Forum: Politik
Streit mit den USA: Festnahme von Diplomatin in New York erzürnt Indiens Regierung
ddp images/ Sipa USA

Die indische Vizekonsulin Devyani Khobragade erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei in New York. Sie sei in Handschellen abgeführt und in eine Zelle mit Schwerkriminellen gesperrt worden. Neu-Delhi reagiert mit Schikanen gegen US-Diplomaten.

Seite 16 von 18
preteatro 18.12.2013, 20:01
150. der Schanghai-Organisation (SCO) ist bereits Fakt....

Zitat von dikon
Man kann sich nur über die Verbündeten jenseits des großen Teichs wundern. Selbst wenn es ja löblich ist, dass man den Staatsapparat für die Rechte kleiner Hausangestellter in Bewegung setzt um wenigstens den Stadart der Mindestlöhne durchzusetzen. Muss einem beim Blick auf die politische Großwetterlage doch schaudern. Ausgerechnet Indien, dem einzig freundlich gesinnten Grossstaat in dieser Hemisphäre derartig bloßzustellen, zeugt von einer Ignoranz die einen schier verzweifeln lässt. Man möchte meinen, dass die Amerikaner nur noch nach der Devise ,"Viel Feind, viel Ehr," ihre Ausssenpolitik gestalten. Naja, vermutlich träumt man in Peking schon von der Achse: China-Indien-Pakistan-Iran-Moskau.
da gibt es wenig zu träumen.
Dass die USA mit ihren unsäglichen Aktionen und der Arroganz des vermeintlichen Weltbeherrschers diesen Pakt stärken und enger zusammen rücken lassen, steht ausser Frage. (zB im Zusammenhang mit Syrien haben sie aktuell gezeigt wo es für die USA und ihre verbündeten Steinzeitdespotien anfängt gefährlich zu werden.)

Eigentlich muss man das Verhalten der USA aus rationalen Gründen begrüssen, stärkt es doch eine Gegenkraft, die wenig Anlass hat grossen Respekt vor den hemdsärmligen "go est" Eroberern zu zeigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
OHCRIKEY 18.12.2013, 20:51
151. ...

Zitat von www.yzx.de
... die Amerikaner inhaftieren Diplomaten, ziehen Diplomatenpässe ein und fordern kaution? Und Vielleicht sollte der zuständige Staatsanwalt seine Berufswahl nochmal überdenken: Das sind Spielregeln, ohne die Diplomatie (manchmal durchaus leider) nicht funktioniert. Der Zorn der Inder ist vollkommen berechtigt. Und ab sofort sollten natürlich alle Länder dieser Welt dem Beispiel der New Yorker Staatsanwaltschaft folgen. Leibesvisitationen, Verhaftungen, Passentzug, wegen sicher zahlreicher Bagatelldelikte, die US-Diplomaten in aller Welt begehen. Na, dann wird's aber lustig. ...
Sie haben da was falsch verstanden. Die Frau arbeitete nicht in einer Botschaft, sondern in einem Konsulat und fällt somit unter das Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen. Die Festnahme der Frau verstößt nicht gegen dieses Übereinkommen, die USA haben absolut legal gehandelt.
Darum will Indien die Frau jetzt auch in die Botschaft verlegen, um ihr die volle diplomatische Immunität zukommen zu lassen. Dem müssten aber auch US-Behörden zustimmen. Es bleibt spannend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Celestine Trueheart 18.12.2013, 22:53
152.

