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Streit in der Koalition: Griechenland-Kehrtwende der Bundesregierung erzürnt Sozialde
AP/dpa

Die Koalition streitet über ihre Griechenland-Politik. Vizekanzler Gabriel warnt Athen: "Wir sind nicht mehr erpressbar." Doch in seiner SPD grummelt es - einige Sozialdemokraten halten einen Ausstieg aus dem Euroraum noch immer für hochgefährlich.

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Moshpit 05.01.2015, 08:42
10. -

Das ist eine tolle Wortschöpfung, "Schuldenland". Was soll das denn sein? Ist Deutschland kein Schuldenland? Ist Frankreich kein Schuldenland oder Italien?

Gabriel sagt "wir sind nicht mehr erpressbar". Das wiederum ist eine tolle Tatsachenverdrehung. Wer erpresst hier wen? Nun, das sagt der CSU Mann Markus Ferber ganz offen. Sinngemäß zusammengefasst bedeutet seine Äußerung: liebe Griechen, wenn ihr die falsche Regierung wählt knipsen wir euch das Licht ganz aus. Ähnlich dreist haben sich verschiedene andere Politiker in die griechische Politik eingemischt.

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Marschewski 05.01.2015, 08:45
11. Solidargemeinschaft?

Was meint die Grünen-Vorsitzende mit Solidargemeinschaft? Es heißt wohl eher Schuldenunion und das darf die EU nach den Maastricht-Verträgen gar nicht sein. Frau Peter ist unverantwortlich, wenn sie aus der EU eine Schuldenunion machen will. Griechenland sollte schnellstens die EU verlassen!

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ein_verbraucher 05.01.2015, 08:49
12. Angstmache...

...wo es keine Angst zu haben gibt.

Jedoch haben sicherlich die Politiker Angst.

Ich denke das Griechenland sich in 1 - 2 Jahren nach Euroaustritt wieder im Griff haben wird. Das ganze ist ja erst nach dem Euro so schlimm geworden.

Griechische Produkte werden günstiger werden (Export in die EU) wenn die Drachme wieder da ist.
Das Land wird wieder zu einem Urlaubsland weil günsiger. Das alles wird Arbeitsplätze in Griechenland schaffen.

Aber vielleicht ist ja genau dort die Angst der EU Politiker begraben. Was wenn andere Staaten sehen das es ohne den Euro besser geht. Aber noch viel wichtiger. Was wenn die Bevölkerung sieht das es ohne den Euro besser läuft?

Weg mit dem Euro, aber schnell.

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juergenhesse 05.01.2015, 08:56
13. Euro in Relation zu was?

Da wir in Kanada leben und Interessen in Frankreich und Deutschland haben, bin ich sehr an den Wechselkursen interessiert. Der EUR ist nur in Relation zum US$ gefallen.
Gleichweise ist das (Englische) Pfund den ähnlichen Schwankungen unterfallen.
Beispiel: Tief Pound 13/03 1,938, jetzt 1,4108
Hoch Pound 29/09 2,851
Tief EURO 04/12 1,399
Hoch EURO 26/03 1,550

Der US $ ist die Ursache für diese Schwankungen.
Da wir CAN$ eintauschen, ist unser Dollar von 1:1 bis auf 0.8:1 gefallen.
Wie sagte Mark Twain? The death of me, say EUR, is highly exagerated, als er noch lebte. Ich weiß, wenn ich Deutschland besuche, sind Alle am Stöhnen, aber da, dank deutscher Fleißigkeit und Ingeniosität geht es ausgezeichnet. Passt nur auf das zukünftige Handelsuntenehmen mit der USA auf. Die nehmen Euch aus, was in Kanada passiert ist.

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vernando 05.01.2015, 08:57
14. Politik oder zementierte Verträge!

Viele zukünftige Situationen können oft nicht im Vorfeld genau kalkuliert werden. Manchmal werden kleine Hindernisse, die sich im Verlauf der Zeit auf Grund bestimmter regionaler Gegebenheiten herauskristallisieren oder durch internationalen Einfluss zu großen Hemmnissen oder angeblichen Widersprüchen aufgebauscht um die eigenen Interessen vordergründig zu verfolgen. Sehr oft werden die Ängste der Menschen missbraucht um scheinbar den Schutz vorzutäuschen und in Wahrheit die eigenen Vorstellungen durchzusetzen. In gewissen Fällen nutzen Politiker das mangelnde Wissen um die europäischen und globalen Zusammenhänge aus, um sich im Volke zu profilieren, wenn sie merken, das Machtanspruch als Fehlinterpretation von Demokratie den Boden verliert.
Irgendwann setzt nach einem gewissen Zeitraum ein Tunneldenken bei einigen Politikern ein und der Blick für die Realität geht verloren. Davor bin ich selbst auch nicht gefeit und versuche diese mögliche Gefahr im Denken nicht aus dem Blickfeld zu verlieren.
Und genau dann berufen sich manche Institutionen auf vergangene Verträge. Verträge sind und bleiben wichtige Vereinbarungen zwischen Menschen oder ganzen Nationen. Trotzdem sind Verträge keine Weissagungen für die zukünftige Entwicklung, sondern können maximal und lediglich eine Richtung für die Zukunft vorgeben. Sie sind keine Dokumente um die Vergangenheit für die prospektive Entwicklung zu zementieren. Genau das sollte doch bestimmten Politikern aus der Forschung stammend doch hinlänglich bekannt sein. Verträge sind ähnlich wie Modelle in der Physik oder anderen Bereichen zu werten und widerspiegeln niemals die Variabilität gesellschaftlicher insbesondere gesamteuropäischer Prozesse wider. Verträge sollen moralische Wertvorstellungen und Grundprinzipien festigen, jedoch nicht festschreiben. Letzteres kenne ich doch schon aus den Allüren des Herrschaftsanspruches der Arbeiterklasse. Sind Politiker schon so weit gekommen und für sich diesen Anspruch indirekt dem Volke offerieren zu wollen.
„Findige Juristen zur Klärung“ sind mir hinlänglich bekannt und es ist schade, derartige Formulierungen aus dem Munde der Politik bzw. der Regierung zu vernehmen, um sich der möglichen positiven Ansätze in der politischen Entwicklung erwehren zu können.
Kaum in die Online Zeitung geschaut und schon schmerzt es meiner Seele, derartige Worte zu verinnerlichen. Festgefahrene Politik heißt Stillstand und Resignation.
Oder ist es die eigene Verdrossenheit der Politik sich den wahren Problemen in Europa zu stellen und endlich zu begreifen, das Drohgebärden wie auch findige Juristen letztendlich die Probleme nur verschärfen und den eigenen Werteverfall in der politischen Elite begünstigen und sich somit suggestiv auf ganz Europa ausbreiten könnten.
Verträge sind Momentaufnahmen und die Verträge in Europa als Regelwerk sollen derart gestaltet sein, das Spielräume mit Grenznormen geschaffen werden, die sich an allgemeinen Wertvorstellungen orientieren müssen und uns nicht selbst behindern oder durch „findige Juristen“ gerade nach Fasson interpretiert werden können.

