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Streit über Afghanistan-Abzug: Merkel knüpft Bundeswehreinsatz an US-Präsenz
DPA

Deutschland will bei einem Truppenabbau der USA in Afghanistan den eigenen Einsatz am Hindukusch prüfen. Vorerst hat das Kabinett die Verlängerung der Entsendung von 1300 Soldaten beschlossen.

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bedireel 13.02.2019, 17:12
1.

Ich weiß nicht, ob sich noch jemand daran erinnert; Dies war der erste Krieg mit Beteiligung der Bundeswehr, den Politiker im Deutschen Bundestag beschlossen, ohne das Wort "Krieg" zu benutzen. Scheinbar eine letzte Regung von Respekt gegenüber dem Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes. Dem Deutschen Bürger wurde damals erzählt, die Bundeswehr ginge nach Afghanistan, um Brücken zu bauen, Brunnen zu graben und um Mädchenschulen zu errichten. Wäre da nicht die endlose Bauzeit des Berliner Flughafens, könnte man diese Argumente heute glatt als Lügen entlarven ... Ein anderes Argument war (immerhin geäussert von einem Minister), die Deutschen Soldaten würden dort am Hindukusch Deutschlands Freiheit verteidigen. Nun ja, irgendwann muss wohl ein Deutscher Soldat am Wachturm eingeschlafen sein, denn über Nacht wurden die Deutschen Linien überrannt und der Hindukusch marschierte 100'000-fach in Deutschland ein. Und SMS-te sofort nach Hause, wie einfach es sei, in Deutschland einzumarschieren. Also kamen noch viel mehr. Und die Bundeswehr blieb tapfer in Afghanistan. Ein Treppenwitz der Geschichte...
Ach ja, bliebe noch zu verwöhnen, dass am 01.01.2017 folgender
Artikel ersatzlos aus dem StGB gestrichen wurde: "Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft." - § 80 StGB
M.f.G.

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hans.gans3000 13.02.2019, 17:15
2. Finde es OK

Die Bundeswehr ist ja wegen den USA da. Wenn die USA meint es ist alles befriedet dort, dann soll die Bundeswehr auch abziehen.

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pelayo1 13.02.2019, 17:18
3.

Raus da, so schnell wie möglich. Afghanistan ist nicht einen einzigen toten Deutschen wert.

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v.papschke 13.02.2019, 17:21
4. Letztendlich

müssen die Afghanen ihre Probleme selbst lösen. Auch nach -zig Jahren Krieg und dem Einsatz vieler Militärs von außen ist ein Ende nicht in Sicht. Wie lange viel man eigentlich noch dahinten herumdoktern ? Nicht einmal das Drogenproblem konnte man auch nur annähernd eindämmen. Im Gegenteil. Ich plädiere für Wirtschaftshilfe, die an die Erfüllung von Auflagen gekoppelt sein sollte. Der Militäreinsatz bringt offensichtlich nichts, er kostet nur, auch das Leben unserer Soldaten.

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jens109 13.02.2019, 17:28
5. Alleine geht ja auch nicht!

Oder haben wir ein paar der Berater über die wir verheizen können weil die tolle A400M (und eingentlich mag ich ihn/sie) keine Abwehrsysteme hat? Teuer genug eingekauft haben wir die ja.
Schade um jeden Soldaten der sein Leben dafür geopfert hat aber an den Taliban habe sich schon die Russen die Finger verbrannt. Wenn die Gesellschaft offenbar so leben will kann niemand Ihnen etwas anderes aufzwingen. Das hat sich schon bei so vielen Gelegenheiten gezeigt. So eine Veränderung muß am Ende von Innen heraus entstehen und wie lange sich die Gegend um Kundus gehalten hat liest man ja leider immer häufiger.

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Mario V. 13.02.2019, 17:35
6. @v.papschke: Drogen

"In July 2000, Taliban leader Mullah Mohammed Omar, collaborating with the UN to eradicate heroin production in Afghanistan, declared that growing poppies was un-Islamic, resulting in one of the world's most successful anti-drug campaigns. The Taliban enforced a ban on poppy farming via threats, forced eradication, and public punishment of transgressors. The result was a 99% reduction in the area of opium poppy farming in Taliban-controlled areas, roughly three quarters of the world's supply of heroin at the time.[17] The ban was effective only briefly due to the deposition of the Taliban in 2002."

Aus Wikipedia. Das Opium-Problem war gelöst. Bis, ja, bis 2001 die Amis kamen...

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bedireel 13.02.2019, 17:40
7.

Seit 16 Jahren befindet sich die Bundeswehr im Einsatz in Afghanistan mit ca. 80 getöteten deutschen Soldaten (Gesamt 3.500 tote Soldaten), Kosten für Deutschland geschätzt 4000 Millionen unter bisher 5 Verteidigungsministern. Entweder dieser Aufwand an Leben,
Energie und Geld hat einen Sinn und die Afghanen können zurückkehren, oder es hat sich in 16 Jahren die Sinnlosigkeit gezeigt und das Land ist zu unsicher um Geflohene dorthin zurückzuschicken, dann ist der Einsatz zu beenden. Die Gleichzeitigkeit von Bundeswehreinsatz und zu großer Unsicherheit zum Zurückschicken von Geflüchteten finde ich unzumutbar für Menschen und Steuerzahler.
M.f.G.

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r_saeckler 13.02.2019, 17:44
8. Selten so über A. M. geschmunzelt...

..."dass unsere Präsenz ... auch abhängig [ist] von dem amerikanischen Engagement". In der Tat, A. M. weiß das, im Unterschied zu der Verteidigungs-Uschi, aus eigener Erfahrung: wenn die Amerikaner abfliegen - dann müssen die deutschen Soldat*innen per Anhalter mitfliegen, oder sie kommen da nie weg. Die Bundeswehr hat ja keine Transportfliugzeuge die fliegen. Jedenfalls nicht hin UND zurück...

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undog 13.02.2019, 17:47
9. 56 tote Soldaten

Zitat von Christopher George
Bekommen wir denn jetzt auch eine Erklärung dafür welche Ziele erreicht wurden und inwiefern jetzt die Sicherheit der BRD gestärkt wurde? Irgendwie sind durch den Krieg in AFG bereits ein paar Afghanen hier her geflüchtet, die durch schwerste Verbrechen aufgefallen sind. Zumindest für die Opfer und die Familien der Opfer ist Deutschland irgendwie unsicherer geworden, oder? Sind also 56 Deutsche Soldaten getötet worden und über 300 verletzt und unzählige traumatisiert, damit es in Deutschland unsicherer wird? Und die Taliban in AFG wieder mitreden? Ich wäre schwerer Alkoholiker und schlaflos, könnte auch nicht mehr in den Spiegel gucken, wäre ich für diesen ganzen elendigen Mist verantwortlich.
wären sinnlos gefallen, wenn wir jetzt als Verlierer rausgehen - also noch mehr Tote - alternativlos, wenn man so denkt wie unsere zustimmenden Abgeordneten, die wir abwählen sollten.

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