Forum: Politik
Streit in der Koalition: Griechenland-Kehrtwende der Bundesregierung erzürnt Sozialde
AP/dpa

Die Koalition streitet über ihre Griechenland-Politik. Vizekanzler Gabriel warnt Athen: "Wir sind nicht mehr erpressbar." Doch in seiner SPD grummelt es - einige Sozialdemokraten halten einen Ausstieg aus dem Euroraum noch immer für hochgefährlich.

Seite 10 von 14
caliper 05.01.2015, 12:57
90.

Zitat von hieristmeinsenf
Der Begriff Vereinbarungen (zw. den Geldgebern und GR.), auf den die Bundesregierung immer warnend verweist, ist natürlich eine Beschönigung des Umstands, dass den Griechen Auflagen diktiert wurden, die sie gefälligst einlösen sollten. Verhandlung bzw. Vereinbarung ist im diplomatischen Kontext etwas anderes. Selbst wenn man das so stehen lässt: Das was bisher nach Wunsch der Geldgeber umgesetzt wurde, hatte verheerende Folgen. Die geforderten Massenentlassungen haben zu einer Arbeitslosenquote von fast 30% geführt. So treibt man keine Steuern ein. Auch die vehement geforderte Privatisierung von Staatsunternehmen zu Schleuderpreisen bringt den Griechen nichts. Die Griechen brauchen keinen Plan zur Erzeugung von Arbeitslosen. Sie sollten vielmehr die Möglichkeit bekommen, Einnahmen zu generieren. Das geht nicht in einem Umfeld, wo alles kaputtgespart wird.
Die Griechen sind zu unproduktiv. Die Lohnstückkosten sind zu hoch.

Wenn Griechenland die Löhne der Produktivität anpassen würde, dann würden die Konzerne nicht nur in der Türkei oder in Rumänien investieren sondern auch mal Griechenland in Betracht ziehen.

Wenn Griechenland den Empfehlungen gefolgt wäre, dann hätten sie heute ein höherer BIP und damit auch einen grösseren zu verteilenden Kuchen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wotan 279 05.01.2015, 12:58
91. Nichts als Blödsinn

Der Blödsinn, der von Gabriel und Simone Peter dahergeredet wird, ist unglaublich. Der Euro ist eine totgeborene Währung und die Eurozone kann dem Untergang nicht entrinnen. In der Zwischenzeit wird der Euro die Eurozone in ein wirtschaftliche Brachlandschaft verwandeln, was sich bereits seit geraumer Zeit abzeichnet. Wirtschaftliche Dynamik lässt sich in der Eurozone nur durch die Wiedereinführung nationaler Währungen und Finanzhoheit erreichen. Deshalb ist es nicht nur für Griechenland unerlässlich, so schnell wie möglich aus dem Euro auszusteigen.

Und das Endziel muss die Zerstörung der EU sein, dieses riesigen korrupten und verlogenen Gebildes, das dem einzelnen EU-Bürger keinen einzigen Vorteil bietet, aber jede Menge Nachteile.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CommonSense2006 05.01.2015, 13:05
92.

Zitat von ein Sozialist
Keiner aber hat das recht von den Griechen zu verlangen das nur durch das Kürzen von Sozialausgaben bedienen zu müssen. Der neuen griechischen Regierung ist es somit frei seine sozialen Standards selbst festzulegen ob das anderen nun passt oder nicht.
Dazu einmal die Frage: Wie lange Zeit hatte die griechische Regierung, den einzug der Steuern zu verbessern? Wie lange Zeit hatte die Regierung, die defizitären Staatsunternehmen zu verkaufen oder zu schließen? Wieviel Zeit, um die Verwaltung zu verschlanken und die überflüssigen Häuptlinge rauszuschmeißen, damit die Indianer endlich mal ihre Arbeit machen können?

Ganz ehrlich, so lange die griechische Staatsbahn nicht verkauft oder geschlossen ist, sehe ich überhaupt keinen Reformwillen. Da werden jedes Jahr 500 Mio € minus erwirtschaftet. Solange das nicht erledigt ist, ist alles andere nur Kosmetik, Schmuck am Baum...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
RPG 05.01.2015, 13:16
93. So ist es halt.

Wie im waren legen. Wer kurz vor der Insolvenz ist muss wohl alles machen was die Gläubiger sagen. Oder sollen die Gläubiger weiter das Geld verbrennen ohne dem Schuldner auf die Finger zu hauen? Aber hier erpresst wohl Griechenland die EU, so nach dem Moto "Her mit der Kohle oder wir sind raus".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gruesenko 05.01.2015, 13:16
94. Der

griechische Sumpf lässt sich ohne innere Bereitschaft nicht austrocknen! In allen Demokratien ist Lobbyismus mehr oder weniger Bestandteil davon. In Griechenland ist die Demokratie Bestandteil des Lobbyismus und der Korruption. Die Parteineugründung Papandreous', der maßgeblich zur Versumpfung beigetragen hat, spricht dazu für sich. Die griechische Bevölkerung ist die Verliererin, deswegen ist europäische Solidarität weiterhin geboten! Reformen sind trotzdem alternativlos.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nina-marc 05.01.2015, 13:19
95. Austritt?