Zitat von Old_European
Ihre Privatmeinung bezüglich Indien sei Ihnen unbenommen, aber Sinn und Zweck diplomatischer Immunität und internationaler Regeln besteht nicht darin, dass jeder sie nach seinem persönlichen Geschmack auslegt, je nach Sympathie mal beachtet und mal ignoriert, sondern hat den Sinn eine verlässliche Basis zu schaffen für möglichst reibungsfreie Beziehungen zwischen den Ländern der Völkergemeinschaft. Hier zu relativieren und z.B. die (behauptete) Schlechtentlohnung einer Hausangestellten zu einem verdammenswerten Verbrechen aufzubrezeln, das sogar Handschellen, Leibesvisitation usw. rechtfertigt, bringt uns in dem Bemühen, die Erde zu einem zivilisierten Platz zu machen, keinen Millimeter weiter - ganz im Gegenteil.
Erstens wurde hier mehrmals festgestellt, dass die Inderin als Vice-Konsulin keine Immunität genoss, und bei solch einem Vergehen eh nicht;
zweitens war sie ein "advocate for the rights of underprivileged women" und gab den Monatslohn ihrer Hausangestellten bei den Einreisebehörden mit über US$ 4.000 pro Monat an. Das ist nicht nur dreist und kriminell sondern auch hochgradig scheinheilig und heuchlerisch, gerade von einer Frauenrechtlerin. Sie hat den Einreisebehörden falsche Angaben gemacht, das nennt sich Visabetrug. Ich weiß nicht, warum Sie soviel Nachsicht haben. In Deutschland wird sowas wohl auch ähnlich geahndet. Sogar für sehr viel kleinere Delikte kann man hier in einer Zelle landen.

In den USA werden nun mal Inhaftierte durchsucht, bevor sie in die Zelle gebracht werden. Ich weiß nicht, was die Verteidigung dieser Dame eigentlich soll. Hiermit ist für mich alles gesagt! Für mich gibt es wirklich zahlreiche Objekte, welche meine Sympathien verdient haben, diese Dame bestimmt nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matbhmx 19.12.2013, 04:38
153. Ahhh, endlich, ...

Zitat von mem_josch@sbcglobal.net
Habt ihr ueber nichts anderes zu schreiben, zum Beispiel, was alles fuer Sauereien in Deutschland passieren. Nein, ihr muesst uber USA herziehen, wo es nur geht. Dies ist eine interne Angelegenheit des US Diplomatischen Cors. Aber, ja, ich vergass, nachdem Merkel wieder gewaehlt wurde, nichts Neues in D-Land - und ueber USA herziehen ist ja in Mode. Immer dasselbe.
... ein NSA-Mitarbeiter meldet sich zu Wort und erklärt auf Weisung Obasmas die menschliche Seite der Dinge!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matbhmx 19.12.2013, 04:48
154. Himmel, ...

Zitat von thomas_gr
... Wann reagiert Deutschland?
wie süß naiv! Worauf sollte Deutschland bitte reagieren - als 52. Bundesstaat der USA! Deswegen darf die NSA doch an allen Netzkreuzen des deutschen Internets aufzeichnen, sämtliche Telefonate - mobil oder als Festnetz - mitschneiden und gelegentlich in Deutschland auch Mal durch US-Polizisten Festnahmen durchführen. Solche Festnahmen werden glücklich durch deutsche Richter durchgewunken! Und völlig zu Recht verweigert deswegen ja auch die us-amerikanische Regierung eine Vereinbarung über das Unterlassen von Spionage! Weil die nämlich in Deutschland überhaupt nicht stattfindet! Denn Spionage findet immer nur außerterritorial statt. Da Deutschland aber 52. Staat der USA ist, handelt es sich um keine außerterritorialen Maßnahmen, sondern rein innerstaatliche Schutzmaßnahmen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kast3005 19.12.2013, 07:55
155. In der Tat sind die Standards das Problem

Kann man den Diplomatenstatus nicht einschränken? So jedenfalls gibt es mehr als genug Damen und Herren die dies weidlich ausnutzen, sich an keine Regeln halten und unsere Ordnungshüter dann nur freundlich angrinsen weil sie genau wissen dass die nichts machen dürfen.
Wie gut allerdings dass dies nicht hier passiert ist, sonst würde gleich wieder die Nazi-Schublade aufgemacht.
Im Ernst: Wer seine Angestellten so behandelt und sich gegen geltendes Recht sperrt der gehört nun mal bestraft, Diplomatie hin oder her!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andraschek 19.12.2013, 09:05
156. Der Beste Kommentar den ich

