Forum: Politik
Streit über Atomabkommen: Europäer lehnen Irans Ultimatum ab
Stephanie Lecocq/ EPA-EFE/ REX

Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte den Parteien des Atomabkommens eine 60-Tage-Frist gesetzt. Die Europäer weisen die Forderung aus Teheran nun deutlich zurück.

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mego 09.05.2019, 11:01
10. Iran ist stark

Iran ist stark mit tüchtigen, intelligenten und kämpferischen Menschen. Iran ist Rohstoff-und Energielieferant mit großen Reserven und damit kreditwürdig. Wenn die Achse Russland, China und Iran, die zur Zeit in Syrien schon geübt wird, steht, erhält das Land alle Produkte, die es zum Überleben benötigt. Wenn es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommen sollte weil z.B. einem subalternen Fanatiker die Nerven durchgehen, dann brennt der Golf. Die Bohrlöcher, die Ölverladeanlagen und Wasserentsalzungsanlagen der Saudis im Osten liegen in der Reichweite von Hunderten Mittelstreckenraketen der Iraner, die sicherlich nicht alle abgefangen werden können. Wenn die schiitischen Stämme in der Ölregion dabei das Joch der Al Sauds abschütteln fällt SA auseinander und Israel verliert einen wesentlichen Verbündeten. Die Emirate werden sich mit dem Iran einigen. Iran kann von amerikanischen Taktikern nicht in Grund und Boden gebombt werden. Gott behüte uns alle. mego

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stromglanz 09.05.2019, 11:06
11.

Zitat von helmut.alt
und nichts Gutes. Iran wird nun mit allen Mitteln versuchen möglichst schnell an Atomwaffen zu gelangen, denn dann ist es in einer ähnlichen Situation wie Nordkorea und besitzt ein atomares Abschreckungspotential, insbesondere auch deshalb weil die nötigen Raketen zur Verfügung stehen. Wirtschaftlich wird sich der Iran noch mehr an Russland und China annähern. China ist ein vorzüglicher Absatzmarkt für Öl. Das, was Obama mühsam aufgebaut hat, macht Trump mutwillig kaputt und die Leidtragenden werden am Ende die Europäer sein.
Iran hat 1 Jahr auf Europa gewartet. Nichts ist passiert. Die Banken in Europa arbeiten nicht mit Iran, Keine Flugzeuge und keine Industrie Güter.... Iran hat sich nach Atom Aufsichtsbehörde voll an Abmachungen gehalten. Jetzt hat Europa 60 Tage Zeit endlich zu zeigen, dass diese Abkommen für Iran doch von Vorteil war.

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Marut 09.05.2019, 11:07
12. Ultimatum???

Das als Ultimatum zu bezeichnen ist schon etwas abwegig. Der Iran will wissen, ob die EU sich von Trump erpressen läßt oder nicht. Iran hat, was die Verpflichtungen der Abkommens angeht, geliefert - die Atomaufsichtsbehörde bestätigt das. Die Forderung des Irans ist eher eine Mahnung, ob Europa auch bereit ist, seinen Anteil zu erbringen oder sich den USA unterwirft. Und Mahnungen sind im normalen Umgang miteinander immer mit einer Frist versehen. Wenn nun diese Frist von Seiten der EU abgelehnt wird, indem diese Mahnung in ein Ultimatum umtituliert wird um damit der schwarzen Peter zurückzuschieben, dann zeigt sich nur, dass es der EU immer noch an Mut fehlt, Trump, der mit Erpressungen Politik macht, entgegen zu treten.

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Beat Adler 09.05.2019, 11:08
13. Trump schoss als Erster auf das Iran-Atomabkommen, nun ist es toeter a

Trump schoss als Erster auf das Iran-Atomabkommen, nun ist es toeter als tot.

Ab Juli 2020 darf, gemaess dem toten Abkommen, der Iran wieder Waffen importieren. Wenn der Iran in 60 Tagen endgueltig aussteigt, wird dieser Termin vorgezogen. Der klamme Kreml hat da sich viel zu bieten. Fuer solche Geschaefte findet das Mullahregime bestimmt das noetige Kleingeld.

Dass dieses Iran-Atom-Abkommen nun beerdigt wird, ist eine Katastrophe und vergroessert die Gefahr kriegerischer Auseinandersetzungen der verschiedenen bewaffneten Gruppierungen, die sich dort in der weiteren Region tummeln und heute schon aufeinander schiessen: Jemen, Syrien, Irak, Gaza.

Wenn die Drohung des Mullahregimes die Wasserstrasse von Hormuz zu schliessen, wenn auch nur der Versuch dazu unternommen wird, explodiert der Erdoelpreis bis die Wasserstrasse freigeschossen ist. Das kann dauern. Das trifft uns Alle.