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Pandora0611 05.01.2015, 08:57
15. GREXIT: Gehen Merkel und Schäuble mit der Eurozone unter?

Zitat von
Die Koalition streitet über ihre Griechenland-Politik. Vizekanzler Gabriel warnt Athen: "Wir sind nicht mehr erpressbar." Doch in seiner SPD grummelt es - einige Sozialdemokraten halten einen Ausstieg aus dem Euroraum noch immer für hochgefährlich.
Abgesehen vom enormen Verlust der Griechenkredite (ca. 300 Milliarden Euro, wovon mindestens 27% den deutschen Steuerzahler betreffen würden/werden) existiert überhaupt kein geordnetes Euro-Ausstiegsszenario für die Griechen.

Werden diese durch interne oder externe Aktionen aus der Eurozone herausgebrochen, sorgt das europäische Zentralbankensystem Target-2 (www.target-2.de) gewissermaßen automatisch für den Zusammenbruch des Eurosystems.

Das dämmert Schäuble, Merkel & Co bruchstückhaft erst seit 2012, während das griechische Schreckgespenst Alexis Tsipras diese Mechanik von Anfang an sofort verstanden hat. Kein Wunder, dass er diese Karte nun gnadenlos ausspielt.

Die von Anfang an sinnlosen Rettungsaktionen für Griechenland gehen voll auf das Konto von Finanzminister Schäuble und die Deutschen werden diese gewaltige Rechnung überwiegend oder ganz bezahlen müssen.

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Meconopsis 05.01.2015, 09:02
16. Ja ja, die Grünen... und die Linke sowieso

sie sprechen immer von Solidargemeinschaft, selbst wenn das zum Schaden unserer Bürger und Steuerzahler ist und an allen Ecken und Enden Ungerechtigkeiten schafft. Die Interessen anderer Länder und die Interessen diverser Minderheiten in Deutschland liegen ihnen immer ganz besonders am Herzen. Deshalb nie Klartext reden, immer Rücksicht nehmen, immer der gute, sich kümmernde Deutsche sein, á la Friede-Freude-Eierkuchen-Roth. Wahlen kann man aber nur gewinnen, wenn man die berechtigten Anliegen der arbeitenden Mittelschicht berücksichtigt, die letztlich unsere Gesellschaft finanziert und hauptsächlich trägt.

Auch die SPD bewegt sich immer mehr in diesen Solidar-Gefilden, und es ist fraglich, ob sie als Volkspartei überlebt. Da kann man mit der Linken doch gleich das Original wählen.

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Hamada 05.01.2015, 09:08
17. Es sind Wahlen

Griechenland wird noch im Januar wählen. Und voraussichtlich wird die linke Partei von Herrn Tsipras stärkste Kraft im griechischen Parlament. Stärkste Kraft heißt zur Zeit über 30%, also keine absolute Mehrheit.
Weil aber links mit kommunistisch in Deutschland und den USA gleichgesetzt ist, sieht man schon hysterisch der Enteignung Deutschland entgegen.
Es sind Wahlen und Herr Tsipras darf seinen Wähler versprechen was er will, wie jede Partei. Verhandeln kann und darf jedoch nur die spätere Regierung in Griechenland - wer sonst?

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peter79x 05.01.2015, 09:15
18.

Was hauen nun wieder alle auf den Griechen rum... Kein einziges der zentralen Euroländer wird seine Schulden je abzahlen, auch die tapferen Germanen können nur ihren Zinsdienst leisten, von Schuldenabbau keine Spur. Und die USA, die Wirtschaftssupermacht schlechthin, kann ihre Zinsen nur über die Expansion der Geldmenge begleichen. Es ist und bleibt eine Systemkrise, die nicht ewig mit symptomatischen Mitteln zu bekämpfen sein wird

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Hank Hill 05.01.2015, 09:17
19. Endlich

ist Bewegung in der Sache, und das ist gut so. Der Euro ist nicht tot, mit oder ohne Griechenland. Und wenn der Regierung eine "späte Einsicht" bescheinigt wird dann geht das in Ordnung. Wenn Griechenland geht werden die Karten vielleicht neu gemischt, Sorgen mache ich mir nicht. Die Fundamentals in Deutschland sind stark, daran wird sich so schnell nichts ändern. Auch nicht die Horrorszenarien von sogenannten "Wirtschaftsweisen".

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