Zitat von OHCRIKEY
Sie haben da was falsch verstanden. Die Frau arbeitete nicht in einer Botschaft, sondern in einem Konsulat und fällt somit unter das Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen. Die Festnahme der Frau verstößt nicht gegen dieses Übereinkommen, die USA haben absolut legal gehandelt. Darum will Indien die Frau jetzt auch in die Botschaft verlegen, um ihr die volle diplomatische Immunität zukommen zu lassen. Dem müssten aber auch US-Behörden zustimmen. Es bleibt spannend.
hierzu bisher gelesen habe. In Unkenntniss der rechtlichen Lage habe ich nämlich auch alles in einen Topf geworfen und kann nun sagen das ich das Verhalten der USA, in diesem Fall jedenfalls, begrüße. Wer seine Angestellten ausbeutet muss die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen, egal woher er kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
realist-1942 19.12.2013, 11:04
157. Diplomat bleibt Diplomat

auch wenn er seine Immunität verliert oder außerhalb seiner durch Immunität geschützten Tätigkeit Straftaten begeht. Die Achtung darf man dabei aber voreiander nicht verlieren. Bleibt die Frage wie man das der breiten Mehrheit von Polizisten beibiegt. Da sollte man der Gesetzeslage noch eine Verordnung folgen lassen. Außerdem halte ich nicht für so schlecht, wenn die Amerikaner im Diplomatenrecht Handlungen in Amtsausübung von den privaten Handlungen unterscheiden. Bei uns fahren die Damen und Herren ganz provozierend in Fußgängerzonen oder parken im absoluten Halteverbot. Was solls, Strafzettel werden weggeworfen. Ist nicht gerade eine diplomatische Handlungsweise.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Old_European 19.12.2013, 11:57
158. Themaverfehlung

Zitat von claudiosoriano
Frauen, der unteren Kasten haben so gut wie keine Rechte in Indien. In den armen Dörfern Indiens werden viele Mädchen nach der Geburt sofort getötet, da diese Eltern den Braut Preis nicht zahlen können. Die Näherinnen in den Kleidungsfabriken arbeiten für ca. 0,50 Euro Cents am Tag 12-14 Stunden.
Sehr interessant. Jetzt müsste man nur noch erfahren, was das damit zu tun hat, wie sich die New Yorker Polizei aufgeführt hat.
Überhaupt habe ich den Eindruck, dass die Diskutanten ihre Aversionen (gegen Indien, gegen USA) munter pflegen, ohne sich mit der grundlegenden Frage zu befassen, was für einen Sinn die diplomatische Immunität für das Zusammenleben der Völkergemeinschaft hat oder nicht hat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
executing 19.12.2013, 12:41
159. Das Land der Freiheit

Zitat von sysop
Die indische Vizekonsulin Devyani Khobragade erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei in New York. Sie sei in Handschellen abgeführt und in eine Zelle mit Schwerkriminellen gesperrt worden. Neu-Delhi reagiert mit Schikanen gegen US-Diplomaten.
Die USA pflegen ein menschenverachtendes Schikanesystem, das mit obsessiver Lust und in entwürdigend polizeistaatlicher Manier seine Bürger behandelt. Einmal im Freien gepinkelt oder vor einem Kindergarten ein Bier getrunken - das ist kriminell in den Augen der Staatsmacht. Man braucht in den USA vor allem ein dickes Konto, um die standardmäßig anfallenden, hohen Kautionen auf freie Bewegung zahlen zu können, sonst ist man der Willkür des barbarischen Rechtssystems ohnmächtig ausgeliefert und verbringt seine Tage unter Schwerkriminellen. Kein Geld zu haben ist quasi die Eintrittskarte für einen Daueraufenthalt im staatlichen Arbeitslager.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 16 von 18