei allem muss man doch sagen die Leute haben die Ruhe weg. Ich kenne nur wenige Studenten die sich 2 Tage vor dem Exam entscheiden in 6-8 Wochen noch einmal darüber nachzudenken ob Lernen jetzt wirklich schon Sinn macht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markus.pfeiffer@gmx.com 22.09.2019, 17:23
9. Labours Schwäche heißt Corbyn

Labour liegt aus zwei Gründen fast uneinholbar hinter den Torys, obwohl die ja seit Jahren ein mehr als blamables bild abgeben: Erstensweil Corbyn für 75-80% der WählerInnen eher nicht oder gar nicht geht und zweitens, weil Labour es in drei Jahren nicht geschafft hat, eine klare Position zum Brexit zu formulieren (was auch zum großen Teil daran liegt, dass der Labour-Chef es nicht schafft oder aus "taktischen" Gründen nicht möchte).

Da haben die Torys Labour wieder etwas voraus, Johnson hat sie zur klaren "Brexit-um-jeden-Preis" Partei gemacht.

Ich befürchte, dass das britische Mehrheitswahlrecht es für die Torys richten und Johnson eine komfortable Mehrheit bescheren wird.

Ansonsten ist den Beiträgen #1 und #2 nichts hinzuzufügen, Labour schießt einen 11-er nach dem anderen in den Londoner Nachthimmel anstatt ins Tor, obwohl der Torhüter des Gegners gerade gar nicht im Kasten, sondern vor Gericht steht. ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 7