Trump spielt mit dem Feuer. Leider kann ihm niemand die Streichhoelzer weg nehmen.
mfG Beat

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Sebastian Burger 09.05.2019, 11:11
14. Tendenziöse Berichterstattung

"Europäer lehnen Irans Ultimatum ab" - empfinde ich als eine einseitig suggestive Überschrift. Wie andere Kommentatoren zuvor bereits erwähnt haben, bringen "wir" "unsere" (europäische) Pflichten gegenüber dem Iran auch nicht: Nämlich zuzusehen, dass über Iranisches Öl Geld in den Iran fließt. Die Geld-Austausch-Plattform, die jüngst geschaffen wurde, um Amerikas Sanktionismus zu umgehen, hilft Iran auch nicht, wenn es auf seiner Seite nichts verkaufen kann, weil z.Z. nur noch Italien und Griechenland Öl von dort kaufen. Warum werden "unsere" Versäumnisse im Artikel-Abspann nicht zumindest erwähnt? Normalerweise ist der Spiegel doch nicht so hörig und druckt EU-Pressemitteilungen ohne Interpretation oder Bewertung ab.
Die Sanktionen treffen im Übrigen nicht nur den Staat, sondern auch den exportierenden Mittelstand, also ganz normale Menschen, die (daher schon vor Jahren) Jobs verloren haben und womöglich ähnlich wie "wir" eine durchaus eigene, kritische Haltung zur Politik des Iran haben.

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HerrPeterlein 09.05.2019, 11:23
15. EU hat kein Mittel mehr

Bis auf Ansagen den keine Taten folgen seit über einem Jahr, nimmt die EU praktisch an den Sanktionen teil. Wenn die EU jetzt nicht mal Taten folgen lässt, welches Mittel haben sie dann gegen den Iran in der Hand. Wenn eine Seite sich komplett nicht an der Vertrag hält, warum soll es die andere Seite dann machen?
Dann soll die EU endlich mal Taten sprechen lassen und etwas praktisches machen.

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matthias.ma 09.05.2019, 11:23
16. Wir erfüllen unseren Teil nicht

... und der Iran kündigt an, dass er einen Teil seiner Verpflichtungen nicht mehr erfüllen wird, wenn wir nichts tun. Aus Sicht des Iran ist die Lage ganz einfach: Wenn ihr zum Vertrag steht, sorgt dafür, dass die US-Sanktionen für Europa nicht greifen. Das heißt, Firmen, die mit dem Iran Geschäfte machen und dafür in den USA Probleme bekommen, werden aus dem Staatssäckel für die daraus entstehenden Verluste entschädigt. Diese nicht funktionierende Tauschplattform, die die EU da als Feigenblatt ("Wir tun was") aufbaut, ist keine Lösung für den Iran. Wir kommen unseren vertraglichen Verpflichtungen aus Angst vor den USA nicht nach. Und Iran schaut seit Monaten zu, wie wir versuchen, sie hinzuhalten. Irgendwann muss man Ultimaten stellen, wenn sich sonst nix tut. Interessant wäre noch die Drohung, das überflüssige angereicherte Uran an Nordkorea oder ähnliche Spießgesellen zu verkaufen - statt Öl.

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Grzegorz 09.05.2019, 11:24
17. Überschrift ist irreführend

In der Überschrift wird behauptet, dass der Iran ein Ultimatum an die EU gestellt hat. Das ist doch eine Farce wenn sich die Realität anschaut. Der Iran ist jetzt ein Jahr in Vorleistung gegangen und erwartet nun die Einhaltung des Vertrags durch den Westen.
Die wirtschaftliche Öffnung des Westens als Gegenleistung für eine Abkehr vom Atomprogramm hat einfach nicht stattgefunden. Weiterhin wurde keine Möglichkeit geschaffen den Waren und Geldverkehr sicherzustellen. Wie soll die Iranische Regierung das seiner Bevölkerung erklären? Oder noch etwas zynischer, glaubt hier irgendjemand, dass im Iran noch ein Politiker gewählt wird, der es sich auf die Fahnen schreibt ein Abkommen mit dem Westen zu schließen.
Das Abkommen war eine Chance und die ist jetzt vertan. Und auch die Iraner haben aus den letzten 20 Jahren gelernt. Der Unterschied zwischen dem Irak und Nordkorea ist nämlich ein feiner. Kim hat all die Waffen, die Hussein nur unterstellt wurden. Den Fehler sollten die Ayatollahs nicht machen.

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Niteftef 09.05.2019, 11:33
18. Der Iran verhält sich vernünftig

Wenn man durch friedliche Verträge keine Sicherheit für sich mehr garantieren kann, ist die logische Folge, durch Macht, zum Beispiel Atommacht, Angriffe abzuschrecken.
Das ist eine Katastrophe für Europa und die Welt, aber aus Sicht des Iran vollkommen gerechtfertigt.
Europa sollte auf das Ultimatum des Iran eingehen, um den Vertragsbruch der USA durch guten Willen auszugleichen, oder die USA zur Rückkehr zum Vertrag bewegen.
Sonst sieht es finster aus.

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friederikus 09.05.2019, 11:38
19. Ultimatum grundsätzlich zurückweisen

Es ist zu begrüßen, dass die EU Selbstbewusstsein und Stärke zeigt, indem sie sich kategorisch weigert, sich ein Ultimatum setzen zu lassen. Die Frage ist allerdings, WER droht hier ultimativ? Die Vertragspartei (Iran), welche ihren Teil beigetragen hat und berechtigt die beiderseitige Erfüllung fordert? Oder einer der Partner (USA) der anderen Vertragspartei, welcher ultimativen Druck auf die EU ausübt, sich nicht an die Vereinbarungen zu halten?

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