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Streit mit Bundesregierung: Polen sieht sich bei Weltkriegs-Reparationen diskriminier
Monika Skolimowska/dpa

Die Bundesregierung hält das Thema für abgeschlossen, doch die polnische Regierung lässt nicht locker: Bei der Entschädigung nach dem Zweiten Weltkrieg sei Polen nicht fair behandelt worden.

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FrankDunkel 19.08.2019, 07:47
1.

Von der Generation der Täter lebt kaum noch jemand. Ich weiß, das ist ein schwaches Argument, aber irgendwann muß auch einmal Rechtsfriede einkehren. Polen verlangt von Deutschland, dass es zu seiner Geschichte steht. Das ist auch richtig. Aber Polen muß auch zu seiner Geschichte stehen. Und zu der gehört, dass das Thema Reparationen zwei Mal vertraglich verbindlich ad acta gelegt wurde. Pacta sunt servanda.

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steinbock8 19.08.2019, 07:53
2. Reparationen

sind in Polen ein sehr wichtiges Thema. Egal ob gerechtfertigt oder nicht, lenkt es doch so schön von anderen Themen ab. Wenn man nicht mehr weiter weiß, spielt man die nationalistische Karte, darauf springt in Polen jeder an.

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#besserwisser 19.08.2019, 08:15
3. Wie soll das gehen ... !?

Die Verantwortung ist eine Sache, da brauchen wir nicht diskutieren.
Vertragssicherheit ist eine ganz andere Frage - wie soll man mit einem Staat umgehen, auf dessen Zusagen man nicht bauen kann?! Es kann doch nicht sein, dass die Rechtmäßigkeit eins Staatsvertrags, der ohne Zwang unterschrieben wurde, wie der 2plus4, seine Gültigkeit mit jeder neuen Regierung neu unter Beweis stellen muss? Da darf man doch grundsätzlich nach der Verlässlichkeit des Vertragspartners fragen!?!?

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herrschläfer 19.08.2019, 08:21
4. mal ehrlich

Ich sehe das genauso. Wir sind Griechenland und Polen noch einiges schuldig. Aber sicher nicht 800 Milliarden

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timrydel 19.08.2019, 08:26
5. Schadensersatz zu Recht

Das wir uns auf das Abkommen von 1953 berufen, halte ich für schwierig. Die Sowjets hatten zunächst die DDR per Demontage geplündert. Womit hätte die DDR zahlen sollen? Zudem wollte man Einigkeit und Ruhe im Warschauer Pakt, denn es ging gegen einen neuen Feind. Interessant ist, dass in diesem Kontext der Hitler-Stalin-Pakt immer ausgeblendet wird. Die Russen fielen kurz nach dem Angriff der Wehrmacht ebenfalls in Polen ein. Und die Russen besitzen bis heute ehemalige polnische Gebiete. Aber es wäre schon bizarr, wenn das polnische autokratische Regime vom russischen Autokraten Schadensersatz fordert. Was uns anbelangt, so fürchte ich, hat der Mann leider Recht...

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Korken 19.08.2019, 08:27
6. Gähn, moment Gegenrechnung

Man kann es nicht mehr hören, immer wenn eigene Regierungen innenpolitisch versagen, werden die Übeltäter woanders, bevorzugt im Ausland gesucht. Polen ist da wahrlich nicht allein in der Welt. Den Sinn von glücklich in die Zukunft zu blicken und auch der eigenen Nachfolgegeneration einen Gefallen zu tun, kennt man bei solchen Leuten nicht. Lieber schürt man weiterhin die Fabel und somit unterschwellig den Haß, man sei ganz ungerecht berhandelt worden und die anderen sehen das nicht ein. Gerade Polen, hat den Sinn der EU in Vergangenheitsbewältigung überhaupt nicht verstanden. Nur so nebenbei, wenn man schon rechnet, wurden die übernommenen Landesteile Deutschlands eigentlich schon gegengerechnet? Über 100.000 km², wenn man mal entgegenkommenderweise einen auch durchschnittlich niedrigen Preis von 10 Euro den m² ansetzt so landet man trotzdem über den 800 Milliarden der utopischen Forderung. Noch irgendwelche Wünsche? Tja, auf bescheurte Forderungen kommen eben auch solche Antworten. Diese Ewiggestrigen Zukunftsverweigerer hängen einem zu Hals raus.

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uli_san 19.08.2019, 08:38
7. Der Grund für die Wiederkehr....

...dieses Themas steht im Text: Im Oktober sind Parlamentswahlen. War es vor vier Jahren die Abschottung vor den Flüchtlingen, ist es diesmal der Kampf gegen die "Ideologie" der LGBT-Bewegung und der Widerstand gegen die "übermächtige EU" und vor allem Deutschland, was den Wahlkampf der PiS bestimmt.
Wobei die Partei von Kaczyński wahlweise den starken Mann hervorkehrt, "wir müssen endlich aufstehen von den Knien" und je nach Thema wieder in die Opferrolle zurückfällt.
Meiner Meinung nach sollte unsere Regierung das tun, was sie in der Regel in solchen Fällen am besten kann. Ganz ruhig abwarten und nicht auf aggressive Anfeindungen reagieren. Da die polnische Opposition keine eigenen Themen hat und versucht, die Regierungspartei mit noch abstruseren Wahlversprechen zu überbieten, wird die PiS wohl noch einmal 4 Jahre regieren. Wenn die Wohltätigkeiten, die jetzt von der Regierung verteilt werden (13. Rente 10 Tage vor der Europawahl oder jetzt eine Komplettbefreiung von der Einkommenssteuer für alle unter 26 Jahren) sich erstmal auf den Staatshaushalt auswirken, werden auch die Wähler in den Hochburgen der PiS im ländlichen Raum und im von der Kirche dominierten Osten des Landes merken, das man die Geschenke am Ende selbst bezahlen muss.

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kruto 19.08.2019, 08:41
8.

Nach allgemeiner Kenntnis hat Polen große Teile des ehemaligen Deutschen Staatsgebietes sowie die darin enthaltenen Werte annektiert. Übrigens entschädigungslos für die betroffene deutsche Bevölkerung! Ist das nichts? Ich denke, Herr Putin ist da vielleicht mal der erste Ansprechpartner. So weit allen in Erinnerung, hatte die Sowjetunion zunächst und auch am Ende des Krieges die gleichen Interessen wie Deutschland und diese ja auch durchgesetzt - im Gegensatz zu Deutschland!

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timpia 19.08.2019, 08:43
9. Vermutlich war es unfair, sehr unfair vielleicht

Aber es wird nicht fairer, wenn spätere deutsche Generationen an spätere polnische Generationen Geld überweisen. Ein Ausgleich über so viele Jahre ist für Deutschland unzumutbar. Wie kann ich die Schulden meines Urgroßvaters meinen Kindern gegenüber rechtfertigen, wenn ich ihnen die Mittel entziehe, um sie anderen polnischen Spätgemerationen zu geben. Wir alle täten gut daran, den grausigen Krieg mittels Ehrenakt für endgültig abgeschlossen zu erklären und uns der Entwicklung unserer Umwelt zu kümmern.

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