Ich glaube nicht, dass wir einen Austritt wirklich merken würden, kann mich jedoch gut mit dem Gedanken der Rückzahlung aller Kredite anfreunden...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ein Sozialist 05.01.2015, 13:28
96. Das ist immer auch eine Frage,

Zitat von CommonSense2006
Dazu einmal die Frage: Wie lange Zeit hatte die griechische Regierung, den einzug der Steuern zu verbessern? Wie lange Zeit hatte die Regierung, die defizitären Staatsunternehmen zu verkaufen oder zu schließen? Wieviel Zeit, um die Verwaltung zu verschlanken und die überflüssigen Häuptlinge rauszuschmeißen, damit die Indianer endlich mal ihre Arbeit machen können? Ganz ehrlich, so lange die griechische Staatsbahn nicht verkauft oder geschlossen ist, sehe ich überhaupt keinen Reformwillen. Da werden jedes Jahr 500 Mio € minus erwirtschaftet. Solange das nicht erledigt ist, ist alles andere nur Kosmetik, Schmuck am Baum...
wie geduldig das Volk mit seiner Regierung ist.
Den Umfragen zu folge aber scheint ein Großteil der Bevölkerung seine Geduld verloren zu haben.
Ob es nun zu einem Wechsel kommen wird, werden die Wahlen zeigen. Welche Entscheidung die Griechen auch immer treffen und ob es dann besser wird da müsste ich ein Prophet sein eine Antwort geben zu können, für die Griechen bleibt aber zu hoffen wer auch immer die Geschicke Griechenlands lenken wird, dem ist zu Wünschen dabei klug und weise zu bleiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
filimou 05.01.2015, 13:33
97.

Zitat von markolito1
sich Gabriel ein? Wo sind wir angekommen? Wenn Griechenland etwas anders machen will, dann ist es sein gutes Recht !!! Griechenland ist ein souveräner Staat. ich drücke den linken Parteien jedenfalls die Daumen. Das Geld was Deutschland/EU bisher gegeben hat, war ja nicht für Griechenland sondern nur für die Banken. Egal
Haben die Banken den Griechen das Geld aufgezwungen? Wer hat denn das Geld benötigt, um das Heer der Staatsbediensteten in Griechenland zu bezahlen, obwohl kein Geld mehr dafür da war. Also haben diese Bediensteten nicht davon profitiert, dass sie weiterhin ihr monatliches Gehalt bekommen haben? Ist es denn so ungewöhnlich, dass ein Darlehensgläubiger sein verliehenes Geld wiederhaben will? Ich kann diese tumbe Gerede, dass die Griechen nicht profitiert haben, von denen sehr viele, wenn nicht sogar alle, wegen des billigen Geeldes über ihre Verhältnisse gelebt haben, und dass es nur um Bankenrettung ging und gehe, echt nicht mehr hören.
P.s: ich bin übrigens kein Bank(st)er!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
logtor 05.01.2015, 13:36
98. Veräppelt vorkommen?

Zitat von thunderstorm305
Hat sich eigentlich schon jemand die Forderungen dieser neuen griechischen Opposition im Falle ihrer Wahl angesehen? Da ist nicht nur die Rede von einem Schuldenschnitt, sondern auch der Stop sämtlicher Privatisierungen und die Neueinstellung von 200000 Menschen im öffentlichen Bereich. Die Forderung nach deutschen Reparationszahlungen nicht mit eingerechnet. Glaubt eigentlich irgendjemand dass Griechenland im Euro-Raum bleiben kann wenn man sich darauf einlässt? Oder dass die AfD klein gehalten werde kann wenn die Bundesregierungen Neuverhandlungen zustimmt? Der Bundesbürger muss sich ja "veräppelt" vorkommen, wenn er erst über 70 Milliarden Euro an Steuergeldern nach Athen gibt, die sich dann einfach so über einen Schuldenschnitt in Luft auflösen nur weil eine neue Regierung dort das so möchte. Und Richtung SPD kann man nur immer wieder sagen dass wir bereits tief in den Eurobonds wären, würden sie den Kanzler stellen.
Müsste sich der Bundesbürger nicht jetzt schon veräppelt kommen? Warum sollte er es in Zukunft tun? Man macht halt keinen Schuldenschnitt, sondern verlängert einfach die Laufzeiten der Kredite.
Der Bundesbürger glaubt im Regelfall das, was im die Presse vorgibt zu denken. Und so lange die Presse keine Kritik an Merkel äussert, bleibt Merkel Kanzlerin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schwarz-weiss-grün 05.01.2015, 13:41
99.

Zitat von ein Sozialist
Das gilt natürlich immer nur dann, wenn da auch eine Substanz ist mit denen sie bedient werden können. Ist diese Substanz nicht vorhanden wird es schwierig sie einzufordern. Keiner aber hat das recht von den Griechen zu verlangen das nur durch das Kürzen von Sozialausgaben bedienen zu müssen. Der neuen griechischen Regierung ist es somit frei seine sozialen Standards selbst festzulegen ob das anderen nun passt oder nicht. Wie sich das mit den von anderen für Griechenland geleisteten Bürgschaften verhält ist dabei eine andere Geschichte.
Mir wäre neu, das den Griechen gesagt wurde, das sie ausschließlich auf die eine Art und Weise zu handeln haben. Vielmehr sollten die Griechen doch zielorientierte Vorschläge liefern, die dann aber doch eher den Status Quo beibehalten hätten. Natürlich soll die Regierung selber entscheiden dürfen, wie sie ihren Verpflichtungen nachkommt. Viele Alternativen zum bisherigen Kurs sehe ich aber nicht. Vielmehr muß Griechenland weitere strukturelle Anpassungen leisten, um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Das fängt bei der Steuerpolitik an und hört bei der Verlängerung der Touristensaison auf. Und es ist auch nichts ungewöhnliches, wenn sich Gläubiger mit den Schuldnern über einen Tilgungsplan und seiner Realisierung abstimmen. Das haben sie im "Kleinen" beim Hauskauf, bei denen ihre Finanzen auch abgestimmt werden bis hin zur direkten Einflussnahme bspw. bei in schieflage gekommenden Unternehmen u.a. durch neue Business-Plänen bis hin zur Instalation von Aufsichts-/Beiräten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 14